Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 19. Wiener Gemeindebezirks Döbling

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1 12.-Februar-Platz (Heiligenstadt), 1985 benannt zur Erinnerung an die Februarkämpfe 1934, die am 12. Februar 1934 begonnen hatten. Gegenüber standen sich in diesen Auseinandersetzungen die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) sowie deren Republikanischer Schutzbund auf der einen Seite und der austrofaschistische Ständestaat sowie dessen Bundesheer und Heimwehr auf der anderen Seite. Das Bundesheer beschoss den zentralen Teil des den Platz einrahmenden Karl-Marx-Hofes.

A Adolf-Raupenstrauch-Gasse (Nußdorf), 1979 benannt nach dem Apotheker und Fabrikant Gustav Adolf Raupenstrauch (1859–1943); als Abteilungsleiter in der chemischen Versuchsanstalt in Wiesbaden entwickelte er das Desinfektionsmittel „Lysol“. Zu dessen Herstellung gründete er 1890 zusammen mit Partnern in Hamburg die Firma „Schülke & Mayr“. Ab 1892 leitete er die Wiener Niederlassung dieser Firma („Schülke & Mayr Nachfolger Dr. Raupenstrauch“). Agnesgasse (Sievering), 1894 benannt nach der Markgräfin Agnes von Waiblingen (1072–1143), Tochter des Kaisers Heinrich IV., Ehefrau des Babenbergers Leopold III. Dieser Ehe entstammen zehn Kinder, darunter Heinrich II. „Jasomirgott“, Leopold IV., Otto von Freising und Konrad II. von Babenberg. Durch Agnes wurde die enge Beziehung zwischen den Staufern und den Babenbergern begründet. Die Gasse hieß ursprünglich Neustiftgasse. Ährengrubenweg (Sievering), 1994 benannt nach einem Flurnamen. Die Ährengrube (auch Ahrengrüben) ist eine Flur östlich der Agnesgasse am Westhang des Hackenberges. Der Name stammt vom mittelhochdeutschen ernde (Ernte) oder vom mittelhochdeutschen eher (Ähre). Hier wurde demnach im Gegensatz zu den umgebenden Weingärten Getreide angebaut. Alfred-Wegener-Gasse (Grinzing), 1933 benannt nach dem deutschen Meteorologen, Polarforscher und Geowissenschaftler Alfred Wegener (1880–1930). Als sein wichtigster Beitrag zur Wissenschaft gilt seine erst postum anerkannte Theorie der Kontinentalverschiebung, die zu einer wesentlichen Grundlage für das heutige Modell der Plattentektonik geworden ist. Zu seinen Lebzeiten war Wegener vor allem für seine Verdienste in der Meteorologie und als Pionier der Polarforschung bekannt. Alois-Mock-Gasse (Heiligenstadt), 2019 benannt nach dem Politiker Alois Mock (1934–2017); er war 1970–1987 und 1995–1999 Abgeordneter zum Nationalrat. Von 1969 bis 1970 war er Bundesminister für Unterricht, Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur und Sport, von 1987 bis 1995 Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten. Mock gilt als „Vater des EU-Beitritts Österreichs“. Am Carré (Heiligenstadt), 2023 benannt. Carré ist die französische Bezeichnung für Quadrat und bezeichnet im Städtebau einen Häuserblock in (überwiegend) geschlossener Bauweise, bei dem die Gebäude um einen Innenhof angeordnet sind; die eingedeutschte Bezeichnung Karree ist hierfür ebenfalls üblich. Am Kahlenberg (Josefsdorf), benannt (Datum unbekannt) nach dem 484 Meter hohen Kahlenberg, dem bekanntesten Aussichtspunkt auf Wien. Bei der zweiten Türkenbelagerung 1683 wurde die Stadt von hier aus vom Entsatzheer befreit, woran die Kirche am Gipfel erinnert. Am Leopoldsberg (Kahlenbergerdorf), benannt (Datum unbekannt) nach dem 425 Meter hohen Leopoldsberg. Er liegt am nördlichsten Punkt des gebirgigen Westrands Wiens steil über der Donau und bildet mit dem 5 km nördlicheren Bisamberg die sogenannte Wiener Pforte des Stromes. Am Neustiftblick (Sievering), 2003 benannt nach einem Flurnamen. Am Weingebirg (Nußdorf), 1974 benannt nach