mini|Pommelsbrunn, Luftaufnahme (2016)

Pommelsbrunn ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.

Geographie Geographische Lage Pommelsbrunn liegt rund fünf Kilometer östlich von Hersbruck im Osten des Landkreises Nürnberger Land. Der östliche Gemeindeteil Hartmannshof grenzt an den Landkreis Amberg-Sulzbach. Durch Pommelsbrunn verläuft die Bundesstraße 14. Das Gemeindegebiet wird von der Pegnitz und ihren Zuflüssen Högenbach und Hirschbach durchflossen.

Das Gemeindegebiet weist eine stark bewegte Topografie auf und liegt auf einer Höhe von 400–650 m ü. NHN. Die Juralandschaft von Pommelsbrunn befindet sich in der naturräumlichen Haupteinheit Fränkische Alb und der Naturraum-Einheit Nördliche Frankenalb.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 22 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Arzlohe, Eschenbach, Hartmannshof, Heldmannsberg, Hohenstadt, Hubmersberg und Pommelsbrunn. Die Gemarkung Pommelsbrunn hat eine Fläche von 6,413 km². Sie ist in 1870 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 3430 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Althaus, Appelsberg und Reckenberg.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Hirschbach, Etzelwang, Weigendorf, Birgland, Alfeld, Happurg, Hersbruck und Vorra.

Geologie Pommelsbrunn befindet sich in der Hersbrucker Alb. Geologisch gehört die Hersbrucker Alb zum Frankenjura. Die zahlreichen Bachtäler haben sich tief in die Hochflächen der Albüberdeckung eingeschnitten. In der charakteristischen Juralandschaft des großräumigen Gemeindegebiets treten die darunter anstehenden geologischen Schichten Weißer Jura (Malm) und Brauner Jura (Dogger) zutage. Diese geologischen Formationen bilden aus der Talperspektive eine typische Schichtstufenlandschaft.

Der Weiße Jura ist die bestimmende geologische Einheit in Pommelsbrunn. Formationen von Mergel-, Kalk- und Dolomitstein prägen das vielfältig gegliederte Hügelland. Auf den Hochflächen der Frankenalb kommt zudem Riffdolomit vor. In dem massigen Dolomitstein treten teils Fossilien auf. Die Täler von Pegnitz, Högenbach, Hirschbach und Gehresbach weisen quartäre Talfüllungen auf und an den Hangbereichen treten Brauner Jura mit Eisensandstein-Formation an die Oberfläche.

Im Umfeld von Heuchlichen und Bürtel sowie südlich und südwestlich von Hegendorf werden die Juraschichten von einem Deckgebirge mesozoischer und jungpaläozoischer Schichten aus der Kreidezeit überlagert. In diesen Bereichen ist geologisch die Danubische Kreide-Gruppe bestimmend.

Klima Pommelsbrunn liegt in der kühl-gemäßigten Klimazone und weist ein humides Klima auf. Die Gemeinde befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima. Nach der Klimaklassifikation von Köppen/Geiger zählt Pommelsbrunn zum gemäßigten Ozeanklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats bei 23 °C und die des kältesten Monats über −1 °C.

Die Niederschlagsmenge beträgt im Jahresmittel 906 mm, wobei ein Übergewicht im Sommer zu verzeichnen ist. Der Juli ist mit 91 mm der niederschlagreichste Monat. Im April fallen mit 59 mm die wenigsten Niederschläge. Über das gesamte Jahr ergibt sich eine mittlere Temperatur von 9,2 °C. Der Juli ist mit durchschnittlich 18,6 °C der wärmste Monat im Jahresverlauf. Im Januar sind die niedrigsten Temperaturen mit durchschnittlich −0,4 °C zu verzeichnen.

Geschichte mini|Blick auf Pommelsbrunn Bis zur Gemeindegründung Als „Paumolsprunne“ wurde der Ort im Salbuch des Klosters Engelthal von 1312 erstmals erwähnt. Paumol leitet sich von Paumold ab und bedeutet Baumwald, Prunne deutet auf Brunnen oder Quelle hin.Hersbrucker Zeitung vom 21./22. April 2012, Lokalteil S. 9: Vom Neandertaler-Zahn bis zur S-Bahn Pommelsbrunn liegt an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag.

