Der Landkreis Waldeck-Frankenberg ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () im Regierungsbezirk Kassel. Er liegt im westlichen Nordhessen. Die Kreisstadt ist Korbach.

Waldeck-Frankenberg ist geprägt durch eine Mittelgebirgslandschaft mit großen Wäldern und dem Fluss Eder, der bei Waldeck mit dem Edersee den flächenmäßig zweitgrößten Stausee Deutschlands speist. Mit Quadratkilometern ist er der flächengrößte Landkreis Hessens vor dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Vogelsbergkreis. Die beiden größten Städte sind im Nordkreis Korbach und im Südkreis Frankenberg (Eder).

Geografie Lage Der Landkreis Waldeck-Frankenberg liegt am Übergang des Rheinischen Schiefergebirges ins Hessische Bergland und damit vollständig im Bereich der deutschen Mittelgebirge. Größere Ebenen finden sich im Kreisgebiet nur im Nordosten bei Volkmarsen, in der Kreismitte (Korbacher Hochebene) sowie im oberen (Battenberg und Frankenberg) und unteren (Gemeinde Edertal) Edertal. Die höchste Erhebung ist der 843 m hohe Langenberg im Upland bei Willingen. Daneben sind weitere Mittelgebirge die oberhessischen Anteile am Rothaargebirge bei Battenberg sowie der Burgwald und der Kellerwald.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt, im Südwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an die Kreise Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Höxter (alle in Nordrhein-Westfalen) sowie an die Landkreise Kassel, Schwalm-Eder-Kreis und Marburg-Biedenkopf.

Gewässer Die wichtigsten Flüsse sind die Eder, ein Nebenfluss der Fulda, und die Diemel, welche direkt in die Weser mündet. Daneben gibt es noch die Twiste, einen Nebenfluss der Diemel, die Itter und die Orke. Es gibt keine größeren natürlichen Seen im Kreisgebiet, aber mehrere Talsperren, von denen der Edersee die größte ist. Der Diemelsee und der Twistesee spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Fast das gesamte Kreisgebiet entwässert über die Weser in die Nordsee, lediglich im Südosten fließt die Wohra über Ohm, Lahn und Rhein ebenfalls in die Nordsee.

Wahrzeichen Wahrzeichen des Landkreises ist das Schloss Waldeck. Es steht auf einem Hügel am Nordostufer des Edersees.

Korbacher Spalte Eine geologische Besonderheit ist die Korbacher Spalte, eine 20 Meter tiefe, bis zu 3,50 Meter breite und ca. einen Kilometer lange Erdspalte. Sie ist eine wichtige Fossillagerstätte aus der Permzeit und liegt zwei Kilometer südlich der Korbacher Innenstadt.

Nationalpark Kellerwald-Edersee In Waldeck-Frankenberg existiert seit 2004 mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee einer von 14 deutschen Nationalparks und das einzige Schutzgebiet dieser Art in Hessen. Im Jahr 2011 wurde der Nationalpark zudem UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Die Ziele des Nationalparks sind der Schutz der Natur im Nationalpark, weitere Ziele sind Umweltbildung, Erholung, Forschung und Förderung des Tourismus.

mini|800px|zentriert|Der Edersee bei Niedrigwasser, Blick vom Schloss Waldeck. Die Staumauer in der Bildmitte hinten.

Geschichte Der Landkreis Waldeck-Frankenberg entstand am 1. Januar 1974 im Rahmen der hessischen Gebietsreform. Er wurde gebildet aus dem Landkreis Waldeck im Norden bis auf die Stadt Züschen, die in die Stadt Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis eingegliedert wurde dem gesamten Landkreis Frankenberg im Süden und der Gemeinde Schiffelbach aus dem Landkreis Marburg, die in die Gemeinde Gemünden an der Wohra eingegliedert wurde.

