Hans Wolf Dietrich Freiherr von Wolzogen (* 5. Juli 1888 in Charlottenburg bei BerlinGeburtsregister Standesamt Charlottenburg, Nr. 1029/1888; † 20. Mai 1954 in Berlin-NikolasseeSterberegister Standesamt Zehlendorf von Berlin, Nr. 1006/1954) war ein deutscher Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent.
Leben Hans Wolf von Wolzogen ist der Sohn des Schriftstellers Ernst Freiherr von Wolzogen (1855–1934), der als Begründer des ersten deutschen Kabaretts auch den Namen „Brettl-Baron“ trug. Das Interesse am literarischen Kabarett übertrug sich auch auf den Sohn. Wolzogen studierte von 1905 bis 1907 an der von Max Reinhardt gegründeten Schauspielschule des Deutschen Theaters. Als Nachfolger des Komponisten Friedrich Hollaender leitete Hans von Wolzogen seit 1920 Max Reinhardts Berliner Kleinkunstbühne Schall und Rauch, wo er ein bedeutender Förderer unter anderem von Joachim Ringelnatz wurde.
Zur selben Zeit begann Wolzogen mit dem Schreiben von Drehbüchern, die von der Berliner Max Landa Film AG verfilmt wurden, bei der er Vorstand an der Seite von Max Landa war.Handelsregister Berlin HRB Nr. 23770 Der Schriftsteller Dr. phil. Bruno Lange löste Max Landa und Hans von Wolzogen als Vorstand der AG im Januar 1923 ab.Eintrag im Berliner Handelsregister am 1. Februar 1923 1922 unternahm er hier auch zwei Regieversuche, danach begleitete er zahlreiche Filmproduktionen als Produktionsleiter, darunter Robert Wienes aufwändigen Christus-Film „I.N.R.I.“ (1923), Hans Richters Experimentalfilm „Inflation“ (1928) und zwei Filme mit Heinrich George: „Die Dame mit der Maske“ (1928) und „Sprengbagger 1010“ (1929).
1933 folgte mit dem Musiklustspiel „Du bist entzückend, Rosemarie“ eine weitere Regiearbeit. Nach der Umstellung auf den Tonfilm arbeitete Wolzogen jedoch hauptsächlich als Produktionsleiter. Nachdem er die Produktionsfirmen zunächst ständig gewechselt hatte, arbeitete er ab 1934 ausschließlich für die von ihm gegründete FDF Fabrikation Deutscher Filme GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 49317 bzw. deren Nachfolgegesellschaft Berlin-Film, wo er unter anderem Werner Hochbaums Marika-Rökk-Film „Leichte Kavallerie“ (1935), Hans Steinhoffs Ibsen-Verfilmung „Ein Volksfeind“, Jürgen von Altens „Der Biberpelz“ (beide 1937), Herbert Maischs Ehedrama „Frau Sylvelin“ (1937/38), Harry Piels Abenteuerfilm „Panik“ (1940–1943) sowie mehrere Filme von Robert A. Stemmle, Georg Jacoby und Nunzio Malasomma produzierte.
Seine beiden letzten Filme produzierte Hans von Wolzogen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit Alfred Braun als Regisseur für die Berliner Skala-Film GmbH.
Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.Hans-von-Wolzogen-Archiv Bestandsübersicht auf den Webseiten der Akademie der Künste in Berlin.
Filmografie (Auswahl)
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 455.
Weblinks
Hans-von-Wolzogen-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Freiherr Hans Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann