Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 22. Wiener Gemeindebezirks Donaustadt.

Charakteristische Straßennamen in der Donaustadt Bei der Benennung wurde oft auf lokale Themenbereiche zurückgegriffen. Besonders zahlreich sind die Hinweise auf die napoleonischen Kriege und das Flugfeld.

Folgende Verkehrsflächen sind zur Erinnerung an die Schlacht bei Aspern 1809 benannt: An den alten Schanzen, Asperner Heldenplatz, Benjowskigasse, Bentheimstraße (Floridsdorf), Bienefeldgasse, Dragonerweg, Ehrensteingasse, Erzherzog-Karl-Straße, Faschinggasse, Grenadierweg, Hardegggasse, Husarenweg, Kapellenweg, Kerpengasse (Floridsdorf), Korsenweg, Kürassierweg, Lannesstraße, Laurenz-Barchetti-Gasse, Lenkgasse, Magdeburgstraße, Maurichgasse, Muratweg, Murmanngasse, Musketierweg, Nordmanngasse (Floridsdorf), Oberdorfstraße, Obergfellplatz (Floridsdorf), O’Brien-Gasse (Floridsdorf), Pionierweg, Polletstraße, Portnergasse, Rosenbergstraße, Siegesplatz, Smolagasse, Steigenteschgasse, Ulanenweg, Varnhagengasse, Vernholzgasse, Vorwerkstraße, Wacquantgasse, Wartenslebengasse, Weißenwolffgasse (Floridsdorf), Wiedgasse, Wimpffengasse, Wintzingerodestraße, Zachgasse

Folgende Verkehrsflächen sind zur Erinnerung an den Flughafen Aspern benannt: Alfred-Pischof-Gasse, Billgasse, Cassinonestraße, Fliegerweg, Flugfeldstraße, Franz-Wels-Gasse, Illnerstraße, Leidlweg, Lotsenweg, Mannsbarthgasse, Pilotengasse, Robertsonweg, Warchalowskigasse

