Manfred Lichtenfeld (* 5. Juniwww.discogs.com.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 761. 1925 in Kiel; † 19. Januar 1997 in Bad Honnef) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Beim Fernsehpublikum ist er vor allem dank seiner markanten Stimme in Erinnerung geblieben, insbesondere als Grashüpfer Flip in der Zeichentrickserie Die Biene Maja und als nörgelnder Logen-Opa Statler in der Muppet Show von Jim Henson.
Leben Manfred Lichtenfeld wurde 1925 in Kiel geboren. Nach einer Ausbildung an einer privaten Schauspielschule gab er 1942 sein Theaterdebüt. Es folgten Engagements in Schweidnitz, Cottbus, Kiel, Krefeld, Essen und Stuttgart. Mehr als 20 Jahre lang, von 1968 bis 1989, gehörte Lichtenfeld dann zum Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Dort spielte er unter anderem den Herrn Schultz in dem Musical Cabaret und 1968/1969www.gda.bayern.de. den Sancho in Der Mann von La Mancha. 1974 wurde der in Dachau lebende Lichtenfeld zum Kammerschauspieler ernannt. Seit 1978 war er auch als Gastschauspieler im Theater des Westens in Berlin zu sehen. Dort trat er auch häufig in Operetten wie Im weißen Rößl oder als Frosch in Die Fledermaus auf. Für Gastspiele war er auch am Theater an der Wien, an der Volksoper Wien und bei den Schwetzinger Festspielen tätig. Eine seiner weiteren Paraderollen war der Oberst Pickering in dem Musical My Fair Lady. Zuletzt war er im Frühjahr 1996 in Damn Yankees an der Kantstraße zu sehen.
Die Herzen von Millionen großer und kleiner Fernsehzuschauer eroberte Manfred Lichtenfeld mit seiner unverwechselbaren Stimme. Denn wegen seines hohen und leicht brüchigen Organs war er ein gefragter Sprecher. Als solcher gehörte er zur Stammtruppe des Synchronautors und -regisseurs Eberhard Storeck, der ihn in einer Reihe von Zeichentrickserien mit großem Erfolg einsetzte, darunter als Flip in Die Biene Maja und als Gorm („Ich bin entzückt!“) in Wickie und die starken Männer. Daneben war Lichtenfeld zwischen 1975 und 1985 in praktisch allen Anime-TV-Serien zu hören. Die Tatsache, dass die Geschichten dieser Fernsehserien auch als Hörspielkassetten und -schallplatten weite Verbreitung fanden, sicherten ihren Sprechern auch über die eigentlichen Fernsehübertragungen hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad und Wiedererkennungseffekt. In den späten 1970er Jahren übernahm Lichtenfeld zudem den Lokführer Anton in den letzten Folgen der von Ariola produzierten Hörspielreihe Lok 1414 aus der Feder des Kinderbuchautors Friedrich Feld.
Lichtenfelds größte Stunde als Sprecher schlug aber in der ebenfalls von Storeck verdeutschten Puppenserie Die Muppet Show (1977 bis 1981), wo er als Statler nach Herzenslust meckern und sich aus der Loge heraus über die Protagonisten der Show lustig machen durfte. Dabei bildete er mit Walter Reichelt als Waldorf ein exakt eingespieltes Gespann, dem auch das meist zynische Schlusswort nach dem Abspann vorbehalten war – ein festes Ritual der Show, das dank der geschliffenen Sprachgags Storecks und der kongenialen Meckerstimmen Lichtenfelds und Reichelts Kultstatus erlangte. Daneben sprach Lichtenfeld jedoch noch weitere Figuren der Show, darunter den Dr. Goldzahn. Auch in den Muppet-Kinofilmen war Lichtenfeld zu hören, zuletzt 1996 in Muppets – Die Schatzinsel. In den meisten dieser Rollen konnte er auch sein Gesangstalent anbringen.
Als weitere Zeichentrickfiguren sprach Lichtenfeld Asterix in Asterix bei den Briten und den Maikäfer Sumsemann in Peterchens Mondfahrt (1990). Seine Rollen als Herr von Unruh in Die Schöne und das Biest (1991) und als Nikolaus in The Nightmare Before Christmas (1993) boten ihm erneut auch dankbare Gesangparts. Da das Publikum Lichtenfelds Stimme stark mit den oben genannten Figuren verband, wurde er als Synchronsprecher für reale Schauspieler nur vergleichsweise selten eingesetzt. Dann waren es meist Nebenrollen, wie etwa Leopoldo Trieste in Der Name der Rose. Eine seiner wenigen Hauptrollen war Albert Sharpe in Das Geheimnis der verwunschenen Höhle. In kleineren Rollen war Lichtenfeld zudem auch in Fernsehspielen und -serien zu sehen, so etwa 1968 in Chronik der Familie Nägele an der Seite von Willy Reichert und Oscar Heiler.
Manfred Lichtenfeld war evangelisch, ab 1950 verheiratet mit der Opernsängerin Ilse Lichtenfeld, geborener Witlenberg, und hatte ein Kind. Er starb am 19. Januar 1997 im Alter von 71 Jahren in Bad Honnef an einer Krebserkrankung.
Filmografie (Auswahl) Fernsehfilme und -serien 1962: Papiermühle 1964: Die Reise um die Erde 1965: Schwarzer Peter 1966: Zehn Prozent 1968: Chronik der Familie Nägele 1972: Der Ritter von der traurigen Gestalt (zweiteiliger Fernsehfilm) – als Sancho Pansa 1974: Der Tod der Schneevögel 1978: Zwei himmlische Töchter 1982: Ein Fall für zwei – Der Jäger als Hase
Sprecherrollen in TV-Zeichentrick- und -Puppenserien (Synchronjahre) Wickie und die starken Männer (1974 ff.) – Gorm Die Biene Maja (1976 ff.) – Flip, der Grashüpfer Pinocchio (1977/1978) – Delfin Sindbad (1978) – Eseltreiber Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen (1981/1982) – Wichtelmännchen The Muppet Show (1977–1981) – Statler, Dr. Goldzahn, u. a. Ico – Das kleine Wildpferd (1981) – Larquirucho Niklaas, ein Junge aus Flandern (1984) – Herr Hanse Alice im Wunderland (1984–1986) – Weißes Kaninchen Gummibärenbande (1985–1991) – Zummi
Synchronparts in Kinofilmen 1937: Schneewittchen und die sieben Zwerge (Synchron-Version von 1994) – Chef 1939: Mr. Smith geht nach Washington – Charles Lane (Reporter Nosey) 1959: Das Geheimnis der verwunschenen Höhle – Albert Sharpe (Titelrolle des Darby O'Gill) 1979: Muppet Movie – Statler 1981: Die große Muppet-Sause – Statler 1984: Die Muppets erobern Manhattan – Statler 1985: Asterix bei den Briten – Asterix 1990: Peterchens Mondfahrt – Sumsemann 1990: Stirb langsam 2 als Marvin (Tom Bower) 1991: Die Schöne und das Biest – Herr von Unruh 1991: Robin Hood – König der Diebe – Duncan 1992: Die Muppets Weihnachtsgeschichte – Statler (in der Rolle des Robert Marley) 1993: The Nightmare Before Christmas – Erzähler und Nikolaus 1996: Muppets – Die Schatzinsel – Statler
Literatur Lichtenfeld, Manfred. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 761.
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