Basketball ist eine meist in der Halle betriebene Ballsportart, bei der zwei Mannschaften versuchen, den Ball in den jeweils gegnerischen Korb zu werfen. Die Körbe sind in 3,05 Meter Höhe an den beiden Schmalseiten des rechteckigen Spielfelds angebracht. Eine Mannschaft besteht in der Regel aus fünf Feldspielern (wobei es auch andere Variationen wie die zunehmend populäre 3-gegen-3-Variante gibt) und bis zu sieben Auswechselspielern, die beliebig oft wechseln können. Jeder Treffer in den Korb aus dem Spiel heraus zählt je nach Entfernung zwei oder drei Punkte. Ein getroffener Freiwurf zählt einen Punkt. Es gewinnt die Mannschaft mit der höheren Punktzahl.

Basketball wurde im Jahr 1891 vom kanadischen Arzt und Pädagogen James Naismith als Hallensport ursprünglich für YMCA-Studenten erfunden und erfuhr über den YMCA schnell weltweite Verbreitung. Seit 1936 ist die Sportart für Männer, seit 1976 auch für Frauen olympisch. Heute hat der Basketballsport global, insbesondere in den Vereinigten Staaten, China, den Philippinen, Litauen und Südeuropa einen hohen Stellenwert und ist auch in einigen weiteren Ländern wie z. B. Kanada, Australien, und Teilen Lateinamerikas sowie Mittel- und Osteuropas populär. Die weltweit umsatzstärkste Liga ist die nordamerikanische NBA. Alle vier Jahre findet in einem jeweils anderen Land eine Basketball-Weltmeisterschaft statt, die vom Weltbasketballverband FIBA veranstaltet wird.

Laut FIBA spielen etwa 450 Millionen Menschen weltweit Basketball. Die erfolgreichsten Athleten zählen international zu den höchstbezahlten Profisportlern. Aufgrund der nordamerikanischen Prägung sind im Basketball viele Begriffe englisch.

Geschichte Die Erfindung des Basketballspiels mini|James Naismith (rechts außen) als Trainer der Mannschaft der Universität von Kansas, 1899

Ein dem Basketball ähnliches Spiel wird in einem in Frankfurt am Main erschienenen Werk "Wahrhafftige Abconterfaytung der Wilden" von 1591 erwähnt und wurde jahrhundertelang in Nordamerika praktiziert, wo es zum Vorbild für James A. Naismith wurde.(se) Nordisk Familjeboks Sportlexikon, Teil 4, korgboll, S. 939-940, Verlag: Förlagsaktiebolaget A. Sohlman & Co, Stockholm, 1938 (via Projekt Runeberg (runeberg.org)).Theodor de Bry, Jacques Le Moyne de Morgues, Wahrhafftige Abconterfaytung der Wilden", Verlag J. Feyerabend & J. Wechel, 1591. Seite 85, Illustration und Beschreibung der Übung Zitat: Darnach spielen sie auch mit dem Ballen auf nachfolgende weise: Mitten auf einem weiten Platz wirdt ihnen ein Baum auffgerichtet / acht oder neun Ehlen hoch / darauff ist etwas viereckichtes / aus Binzen geflochten / geleget / welcher sich nun brauchet / und dasselbige mit dem Ballen trifft / der bekompt etwas sonderlichs zu Lohn. Basketball zählt zu den wenigen Sportarten, die von einer Einzelperson erfunden wurden. Der kanadische Arzt und Pädagoge James Naismith entwickelte das Ballspiel im Jahr 1891 in Springfield (Massachusetts) als Hallensport für seine Studenten. Naismith hatte erkannt, dass die Kampfbetontheit in anderen Ballsportarten daher kommt, dass sich das ganze Geschehen in derselben Ebene abspielt (so z. B. im American Football). Er suchte eine weniger kämpferische Sportart mit einem geringen Verletzungsrisiko, um die 18 Studenten der Klasse im Winter abzulenken. Deshalb verlagerte er die Körbe (engl. ) in eine andere Ebene, 1½ Meter über den Spielern. Der Hausmeister Pop Stabbins befestigte damals Pfirsichkörbe an den 10 Fuß hohen Balkonen (Emporen) der YMCA Training School in Springfield. Die damals mehr zufällig bestimmte Aufhängehöhe entspricht 3,05 Metern und ist bis heute international gültig. Die Bälle wurden mittels eines Stocks herausgeholt; erst 1906 wurde das heute noch übliche unten offene Netz eingeführt. Um zu verhindern, dass Zuschauer von der Galerie aus Korbwürfe beeinflussen konnten, wurde hinter jedem Korb ein Brett montiert.

