Die Svenska Hockeyligan (SHL) (zwischen 1975 und 2013 Elitserien i ishockey) ist die höchste Spielklasse für schwedische Eishockeyvereine. Der Sieger der Play-offs ist schwedischer Meister. Die ehemalige Bezeichnung Elitserien wurde auch für andere Sportarten benutzt, aber die Eishockeymeisterschaft gilt als die bekannteste. Um sich jedoch eine eindeutige Identität zu geben, entschloss der Schwedische Eishockeybund (Svenska Ishockeyförbundet), im Juni 2013 eine Umbenennung der Spielklasse in Svenska Hockeyligan.shl.se, Elitserien och Svenska Hockeyligan blir SHL

Modus mini|150px|links|Logo der Elitserien Die Svenska Hockeyligan besteht aus 14 Mannschaften, welche eine Doppelrunde mit 52 Spielen je Klub spielen. Für ein Spiel in der Vorrunde („Grundserien“) erhält der Sieger nach 60 Minuten 3 Punkte. Steht das Spiel unentschieden nach 60 Minuten, wird das Spiel um 5 Minuten verlängert mit 3 gegen 3. Steht danach immer noch kein Sieger fest, wird der Sieger im Penaltyschießen entschieden. Für einen Sieg nach Verlängerung bzw. Penaltyschießen erhält der Sieger 2 Punkte, der Verlierer 1 Punkt.

Nach der Vorrunde qualifizieren sich die besten sechs Mannschaften direkt für das Play-off-Viertelfinale, die Mannschaften auf den Plätzen 7 bis 10 spielen in Best-of-Three-Serien zwei weitere Play-off-Teilnehmer aus. Die weiteren Play-off-Serien werden komplett im Modus „Best-of-Seven“ gespielt. Der Sieger der Play-offs wird mit dem Le-Mat-Pokal ausgezeichnet.

Der 13. und 14. der SHL spielen in einer „Play-out“ genannten Serie in höchstens sieben Spielen gegeneinander. Der Verlierer dieser Serie steigt in die 2. Liga, die HockeyAllsvenskan, ab, der Sieger verbleibt in der SHL.

Geschichte vor Einführung der Elitserien (1922–1975) Das organisierte Eishockeyspiel nimmt Formen an links|mini|205x205px|Raoul Le Mat (1920) Das Eishockeyspiel in Schweden begann im Herbst 1919 mit einem Treffen zwischen dem Kinobesitzer Raoul Le Mat, dem Vorsitzenden des schwedischen Fußballverbandes Anton Johansson und dem Bandyspieler Torsten Tegnér, die zusammen beschlossen, eine schwedische Eishockey-Nationalmannschaft ins Leben zu rufen. Da Schweden viele gute Bandyspieler hatte, spielten diese zunächst auch Eishockey und nahmen an den Olympischen Spielen in Antwerpen 1920 teil. Das erste Eishockeyspiel auf schwedischem Boden fand am 30. Januar 1921 zwischen dem IFK Uppsala und dem Berliner SC statt. Überraschenderweise besiegten die Schweden die Berliner im Stockholms Stadion vor 2.000 Zuschauern mit 4:1. Am 17. November 1922 wurde der Svenska Ishockeyförbundet (der schwedische Eishockeyverband) im Büro des Svenska Fotbollförbundet (dem schwedischen Fußballverband) in Skeppsbron in Stockholm gegründet.von Konow, Stora ishockeyboken, Bokförlaget Semic, Sundbyberg 2002, s. 5-6 Im selben Jahr wurde die erste schwedische Eishockeymeisterschaft ausgespielt.SM-finaler och mästare genom tiderna, länk: https://www.swehockey.se/globalassets/svenska-ishockeyforbundet/historik/sm-finalresultat_sedan_1922.pdf Das Finale zwischen IK Göta und Hammarby zog jedoch nur ein paar hundert Zuschauer an, während das Bandyfinale zwischen Sirius und Västerås im selben Jahr 7.000 Zuschauer gesehen hatten. Dieser Vergleich macht deutlich, dass Eishockey zunächst einen schweren Stand hatte und wurde von einigen Zeitgenossen eher als Zeitvertreib neben Bandy gesehen. Die Fürsprecher des Ballspieles betrachteten Bandy als ästhetischen und gar intellektuellen Sport, wohingegen Eishockey als „vulgärer Import“ verachtet wurde. Der Umschwung setzte ein, als in den späten 20er Jahren kanadische Mannschaften wie Victoria HC nach Schweden kamen und Spiele gegen schwedische Auswahlmannschaften bestritten. Obwohl die Kanadier haushoch gewannen, wurden die Spiele vor bis zu 6.000 Zuschauern ausgetragen. Bandy wurde nur im Norden gespielt, und daher waren ähnliche Sportveranstaltungen, wie sie das Eishockey durchführen konnte, unmöglich. mini|IK Göta, der erste Meister (1922) Von 1922 bis 1925 wurde dem Meister keine Trophäe ausgehändigt, seit 1926 erhält der Sieger der Meisterschaft den La Mat-pokal, geschaffen auf Initiative von Le Mat und finanziert mit Mitteln der Filmgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer.Fahlman, Jonas, Alla tiders elitserie, Idrottsförlaget i Västerås AB, Västerås 2008, s. 7 Erster Meister wurde der IK Göta, dessen Mannschaft im Finale Hammarby mit 6:0 besiegte, und der bis 1930 das schwedische Eishockey mit sieben Titeln in neun Jahren dominierte.von Konow, s. 6-7 Bis Mitte der 50er Jahre behielten die Stockholmer Mannschaften die Vorherrschaft, hauptsächlich wechselten sich Hammarby, der AIK und Södertälje mit dem Gewinn des Titels ab. Erwähnenswert bleibt das Jahr 1939, als der Meister nicht ermittelt werden konnte, da es nur eine Kunsteisfläche in Stockholm gab und durch den milden Winter keine natürliche Eisfläche zur Verfügung stand.von Konow, s. 7 1956–1965 wurde die Meisterschaft im Ligaspiel entschieden. 1957 gelang es dann endlich zum ersten Mal einer Mannschaft außerhalb der Hauptstadt Meister zu werden, als die Gävle Godtemplare am vorletzten Spieltag Djurgården vor 18.000 Zuschauern mit 3:2 schlugen.von Konow, s. 11 1958 wechselte der Eishockeythron wieder nach Stockholm und blieb dort bis 1963, denn in diesen sechs Jahren gewann Djurgården alle Meisterschaften und war zu diesem Zeitpunkt, mit einer Serie von 57 unbesiegten Spielen zwischen November 1958 und November 1962, wahrscheinlich eine der besten Mannschaften Europas.von Konow, s. 14–15

