Das 1805 gegründete Universitätsklinikum Tübingen (kurz: UKT) ist das Klinikum der Eberhard Karls Universität Tübingen, gemeinsam mit deren medizinischen Fakultät.
Die Einrichtungen des Universitätsklinikums Tübingen sind überwiegend auf zwei Klinikareale verteilt. Das Gelände der Kliniken Tal befindet sich nördlich des Stadtkerns und ist geprägt durch die seit Mitte des 19. Jahrhunderts außerhalb der Stadtmauern errichteten klassizistischen Klinikbauten. Die ab den 1960er-Jahren entstandenen Gebäude des Klinikums auf dem Gelände der Kliniken Berg befinden sich nordwestlich des Stadtkerns in Halbhöhenlage auf dem Schnarrenberg.
Mit mehr als 420.000 ambulanten und 74.000 stationären Patienten und 1650 Betten gehört das Universitätsklinikum Tübingen zu den größten Kliniken in Deutschland. Die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen, die eng mit dem Universitätsklinikum verbunden ist, zählt mit ihren über 5000 Studierenden und mehr als zwölf angebotenen Studiengängen zu den größten universitären medizinischen Ausbildungsstätten in Deutschland.
Krankenversorgung mini|alternativtext=Luftaufnahme Kliniken Berg|Luftaufnahme Kliniken Berg mini|Blick auf den Haupteingang der Universitäts-Hautklinik Tübingen mini|Haiku-Stein und Kasuga-Laterne aus Japan zu Ehren von Erwin Bälz
Jährlich werden fast 500.000 Patienten in 17 Kliniken mit zahlreichen Spezialisierungen, Fachabteilungen und fachübergreifenden Zentren behandelt. Das Einzugsgebiet reicht vom Ballungsraum Mittlerer Neckar bis an den Bodensee.Unternehmensdaten des Universitätsklinikums Tübingen. Website des Universitätsklinikums Tübingen. Abgerufen am 14. Dezember 2018.
Kliniken Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Universitäts-Augenklinik Universitäts-Frauenklinik Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Universitäts-Hautklinik Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Medizinische Universitätsklinik Universitätsklinik für Neurochirurgie Neurologische Universitätsklinik Universitätsklinik für Orthopädie Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Radiologische Universitätsklinik Universitätsklinik für Radioonkologie Universitätsklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie Universitätsklinik für Urologie Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Zentren Zentrum für Ernährungsmedizin Tübingen – Hohenheim Gefäßzentrum Comprehensive Infectious Disease Center Tübingen Zentrum für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und kraniofaziale Fehlbildungen Rheumazentrum TherapieZentrum Tübingen – Zentrum für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie Zentrum für Neurologie Zentrum für Neurosensorik Behandlungs- und Forschungszentrum für Seltene Erkrankungen Südwestdeutsches Tumorzentrum – Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart (CCC-TS) Mukoviszidose-Zentrum Tübingen-Stuttgart Zentrum für Personalisierte Medizin Interdisziplinäres Zentrum für die Behandlung neuroonkologischer Patienten (IZNO) Zentrum für Psychische Gesundheit Kompetenzzentrum für Essstörungen Tübingen (KOMET) Zentrum für neurovaskuläre Erkrankungen Tübingen Zentrum für Dermatoonkologie (ZDO) Tübinger Zentrum für Schwindel- und Gleichgewichtserkrankungen Zentrum für Vaskuläre Anomalien Zentrum für öffentliches Gesundheitswesen und Versorgungsforschung
Bibliothek Die Medizinbibliothek im Crona-Klinikum ist die zentrale Bibliothek des Universitätsklinikums Tübingen.
Organisation mini|Die Universitäts-Frauenklinik vom Patientengarten aus gesehen mini|Babywaage, 1902, Sammlung Neonatologie, Museum der Universität Tübingen MUT
Seit Januar 1998 ist das UKT eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit Vorstand und Aufsichtsrat. Als größter Arbeitgeber der Region beschäftigt es über 10.000 Voll- und Teilzeitkräfte. Verwaltung, Schulen und Lehranstalten am Klinikum bieten rund 800 Schul- und Ausbildungsplätze in nichtärztlichen Gesundheitsfachberufen an. Am Universitätsklinikum können der Bundesfreiwilligendienst und ein freiwilliges soziales Jahr geleistet werden.Unternehmensdaten des Universitätsklinikums Tübingen. Website des Universitätsklinikums Tübingen. Abgerufen am 14. Dezember 2018.
