Lake ist eine 1973 erstmals gegründete deutsch-britische Rockband, die in den 1970er Jahren ihre größten Erfolge verbuchen konnte.
Bandgeschichte
1973 bis 1979
Die Band gründete sich aus der Band Tornados heraus. Gründungsmitglieder waren unter anderem Oreste „Lilio“ Malagia, Fritz „Freddy“ Graack, Martin Tiefensee, Gerd Beliaeff und Geoffrey Peacey. 1973 kam der schottische Bassist und Sänger Ian Cussick hinzu und die Band formierte sich neu unter dem Namen Lake. Nach Ausscheiden von Cussick im Jahr 1974 wurde James Hopkins-Harrison Leadsänger der Band. Mitte der 1970er Jahre formierte sich die klassische Besetzung der Band mit Detlef Petersen (Keyboard), Martin Tiefensee (Bass), Geoffrey Peacey (Keyboard), Alex Conti (Gitarre), Dieter Ahrendt (Schlagzeug) und Sänger James Hopkins-Harrison.
In dieser Konstellation entstanden die drei Alben Lake (1976), Lake II (1978) und Paradise Island (1979), die als Kernwerke der Band gelten. Die Stücke dieser Alben wurden überwiegend von Petersen komponiert und produziert, während James Hopkins-Harrison die Texte beisteuerte. Die drei Alben wurden auf dem Label CBS veröffentlicht.Thomas Weiland: Vier gewinnt. Lake. In: Classic Rock. 6/2026, S. 63–64. Markenkennzeichen der Band waren die Orientierung am West Coast Rock, mehrstimmiger Chorgesang und dichte Harmonien, wie sie damals zum Beispiel von Steely Dan geprägt worden waren. Als bezeichnendes Beispiel sei der Titel Red Lake aus dem Album Lake II genannt, zu dem sogar Carl Wilson von den Beach Boys als Background-Sänger gewonnen werden konnte. Aufgenommen wurde der Titel in den Caribou Ranch Studios von James William Guercio, dem Produzenten von Chicago und Blood, Sweat & Tears, der in den 1970ern zeitweise auch der US-Manager der Band gewesen war.
Neben einer Platzierung in den Billboard Hot 100 erhielten Lake für das Debütalbum Lake im April 1977 den Deutschen Schallplattenpreis. Zu dieser Zeit wurde Lake auch in den USA bekannt und ging 1977 dort auf Tour. Dabei spielte die Band auch auf amerikanischen Festivals, unter anderem mit Neil Young, sowie auf Touren mit Blue Öyster Cult und Black Oak Arkansas. In Europa spielte die Band beispielsweise mit Genesis, Santana, Eric Clapton, Chicago, den Sutherland Brothers und Wishbone Ash.Uli Twelker: Lake: Die Stammbesetzung steht – und brennt!. In: GoodTimes. 3/2026. Ebenfalls trat die Band im Vorprogramm von Lynyrd Skynyrd auf. Zwischen gemeinsamen Konzertterminen kam es zu einem Flugzeugabsturz, bei dem mehrere Mitglieder von Lynyrd Skynyrd ums Leben kamen. Lake entging diesem Absturz, weil die Band kurzfristig einen Radiotermin in Atlanta wahrgenommen hatte. Die gemeinsam geplante Tour, bei der Lake die Konzerte für Lynyrd Skynyrd eröffnen sollte, fand damit nicht statt.
Das zweite Album Lake II wurde in den Rockfield Studios in Wales aufgenommen. Das Album schaffte es auf Platz 27 in den deutschen LP-Charts.
1978, im Jahr des Erscheinens von Lake II, stand die Band beim Picnic at Blackbushe mit rund 250.000 Besuchern als einer der Acts neben Bob Dylan und Eric Clapton auf der Bühne. Während die Band auch andere Auftritte in Großbritannien hatte, verhinderte dort der Aufschwung von Punk und New Wave weitere Erfolge.
