Adrian Spyrka (* 1. August 1967 in Zabrze, damals Volksrepublik Polen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Als Spieler war er vor allem als Libero und im defensiven Mittelfeld aktiv.
Mit der B-Jugend von Borussia Dortmund gewann Spyrka 1984 die deutsche B-Juniorenmeisterschaft. Im Finale gegen den TSV 1860 München erzielte er laut dem Spielbericht von Transfermarkt per direktem Freistoß das 1:0-Siegtor. 1987 erreichte er mit der U20-Auswahl der Bundesrepublik Deutschland das Finale der Weltmeisterschaft in Chile. Als Profi spielte er unter anderem für Borussia Dortmund, den 1. FC Saarbrücken, die Stuttgarter Kickers, den 1. FC Köln, Rot-Weiss Essen, die SG Wattenscheid 09 und den 1. FSV Mainz 05. Für Mainz bestritt er 108 Zweitligaspiele.
Spielerkarriere Jugend und Nationalmannschaft Spyrka spielte im Nachwuchsbereich für Borussia Dortmund. Mit der B-Jugend des Vereins gewann er 1984 die deutsche Meisterschaft. Das Endspiel gegen 1860 München entschied er mit einem direkten Freistoßtor.
Im Oktober 1986 gehörte Spyrka zur U18-Auswahl der Bundesrepublik Deutschland. Die von Berti Vogts trainierte Mannschaft belegte bei der Europameisterschaft den dritten Platz. Spyrka kam in allen drei Partien der Endrunde zum Einsatz. Beim 1:0 im Spiel um Platz drei gegen Schottland stand er in der Startelf.; ; ;
Spyrka kam für die Juniorenauswahlen des DFB in den Altersstufen U18, U20 und U21 zum Einsatz.
mini|Das Estadio Nacional de Chile in Santiago de Chile im Jahr 2024. In diesem Stadion fand 1987 das Finale der U20-Weltmeisterschaft statt.
Bei der U20-Weltmeisterschaft 1987 spielte Spyrka in allen sechs Partien für die von Berti Vogts trainierte bundesdeutsche Auswahl. Im Finale gegen Jugoslawien im Estadio Nacional in Santiago de Chile stand er ebenfalls in der Startelf und verwandelte seinen Elfmeter. Vor 65.000 Zuschauern verlor Deutschland nach einem 1:1 nach Verlängerung das Elfmeterschießen mit 4:5. Das Spielerarchiv von Mainz 05 nennt insgesamt zehn U20-Länderspiele sowie sechs Einsätze für die U21.
Profivereine Spyrkas Profikarriere begann 1986 bei Borussia Dortmund. Bis 1988 kam er dort auf zwölf Einsätze in der Bundesliga. Hinzu kamen ein Spiel im DFB-Pokal und drei Partien im UEFA-Pokal.
1988 wechselte er zum 1. FC Saarbrücken. Für den Verein bestritt er 80 Spiele in der 2. Fußball-Bundesliga sowie sieben DFB-Pokal- und vier Relegationsspiele. 1991 wechselte er zum 1. FC Köln. Nach dem Weggang von Erich Rutemöller im August 1991 übernahm der damalige Sportdirektor Udo Lattek ein Spiel lang interimsweise das Training. Nach Hannes Linßen als weiterem Interimstrainer wurde Jörg Berger im September Cheftrainer. Während der Saison 1991/92 war Spyrka an die Stuttgarter Kickers ausgeliehen, für die er 19 Bundesliga-Spiele absolvierte. Nach seiner Rückkehr kam er in der Saison 1992/93 noch auf fünf Bundesligaeinsätze für Köln.
1993 schloss sich Spyrka Rot-Weiss Essen an. In der Saison 1993/94 spielte Essen in der 2. Bundesliga und erreichte das Finale des DFB-Pokals. Spyrka stand beim 1:3 gegen Werder Bremen in der Startelf. *RevierSport* führt ihn in der Aufstellung neben Harald Kügler im Mittelfeld auf. In der 50. Minute wurde sein Schuss aus der Distanz abgeblockt; aus der anschließenden Situation erzielte Daouda Bangoura den Essener Anschlusstreffer. In der folgenden Saison bestritt Spyrka 32 Spiele in der Regionalliga für Essen.
mini|upright=1.2|Aufstellungen des DFB-Pokalfinals 1994. Spyrka stand für Rot-Weiss Essen in der Startelf.
Nach einer Saison bei der SG Wattenscheid 09 wechselte Spyrka 1996 zum 1. FSV Mainz 05. Der Mainzer Trainer Wolfgang Frank hatte ihn nach Angaben des Vereins bereits ein Jahr zuvor verpflichten wollen. Spyrka unterschrieb zunächst in Wattenscheid und kam erst 1996 nach Mainz.