Schulen und Bildungszentren Schule für Pflegeberufe MTA-Schule für Laborassistenten MTA-Schule für Radiologieassistenten Hebammenschule Logopädenschule Berufsfachschule für Anästhesietechnische Assistenten Berufsfachschule für Operationstechnische Assistenten Akademie für Bildung und Personalentwicklung Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik in Medizin
Forschung und Lehre mini|Die Neue Anatomie des Anatomischen Instituts der Medizinischen Fakultät Tübingen auf dem Schnarrenberg mini|Hertie-Institut für klinische Hirnforschung im Forschungsverfügungsgebäude auf dem Schnarrenberg mini|Trepanierbohrer, Edelstahl, frühes 20. Jahrhundert, Medizinhistorische Instrumentensammlung, Museum der Universität Tübingen MUT
Die Medizinische Fakultät gehört zu den vier Gründungsfakultäten der Eberhard Karls Universität Tübingen. Sie besteht seit 1477. Im Bereich Forschung und Lehre sind an der Fakultät 135 Professorinnen und Professoren und 3002 wissenschaftliche/ärztliche Beschäftigte tätig.
Forschung Heute bilden vor allem die Neurowissenschaften, Onkologie und Immunologie, Infektionsbiologie und Vaskuläre Medizin mit Diabetes-Forschung zu den Forschungsschwerpunkten der Medizinischen Fakultät Tübingen. Verschiedene Forschungszentren, innovative Medizintechnik, Core Facilities, Sonderforschungsbereiche, und weitere interdisziplinäre Forschungseinrichtungen verbinden die Schwerpunkte unterstützend. Die Forschung der Fakultät ist in ein enges nationales und internationales Netzwerk eingebettet. Im Jahr 2024 konnten Drittmittel in höhe von 141,7 Mio. Euro eingeworben werden. In ca. 980 Laboren forschen etwa 1800 Wissenschaftler im medizinischen Bereich.Unternehmensdaten des Universitätsklinikums Tübingen. Website des Universitätsklinikums Tübingen. Abgerufen am 15. Dezember 2018
Die Fakultät ist über eigene Forschungsgruppen und/oder Professuren an allen drei Tübinger Clustern der aktuellen Exzellenzstrategie beteiligt (iFIT, CMFI, Maschinelles Lernen). Von den insgesamt 6 in der zweiten Förderrunde vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgewählten Clusterbewerbungen der Universität Tübingen ist die Fakultät ebenfalls an mehreren Clustern beteiligt. Damit ist die Medizinische Fakultät für den Erhalt des Status der Exzellenzuniversität für die Universität Tübingen von großer Bedeutung.
Zu einer anhaltenden öffentlichen Kontroverse führt die Forschung mit Hilfe von Primaten zu neurologischen Fragen des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung am UKT.
Lehre Über 4900 Studenten sind an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen eingeschrieben. Damit studiert fast jeder fünfte der etwa 28.000 Studierenden der Universität Tübingen an der Medizinischen Fakultät.
Es werden dabei Studiengänge im Bereich der Humanmedizin (Staatsexamen), Zahnmedizin (Staatsexamen), Medizintechnik (Bachelor und Master), Hebammenwissenschaften (Bachelor und Master), Pflege (Bachelor in Kooperation mit der Hochschule Esslingen), Molekulare Medizin (Bachelor und Master), Neurowissenschaften (Master), Population-Based Medicine (Master) und Infektionsbiologie (Master) angeboten. Damit gehört die Medizinische Fakultät Tübingen zu den größten Medizinischen Fakultäten in Deutschland in Bezug auf die angebotenen Studiengänge.
Jährlich schließen mehr als 500 Absolventen ihre akademische Ausbildung an der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen ab.