Nach dem dritten Album verließen Petersen, Peacey und Tiefensee die Band.
1980 bis 2019
Das vierte Album Ouch!, erschienen 1980, erreichte Platz 46 der deutschen Album-Charts. In den 1980er Jahren gelang es der Band nach vielen Veränderungen der Formation und persönlichen Problemen nicht mehr, an die Erfolge der 1970er Jahre anzuknüpfen. 1988 löste sie sich auf, Leadsänger James Hopkins-Harrison starb 1991 an einer Überdosis Heroin.
2003 feierten Lake in neuer Besetzung ihr Comeback mit einer Deutschlandtour und veröffentlichten das Album The Blast of Silence. Der Mitschnitt eines Auftritts der Gruppe in der Hamburger Fabrik erschien 2006 als DVD. Im Jahre 2007 gaben Lake zehn Konzerte in Deutschland.
In den USA hat sich eine Band gegründet, die auch den Namen Lake trägt. Seitdem die Musiker feststellten, dass es bereits die deutschen Lake gibt, schreiben sie ihren Namen L.A.K.E. (entsprechend den Initialen der Vornamen der Musiker). Ihre vorherigen, in den Jahren 2008 und 2009 in Deutschland veröffentlichten Alben tragen jedoch den alten Schriftzug.
2010 begleiteten Lake die US-Band Lynyrd Skynyrd als Vorgruppe auf deren God & Guns Tour in Deutschland.
2012 erschien das Album Freedom. Aufgrund von rechtlichen Auseinandersetzungen mit dem ehemaligen Sänger Lloyd Anderson musste es jedoch wieder vom Markt genommen werden.
Im Februar 2014 erschien das Album Wings of Freedom (Gesang Ian Cussick), das mit einer vierwöchigen Deutschlandtour promotet wurde.
Am 12. September 2014 erschien das Live-Touralbum von Lake, Live – Wings of Freedom Tour Spring 2014, als Limited Edition. Es ist erst das zweite offizielle Livealbum ihrer Karriere seit 1982 und beinhaltet sowohl die alten Klassiker als auch Titel vom Studioalbum Wings of Freedom.
Im Juli 2019 verkündete der Keyboarder Jens Skwirblies seinen Ausstieg aus der Band zum Ende des Jahres. Im Dezember 2019 fanden dann die letzten Konzerte von Lake statt.
Ab 2020
Bereits 2018 hatte Conti Petersen den Vorschlag eines Neubeginns gemacht, mit möglichst vielen ursprünglichen Mitgliedern. Ab November 2019 nahm die Band im Tonstudio von Petersen ein neues Album auf. Die Besetzung bestand aus Petersen (Keyboard) und Conti (Gitarre) sowie Organist Geoffrey Peacey, Bassist Martin Tiefensee und Sänger Rob Reynolds; als Schlagzeuger war zunächst David Kemper vorgesehen. Ebenfalls kehrte Sänger Ian Cussick zurück, der gemeinsam mit Reynolds Leadsänger ist. Die Schlagzeugaufnahmen entstanden mit Kenny Aronoff. Auf drei Stücken spielte Jan Schnoor Schlagzeug, der ebenfalls als Live-Drummer zur Band stieß.
Damit war bis auf den verstorbenen Hopkins-Harrison und Schlagzeuger Ahrendt die Besetzung aus den 1970er Jahren wieder vereint. Auch stilistisch wurde versucht, mit dem Album wieder stärker an die ersten drei Alben anzuknüpfen.
