mini|Designmanagement ist die geschäftliche Seite von Design. Designmanager sollten sowohl die Sprache des Unternehmens als auch die Sprache des Design sprechen. Designmanagement [] ist eine Managementdisziplin, die sich auf die Design-Ressourcen und -Aktivitäten eines Unternehmens konzentriert. Es nutzt Projektmanagement-, Design-, Strategie- und Supply-Chain-Techniken, um einen kreativen Prozess zu steuern, eine Kreativitätskultur zu unterstützen und eine Organisationsstruktur für Design aufzubauen. Angestrebt wird die integrierte Leitung von Design auf den Ebenen von Management, Organisation und Strategie, sowie die Verwaltung des Designsystems des Unternehmens.
Das Ziel von Designmanagement ist die Entwicklung und Aufrechterhaltung eines geeigneten Geschäftsumfeldes, in dem das Unternehmen seine strategischen Ziele und Mission durch Design erreichen kann. Dies kann durch das Einrichten und Organisieren eines effizienten und effektiven Systems erfolgen. Designmanagement ist eine umfassende Tätigkeit auf allen Ebenen unternehmerischen Handelns (operativ bis strategisch), von der frühen Vorentwicklung bis zur Designumsetzung. „Einfach ausgedrückt, ist Designmanagement die geschäftliche Seite des Designs. Designmanagement umfasst die laufenden Prozesse, unternehmerischen Entscheidungen und Strategien, die Innovation ermöglichen und effektiv gestaltete Produkte, Dienstleistungen, Kommunikationen, Umgebungen und Marken schaffen, zur Verbesserung unserer Lebensqualität und des organisatorischen Erfolgs.“ Die Disziplin Designmanagement hat Überschneidungen mit den angrenzenden Managementbereichen: Marketing Management, Operation Management und Strategisches Management.
Traditionell wurde Designmanagement auf die Verwaltung von Designprojekten beschränkt, im Laufe der Zeit entwickelte es sich in andere Bereiche der Organisation, auf funktionaler und strategischer Ebene. Eine aktuelle Debatte behandelt die Integration von Design Thinking in strategisches Management, als einen Disziplin-übergreifenden und humanistischen Ansatz des Managements. Dieser Ansatz konzentriert sich auch auf einen kooperativen und iterativen Stil der Arbeit und eine abduktive Denkweise, im Vergleich zu Herangehensweisen die mit dem eher traditionellen Management-Paradigma verbunden werden.
In den letzten Jahren ist Design zu einer strategischen Komponente für Brand Equity, Differenzierung und Produktqualität in vielen Unternehmen geworden. Immer mehr Organisationen wenden Designmanagement an, um Design-relevante Aktivitäten zu verbessern und eine bessere Verknüpfung von Design- mit Unternehmensprozessen zu erlangen.
Erweiterte Definition mini|Designmanagement spielt drei integrative Schlüsselrollen in der Schnittstelle von Design, Organisation und Markt. Der Begriff Designmanagement beinhaltet einen semantischen Widerspruch und kann auf zwei verschiedene Arten interpretiert werden: (1) Management von Design und (2) Design von Management. Diese Unterscheidung bezieht sich auf das traditionelle Verständnis von Designmanagement auf operativer Ebene, als auch auf einen relativ neuen Ansatz, der Integration von Design Thinking als mentales Konzept in verschiedenen Business-Funktionen (zum Beispiel Nutzung von Design Thinking auf Top-Management-Ebene oder im Rahmen des Innovationsmanagements).