einem alten Flurnamen. Amalgergasse (Heiligenstadt), 1903 benannt nach einem Bauern namens Amalger (Lebensdaten unbekannt), dem angeblich ersten Siedler in diesem Gebiet. An den langen Lüssen (Grinzing), 1908 benannt nach einem Riednamen. Der Name Lüssen stammt vom mittelhochdeutschen luz und bezeichnet einen durch das Los zugefallenen Landteil. Der Losgewinner erhielt dabei das Nutzungsrecht des Landteils für ein Jahr. Die Straße hieß ursprünglich Friedhofstraße und Grinzinger Friedhofstraße. An der Zwerchwiese (Salmannsdorf), 1936 benannt nach einem alten Riednamen. Der Name stammt vom mittelhochdeutschen zwerch, twerch („auf die Seite gerichtet“, „verkehrt“, „schräg quer“) und bedeutet, dass die ehemalige Riede quer zu den übrigen lag. Antelweg (Oberdöbling), 2009 benannt nach dem Filmregisseur, Filmproduzenten und Autor Franz Antel (1913–2007); er war in Österreich und Deutschland ein gefragter Filmemacher für Unterhaltungsfilme, vorwiegend für Heimatfilme und Filme aus der Kaiserzeit Österreichs (die sogenannten „K.-u.-k.-Filme“). Ab Mitte der 1960er Jahre war er einer der ersten Produzenten erotischer Filme. Im Alter wandte er sich ernsteren Themen zu und produzierte den Film „Der Bockerer“ (1981) mit drei Fortsetzungen. Anton-Karas-Platz (Sievering), 1990 benannt nach dem Zitherspieler, Komponist und Gastwirt Anton Karas (1906–1985). Seine erfolgreichste Komposition war das Harry-Lime-Thema (englisch: The Third Man Theme) zu Carol Reeds Film Der dritte Mann. In Wien eröffnete er 1954 in Sievering das Nobelheurigenlokal Zum dritten Mann, das zum „verpflichtenden“ Programmpunkt internationaler Stars und zur internationalen Touristenattraktion wurde. Siehe auch Arlethgasse, Gustav-Pick-Gasse, Hornigweg, Kratzlgasse, Kroneggergasse, Ludwig-Gruber-Weg und Siolygasse. Arbesbachgasse (Oberdöbling), 1904 benannt nach dem heute in diesem Teil als Bachkanal geführten Arbesbach, einem Nebenfluss des Krottenbachs. Arlethgasse (Heiligenstadt), 1972 benannt nach dem Schauspieler und Sänger Emmerich Arleth (1900–1965); er trat ab 1927 als Humorist in Varietés, Kabaretts und Operetten auf. In der Folge arbeitete für den Rundfunk und spielte in mehreren Filmen mit. Ab 1953 war er am Raimundtheater tätig. Bekannt wurde Arleth vor allem als Interpret von Wienerliedern.Emmerich Arleth auf http://austria-lexikon.at/, abgerufen am 14. März 2010 Siehe auch Anton-Karas-Platz, Gustav-Pick-Gasse, Hornigweg, Kratzlgasse, Kroneggergasse, Ludwig-Gruber-Weg und Siolygasse. Armbrustergasse (Heiligenstadt), 1894 benannt nach dem deutschen Dichter und Volksschriftsteller Johann Michael Armbruster (1761–1814); er lebte ab 1786 als Schriftsteller in Konstanz. In seinen Schriften bekämpfte er vor allem die Französische Revolution, worauf er zum Polizeikommissar in Freiburg ernannt wurde. 1801 kam er nach Wien und wurde Zensor (1802) und Hofsekretär (1805). 1814 beging er Selbstmord. Die Straße hieß zuvor Wiener Straße. Seit den 1970er Jahren wurde die Gasse als Wohnadresse des langjährigen Bundeskanzlers Bruno Kreisky bekannt. Aslangasse (Grinzing), 1961 benannt nach dem Schauspieler und Theaterdirektor Raoul Aslan (eigentlich Raoul Maria Eduard Karl Aslan-Zumpart, 1886–1958); er entstammte einer reichen armenischen Familie aus Saloniki und übersiedelte 1896 nach Wien, wo er ab 1920 am Burgtheater spielte. Seine Stärke waren die klassischen Helden- und Charakterrollen. Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 übernahm er ohne höheren Auftrag in Eigeninitiative die Leitung des Burgtheaters, die er bis 1948 innehatte. Aussichtsweg (Heiligenstadt), 1891 benannt, auf Grund der schönen Aussicht auf Wien. Hieß zuvor teilweise Schulweg.