Die Medizinische Fakultät als Teil der Universität hält darüber hinaus intensive Kontakte zu internationalen Partnern auf der ganzen Welt, mit denen Forschungs- und Studienaustausche realisiert werden. Die Fakultät selbst hat dabei mit über 50 Universitäten weltweit Kooperationsabkommen geschlossen (u. a. die University of Queensland (Australien), die Peking University (China) und die Brown University (USA)).
Mit dem Tübinger Institute for Medical Education (TIME) besitzt die Fakultät ein Institut, das sich komplett dem Themengebiet der Medizinischen Ausbildung widmet. Es vereint dabei bisher getrennte Organisationseinheiten der Medizinischen Ausbildung in einem gemeinsamen Institut. Konkret sind das Ausbildungszentrum DocLab (bietet das Erlernen von praktischen medizinischen Skills anhand von Simulationen, Übungsmöglichkeiten für die Studierenden und direkter Lehre an) und das Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik in der Medizin (bietet eine strukturierte und standardisierte Ausbildung im Bereich der Hochschuldidaktik für alle Lehrenden an) im TIME aufgegangen. Das TIME bietet damit in seinen drei Kernbereichen Teach, Train und Research die Angebote des Kompetenzzentrums („Train“) und des Ausbildungszentrums („Teach“) an und vereint sämtliche Forschung im Bereich der Medizinischen Ausbildung („Research“). Daneben ist das Institut in den Bereichen der Curriculumsentwicklung und der Implementation von Innovationen in der medizinischen Lehre involviert.
Institute Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung Forschungsinstitut für Augenheilkunde Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung Interfakultäres Institut für Biochemie (IFIB) Institut für Klinische Epidemiologie und angewandte Biometrie Institut für Ethik und Geschichte der Medizin Institut für Gesundheitswissenschaften Forschungsinstitut für Frauengesundheit Institut für klinische Anatomie und Zellanalytik Hertie-Institut für klinische Hirnforschung Institut für Medizinische Genetik und angewandte Genomik Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IMIT) Institut für Neuroanatomie und Entwicklungsbiologie Institut für Pathologie und Neuropathologie Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Pharmakogenomik Institut für Physiologie Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie Institut für Klinische und Experimentelle Transfusionsmedizin Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin, Humanparasitologie Institut für Medizinische Virologie und Epidemiologie der Viruskrankheiten Interfakultäres Institut für Zellbiologie (IFIZ) Institut für klinische Chemie und Pathobiochemie Institut für Angewandte Medizininformatik Institut für Translationale Bioinformatik Tübinger Institut für Medical Education (TIME) (Quelle:)
Geschichte
mini|hochkant=1.8|Kliniken Berg (HNO, Crona Kliniken, im Hintergrund Kinderklinik und Medizinische Klinik) mini|hochkant=1.8|Kliniken Tal: Alte Chirurgie (jetzt Frauenklinik), Altbau Psychiatrische Klinik, Alte Augenklinikmini|Crona Kliniken des Universitätsklinikums Tübingen auf dem Schnarrenberg
Johann Heinrich Ferdinand Autenrieth, Professor für Anatomie, Physiologie, Chirurgie und Geburtshilfe, eröffnete das von ihm geleitete Hospital 1805 in der 1479 errichteten „Alten Burse“ mit 15 Betten in 12 Zimmern. Damit trennten sich Chirurgie und Geburtshilfe von der Inneren Medizin. 1839 wurde die Poliklinik, in der die Kranken der Stadt Tübingen behandelt werden, selbständige Abteilung im Hospital. 1846 zogen die Innere Medizin und die Chirurgie in ihr neues Universitätskrankenhaus (Silcherstraße, heute alte Hals-Nasen-Ohrenklinik) um. Die Medizinische Klinik (heute Theologicum) wurde 1879 eröffnet, die alte Frauenklinik entstand 1890 und die Nervenklinik 1895/96. Im Jahr 1909 wurde das Gebäude der Augenklinik erbaut, im Jahr 1912 folgte die Hautklinik, 1927 die alte Kinderklinik und 1935 die alte Chirurgie (heute Frauenklinik).