Rögle und der „Pollenkönig“ links|mini|Ulf Sterner im Dress von Rögle BK Auch wenn die Kommerzialisierung des schwedischen Eishockeys noch in den Kinderschuhen steckte, so gab es doch erste Anzeichen dafür bereits in den 60er Jahren. Den Anfang machte das kleine Dorf Rögle, gelegen zwischen Ängelholm und Helsingborg in Skåne. Seit 1950 hatte der Verein Rögle BK eine Eishockeyabteilung, aber der Durchbruch kam 1963, als der Unternehmer und Multimillionär Gösta Carlsson (durch sein Pharmaunternehmen auch bekannt als „Pollenkönig“) Millionen Kronen investierte, um eine Eishockeyhalle in Ängelholm zu bauen, und sowohl ausländische als auch schwedische Profis nach Skåne holte, wie z. B. den gestandenen NHL-Spieler Ulf Sterner. Schnell schaffte der Verein den Durchmarsch von der dritten in die höchste Liga und entfachte eine regelrechte Euphorie mit 3.000 Zuschauern pro Spiel. Rögle BK bekam das Etikett, der erste Profiverein Schwedens zu sein, aber viele störten sich daran, dass die Mannschaft durch die Investitionen Carlssons auch Werbung für seine Produkte machte, da das Sponsoring zu dieser Zeit sehr unüblich war. Der Erfolg währte jedoch nur kurz, die für viel Geld geholten Spieler zogen aus ökonomischen Gründen bald weiter und Anfang der 70er Jahre war Rögle wieder in der dritten Liga angelangt. Aber mit dem Ergebnis, dass der Verein nun über eine relativ gute Jugendabteilung verfügte, die den Club auf lange Sicht am Leben halten sollte. Für Gösta Carlsson selbst nahm das Leben eine dramatische Wende, als er im Oktober 1971 öffentlich machte, dass er Kontakt mit Außerirdischen gehabt hatte.