Der größere Landkreis Waldeck entsprach dem Hauptgebiet des Fürstentums Waldeck beziehungsweise dem gleichnamigen Freistaat im Deutschen Reich mit Bad Arolsen als Hauptstadt (bis 1655 die Bergstadt Waldeck). 1929 wurde Waldeck in die preußische Provinz Hessen-Nassau eingegliedert. 1942 wurden die seit 1850 bestehenden drei Kreise Waldecks, Kreis der Eder (Kreisstadt Bad Wildungen), Kreis des Eisenbergs (Kreisstadt Korbach) und Kreis der Twiste (Kreisstadt Bad Arolsen), zum Kreis Waldeck vereinigt, mit Korbach als Kreisstadt. Im Jahre 1972 wurde der Landkreis Waldeck um die Stadt Volkmarsen aus dem aufgelösten Landkreis Wolfhagen vergrößert.

Der Landkreis Frankenberg hingegen gehörte historisch zu Hessen-Kassel, das von 1866 bis 1945 Teil von Preußen (Provinz Hessen-Nassau) war. Ihm wurde 1932 das Amt Battenberg angegliedert, welches bis dahin zusammen mit dem Amt Gladenbach den Kreis Biedenkopf bildete, der bis 1866 zu Hessen-Darmstadt gehört hatte und dann an Preußen gekommen war.

Die Grenze zwischen den beiden Altkreisen stellt auch heute noch eine kleine kulturelle Grenze dar. Die Benrather Linie verläuft annähernd zwischen den beiden Altkreisen und teilt den Kreis in einen niederdeutschen, waldeckischen und einen mitteldeutschen, hessischen Teil. Bei den evangelischen Kirchen ist der Kreis zwischen der Kirche von Kurhessen-Waldeck (Altkreise Waldeck und Frankenberg) und der Kirche von Hessen und Nassau (ehemaliges Amt Battenberg) geteilt. Bei der katholischen Kirche gehören das ehemals Waldecker Gebiet zum Erzbistum Paderborn, der Altkreis Frankenberg und die Kernstadt Volkmarsen zum Bistum Fulda und das ehemalige Amt Battenberg zum Bistum Limburg.

Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungspyramide für den Landkreis Waldeck-Frankenberg (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Kreis Waldeck-Frankenberg, Alter + Geschlecht)

Jahr Einwohner Quelle 1975 153.100 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1976 1980 154.700 1990 157.800 2000 170.568 Hessisches Statistisches Landesamt 2010 162.275 2015 156.427 2021 156.513 2022 159.154 Entwicklung der Einwohnerzahl im Landkreis Waldeck-Frankenberg, statista.com, 8. August 2023

Politik Kreistag Für den Kreistag des Landkreises Waldeck-Frankenberg erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Kreiswahl 2026 in Vergleich gesetzt zu den Ergebnissen früherer Kreistagswahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Kreiswahl 2021Votemanager: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2016, von 2011 und von 2006Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2001 und 1997

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 30,02128,22028,02030,62235,12534,224 20,81525,51831,12234,52436,02639,027 10,5714,4108,2614,3106,045,54 11,0813,81011,3810,0711,6810,98 5,448,466,955,947,356,65 18,3137,0511,38—————— 3,422,722,622,321,71—— 0,61—————————— ————0,6—1,11———— ——————1,412,323,83Gesamt 100 71 100 71 100 71 100 71 100 71 100 71Wahlbeteiligung in %56,652,650,451,150,756,2

Landrat und Kreisausschuss Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Landrat für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Kreisausschusses, dem im Landkreis Waldeck-Frankenberg neben dem Landrat hauptamtlich ein Erster Kreisbeigeordneter und ehrenamtlich zehn weitere Kreisbeigeordnete angehören.Mitglieder des Kreisausschusses Landrat ist seit dem 1. Januar 2022 der parteiunabhängige Jürgen van der Horst, Er setzte sich gegen seinen Amtsvorgänger Reinhard Kubat (SPD), der sich um eine dritte Amtszeit beworben hatte, am 26. September 2021 im ersten Wahlgang bei 70,4 Prozent Wahlbeteiligung mit 51,12 Prozent der Stimmen durch.Votemanager: Landratswahl Landkreis Waldeck-Frankenberg 2021