Die abgegangene Burg „Altes Haus“ lag über dem Högenbachtal, südöstlich der Burg Lichtenstein; von ihr sind nur noch Wall- und Grabenreste vorhanden.Pommelsbrunn I auf Herrensitze.com (Giersch/Schlunk/von Haller) Die vielleicht schon im 14. Jahrhundert zerstörte Burg gehörte als Lehen samt der Grundherrschaft den Schenken von Reicheneck auf Burg Reicheneck. Nahe der Straße von Pommelsbrunn nach Appelsberg wurden außerdem Grundmauerreste eines möglichen Burghüterguts gefunden, das mit dem seit 1426 urkundlich nachweisbaren „Rabenshof“ identisch sein könnte.Pommelsbrunn II auf Herrensitze.com (Giersch/Schlunk/von Haller)

1349 fiel die Oberherrschaft mit der Burg Lichtenstein und anderen pfälzischen Landstrichen durch Heirat an den böhmischen König und späteren Kaiser Karl IV. Durch einen Gebietstausch Karls mit seinem Schwiegersohn kam Pommelsbrunn 1373 mit weiten Teilen der Oberen Pfalz an den Markgrafen Otto und wurde bayerisch. Im Ersten Markgrafenkrieg (1449–1450) wurde Pommelsbrunn niedergebrannt.

Im Landshuter Erbfolgekrieg (1504) eroberten die Nürnberger ausgedehnte pfälzische Gebiete, der Ort wurde erneut niedergebrannt und fiel an die Reichsstadt Nürnberg. Die Grundherren waren Nürnberger Patrizierfamilien, darunter bis 1942 die Behaim. Im Dreißigjährigen Krieg zog der schwedische König Gustav Adolf mit seinen Truppen durch das Gemeindegebiet.Monatsblatt Hersbruck, Ausgabe Januar 2012, S. 5: Informationen aus der Gemeinde Pommelsbrunn / Pommelsbrunn und seine Geschichte Jahrhundertelang bestand das Dorf Pommelsbrunn nur aus 39 Anwesen. Nach den Napoleonischen Kriegen, der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches und der Zerschlagung der Reichsstände kam Pommelsbrunn 1806 zum Königreich Bayern. Im Jahr 1818 entstand die Gemeinde.

Eingemeindungen Die Gemeinde Pommelsbrunn wurde im Rahmen der Gebietsreform am 1. Januar 1972 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Eschenbach, Hohenstadt (teilweise), Hubmersberg, Arzlohe (teilweise) und Pommelsbrunn gebildet. Hartmannshof kam am 1. Januar 1977 hinzu.

Religionen Die Bevölkerung ist mehrheitlich evangelisch. In Pommelsbrunn, Hartmannshof und in Heldmannsberg gibt es katholische Kirchen, evangelische Kirchen befinden sich in Pommelsbrunn, Eschenbach, Hohenstadt und Hartmannshof.

Einwohnerentwicklung 1840 bis 1987 Die Bevölkerungszahl hat sich in Pommelsbrunn zwischen 1840 und dem Zweiten Weltkrieg nur langsam erhöht. Lebten 1840 noch 2498 Menschen in der Gemeinde, stieg die Einwohnerzahl bis 1950 auf 6249 und war danach bis Ende der 1980er Jahre rückläufig. Jahr184018711900192519391950196119701987Einwohnerzahl249829493429367137206249500847724786 Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Ab 2005 Die Einwohnerentwicklung von Pommelsbrunn war nach der Jahrtausendwende rückläufig. Am 31. Dezember 2011 betrug die Amtliche Einwohnerzahl nach der Volkszählung im Rahmen des Zensus 2011 lediglich 5189. Jahr200520062007200820092010201120122013201420152016Einwohnerzahl540753875339533052905238518951385164515151555239 Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 20 Mitglieder. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl vom 8. März 2026 haben von den 4.354 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Pommelsbrunn 2.794 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 64,2 % lag.

Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl vom 8. Oktober 2023 wurde Armin Haushahn (Freie Wähler) mit 53,9 % der Stimmen gewählt.

Wappen

Gemeindepartnerschaften Mit Mildenau im Erzgebirge besteht eine Gemeindepartnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pommelsbrunn mini|Das Badhaus Das historische Badhaus ist das einzige erhaltene Badhaus Deutschlands im ländlichen Raum. Ein Stiftungsbrief vom 24. September 1486 stellt die erste urkundliche Erwähnung des Gebäudes dar. In diesem übertrug Eberhart von Mistelbeck das Badhaus der Kirche. Es war bis 1867 in Betrieb. Im ehemaligen Badbereich des historischen Gebäudes wurde 2011 ein Museum für mittelalterliche Badekultur eingerichtet.Pommelsbrunner Badhaus

Das Naturkundliche Heimatmuseum befindet sich im ehemaligen Schulhaus der Gemeinde. Die dargestellte Naturkunde umfasst neben Kulturlandschaften, Mineralien auch Höhlen und Fossilien.

