Nogent-le-Rotrou ist eine Kleinstadt und eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Eure-et-Loir im äußersten Nordwesten der Region Centre-Val de Loire. Nogent-le-Rotrou war einst die historische Hauptstadt der Grafschaft Perche.
Lage Nogent-le-Rotrou liegt am Fluss Huisne und seinem Zufluss Rhône im Regionalen Naturpark Perche in einer Höhe von ca. .Nogent-le-Rotrou – Karte mit Höhenangaben Nächstgrößere Städte sind Chartres (ca. 60 km nordöstlich), Le Mans (ca. 65 km südwestlich) und Alençon (ca. 65 km nordwestlich). Das Klima ist in hohem Maße vom Meer beeinflusst und deshalb nahezu frostfrei; Regen (ca. 655 mm/Jahr) fällt verteilt übers ganze Jahr.Nogent-le-Rotrou – Klimatabellen
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2017Einwohner 6514 6983 8415 8765 11.524 9715 Das Bevölkerungswachstum der Kleinstadt im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft, den damit einhergehenden Verlust von Arbeitsplätzen und die daraus resultierende Migration zurückzuführen.
Geschichte Nogent gehörte zum Siedlungsgebiet der gallischen Karnuten. Ausgrabungen haben ergeben, dass der inmitten ausgedehnter Wälder gelegene Platz in gallorömischer Zeit besiedelt war. Im Jahr 955 übergab Theobald I., der Vizegraf von Blois und Tours, den Platz an seinen Vasallen Rotrou, dessen Nachkommen noch weitere 270 Jahre lang die Stadt und deren Umgebung beherrschten. Nach dem Aussterben der Grafenlinie (1227) wurde der gesamte Perche in die Krondomäne überführt.Nogent-le-Rotrou – Geschichte
Wirtschaft und Infrastruktur Nogent-le-Rotrou hatte schon im Mittelalter eine regionale Bedeutung als Markt-, Handwerks- und Handelsplatz. In den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts ist die Arbeitslosigkeit (chômage) jedoch deutlich angestiegen und liegt über dem französischen Durchschnitt.
Verkehr Nogent-le-Rotrou liegt an der Bahnstrecke Paris–Brest und wird im Regionalverkehr mit TER-Zügen bedient.
Sehenswürdigkeiten mini|Château Saint-Jean mini|Église Saint-Laurent mini|Église Saint-Hilaire Der ca. 35 m hohe Kernbau (donjon) des Château Saint-Jean stammt aus der Zeit um 1040; seine Mauern sind bis zu 3,50 m dick. Im 12./13. Jahrhundert entstanden die von einem Wassergraben (fosses) zusätzlich gesicherte Torburg sowie die Fundamente weiterer nicht vollendeter Seitentürme. Aus dem 15./16. Jahrhundert stammt ein angrenzender Wohntrakt. Die Burg ist seit dem Jahr 1948 als Monument historique anerkannt.Nogent-le-Rotrou – Château Sie beherbergt auch ein kleines Stadtmuseum. Das im Stadtzentrum gelegene Hôtel-Dieu geht zurück auf eine Stiftung des ausgehenden 12. Jahrhunderts zugunsten der Versorgung der Jakobspilger. Die Anlage wurde mehrfach umgebaut und ist heute eine weitläufige spätbarocke Anlage mit getrenntem Männer- und Frauentrakt aus dem 18. Jahrhundert. Die im 12./13. Jahrhundert erbaute, ehemals einschiffige, aber im 15. Jahrhundert um zwei Seitenschiffe erweiterte Église Notre-Dame war ehemals die Kapelle des Hôtel-Dieu. Über dem mit Zackenornamenten in spätnormannischer Manier geschmückten Portal befindet sich ein Dreifachfenster in Triumphbogenoptik. Zur Ausstattung der Kirche gehört eine krippenähnliche Figurengruppe mit der Szenerie der Geburt Christi. Die beiden auf einem Kenotaph knienden Marmorfiguren des Herzogs Sully und seiner Frau befinden sich in der an die Apsis angrenzenden achteckigen Grabkapelle. Die Kirche ist seit dem Jahr 1907 als Monument historique anerkannt. Die Kirche Saint-Hilaire ist die älteste und größte Kirche des Ortes; der Ursprungsbau aus dem 11. Jahrhundert wurde jedoch mehrfach verändert. Heutiges Wahrzeichen ist der im 16. Jahrhundert erbaute Glockenturm (clocher); aus derselben Zeit stammt auch das Maßwerk der Kirchenfenster. Das Stuckgewölbe des Kirchenschiffs wurde im 19. Jahrhundert eingezogen. Der Bau ist seit dem Jahr 2003 als Monument historique anerkannt. Die spätgotische Église Saint-Laurent wurde im 14./15. Jahrhundert erbaut. Zur Innenausstattung gehört eine Grablegung Christi aus dem 17. Jahrhundert. Der Kirchenbau ist seit dem Jahr 1927 als Monument historique anerkannt. Die Gebäude der bereits im 13. Jahrhundert existierenden Ancienne abbaye Saint-Denis stehen trotz teilweiser Ergänzungen und Zerstörungen des 18. und 19. Jahrhunderts ebenfalls unter Denkmalschutz. Das imposante Maison du Bailli stammt aus dem Jahr 1542 und dient heute als Schulgebäude. Es ist seit dem Jahr 1926 als Monument historique anerkannt. Das im 16. Jahrhundert erbaute, aber im 18. Jahrhundert teilweise neugestaltete Stadtpalais La Grande Maison steht ebenfalls unter Schutz.
Persönlichkeiten Rémy Belleau (1528–1577), Schriftsteller Louis I. de Bourbon, prince de Condé (1530–1569), Seigneur von Nogent-le-Rotrou Maximilien de Béthune, duc de Sully (1559–1641), Marschall von Frankreich, Marquis von Nogent-le-Rotrou Jules Desnoyers (1800–1887), Historiker und Geologe Gustave Le Bon (1841–1931), Arzt, Psychologe, Anthropologe und Soziologe Paul Tirard (1879–1945), Politiker, Hochkommissar und Präsident der Rheinlandkommission Emmanuelle Baumgartner (1940–2005), Romanistin und Hochschullehrerin Laurent Beauvais (* 1952), Politiker, Regionalrats-Präsident Philippe Cauchefer (* 1956), Cellist Sophie-Véronique Cauchefer-Choplin (* 1959), Organistin und Hochschullehrerin Yvan Lebon (1968–2010), Autorennfahrer Yoann Kowal (* 1987), Leichtathlet
Partnergemeinden (seit 1964) (seit 1980)
Weblinks
Nogent-le-Rotrou – Tourismusseite (franz.)
Einzelnachweise
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