Die Schulsekretärin Lyons half Naismith bei der Erstellung der 13 Grundregeln, die am 15. Januar 1892 in der Schulzeitung des Springfield College veröffentlicht wurden und bis heute fast unverändert geblieben sind. Das erste offizielle Basketballspiel fand am 20. Januar 1892 in Springfield statt. In den beiden Spielhälften, mit einer Halbzeitpause von fünf Minuten, wurde meist nur ein einziger Treffer erzielt. Trotz dieser niedrigen Trefferquote setzte sich Basketball in den Vereinigten Staaten durch.

Bereits im folgenden Jahr wurde Frauen-Basketball am Smith College eingeführt. Senda Berenson Abbott hat den Frauen-Basketball zu dieser Zeit sehr geprägt, indem sie die von James Naismith entwickelten Grundregeln veränderte und den Frauen anpasste..From Berenson to Bolton, women's hoops has been rising for 100 years; history of women's basketball Am 22. März 1893 fand das erste Basketballspiel der Frauen am Smith College statt. Senda Berenson veröffentlichte daraufhin ein auf Frauen-Basketball spezialisiertes Magazin.

Entstehung der ersten Mannschaften mini|links|Die Buffalo Germans, Gewinner der Panamerikanischen Meisterschaften im Jahr 1903 In den darauffolgenden Jahren wurde zunächst mit Paneel-Bällen, die heutigen Volleybällen ähnelten, gespielt. Da damals noch die Regel galt, dass ein außerhalb des Spielfeldes gelandeter Ball in den Besitz desjenigen Teams gelangt, das ihn zuerst erreicht, sprangen die Spieler oft ohne Rücksicht auf die Zuschauer in die Ränge. Damit der Ball gar nicht erst ins Aus gelangen konnte, ging man dazu über, das Basketballfeld mit einem Käfig aus Hühnerdraht zu umzäunen. Diese „Basketball-Käfige“ gaben der Sportart ihren Spitznamen „“ ( für Käfigspiel). Wie unangenehm das Spielen in den Käfigen war, beschrieb Barney Sedran, ein Spieler der New York Whirlwinds: „Die meisten von uns hatten ständig Schnittwunden, und der Court war mit Blut bedeckt.“Zitat von Barney Sedran in: John Hareas: 100 Jahre Basketball. Bielefeld 2005, S. 19 unter dem Punkt Die Käfige.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildeten sich erste berühmte Mannschaften, die später in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen wurden. Die Buffalo Germans zählten zu den stärksten Mannschaften am YMCA. Im Jahr 1904 demonstrierten die Germans Basketball in Exhibition Games bei den III. Olympischen Spielen in St. Louis. Es ist zweifelhaft, ob Basketball überhaupt ein offizieller olympischer Wettkampf war, immerhin traten bei den über mehrere Monate laufenden Olympischen Spielen am Rande der Weltausstellung keine Nationalmannschaften an, dies sollte erst 1936 in Berlin geschehen. Neben den Germans waren ab der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts die Original Celtics eine der einflussreichsten Mannschaften. In den 1920er Jahren wurden die Celtics durch andere Mannschaften wie die New York Renaissance oder die Cleveland Rosenblums ergänzt. Im Jahr 1925 wurde die American Basketball League (kurz: ABL) gegründet, die in manchen Bereichen das Basketballspiel veränderte. Der Hühner- bzw. Metalldraht wurde abgeschafft und durch Seile ersetzt. Des Weiteren wurde das Rückbrett (engl. ) hinter den Körben offiziell eingeführt.

College-Basketball mini|hochkant|Kent Benson, Basketballspieler der Indiana University Bloomington beim Hakenwurf (engl. hook shot) Schon bald nach der Erfindung des Basketballs im Jahr 1891 konnte sich diese Sportart an Colleges und Universitäten in den Vereinigten Staaten durchsetzen. Das erste Basketballspiel zwischen zwei College-Mannschaften fand am 8. April 1893 in Beaver Falls in Pennsylvania statt. Das Geneva College konnte an diesem Tag gegen den New Brighton YMCA gewinnen.: nachzulesen unter der Überschrift „Basketball History Impact“. Die ersten Basketballspiele wurden zunächst mit sieben oder neun Spielern je Mannschaft ausgetragen. Am 18. Januar 1896 fand das erste Spiel mit dem aktuellen Spielsystem von fünf Spielern in Iowa City statt, die University of Chicago gewann dieses Spiel mit 15–12 Punkten gegen die University of Iowa.