Designmanagement ist vielfältig, ebenso wie die unterschiedlichen Meinungen darüber. Abhängig von einer Vielzahl von Faktoren (wie Branche, Unternehmensgröße, Designfokus, Marktlage und -position und der Rolle von Design im Unternehmen) decken Designmanager ein breites Spektrum an Job-Profilen ab, mit sehr unterschiedlichen Rollen, Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten. Daher ist es schwierig, eine allgemeine Definition von Designmanagement zu geben. Auf einer abstrakten Ebene spielt Designmanagement drei integrative Schlüsselrollen in der Schnittstelle von Design, Organisation und Markt. Diese drei Schlüsselrollen sind:
Die Ausrichtung der Designstrategie an die Unternehmens- und/oder Markenstrategie Das Management der Qualität und Konsistenz der Designergebnisse innerhalb und zwischen verschiedenen Designdisziplinen (Design-Klassen) Die Erweiterung neuer Wege der User-Experience und Verbesserung der Differenzierung zu Wettbewerbern
Mit dieser Rollendefinition ist Designmanagement nicht (notwendigerweise) auf eine einzige Designdisziplin beschränkt und ist nicht unabhängig von der organisatorischen und der Produkt-situativen Umgebung.
Definierende Zitate
Definition von verwandten Begriffen Design
Design ist ein Fach, aber auch Perspektive und Tätigkeit. Die historischen Anfänge des Designs sind komplex. Die Designtheorie bietet bislang nur wenig konkrete Hinweise, die in der Praxis eingesetzt werden können, so dass der operativ arbeitende Designer ungebunden von der Designtheorie arbeiten kann. Zudem gibt es in der Designpraxis Entscheidungen die einen intuitiven Charakter aufweisen. Eine praktische Perspektive auf Design hilft den Rahmen von Designmanagement zu verstehen, die theoretische Perspektive ist daher nicht Gegenstand dieses Artikels. In seiner Klassifikation von Design (1976) unterteilt Gorb Design in drei verschiedenen Klassen; Designmanagement wirkt in und zwischen allen drei Kategorien: Produkt (z. B. Industriedesign, Verpackungsdesign, Service Design), Information (z. B. Grafik-Design, Branding, Mediendesign, Webdesign) und Umgebung (z. B. Retail-Design, Ausstellungsdesign, Innenarchitektur).
Management
Management – in allen Geschäftsbereichen und organisatorischen Tätigkeiten – ist die Handlung Leute zusammenzubringen, um gewünschte Ziele effizient und effektiv zu erreichen. Management umfasst die Planung, Organisation, Personalmanagement, Führung und Kontrolle einer Organisation (eine Gruppe von einer oder mehreren Personen oder Instanzen). Resourcing umfasst die Bereitstellung und Bearbeitung von Humanressourcen, finanzielle Ressourcen, technologischen Ressourcen und natürlichen Ressourcen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde Business Management in sechs separate Fachgebiete unterteilt: Human Resource Management, Operations Management oder Produktionsmanagement, strategisches Management, Marketing Management, Finanzmanagement und Informationstechnologie-Management (verantwortlich für das managen von Informationssystemen). Obwohl es immer schwieriger wird Management auf diese Weise in funktionale Kategorien zu unterteilen, hilft es in der Navigation in den unterschiedlichen Managementdisziplinen. Designmanagement hat vor allem Überschneidungen mit den Fachgebieten Marketing Management, Operations Management und strategisches Management.
Geschichte Der geschichtliche Rückblick auf Designmanagement erweist sich als schwierig. Auch wenn Designmanagement als Ausdruck in der Literatur zuerst 1965 erwähnt wurde, haben frühere Beiträge ein Umfeld geschaffen, in dem Designmanagement entstehen konnte. Im Laufe seiner Geschichte wurde Designmanagement durch eine Reihe von unterschiedlichen Disziplinen (u. a. Architektur, Industriedesign, Management, Software-Entwicklung, Ingenieurwesen) und Strömungen (u. a. Systemtheorie, Design-Methodologien) beeinflusst und kann in seinem Verständnis weder direkt auf Design noch auf Management zurückgeführt werden.
Geschäftswelt Managen von Produktästhetik und Corporate Design (erste Beiträge) mini|Peter Behrens (um 1913) ist einer der ersten Beitragenden zu Designmanagement. Die ersten Beiträge zu Designmanagement zeigen, wie unterschiedliche Designdisziplinen koordiniert wurden, um Geschäftsziele auf Unternehmensebene zu erreichen und veranschaulichen das frühe Verständnis von Design als Wettbewerbsfaktor auf nationaler Ebene. In diesem Zusammenhang wurde Design als eine rein ästhetische Funktion verstanden und das Management von Design wurde auf der Ebene der Projektplanung eingesetzt. Künstler und Designer stellten sich schrittweise auf die industrielle Veränderung ein, durch die Produktion kleiner Serien ihrer Entwürfe. Das Management von Design auf Projektebene ist ein integraler Bestandteil des Prozesses des industriellen Designs.
