Die Zürgelbäume oder Nesselbäume (Celtis) sind eine Gattung der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Früher wurde die Gattung in die Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae) eingeordnet.

Verbreitung Die Zürgelbäume kommen als sommergrüne Arten in der nördlichen gemäßigten Zone und als immergrüne Arten in den Tropen vor. Verbreitungsschwerpunkt ist Ostasien.

Forschungen lassen vermuten, dass Zürgelbäume auf Timor durch den Menschen eingeführt wurden. Bei Grabungen in der Laili-Höhle fand man Samen nur in Schichten, die aus Zeiten stammen, in der sich auch menschliche Besiedlung nachweisen ließ.Ceri Shipton, Mike W. Morley, Shimona Kealy, Kasih Norman, Clara Boulanger, Stuart Hawkins, Mirani Litster, Caitlin Withnell & Sue O’Connor: A rare find in ancient Timorese mud may rewrite the history of human settlement in Australasia, (2024). Nature Communications | (2024)15:4193.

Beschreibung Celtis-Arten sind laubabwerfende bis halb- oder immergrüne Bäume oder Sträucher, seltener Lianen, und sie bilden manchmal Wurzelschösslinge. Die Borke ist meist grau. Es können Dornen ausgebildet sein.

Die wechselständig und zweizeilig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind gestielt und haben einen gesägten oder ganzen Blattrand. Sie sind an der Basis dreinervig und die Seitennerven verlaufen vor dem Blattrand stets bogig zur Spitze hin und verschmelzen. Nebenblätter sind vorhanden, aber sie fallen schon früh ab.

Celtis-Arten sind, meist funktionell, einhäusig monözisch, polygam-monözisch, seltener andromonözisch oder diözisch. Es werden achselständige, gemischte oder eingeschlechtliche, traubige, rispige oder zymöse bis büschelige Blütenstände gebildet oder die Blüten erscheinen einzeln. Die unscheinbaren Blüten sind, meist funktionell, eingeschlechtig, seltener zwittrig. Die meist fünfzähligen (4–6) Blüten besitzen eine einfache Blütenhülle, die Kronblätter fehlen. Es sind meist fünf, seltener vier oder sechs Staubblätter oder oft Staminodien mit meist Antheroden vorhanden. Der Fruchtknoten oder der oft vorhandene Pistillode sind oberständig. Die zwei federigen Narbenäste sind ganz oder geteilt, ein Griffel fehlt meist oder er ist sehr kurz.

Zürgelbäume bilden kugelige und meist einsamige Steinfrüchte. Bei einigen Arten ist das rote bis schwarze Fruchtfleisch essbar, wenn auch der darin enthaltene Samen sehr groß ist. Diese Früchte wurden spätestens seit dem Epipaläolithikum gesammelt, wie Funde aus der Öküzini-Höhle in der Südwesttürkei beweisen.Danièle Martinoli: Food plant use, temporal changes and site seasonally at Epipalaeolithic Öküzini and Karain B caves, southwest Anatolia, Turkey. In: Paléorient. 30(2), 2004, S. 70, .

Systematik und Verbreitung Die weltweit in den gemäßigten Klimaten vorkommende Gattung umfasst 60 bis 100 Arten, darunter: Celtis adolfi-friderici : Zentral-, Westafrika Europäischer Zürgelbaum, auch Südlicher Zürgelbaum (Celtis australis ) Celtis biondii : Sie kommt in China, Japan, Taiwan und Korea vor. Bunges Zürgelbaum (Celtis bungeana ): China und Korea Celtis caucasica : Kaukasus, Kleinasien, westlicher Himalaya Celtis cerasifera : Sie kommt in China vor. Celtis chekiangensis : Sie kommt in China vor. Celtis jessoensis : Japan, Korea Celtis julianae : Mittelchina Koreanischer Zürgelbaum (Celtis koraiensis ): Korea, Mandschurei, Nordchina Celtis labilis : Mittelchina Glattblättriger Zürgelbaum (Celtis laevigata ): Osten der USA und Nordost-Mexiko Celtis lindheimeri ex (Syn.: Celtis helleri ): Diese Art wächst in Höhenlagen zwischen 100 und 200 m von Texas bis ins nördliche Mexiko. Amerikanischer Zürgelbaum (Celtis occidentalis ): Diese Art wächst in Höhenlagen von 0 bis 1800 m in weiten Teilen Nordamerikas. Diese Art wird wegen ihrer Toleranz gegenüber Trockenheit als Zierpflanze verwendet. Celtis pacifica Celtis pallida (Syn.: Celtis spinosa var. pallida , Momisia pallida ): Sie wächst in Höhenlagen zwischen 1000 und 1300 m in Arizona, Florida, Newmexico, Texas, Mexiko, Zentralamerika, Südamerika (bis ins nördliche Argentinien). Celtis philippensis : Diese Art wächst im Monsunwald in Kalksteingebieten in Höhenlagen von 0 bis 1000 m in den chinesischen Provinzen: Guangdong, Hainan und südlichen Yunnan; in Taiwan, in Indien, Indonesien, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen, Sri Lanka, in Thailand, Vietnam, Afrika, Australien und auf Pazifischen Inseln. Celtis reticulata (Syn.: Celtis brevipes , Celtis douglasii , Celtis laevigata var. reticulata , Celtis occidentalis var. reticulata , Celtis reticulata var. vestita ): Diese Art wächst in Höhenlagen zwischen 300 und 2300 m in den USA und im nördlichen Mexiko. Celtis sinensis : Japan, Korea, Ostchina, Vietnam, Laos und Taiwan. Celtis tenuifolia (Syn.: Celtis georgiana ; Celtis occidentalis var. georgiana , Celtis pumila var. georgiana , Celtis tenuifolia var. georgiana , Celtis tenuifolia var. soperi ): Diese Art wächst in Höhenlagen von 0 bis 500 m in den USA. Celtis tetrandra : Sie kommt in Indien, Nepal, Bhutan, Pakistan, Bangladesch, Thailand, Indonesien, Myanmar, Vietnam, in Taiwan und China. Celtis timorensis : Sie kommt in Indien, Nepal, Bangladesch, Malaysia, Indonesien, Sri Lanka, Myanmar, Thailand, den Philippinen, Vietnam und in China vor. Tourneforts Zürgelbaum (Celtis tournefortii ): Kleinasien, Südosteuropa Celtis vandervoetiana : Sie kommt in China vor.

Ein fossile Art ist: Celtis lacunosa † : Aus dem Miozän Europas

Abbildungen mini|Holz des Zürgelbaums Westlicher Zürgelbaum (Celtis occidentalis):

Europäischer Zürgelbaum (Celtis australis):

Quellen Flávia M. Leme, Yannick M. Staedler, Jürg Schönenberger, Simone P. Teixeira: Floral morphogenesis of Celtis species: implications for breeding system and reduced floral structure. In: Botany. Volume 108, Issue 9, 2021, S. 1595–1611, doi:10.1002/ajb2.1724, online auf researchgate.net. Jürgen Kellermann: Flora of South Australia. 5th Edition, 2016, (PDF), online auf researchgate.net. Liguo Fu, Yiqun Xin, Alan Whittemore: Ulmaceae in der Flora of China: Volume 5, S. 15: Celtis - online. (englisch) Beschreibung der Gattung in der Flora of North America. (englisch)

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Hanfgewächse