Die Dominanz von Brynäs und Leksand mini|Scandinavium, Ort der Entscheidung 1975 Seit 1966 dominierten Brynäs IF (Gävle) und Leksands IF das schwedische Eishockey vollständig und alle Meisterschaften bis 1975 gingen an eine der beiden Mannschaften. 1966–1968 gewann Brynäs drei Meisterschaften in Folge, aber 1969 war Leksand an der Reihe und konnte trotz einer deftigen 1:6-Niederlage gegen Brynäs durch ein 1:1 im letzten Spiel gegen MoDo den Titel gewinnen, da Brynäs zeitgleich mit 4:6 gegen Frölunda verlor. 1970–1972 dominierte wieder Brynäs und wurde während dieser Zeit mit der unbesiegbaren sowjetischen Nationalmannschaft verglichen. Die Meisterschaft 1972 gewann die Mannschaft aus Gävle nach einem 9:2 gegen Leksand und mit 5 Punkten Vorsprung. Seit 1973 dominierte dann Leksand und gewann alle Meisterschaften bis zur Einführung der Elitserien 1975. Der Titel 1973 entschied sich nach einem 5:4 von Leksand in Gävle und 1974 gewann man die Meisterschaftsrunde mit sechs Punkten Vorsprung. 1975 wurde die Meisterschaft in drei Finalspielen entschieden, in denen Leksand das erste Spiel in Brynäs mit 3:2 gewann und das zweite Spiel in Leksand von Brynäs mit 7:6 gewonnen wurde. Das entscheidende dritte Spiel wurde im Scandinavium (Göteborg) ausgetragen und hier hatte Leksand das Glück auf seiner Seite, denn erst wurde ein Tor von Brynässpieler Karlsson fälschlicherweise aberkannt und im Sudden Death war es dann Roland Eriksson, der Leksand mit seinem Treffer den dritten Titel in Folge bescherte.

Die Geschichte der Elitserien/SHL (seit 1975) Die Einführung der Elitserien mini|160px|Brynäs IF, erster Meister der Elitserien Der Gedanke, eine Liga mit den besten Vereinen zu bilden, kam bereits in den 50er Jahren auf, und Arne Grunander (Djurgården) argumentierte, dass eine solche Liga, die schlechten Vereine aussortieren würde und damit ein Gleichgewicht zwischen den Spitzenvereinen hergestellt werden würde.Backman, Jyri, Ishockeyns amerikanisering. En studie av svensk och finsk elitishockey in Malmö Studies in Sport Sciences nr. 27, Malmö 2018, s. 144, link: http://195.178.227.4/bitstream/handle/2043/24404/2043_24404_Backman.pdf?sequence=2&isAllowed=y

Anfang der 70er Jahre geriet das schwedische Eishockey immer mehr unter Druck. Zum Ersten entwickelte Bruce A. Norris, Besitzer der NHL-Mannschaft Detroit Red Wings, ernsthafte Pläne, eine Profiliga in Europa einzuführen.Fahlman, s. 8-9 Zum Zweiten begannen einheimische Spieler, in die NHL abzuwandern, und zum Dritten hatte die Nationalmannschaft immer mehr Schwierigkeiten, den starken Mannschaften des Ostblocks, vornehmlich der Tschechoslowakei und der Sowjetunion, Paroli zu bieten, da die Spieler dort das Eishockey unter Profibedingungen betreiben konnten. Durch die Einführung einer Spitzenklasse kalkulierte man, dass die schlechtesten Mannschaften aus der Spitzengruppe verschwinden und damit die Unvorhersagbarkeit jedes Spiels steigen würde, was im Ergebnis zu mehr Zuschauerinteresse, d. h. höheren Zuschauereinnahmen führen würde. Mit den steigenden Einnahmen wollte man den Spielern mehr Geld zahlen können, um diese von einem Wechsel in andere Ligen wie z. B. die NHL abzuhalten.Backman, Jyri, I skuggan av NHL. En organisationsstudie av svensk och finsk elitishockey in Rapporter idrottsvetenskap nr. 04/2012, Göteborgs universitet. Institutionen för kost- och idrottsvetenskap, s. 42-44, link: https://gupea.ub.gu.se/bitstream/2077/32679/1/gupea_2077_32679_1.pdf

Im Zusammenhang mit dem letzten Spieltag der Saison 1973/74 erklärte Arne Grunander, Vorsitzender des Liga-Ausschusses, dass eine Veränderung des Ligasystems angedacht war, und nach einer Befragung der Vereine der höchsten Spielklass (Division I) zeigte sich, dass von allen Clubs nur MoDo gegen die Elitserien war. Daher beschloss der Svenska Ishockeyförbundet auf einem außerordentlichen Kongress die Einführung der neuen höchsten Spielklasse.Fahlman, s. 9 In einer Qualifikationsrunde 1974/75 bestehend aus 16 Mannschaften wurden die 10 Teilnehmer der ersten Saison der Elitserien festgelegt. Diese waren: AIK und Djurgårdens IF, Brynäs IF, Färjestad BK (Karlstad), Leksands IF, MoDo (Örnsköldsvik), Skellefteå AIK, Södertälje SK, Timrå IK und Västra Frölunda (Göteborg).Backman, sid. 43 Die Saison war weiterhin unterteilt in eine Vorrunde („Grundserien“) mit 36 Spielen und eine Play-off-Runde, an der die Mannschaften auf den Plätzen 1–4 teilnahmen, wo diese im Modus Bester-aus-Drei in Halbfinals und Finals den Meister ermittelten. Die Mannschaften auf den Plätzen 9 und 10 stiegen direkt in die Division I ab. Am 5. Oktober 1975 fand der erste Spieltag der Elitserien statt.

Der Norden dominiert