mini|Dorfplatz Kuhardt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rülzheim an.
Geographie Lage Kuhardt liegt – unmittelbar bevor das Gelände vom Hochufer in die Rheinniederung abfällt – auf dem Hochgestade im Dreieck Speyer, Landau, Karlsruhe. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Ziegelei und Wasserwerk. Mitten durch die Gemeinde fließt der Rottenbach. Durch den Süden der Gemeindegemarkung verläuft außerdem der Scheidbach.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden von Kuhardt sind die Ortsgemeinden Leimersheim, Neupotz, Rülzheim und Hördt.
Geschichte Die Gemeinde Kuhardt ist erstmals im Jahr 1103 zusammen mit der Gründung des benachbarten Klosters Hördt urkundlich erwähnt. Ein Abtstab im Gemeindewappen erinnert an die Grundherrschaft des Klosters.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Germersheim sowie der Propstei Hördt.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Kuhardt bis 1814 in den Kanton Germersheim und danach bis 1815 in den Kanton Kandel eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen und kehrte in den Kanton Germersheim zurück. Bereits ein Jahr später wechselte Kuhardt wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Germersheim an; aus diesem ging das Bezirksamt Germersheim hervor.
Seit 1939 ist der Ort Bestandteil des Landkreises Germersheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hördt innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Kuhardt 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Rülzheim eingegliedert.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Kuhardt Jahr Einwohner Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. 64 des Anhangs 1802 382 1849 727 1861 594 Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. XXII 1871 671 1905 698 1939 1.084 1950 1.159 Jahr Einwohner 1965 1.396 1970 1.528 1975 1.548 1980 1.549 1985 1.596 1990 1.681 1995 1.737 Jahr Einwohner 2000 1.783 2005 1.917 2010 1.914 2013 1.902 2019 1.857
Religion
mini|hochkant|Friedhofskapelle
Bis zum Bau der Christuskirche in Rülzheim diente die örtliche evangelische Kirche in Bellheim ebenso den Gläubigen in Kuhardt. Im Februar 2015 waren 66,5 Prozent der Einwohner katholisch und 12,7 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.Ewois Stand: 28. Februar 2015
Ab 1. September 2012 bildeten katholischerseits die Pfarreien von Rülzheim, Kuhardt, Hördt und Leimersheim eine Pfarrgemeinschaft. Seit 2016 ist Kuhardt eine Filiale der Pfarrei Hl. Theodard in Rülzheim.
Im Jahr 1871 waren von insgesamt 671 Einwohnern 670 katholisch und eine Person evangelisch.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Kuhardt besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU AktB Gesamt2024 1 9 6 16 Sitze2019 2 8 6 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 3 9 4 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 5 11 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2004 4 12 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2004, Stadt- und Gemeinderatswahlen AktB = Aktive Bürger Kuhardt e. V.
Bürgermeister Christian Schwab (CDU) wurde 2019 Ortsbürgermeister von Kuhardt. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 54,81 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 82,9 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Schwabs Vorgänger waren Roland Eiswirth (CDU, Amtszeit 1994–2019) und Gerhard Geiger (CDU, 1974–1994).
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Katholische Kirche St. Anna
Kulturdenkmäler Zwei Objekte in Kuhardt stehen unter Denkmalschutz, darunter die katholische Kirche St. Anna.
Natur Die Rosskastanien in der Hauptstraße gelten als Naturdenkmal.
Heimatmuseum Das Heimatmuseum enthält unter anderem Ausstellungen von handwerklichen Arbeiten von Otto Sengel.
Vereine Der Handballverein TSV Kuhardt 1920 spielte in der Saison 2008/09 ein Jahr lang in der Oberliga.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft ITK Engineering – damals Ingenieurbüro für technische Kybernetik – hatte von seiner Gründung im Jahr 1994 bis 1999 seinen Sitz in der Gemeinde.
Verkehr Mitten durch Kuhardt verlaufen die Landesstraßen 552 und 553. Die Gemeinde ist über die Buslinien 552 an das Nahverkehrsnetz angeschlossen. In die westliche Richtung führt sie nach Landau in der Pfalz und in die östliche nach Rheinzabern.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1974: August Geiger (1913–1975), Bürgermeister 1952 bis 1974Rainer Baumgärtner: Die Ehrenbürger im Landkreis Germersheim, Hekma-Verlag Maikammer 2018. 1976, 10. Juni: Anton Zieger (1910–1997), Pfarrer 2001: Gerhard Geiger (1941–2012), Bürgermeister von 1974 bis 1994
Mit Kuhardt verbunden Roland Eiswirth, seit 2016 Träger der Freiherr-vom-Stein-Plakette Michael Sommer (* 1968), ehemaliger Fußball-Bundesliga-Spieler des 1. FC Kaiserslautern, wohnt in Kuhardt
Weblinks
Ortsgemeinde Kuhardt auf den Seiten der Verbandsgemeinde Rülzheim
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Germersheim Kategorie:Ersterwähnung 1103 Kategorie:Pfälzische Rheinauen