Historische Straßennamen – Literatur – Weblinks rechts|210px

A Ada-Lovelace-Straße (Seestadt Aspern), 2012 benannt nach der britischen Mathematikerin Ada Lovelace (1815–1852). Sie war die Tochter Lord Byrons und Mitarbeiterin von Charles Babbage. Ihre schriftlichen Kommentare zur mechanischen Rechenmaschine Analytical Engine enthielten den ersten Algorithmus. Aus diesem Grund wird sie als erste Programmiererin der Welt – noch vor dem ersten männlichen Kollegen – bezeichnet. Adam-Betz-Gasse (Eßling), benannt (Datum unbekannt) nach Adam Betz (1873–1924), Bürgermeister von Eßling (1919–1924). Adele-Worm-Weg (Kagran), 2003 benannt nach Adele Worm (1923–2000), Funktionärin im ÖAAB, Mutter des Journalisten Alfred Worm.Alfred und Adele Worm. In: Wiener Zeitung, 10. Februar 2007, abgerufen am 13. Dezember 2009. Adelheid-Popp-Gasse (Hirschstetten), 2011 benannt nach der Politikerin Adelheid Popp (1869–1939); sie gründete 1902 gemeinsam mit anderen den Verein sozialdemokratischer Frauen und Mädchen. 1918 wurde sie in den Parteivorstand der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei gewählt, im selben Jahr auch in den Wiener Gemeinderat. Ein Jahr später, 1919, wurde sie Abgeordnete zum Nationalrat, wo sie bis 1934 mehrmals wiedergewählt wurde. Sie wurde außerdem Vorsitzende des Internationalen Frauenkomitees (als Nachfolgerin von Clara Zetkin). Der Adelheid-Popp-Park im 17. Bezirk Hernals ist seit 2011 ebenfalls nach ihr benannt. Adonisweg (Eßling), 1954 benannt nach der Pflanzengattung Adonis aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Agnes-Primocic-Gasse (Seestadt Aspern), 2012 benannt nach der Arbeiterin und Lokalpolitikerin Agnes Primocic (1905–2007). Während der Zeit des Austrofaschismus beteiligte sie sich als Mitglied der KPÖ an der Roten Hilfe für in Not geratene Familien politisch Verfolgter. In der NS-Zeit wurde sie mehrmals verhaftet; sie blieb jedoch weiterhin aktiv, unterstützte Widerstandsgruppen und sammelte Geld für die Familien politisch Verfolgter. Nach 1945 war sie Landessekretärin der KPÖ in Salzburg und Stadträtin in Hallein. Afritschgasse (Kagran, Siedlung „Am Freihof“), 1927 benannt nach dem Journalisten und Politiker Anton Afritsch (1873–1924), Sozialdemokrat, Redakteur der steirischen Parteizeitung Arbeiterwille; 1908 gründete er in Graz den Arbeiterverein Kinderfreunde. Siehe auch die Max-Koppe-Gasse im 2. Bezirk Leopoldstadt. Agavenweg (Breitenlee), 1954 benannt nach der Pflanzengattung Agave in der Unterfamilie der Agavengewächse (Agavoideae) innerhalb der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Ahornweg (Stadlau, Siedlung „Fischerwiese“), 1978 benannt nach der Baumgattung Ahorn. Ahornholz wird vor allem als Bau- und Möbelholz genutzt. Der Weg hieß zuvor nicht amtlich Hillerweg. Akeleiweg (Aspern), 1944 benannt nach der Pflanzengattung Akelei aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Akira-Kurosawa-Weg (Kagran), 2023 benannt nach Akira Kurosawa (1910–1998). Er gilt als einer der bedeutendsten Regisseure überhaupt, viele seiner Filme wie etwa Die sieben Samurai oder Ran gelten als Klassiker. 1990 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Der Weg liegt in einem Neubaugebiet in der Nähe des Kirschblütenparks, rund um den japanisch inspirierte Verkehrsflächennamen die Regel sind. Aladar-Pecht-Gasse (Kagran), 1959 benannt nach dem Beamten und Techniker Aladar Pecht (1898–1961), Stadtbaudirektor von Wien (1957–1961), Erfinder der seinerzeitigen „Parkscheibe“ für Kurzparkzonen, die der Stadt Wien die Aufstellung von Parkuhren ersparte. Albatrosgasse (Stadlau), 1957 benannt nach dem Vogel Albatros. Die Albatrosse sind eine Gruppe von großen bis sehr großen Seevögeln, können Flügelspannweiten von über 3,5 m erreichen und übertreffen damit jede andere lebende Vogelart. Alexander-Mell-Gasse (Hirschstetten), 1968 benannt nach dem Beamten und Blindenlehrer Alexander Mell (1850–1931), Leiter der k.k. Blindenerziehungsanstalt (ab 1886). In den Jahren 1896 bis 1898 ließ er das Institutsgebäude in Wien erneuern und 1910 errichtete er ein Ferienheim für Blinde in Waldamt-Prolling (Niederösterreich), wahrscheinlich das erste dieser Art. Während des Ersten Weltkriegs war er in der Kriegsblinden-Fürsorge tätig. Alfred-Grasel-Gasse (Aspern, Oberes Hausfeld), 2022 benannt nach Alfred Grasel (1926–2017), Überlebender der Anstalt Am Spiegelgrund und eines Konzentrationslagers. Er war im späteren Leben Verwalter von Arbeiterwohnungen sowie Hoteldirektor und trat als Zeitzeuge auf. Alfred-Kubin-Platz (Kagran), 1977 benannt nach dem Grafiker, Schriftsteller und Buchillustrator Alfred Kubin (1877–1959); sein Werk wird durch die Darstellung phantastischer Traumvisionen geprägt, die mit einer nervösen zeichnerischen Strichführung dargestellt werden. Alfred-Pischof-Gasse (Eßling), 1995 benannt nach dem Flugzeugkonstrukteur und Luftfahrtpionier Alfred von Pischof (1882–1922), Inhaber des österreichischen Pilotenscheins Nummer 002 (1910); er entwarf und baute ein Eindeckerflugzeug, den sogenannten Pischof-Autoplan (1910). Von 1911 bis 1914 wurde das Flugzeug in den Österreichisch-ungarischen Autoplan