Die Praxis des Managements von Design über mehrere Designdisziplinen zur Erreichung eines Unternehmensziels wurde erstmals im Jahre 1907 dokumentiert. Der Deutsche Werkbund wurde in München von zwölf Architekten und zwölf Wirtschaftsunternehmen etabliert. Es war ein staatlich gefördertes Bemühen, um besser mit Großbritannien und den USA zu konkurrieren, durch die Integration von traditionellem Handwerk und industriellen Massenfertigungsproduktionstechniken. Der deutsche Designer und Architekt Peter Behrens entwarf als externer Berater die gesamte Corporate Identity (Logo, Produktdesign, Werbung etc.) der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) und wird als erster Industriedesigner in der Geschichte bezeichnet. Seine Arbeit für die AEG war die erste groß angelegte Demonstration der Wirtschaftlichkeit und Lebensfähigkeit der Werkbund Initiativen und Ziele. Dies kann als erster Beitrag zu Designmanagement gesehen werden.
In den folgenden Jahren wandten Unternehmen die Grundsätze von Corporate Identity und Corporate Design an, um das Bewusstsein und die Anerkennung von Verbrauchern und die Differenzierung zu Konkurrenten zu erhöhen. Das Unternehmen Olivetti wurde bekannt durch seine Beachtung von Design durch seine Corporate Design Aktivitäten. Im Jahr 1936 engagiert Olivetti Giovanni Pintori (Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit) und befördert Marcello Nizzoli (Abteilung für Produktdesign), um Design in eine umfassende Unternehmensphilosophie weiterzuentwickeln.
Bis in die 1960er Jahre waren die Debatten in der Design-Community auf Ergonomie, Funktionalität und Corporate Design konzentriert, während die Debatten im Management sich den Themen Just in time, TQM und Produktspezifikationen annahmen. Die Hauptakteure im Bereich Design Management waren in dieser Zeit AEG, Bauhaus, British Design Council, Deutscher Werkbund, Olivetti, Peter Behrens und Walter Paepcke.
Systematisches Managen von Design (1960er bis 1970er) Die Industrialisierung beeinflusste die Arbeit der Designer in den 1960er Jahren, und die Debatte über Design änderte sich im Fokus von „Design als eine ästhetische Funktion“ zum Thema, wie die Zusammenarbeit mit der Industrie verbessert werden konnte. Designer mussten in einem Team mit Ingenieuren und Marketingspezialisten arbeiten, und Design wurde als ein Teil der Produktentwicklung wahrgenommen.
In den ersten Jahren von Designmanagement wurde die Disziplin stark durch die Systemwissenschaft und die Entstehung einer Designwissenschaft beeinflusst (u. a. die Blütezeit der Designmethodologien in Deutschland, USA und Großbritannien); wichtige Beiträge kamen auch aus der Disziplin Architektur. Insbesondere in der angelsächsischen Literatur, in der Methodologienforschung (u. a. HfG Ulm, Christopher Alexander) und den Theorien der Managementforschung wurden zwei Hauptfragen behandelt, die diese Zeitspanne charakterisieren: Wie kann ein Unternehmenssystem von Planungszielen entwickelt werden? Wie können Probleme der methodischen Informationsverarbeitung gelöst werden?
Instrumente und Checklisten wurden entwickelt, um die Prozesse und Entscheidungen der Unternehmen für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu strukturieren. Christopher Alexanders Arbeit spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Designmethodologien, er widmete seine Aufmerksamkeit der Problematik von Form und Zusammenhang und der Demontage komplexer Designherausforderungen in einzelne Bestandteile, um sich einem konkreten Lösungsansatz anzunähern. Seine Absicht war, mehr Rationalismus und Struktur in die Lösung von Designproblemen zu bringen, eine Absicht, die fundamental für Designmanagement ist.