Amtszeiten der Landräte; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2022–2027 Jürgen van der HorstHessenschau, 27. September 2021: 2010–2021 Reinhard Kubat (SPD)HNA, 31. Dezember 2021: „Gehe mit erhobenem Haupt“: Landrat Kubat über zwölf Jahre im Kreishaus 1998–2009 Helmut Eichenlaub (CDU) 1989–1997 Horst Bökemeier (SPD)

Kreisausschuss Der Kreisausschuss ist als Kollegialorgan die Verwaltungsbehörde des Landkreises. Er besteht aus dem Landrat als Vorsitzenden, dem Ersten Kreisbeigeordneten und weiteren Kreisbeigeordneten. In der Praxis besteht die weit überwiegende Mehrheit des Kreisausschusses aus ehrenamtlichen Mitgliedern. Die Zahl der hauptamtlichen Kreisbeigeordneten darf die der ehrenamtlichen jedenfalls nicht übersteigen.hessenrecht.de: HKO § 36 Zusammensetzung

Der Kreisausschuss besorgt die laufende Verwaltunghessenrecht.de: HKO § 8 Organe und wird von den Kreisbediensteten unterstützt. Diese stellt er ein, befördert und entlässt sie.hessenrecht.de: HKO § 46 Personalangelegenheiten Er trifft die Entscheidungen zu laufenden Verwaltungsangelegenheiten, bereitet gemeinsam mit der Verwaltung die Beschlüsse des Kreistags vor und führt diese aus. Er wirkt mit bei der Ausführung der Gesetze und Verordnungen innerhalb des Kreises, bei der Verwaltung des Vermögens, bei der Erstellung des Haushaltsplanes sowie bei der Überwachung des Kassen- und Rechnungswesens.hessenrecht.de: HKO § 41 Aufgaben des Kreisausschusses Er tagt unter Vorsitz des Landrats in nicht-öffentlichen Sitzungen.hessenrecht.de: HKO § 42 Verfahren des Kreisausschusses in Verbindung mit HGO § 67 Beschlussfassung An den Sitzungen des Kreistags nimmt der Kreisausschuss ohne Stimmrecht teil.hessenrecht.de: HKO § 32 Einberufung, Verfahren in Verbindung mit HGO § 59 Teilnahme des Gemeindevorstands

Die ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten werden vom Kreistag in oder bald nach der konstituierenden Sitzung für die fünfjährige Wahlperiode bis zur nächsten Kommunalwahl in den Kreisausschuss gewählt. Für die Dauer ihrer Wahlzeit werden sie zu Ehrenbeamten ernannt und können zwar zurücktreten, aber im Gegensatz zu hauptamtlichen Kreisausschussmitgliedern nicht abgewählt werden. Die Stärke der im Kreistag vertretenen Fraktionen spiegelt sich grundsätzlich in der Zusammensetzung des ehrenamtlichen Kreisausschusses wider.

Die hauptamtlichen Kreisbeigeordneten werden vom Kreistag auf die Dauer von sechs Jahren als Wahlbeamte gewählt. Hier im Kreis gibt es zwei hauptamtliche Kreisausschussmitglieder: Landrat Jürgen van der Horst Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese (CDU), seit 1. September 2017 im Amt und bis 31. August 2029 wiedergewähltHNA, 20. März 2023: Frese bleibt Erster Kreisbeigeordneter in Waldeck-Frankenberg

Nach dem Geschäftsverteilungsplan des Landrats sind diese beiden als Dezernenten jeweils für einen Teil der Ämter und Fachbereiche der Kreisverwaltung zuständig.

Hoheitszeichen

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg führt ein Dienstsiegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und eine Bannerflagge.

Wirtschaft Der Landkreis gehörte und gehört heute teilweise immer noch zu den traditionell eher strukturschwächeren Gegenden Deutschlands. Speziell die abgelegenen Bergregionen des Uplandes waren bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch von Armut betroffen. Dies drückt sich bis in die Gegenwart durch die verhältnismäßig geringe Bevölkerungsdichte von Einwohnern pro Quadratkilometer aus; nach dem Vogelsbergkreis die zweitniedrigste im Land. Hier ist zu berücksichtigen, dass Waldeck-Frankenberg der mit Abstand flächengrößte Landkreis Hessens ist.