In Mainz musste Spyrka zunächst eine Kreuzbandverletzung auskurieren. In seinen ersten beiden Spielzeiten kam er auf verschiedenen Mittelfeldpositionen sowie in der Innenverteidigung zum Einsatz. Ab 1998 spielte er nach einem Rückblick von *Sport aus Mainz* regelmäßig im zentralen Mittelfeld an der Seite des Mainzer Kapitäns Lars Schmidt. Mainz 05 zählt Spyrka außerdem zu den Profis der 1990er Jahre, die nach Darstellung des Vereins stark von Frank geprägt wurden.
Für Mainz bestritt Spyrka zwischen 1996 und 2001 insgesamt 108 Zweitligaspiele. In der Saison 2001/02 kam er nur noch bei einigen Testspielen zum Einsatz. Nach dieser Spielzeit beendete er seine Spielerkarriere. Das Vereinsarchiv führt ihn im folgenden Jahr unter den Abgängen mit dem Vermerk „Karriereende“.
Zu den herausgehobenen Spielen seiner Mainzer Zeit gehörte das Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München am 22. Dezember 1999. Spyrka stand in der Startelf und wurde in der 75. Minute ausgewechselt. Mainz verlor die Partie mit 0:3.
Trainerlaufbahn 2007 schloss Spyrka den Fußball-Lehrer-Lehrgang des DFB ab. Die Deutsche Sporthochschule Köln führte ihn im selben Jahr sowohl als Lehrgangsteilnehmer als auch als Absolventen auf. Die Hochschulmeldungen bezeichnen den Abschluss als staatlich anerkannten Fußball-Lehrer.
Das Trainerarchiv des FSV05 führt Spyrka von 2007 bis Ende 2008 als Co-Trainer des 1. FC Saarbrücken. In der Winterpause 2008/09 übernahm er die Regionalligamannschaft des SV Wehen Wiesbaden II. Im Mai 2009 berichtete der Reutlinger General-Anzeiger, dass Spyrka die Mannschaft als Nachfolger von Hans Werner Moser übernommen hatte. Das DFB-Datencenter verzeichnet für Spyrka 17 Spiele als Trainer der Mannschaft, mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und neun Niederlagen.
Ab 2010 arbeitete Spyrka als Co-Trainer der U23 von Borussia Mönchengladbach, zunächst unter Sven Demandt. Das berichtete die *Rheinische Post* vor Beginn der Regionalligasaison 2010/11. Das FSV05-Trainerarchiv datiert die Station bis 2016; eine archivierte Vereinsseite nennt für die Saison 2016/17 Alexander Ende als Co-Trainer der U23.
Transfermarkt führt Spyrka seit Februar 2026 als Scout beim SV Wehen Wiesbaden.
Statistik Der DFB führt für Spyrka 36 Bundesligaeinsätze, 234 Spiele und 14 Tore in der 2. Bundesliga sowie 32 Einsätze und vier Tore in der Regionalliga. Hinzu kommen 22 Spiele im DFB-Pokal, drei im UEFA-Pokal und vier Relegationsspiele. Für Saarbrücken nennt der DFB 80 Zweitligaspiele; das Spielerarchiv von Mainz 05 zählt 81. Die DFB-Gesamtzahl von 234 Zweitligaspielen schließt die Saarbrücker Zahl von 80 ein.
Erfolge Deutscher B-Juniorenmeister: 1984 mit Borussia Dortmund Dritter der U18-Europameisterschaft: 1986 mit der Bundesrepublik Deutschland Zweiter der U20-Weltmeisterschaft: 1987 mit der Bundesrepublik Deutschland Finalist des DFB-Pokals: 1994 mit Rot-Weiss Essen
Weblinks Adrian Spyrka im DFB-Datencenter Spielerarchiv bei FSV05.de
Einzelnachweise
Kategorie:Fußballspieler (Borussia Dortmund) Kategorie:Fußballspieler (1. FC Saarbrücken) Kategorie:Fußballspieler (Stuttgarter Kickers) Kategorie:Fußballspieler (1. FC Köln) Kategorie:Fußballspieler (Rot-Weiss Essen) Kategorie:Fußballspieler (SG Wattenscheid 09) Kategorie:Fußballspieler (1. FSV Mainz 05) Kategorie:Fußballtrainer (1. FC Saarbrücken) Kategorie:Fußballtrainer (SV Wehen Wiesbaden) Kategorie:Fußballtrainer (Borussia Mönchengladbach) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann