µTorrent (uTorrent) ist ein Filesharingprogramm für das BitTorrent-Protokoll für die Betriebssysteme Microsoft Windows, Linux, Mac OS X und Android. Das Programm ist Freeware und auf geringe CPU- und RAM-Belastung (üblicherweise < 12 MB) ausgelegt. Es ist kleiner als 1,7 MB (Version 3.4.2 für Windows) und in C++ geschrieben. Mit Stand Dezember 2009 nutzten monatlich etwa 52 Millionen Nutzer den Client.
Aussprache Da es von offizieller Seite keine klare Angabe gibt, wie das „µ“ in µTorrent ausgesprochen wird, gibt es mehrere Varianten. Manche Nutzer nennen das Programm „MikroTorrent“, wobei bei dieser Möglichkeit ein Zusammenhang zwischen dem „µ“ als Kurzzeichen für das Präfix „Mikro“ im Internationalen Einheitensystem und der geringen Dateigröße des Programms hergestellt wird. Eine weitere Möglichkeit ist „MjuTorrent“, was direkt auf die englische Aussprache des zwölften Buchstaben des griechischen Alphabets zurückgeht. Parallel dazu wird das „µ“ in µTorrent im deutschsprachigen Raum altgriechisch [], oder nach dem Neugriechischen [] ausgesprochen („MüTorrent“ bzw. „MiTorrent“). Oft wird es aber als „uTorrent“ ausgesprochen, weil der Installationsordner unter Windows so heißt.
Funktionen Konfigurierbare Oberfläche (angelehnt an Vuze) Verteilte Hashtabelle (DHT), kompatibel zur Mainline Queue-Liste und mehrere Downloads gleichzeitig Erstellung von .torrent-Dateien Geringe CPU-Belastung Geringer Arbeitsspeicherverbrauch Super-Seeding (Seed-Funktion, bei der alle Teile einer Datei eines Seeders nur einmal an einen anderen Peer verschickt werden. Andere Peers, die zu diesem Zeitpunkt nur leechen, müssen die bereits vom Seeder verschickten Teile von Ersterem bzw. weiteren Peers erhalten. Das Feature wird vor allem dann eingesetzt, wenn neue Dateien möglichst bandbreitenschonend verbreitet werden sollen, um die Zahl der Seeder zu erhöhen, die die gesamte Datei anbieten.) Integrierter Feedreader zum Verfolgen von Tracker-Seiten Unterstützt wie Vuze und BitComet die Protokoll-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit RC4 Quellenaustausch (mit anderen µTorrent-Clients) Umgehen der Windows-XP-Firewall Automatisches Herunterfahren des PCs nach Beendigung der Downloads (Ruhezustand, Stand-by, Windows beenden) Webinterface, mit dem man µTorrent mithilfe eines Browsers steuern kann Unterstützung von NAT-PMP Local Peer Discovery (Finden von Gegenstellen im lokalen Netzwerk) Unterstützung von IPv6
Der Entwickler Ludvig Strigeus arbeitet seit März 2006 mit PeerFactor, einer ehemaligen Tochterfirma der Anti-P2P-Organisation RetSpan, zusammen an der Entwicklung eines BT-Clients. Strigeus erklärte, dass das keine Auswirkung auf µTorrent habe und er zwar von einer Anti-P2P-Vergangenheit dieser Firma gewusst habe, aber die Größenordnung nicht kannte. Auf der Webseite von µTorrent findet sich eine Erklärung zu diesem Vorgang. Seit Dezember 2006 gehört µTorrent zur BitTorrent Inc.
Betrieb µTorrent muss nicht installiert werden und kann somit als portable Software (zum Beispiel auf einem USB-Stick) eingesetzt werden.
Die Windows-Versionen vor 2.0 waren auf allen 32-Bit-Systemen lauffähig, seit v2.0 wird nur noch die NT-Schiene (Windows NT/2000 bis Windows 8) unterstützt. Auf der Homepage wird nur die aktuelle Version angeboten, ältere Versionen sind jedoch im Netz erhältlich.
Unter Linux lässt sich das Programm in der Version 3.0 betreiben.
Eine Version für Mac wurde mit der Veröffentlichung der Version 1.8 angekündigt und Ende November 2008 schließlich als Version Beta 0.90 veröffentlicht.
Für Smartphones mit Android gibt es einen nativen Client seit September 2012 im Google Play Store.
Kritik µTorrent wurde vielfach kritisiert, da es auf Grund eigener BitTorrent-Protokollerweiterungen ab Version 1.7.7 den Upload an Nicht-µTorrent-Clients drosselt beziehungsweise Clients, die ebenfalls das µTorrent-Protokoll verwenden, bevorzugt. Mit Version 2.0 wurde µTorrent infolgedessen von einigen Trackern verbannt.
Anfang März 2015 wurde bekannt, dass µTorrent bei der Standardinstallation die Rechenleistung des Benutzers nutzt, um im Hintergrund Einheiten der Kryptowährung Litecoin zu generieren. Der Benutzer bekommt vom Gewinn nichts ab.
Easter Eggs In µTorrent sind verschiedene Easter Eggs eingebaut: Ab Version 1.4.2-beta (build 432): Wenn man den Menüpunkt Help > About anwählt und „T“ drückt, startet das Spiel Tetris. Drückt man im Spiel die Taste „P“, wird das laufende Spiel pausiert. Im Punkt Help > About auf das Logo klicken. Eine Tonfolge ähnlich dem Erkennungssound von THX (der „Deep Note“) wird abgespielt. In Version 1.3 oder davor wird eine Weihnachts-E-Card angezeigt, wenn man das Programm an Weihnachten startet.
Siehe auch Liste von BitTorrent-Clients
Weblinks µTorrent-Website µTorrent für Android µTorrent über Webzugriff fernsteuern – deutschsprachige Anleitung – Interview mit Ludvig Strigeus, englisch BitTorrent End to End Encryption and Bandwidth Throttling – Part I. slyck.com, 6. Februar 2006; Interview mit Ludvig Strigeus (englisch) VPNs für uTorrent – vpnwelt.com, PhD. Anastasia Mono, Aug 06, 2021
Einzelnachweise
Kategorie:BitTorrent-Client