In den nächsten Jahren wurde der College-Basketball innerhalb der Vereinigten Staaten immer populärer. Die anerkanntesten Universitäten (so z. B. die Columbia University) und Colleges sponserten und unterstützten ihre Mannschaften. Aufgrund der zahlreichen College-Mannschaften wurde im Jahr 1906 der Hochschulsportverband National Collegiate Athletic Association (kurz: NCAA) in Chicago gegründet. Nach dem Wegzug des Amateur-Athletic-Union-Turniers nach Denver gründete Naismith deswegen 1937 mit Emil Liston und anderen Bürgern der Schwesterstädte am Missouri den Vorläufer des NAIA-Turniers der National Association of Intercollegiate Athletics in Kansas City, Missouri. Seit Beginn der 1930er Jahre war College-Basketball ein lukrativer Dauerbrenner im Madison Square Garden in New York, und so entstand 1938 das National Invitation Tournament (NIT), das dortselbst ausgetragen wurde und das bis in die 1970er Jahre das wichtigste College-Einladungsturnier bleiben sollte. Das erste NCAA-Division-I-Basketball-Championship-Turnier der Männer wurde erst 1939 vor 5500 Zuschauern in Evanston (Illinois) ausgetragen. Die University of Oregon besiegte im Finale die gegnerische Mannschaft der Ohio State University mit 46–33.

Eines der denkwürdigsten College-Basketballspiele, das Secret Game, fand am 12. März 1944, an einem Sonntagvormittag, zwischen dem weißen Team der militärmedizinischen Fakultät der Duke University und dem schwarzen Team der North Carolina Central University (NCCU), damals noch North Carolina College for Negroes (NCC), in Durham (North Carolina) statt. Erst am 31. März 1996 wurde dieses Spiel einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als Scott Ellsworth, ein Historiker und Duke-Absolvent, einen Artikel in der New York Times veröffentlichte, in dem er u. a. anmerkte, das Spiel sei „symbolisch dafür, wie Widerstand gegen die Jim-Crow-Gesetze außerhalb der traditionellen Bürgerrechtsbewegung aufgetreten ist (has become symbolic of how resistance to Jim Crow occurred outside the traditional civil rights movement)“.. Link zum Original-Artikel: JIM CROW LOSES; The Secret Game Im Jahre 2015 brachte er die Geschichte dieses Spiels unter dem Titel The Secret Game. A Wartime Story of Courage, Change, and Basketball’s Lost Triumph als Buch heraus.

Der College-Basketball verlor in den Jahren 1948 bis 1951 stark an Glaubwürdigkeit und Popularität. Dies lag vor allem an zahlreichen Skandalen und Regelverletzungen. Am schwersten wog der sogenannte Point-shaving-Skandal, in den die Spieler zahlreicher Mannschaften verwickelt waren, die im Madison Square Garden gespielt hatten. Die Spieler hatten Bestechungsgelder angenommen, um die Punkteverteilung, auf die gewettet wurde, den Wetten entsprechend zu manipulieren. Zu den Hochschulen gehörten unter anderen das Manhattan College, das City College, die Bradley University und die University of Kentucky. Insgesamt 32 Personen wurden verurteilt und alle Spieler auf Lebenszeit gesperrt. Nicht einmal zehn Jahre später gab es einen Match-fixing-Skandal, in den zwanzig Colleges verwickelt waren. 1981 gab Henry Hill, die Vorlage für den Mafia-Film GoodFellas und Beteiligter am Lufthansa-Raub im Dezember 1978, zu, in den 1970ern Spieler des Boston College dafür bezahlt zu haben, die Punkteabstände der Ergebnisse zahlreicher Spiele zu manipulieren. Der nächste Point-shaving-Skandal, in den sogar Coaches verwickelt gewesen sein sollen, ereignete sich nur kurz danach an der Tulane University. Drei Studenten wurden zu Haftstrafen verurteilt und der Universitätspräsident löste die Basketballmannschaft auf – für drei Jahre.Howard P. Chudacoff: Changing The Playbook. How Power, Profit, and Politics Transformed College Sports. Urbana, Chicago, and Springfield, 2015: University of Illinois Press. ISBN 978-0-252-08132-3 (Seiten 12f und 110f, in Englisch).