Die weit sichtbare evangelisch-lutherische Sankt-Laurentiuskirche prägt das Ortsbild von Pommelsbrunn. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche ist für das Jahr 1393 belegt. Im Jahre 1403 wurde die Pfarrkirche erstmals unter dem Namen St. Lorenz geführt. Bis zum Jahre 1526 fungierte sie als Filialkirche von Happurg. Das Untergeschoss des 43,05 Meter hohen Chorturmes stammt aus dem 14. Jahrhundert und trägt romanische Züge. Größere Umbauarbeiten erfolgten 1693 sowie 1726–31 und bestimmen das heutige Erscheinungsbild des Sakralbaus. Die Stuckarbeiten im Innenraum der barocken Kirche wurden nach Entwürfen von Donato Pollini durch Phillip Jakob Schmutzer ausgeführt. Zahlreiche Gemälde, insbesondere das große Deckengemälde Ausgießung des Heiligen Geistes stammen von Johann Christoph Reich.

Der Felsen Zankelstein – ein 537 Meter hoher Talturm (Geotop) – ragt hoch über dem Ostrand von Pommelsbrunn. Der Pommelsbrunner Haus- und Aussichtsberg ist bis auf die hinteren Zwillingstürme leicht zu besteigen.Geotop: Bastei von Pommelsbrunn (PDF; 167 kB) Auf der Höhe bietet sich ein schöner Panoramablick auf Pommelsbrunn im Högenbachtal und auf das Pegnitztal im Westen sowie die umgebenden Höhen.

Die Burgruine Lichtenstein, eine hochmittelalterliche Adelsburg, liegt weit oberhalb der Ortschaft Pommelsbrunn.

Pommelsbrunn war der Wintersitz der Patrizierfamilie Behaim von Schwarzbach auf Kirchensittenbach. Der letzte männliche Vertreter der Familie ist 1942 in dem Ort verstorben, (siehe auch: Martin Behaim, Martin Behaims Erdapfel).

Eschenbach links|mini|Kupferstich des Schlosses Eschenbach von Johann Adam Delsenbach, 1725 mini|hochkant|Wengleinpark Das Schloss Eschenbach der ehemaligen Patrizierfamilie und Grundherren Ebner von Eschenbach, auch Ebnerschloss genannte, befindet sich im Ortsteil Eschenbach und ist seit etwa 1508 im Familienbesitz. Das Schloss stellt eine ehemalige Wasserburg dar. Ein rechteckiger, dreigeschossiger, massiver Palas mit zeitgleichem Flügelbau aus dem Jahre 1554/55 bildet die architektonische Grundstruktur. Im Jahre 1885 wurde ein Spitzhelmturm hinzugefügt. An der Südseite des Innenhofs befindet sich eine Mauer mit umlaufenden Wehrgang.

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche Sankt Paul zu Eschenbach stellt die Mutterpfarrei von Vorra, Alfalter und Hirschbach dar. Die Pauluskirche wurde durch Bischof Gundekar II. von Eichstätt zwischen 1057 und 1075 geweiht. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde der Chorturm errichtet. Das Langhaus stammt aus dem 14./15. Jahrhundert. Mehrere Umbauten erfolgten in den Jahren 1445 und 1669. Das Langhaus wurde 1760 neugebaut. An das Gotteshaus schließt ein Kirchfriedhof an. Ein Teil der Friedhofsbefestigung stammt aus dem 15. Jahrhundert und besteht aus Kalkstein. In Eschenbach befindet sich das Naturschutzzentrum Wengleinpark. Im Jahre 1922 kaufte der Unternehmer und Naturliebhaber Carl Wenglein historische Hutangerflächen an einem Steilhang bei Eschenbach und entwickelte darauf in den 1930er Jahren eines der ersten deutschen Naturschutzareale zu Bildungs- und Erholungszwecken. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt heute auf einem Hutangerprojekt, das die Pflege des Eschenbacher Kühanger zum Gegenstand hat.

Hartmannshof