Die Hoyerswerda-Klasse (NATO-Codename FROSCH-I-Klasse (Landungsschiffe); FROSCH-II-Klasse (Hochseeversorger)) war eine Landungsschiff- und Hochseeversorger-Klasse der Volksmarine der DDR, sie wird derzeit von der Kriegsmarine Indonesiens genutzt.
Die Schiffe der Hoyerswerda-Klasse wurden in den 1970er Jahren als Projekt 108 (Landungsschiff) und Projekt 109 (Hochseeversorger) geplant und von 1974 bis 1980 auf der Peene-Werft in Wolgast (heute Mecklenburg-Vorpommern) gebaut.
Design Landungsschiffe Es wurden insgesamt zwölf Landungsschiffe dieser Klasse gebaut. Sie sollten die veralteten Schiffe der Robbe-Klasse ersetzen. Die Planungen des Warschauer Pakts für einen Ernstfall im Kalten Krieg sahen eine ausgedehnte amphibische Kriegsführung in der Ost- und Nordsee vor, deshalb wurden von den Staaten des Warschauer Pakts Landungsschiffe gebaut. Die NVA der DDR hatte ein Mot.-Schützen-Regiment (MSR-28), das für amphibische Landungsunternehmen ausgebildet war.
Die Schiffe konnten bis zu 280 Soldaten und etwa sieben Panzer tragen. Zum Anlanden wurden die Schiffe möglichst nah an den Strand herangefahren, wo die Fahrzeuge dann entweder über vorverlegte Pontons oder im Falle der Schwimmpanzer vom Typ BMP oder PT-76 durch das Wasser an Land fahren konnten.
Die Schiffe erhielten eine Bewaffnung, mit der die Infanterie unterstützt werden konnte. Bereits geplante Raketenwerfer vom Typ Grad-M (A 215) konnten wegen Lieferschwierigkeiten seitens der UdSSR erst ab Baunummer 108.05 (dem fünften Schiff der Klasse) eingebaut werden.
Hochseeversorger Die Volksmarine benötigte gegen Mitte der 1970er Jahre neue Versorger für ihre größeren Schiffeinheiten. Deshalb wurde der Entwurf für die Landungsschiffe so verändert, dass eine Hochseeversorgung möglich war. Es wurden zwei Schiffe mit einem stabilisierten Kran ausgerüstet und zusätzliche Ladeluken eingebaut. Die restliche Konzeption wurde beibehalten, so dass auch diese Schiffe Landungen durchführen konnten.
Geschichte Die Landungsschiffe wurden 1974 bis 1980 auf der Peene-Werft gebaut und dann der 1. Landungsschiffbrigade in Peenemünde unterstellt. Die Versorger wurden 1980 in die 1. Sicherstellungsschiffsabteilung ebenfalls in Peenemünde übernommen.
Alle Schiffe der Klasse wurden am 1. Oktober 1990 außer Dienst gestellt, auf der Neptun Werft in Rostock demilitarisiert und 1993 an Indonesien verkauft.
Einheiten Projekt-Nr. Kennung Name(Volksmarine) Kennung (Indonesien) Bemerkungen Landungsschiffe 108.01 611 Hoyerswerda 531 Teluk Gilimanuk 108.02 632 Hagenow 532 Teluk Celukan Bawang 108.03 613 Frankfurt/Oder 533 Teluk Cendrawasih 108.04 634 Eberswalde/Finow 534 Teluk Berau 2012 als Zielschiff gesunken 108.05 631 Lübben 535 Teluk Peleng November 2013 gesunken im Hafen 108.06 612 Schwerin 536 Teluk Sibolga 108.07 633 Neubrandenburg 537 Teluk Manado 108.08 614 Cottbus 538 Teluk Hading2024 nach Brand außer Dienst gestellt, am 23. April 2026 bei SINKEX versenkt. 108.09 635 Anklam 539 Teluk Parigi 108.10 636 Schwedt 540 Teluk Lampung 108.11 615 Eisenhüttenstadt 541 Teluk Jakarta Juli 2020 gesunken nach Sturm 108.12 616 Grimmen 542 Teluk Sangkulirang Hochseeversorger 109.01 E171 Nordperd 543 Teluk Cirebon 109.02 E172 Südperd 544 Teluk Sabang
Bilder
Siehe auch Liste der Schiffe der Nationalen Volksarmee
Weblinks
Literatur Hans Mehl, Kurt Schafer: Die Seestreitkräfte der NVA. Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-02406-3.
Einzelnachweise
Kategorie:Militärschiffsklasse (Volksmarine) Kategorie:Militärschiffsklasse (Indonesien) Kategorie:Schiffsklasse für die amphibische Kriegsführung Kategorie:Peene-Werft Kategorie:Hoyerswerda