Das Album Four, produziert und komponiert von Petersen, erschien am 5. Juni 2026. Singleauskopplungen waren Boy On a Mission und Wish I Was A Sailor. Der Stil wird als Yachtrock beschrieben, wobei laut Matthias Halbig in Redaktionsnetzwerk Deutschland und Uli Twelker in GoodTimes die Gitarrensoli und Gesangsharmonien hervorstechen. Ebenfalls beinhaltet das Album mehrere Stücke im Stil von Balladen. Martin Buchenberger bezeichnete das Album im Magazin Classic Rock als gelungenes Comeback.Martin Buchenberger: Lake – Four. In: Classic Rock. 6/2026. Rolling Stone schrieb in einer Rezension, Four mache „den Spagat zwischen nostalgischer Wärme und erstaunlicher Frische. Opas Jukebox, doch nicht nur Seventies-Fans kommen auf ihre Kosten.“ Das Cover wurde in Anlehnung an die früheren Alben mit einem Kreismotiv versehen, das Design stammt erneut von der Grafikdesignerin Paula Scher. Four erreichte nach seinem Erscheinen im Juni 2026 Platz 49 der deutschen Album-Charts, was die erste Chartplatzierung der Gruppe seit über 40 Jahren bedeutete.
Diskografie
Studioalben
1976: Lake 1978: Lake II 1979: Paradise Island 1980: Ouch! 1981: Hot Day 1984: No Time for Heroes 1985: Voices 1986: So What 2005: The Blast of Silence 2012: Freedom (vom Markt genommen) 2014: Wings of Freedom 2015: Wings of Freedom Vinyl-LP (Limited Edition) 2026: Four
Livealben / Kompilationen
1977: Live (Sonderpressung der CBS) 1982: Lake Live … On the Run 1990: Greatest Hits 1997: Definitive Collection 2004: Paradise Way – The Very Best of Lake 2007: Live (DVD) 2014: Live – Wings of Freedom Tour Spring 2014 (Limited Edition)
Singles
1973: King of Rock ’n’ Roll Party / She’s Alright (Polydor-2041 416) 1973: Come Down / We’re Gonna Rock (Polydor-2041 468) 1974: Sailor / Freedom Dreamer (Polydor-2041 557) 1976: On the Run / Time Bomb (CBS 4865) 1977: Jesus Came Down / Chasing Colours (CBS S5557) 1977: Do I Love You / Key to the Rhyme (CBS S 5015) 1977: Lost by the Wayside (live) / See Them Glow (live) / Chasing Colours (live) / Black Friday (live) (CBS L 1977) 1978: Letters of Love / Lost by the Wayside (CBS S 6243) 1978: See Them Glow / Angel in Disguise (CBS S 6688) 1979: Hard Road / One Way Song (CBS S 7284) 1979: Paradise Way / Crystal Eyes (CBS S 7798) 1980: Living for Today / Jamaica High (CBS S 9472) 1980: Living for Today / Jamaica High (CBS 12.9472) 1980: Something Here / Amigo (CBS S 8955) 1980: Celebrate / Come On Home (CBS S 8568) 1981: Sanford and Son / Medley 81er LP (CBS Promo 133) 1981: Sanford and Son / Escape (CBS A 1195) 1981: Band at the Top / Cities on Fire (CBS A 1560) 1984: Dreams in the Night / Instrumental No. 1 (Polydor 821 835) 1985: Alright (Version 1) / Alright (Instrumental) (Polydor 883 330-7) 1985: Alright (Version 1+2+3) (Polydor-883 330-1) 1985: More than a Feeling / Nervous Breakdown (Polydor 883 881-1) 1985: More than a Feeling / Nervous Breakdown (Polydor 883 881-7) 1986: In the Midnight (long version) / In the Midnight / Children of War (Polydor 885 310-1) 1988: In the Midnight / Children of War (Polydor 885 310) 2026: Boy On a Mission 2026: Wish I Was A Sailor
Besetzung
Auszeichnungen 1977: Deutscher Schallplattenpreis (später Echo) 1979: Goldene Schallplatte für Paradise Island 1988: RSH-Gold
Weblinks Website der Band Lake
Lake bei last.fm Interview mit Detlef Petersen (1980)
Belege
Kategorie:Rockband Kategorie:Multinationale Band