Jenisseisk () ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) in der Region Krasnojarsk in Russland, am Ufer des Jenissei. Sie wird aufgrund ihres Alters häufig als der Vater der Sibirischen Städte bezeichnet.
Geschichte Jenisseisk wurde im Jahre 1619 als Militärfestung zur Besiedlung Sibiriens durch Kosaken gegründet, erhielt 1676 das Stadtrecht und wurde einer der wichtigsten Umschlagplätze im frühen Sibirien für Gold und Pelze. In der Umgebung wurden einmal 90 % der russischen Goldfunde gemacht, was die (einst) prächtigen Steinhäuser erklärt. Zudem diente die Stadt eineinhalb Jahrhunderte lang als Tor zu Ostsibirien.
mini|links|Spasso-Preobraschenski-Kloster in Jenisseisk mini|links|Kloster, Aufnahme von Fridtjof Nansen, 1913 Bekanntheit erlangte Jenisseisk auch durch seine Kirchen und Klöster. Kurz nach dem Entstehen der Tobolsk-Sibirischen Diözese im Jahre 1620 begann der Patriarch Filaret Romanow in Jenisseisk Kirchen zu errichten.
Zu den erhaltenen architektonischen Bauwerken der Stadt zählen: Das Spasso-Preobraschenski Kloster (gegründet 1642), die Erscheinungs-Kathedrale (1738–1764), Auferstehungskirche (1735–1747), Dreifaltigkeitskirche (1772–1776), Uspenski-Kirche (1793–1818), das Gebäude des Regionalmuseums von Jenisseisk (1747–1753), das Heimatkundemuseum (1883) und andere.
Jenisseisk diente schon früh auch als Verbannungsort. Unter Stalin wurden Häftlinge zu den nördlicher gelegenen Gulag-Stätten verschifft. Ab 1953 sollte eine Eisenbahnstrecke von Krasnojarsk nach Jenisseisk gebaut werden.ITL UND BAU DER EISENBAHNSTRECKE KRASNOJARSK – JENISSEISK
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1876 6.830 1897 11.506 1939 12.764 1959 17.047 1970 19.880 1979 20.798 1989 22.891 2002 20.394 2010 18.766 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Geographie Der Jenissei führt bei Jenisseisk im Monatsmittel zwischen 3000 m³/s (November 1974) und 18.200 m³/s (Mai 1973) Wasser (zum Vergleich: Rhein an der Mündung im Mittel 2330 m³/s).
Die mittlere Januartemperatur in der Stadt beträgt −22 °C und Julitemperatur +18 °C. Average daily temperature Yeniseisk (Krasnoyarsk kray)
Söhne und Töchter der Stadt
Wladislaus Onufrowicz (1854 oder 1856–1899), polnisch-schweizerischer Arzt Alexei Balandin (1898–1967), Chemiker Irena Krzywicka (1899–1994), polnische Feministin Tadeusz Słobodzianek (* 1955), polnischer Dramatiker, Theaterregisseur, Fernsehregisseur und Theaterkritiker Margarita Starkevičiūtė (* 1956), litauische Politikerin, Europaparlamentsmitglied Adam Michailowitsch Kurak (* 1985), Ringer
Weblinks
Inoffizielle Website (russisch) Jenisseisk auf mojgorod.ru (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Region Krasnojarsk Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1676 Kategorie:Ort am Jenissei