Werken in Serie gefertigt. Alfred-Polzer-Weg (Aspern), 2014 benannt nach dem Gärtner Alfred Polzer (1938–2009). Nachdem er beim Ausbringen von Pestiziden einen folgenreichen Unfall erlitten hatte, beschloss Polzer 1972, seine Gärtnerei in der Lobau in einen Biobetrieb umzuwandeln, der zur ersten Bio-Gärtnerei Wiens wurde.Bio-Gärtnerhof Polzer auf members.aon.at/bio-polzer, abgerufen am 4. März 2015. Algenweg (Eßling), 1954 benannt nach der vielgestaltigen Gruppe der Thalluspflanzen Algen; der Name stammt von lateinisch alga (Seetang). Für die Benennung war die Nähe der Donauarme maßgebend. Alois-Eyermann-Weg (Stadlau), nicht amtlich benannt nach Alois Eyermann (Lebensdaten unbekannt), Funktionär eines Siedlervereins. Alte Straße (Süßenbrunn), Benennungsdatum unbekannt; verbliebenes Teilstück der früheren Hauptstraße von Kagran nach Deutsch-Wagram. Der Durchzugsverkehr wurde in den Straßenzug der B 8, die Wagramer Straße und die Süßenbrunner Hauptstraße, verlegt. Am Albert-Schultz-Park (Aspern, Oberes Hausfeld), 2022 benannt nach Albert Schultz (1940–1993), Bezirksvorsteher 1981–1993. Nach ihm war auch die Albert-Schultz-Eishalle benannt. Der projektierte Park liegt im Stadtentwicklungsgebiet Oberes Hausfeld. Am Bahnhof (Stadlau), 1907 benannt nach dem Stadlauer Bahnhof der Ostbahn (erbaut 1870). Am Bergl (Breitenlee), 1993 benannt nach einem historischen Flurnamen. Am Donaupark (Kaisermühlen), 2003 benannt nach dem Donaupark, einer rund 800.000 m² großen Parkanlage, die 1964 gemeinsam mit dem Donauturm anlässlich der Wiener Internationalen Gartenschau (WIG 64) eröffnet wurde. Siehe auch Donauturmstraße. Am Freihof (Kagran), 1909 benannt nach dem Kagraner Freihof, der 1650 erstmals erwähnt wurde. Ein Freihof war im Mittelalter ein Hof innerhalb einer Gemeinde, der einem Adeligen oder Geistlichen gehörte und von den Steuern und anderen bürgerlichen „Beschwerungen“ (Wachdienst usw.) befreit war. Die Straße hieß zuvor Freihofstraße. Am Friedhof (Hirschstetten), 2001 benannt nach dem Friedhof Hirschstetten, der 1872 geweiht und erstmals 1878 belegt wurde. Am Heidjöchl (Aspern, Breitenlee), 1944 benannt nach einem historischen Flurnamen. Am Kaisermühlendamm (Kaisermühlen, Stadlau), 1872 benannt nach den vor der Donauregulierung von Schiffmüllern im Bereich des Kaiserwassers betriebenen Mühlen, den so genannten „Kaisermühlen“, die bereits 1674 urkundlich erwähnt wurden. Der Stadtteil Kaisermühlen bezieht seinen Namen ebenfalls von diesen Mühlen. Am Kaiserwasser (Kaisermühlen), 2007 benannt nach dem Kaiserwasser, einem ehemaligen Hauptarm der unregulierten Donau, von dem der Teil südlich der Wagramer Straße bis heute besteht. Der Teil nördlich der Straße wurde zugeschüttet; hier entstand unter anderem die UNO-City. Am Krautgarten (Hirschstetten), 1909 benannt nach einem historischen Flurnamen. Die Gasse hieß zuvor Parkgasse. Am langen Felde (Kagran), 1909 benannt nach einem alten Flurnamen. Die Straße hieß zuvor Jubiläumsstraße. Am Mühlwasser (Aspern), 1922 benannt nach dem Mühlwasser, einem noch bestehenden alten Donauarm, in dem sich Schiffmühlen befanden. Am Müllnermais (Aspern, Siedlung „Am Müllnermais“), 1922 benannt nach einem historischen Flurnamen. Müllner bezieht sich auf die Betreiber der Schiffmühlen in den Donauarmen, als Mais bezeichnete man ein Gebiet mit frisch gepflanzten Bäumen. Am Ostrom-Park (Seestadt Aspern); 2018 benannt nach dem in der Seestadt Aspern angelegten Elinor-Ostrom-Park, der der US-amerikanischen Politikwissenschaftlerin (1933–2012) gewidmet wurde; sie war eine weltweit angesehene Forscherin im Bereich der Umweltökonomie und setzte sich mit der Frage auseinander, wie Menschen in und mit Ökosystemen nachhaltig interagieren können. 2009 wurde ihr als erster und bisher einziger Frau der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften zuerkannt. Am Rain (Breitenlee), 2001 benannt nach einem alten Flurnamen. „Rain“ ist altes Deutsch für „neben einer Flurgrenze“ und bezeichnet auch den Übergang von einer Feldterrasse zur nächsten. Am Ries (Hirschstetten), 2004 benannt nach der gleichnamigen Kleingartenanlage „Am Ries“. Am Russwasser (Breitenlee), 2007 benannt nach dem im Freytag&Berndt-Stadtplan Rußwasser genannten Teich sowie der gleichnamigen Kleingartenanlage „Am Russwasser“. Der Teich befindet sich westlich der Straße, nordöstlich des Ortskerns von Breitenlee, auf dem Areal des einstigen Verschiebebahnhofs Breitenlee. Dieser wurde im Ersten Weltkrieg unter anderem von russischen Kriegsgefangenen gebaut; das Russwasser könnte nach diesen Russen zu seinem Namen gelangt sein. Am Schierlinggrund (Aspern), 1953 benannt nach einem alten Flurnamen. Der Schierling ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler und eines der giftigsten Doldengewächse; er kommt in den Donauarmen vor. Ambergergasse (Eßling), benannt (Datum unbekannt) nach dem deutschen Maler Christoph Amberger (um 1505–1561/62); er gilt als herausragender Maler der Generation nach Dürer und Burgkmair. Er malte Porträts zahlreicher Augsburger Patrizier und ihrer Ehefrauen. Sein bedeutendstes Werk ist die Hochaltartafel im Augsburger Dom (1554).