B mini|200px|Eduard von Bauernfeld, Lithographie von Joseph Kriehuber 1845 mini|200px|Johann Friedrich Böttger Baaderwiesenweg (Sievering), 1997 benannt nach einem Flurnamen (Baader Wiese); der Name weist auf den Besitz eines Baders hin. Bachofengasse (Nußdorf), ca. 1886 benannt nach dem Unternehmer Karl Adolf Bachofen von Echt (1830–1922), Besitzer der Nußdorfer Bierbrauerei (ab 1865), Bürgermeister von Nußdorf (1872–1892), Mitglied des Wiener Gemeinderats (1891–1895). Durch sein Vermögen entwickelte er sich zu einem großen Sammler, vor allem von Gemälden von Adalbert Stifter. Er war Mitglied der Numismatischen Gesellschaft und besaß eine große Sammlung von Münzen und Medaillen. Siehe auch Bockkellerstraße und Boschstraße. Barawitzkagasse (Heiligenstadt), 1873 benannt nach dem Fabrikanten Stephan Barawitzka (1807–1891), Gemeinderat in Oberdöbling. Bauernfeldgasse (Oberdöbling), 1904 benannt nach dem Schriftsteller Eduard von Bauernfeld (1802–1890), im Hauptberuf Beamter bei der Lottodirektion. Er gilt als Meister des Konversationsstücks mit Wiener Lokalkolorit und wurde zum Hausdichter des Burgtheaters, in dem seine Stücke bis 1902 ca. 1.100 Aufführungen erlebten. Sein Werk Die Republik der Tiere kritisierte die Verhältnisse in Österreich zu Zeiten Metternichs und ist durchaus mit Animal Farm von George Orwell zu vergleichen. Der Bauernfeldplatz im 9. Bezirk Alsergrund ist ebenfalls nach ihm benannt. Beethovengang (Heiligenstadt), ca. 1864–1869 benannt nach dem deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven, der häufig in Heiligenstadt wohnte und hier seinen Lieblingsspazierweg hatte. Beethoven gilt als der Komponist, der die Musik der Wiener Klassik zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat. Nach ihm ist auch der Beethovenplatz im 1. Bezirk Innere Stadt, die Beethovengasse im 9. Bezirk Alsergrund und die Beethovenstraße im 23. Bezirk Liesing benannt. Bellevuestraße (Sievering), 1894 benannt nach dem ehemaligen Schloss Bellevue, in dem eine Nervenheilanstalt untergebracht war. Es wurde 1946 demoliert, an seiner Stelle errichtete die Gemeinde Wien 1963 ein Ausflugsrestaurant, das 1982 abgebrochen wurde.Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00742-9, S. 315 Die Straße hieß vorher Himmelstraße. Bernatzikgasse (Heiligenstadt), 1957 benannt nach dem Ethnologen Hugo Bernatzik (1897–1953), Professor an der Universität Graz (ab 1939). Er unternahm zahlreiche Forschungsreisen und brachte umfangreiche völkerkundliche Sammlungen nach Wien. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Straße Gruppe B (Diskussionsbedarf) zugeordnet. Biedergasse (Oberdöbling), 1876 benannt nach dem Zementhändler Eduard Bieder (1820–1883), Gemeindevorsteher von Oberdöbling. Billergasse (Kahlenbergerdorf), 1895 benannt nach Johann Baptist Freiherr von Biller († 1793), Hofkommissionsrat, Wohltäter im Kahlenbergerdorf. Zur Wigandgasse setzt sie sich in der Billerstiege fort. Billrothstraße (Oberdöbling, Unterdöbling), 1894 benannt nach dem Chirurgen Theodor Billroth (1829–1894); er war einer der bedeutendsten Chirurgen des 19. Jahrhunderts und wird allgemein als der Begründer der modernen Bauchchirurgie und Pionier der Kehlkopfchirurgie angesehen. Die Straße hieß ursprünglich (1796) An der Stiege und In den Sätzen und dann bis 1894 Hirschengasse und Grinzinger Straße. Siehe auch Rudolfinergasse. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Straße Gruppe C (demokratiepolitisch relevante biographische Lücken) zugeordnet. Blaasstraße (Oberdöbling), 1895 benannt nach dem Historienmaler Karl von Blaas (1815–1894), Professor in Venedig (1856–1866), Professor für Historienmalerei an der Wiener Akademie (1851–1856 und 1866–1882). Er wird der Stilrichtung der Nazarener zugerechnet. Blaas malte u. a. die Fresken in der Altlerchenfelder Pfarrkirche, das Hochaltarbild für die Pfarrkirche St. Johann Evangelist am Keplerplatz sowie die Ausschmückung der Ruhmeshalle im Heeresgeschichtlichen Museum. Blanche-Aubry-Weg (Sievering), 1998 benannt nach der Schweizer Schauspielerin Blanche Aubry (1921–1986); sie kam von Basel nach Wien und spielte zunächst am Theater in der Josefstadt und dann von 1959 bis 1986 am Burgtheater sowie bei den Salzburger Festspielen. Bloschgasse (Kahlenbergerdorf), 1895 benannt nach dem Geistlichen Georg Dunstan Blosch (1834–1892), Pfarrer des Kahlenbergerdorfs (1872–1892).