Harry Potter und der Stein der Weisen (Originaltitel Harry Potter and the Philosopher’s Stone, in den USA als Harry Potter and the Sorcerer’s Stone veröffentlicht) ist ein britisch-US-amerikanischer Fantasyfilm nach dem gleichnamigen ersten Roman der Harry-Potter-Buchreihe. Regie führte Chris Columbus nach einem Drehbuch von Steve Kloves, Produzent war David Heyman. Joanne K. Rowling, die Autorin der Buchvorlage, übte starken Einfluss auf eine werktreue Verfilmung ihres erfolgreichen Debütromans aus.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Harry Potter, der an seinem elften Geburtstag erfährt, dass er ein Zauberer ist und an die Zaubererschule Hogwarts berufen wird. Während seines ersten Schuljahres lernt der Waisenjunge die wundersame Welt der Magie kennen, durchlebt verschiedene Abenteuer und wird schließlich mit dem dunklen Magier Lord Voldemort konfrontiert. Der Film wurde fast ausnahmslos mit britischen Schauspielern besetzt, die vielen Kinderrollen mit bis dahin weitestgehend unbekannten Jungdarstellern. Den Titelhelden spielt Daniel Radcliffe, in weiteren Hauptrollen sind Rupert Grint und Emma Watson als Harrys beste Freunde Ron Weasley und Hermine Granger zu sehen.

Nach einer Vorpremiere am 4. November 2001 in London kam der Film am 16. November in Großbritannien und den USA und am 22. November 2001 in Deutschland in die Kinos. Die Presse bewertete den Film unterschiedlich. Sie bemängelte vor allem, dass er zu viele inhaltliche Details des Romans in schneller Folge wiedergebe, ohne sich Zeit für die Entwicklung einer Atmosphäre zu nehmen. Mit der Ausnahme des Hauptdarstellers wurde das Schauspielerensemble überwiegend wohlwollend beurteilt. Auch das Produktionsdesign und die Effekte wurden meist gelobt, ganz im Gegensatz zur Musik. Trotz insgesamt gemischter Kritiken erzielte der Film ein Einspielergebnis von rund 975 Millionen US-Dollar weltweit und war damit seinerzeit einer der kommerziell erfolgreichsten Filme überhaupt. Er erhielt für Szenenbild, Kostümdesign und Filmmusik drei Oscar-Nominierungen, darüber hinaus war er in sieben Kategorien für einen BAFTA Award vorgeschlagen.

Handlung Der Waisenjunge Harry Potter wächst in Surrey bei der spießigen Familie seiner Tante auf, den Dursleys, die ihn sehr schlecht behandeln. So muss Harry in einem Wandschrank unter der Treppe schlafen und hat unter den Schikanen seines verwöhnten Cousins Dudley zu leiden. Kurz vor seinem elften Geburtstag erhält Harry einen Brief, der ihm – noch ungeöffnet – von den Dursleys weggenommen wird. Von Eulen werden ihm immer mehr Briefe zugestellt, die ihm sein Onkel ebenfalls vorenthält. Erst als der hünenhafte Rubeus Hagrid an seinem Geburtstag auftaucht, erfährt Harry zu seiner Überraschung, dass seine Eltern Zauberer waren und von dem dunklen Magier Lord Voldemort getötet wurden, als Harry ein Jahr alt war. Harry überlebte den Angriff jedoch bis auf eine blitzförmige Narbe auf der Stirn unversehrt und Voldemort verlor seine Kräfte beim Versuch, ihn zu töten. Deswegen ist Harry in der Welt der Zauberer eine Legende – er hat den am meisten gefürchteten schwarzen Magier aller Zeiten im Kleinkindalter in die Flucht geschlagen und wird deshalb "der Junge, der noch lebt" genannt. Die Dursleys haben Harry dies jedoch sein ganzes Leben lang vorenthalten, weil sie als Nicht-Zauberer – in der magischen Welt sogenannte „Muggel“ – alles, was mit Zauberei zu tun hat, verabscheuen und sich davor fürchten. Um die Wahrheit über Harrys Herkunft zu verschleiern, belogen sie ihn damit, dass seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen wären, was Hagrid scharf kritisiert und als Schande bezeichnet. Hagrid übergibt Harry einen der Briefe; es ist eine Einladung in die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei.

Hagrid, der Wildhüter der Schule, führt Harry in die versteckte Winkelgasse in London, wo er Unterrichtsmaterialien wie Bücher und einen Zauberstab kaufen kann. Zu seinem Erstaunen erfährt Harry zuvor in der Zaubererbank Gringotts, dass seine Eltern ihm eine große Summe an Geld für ebendiese Zwecke zurückgelegt haben. Zum Geburtstag bekommt Harry außerdem von Hagrid die Eule Hedwig geschenkt. Am Londoner Bahnhofs King’s Cross übergibt er ihm eine Fahrkarte für den Hogwarts-Express, der die Zauberschüler von Gleis 9 ¾ zu der abgelegenen Zauberschule bringt. Auf der Fahrt lernt Harry zwei seiner späteren Klassenkameraden kennen: den Rotschopf Ron Weasley, mit dem er sich auf Anhieb versteht, und die neunmalkluge Hermine Granger.

Im Schloss-Internat Hogwarts angekommen werden die Schüler vom Sprechenden Hut den vier Schulhäusern zugeordnet: Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin. Harry, Ron und Hermine kommen ins Haus Gryffindor. Ab dem folgenden Tag werden die Schüler in verschiedenen Disziplinen der Zauberei ausgebildet, darunter Verwandlung, Zaubertränke, Verteidigung gegen die Dunklen Künste und das Fliegen auf Besen. Für letzteres beweist Harry ein außergewöhnliches Talent, das er, wie sich herausstellt, von seinem Vater geerbt zu haben scheint. Deswegen wird er auch als jüngster Schüler seit einem Jahrhundert als Sucher ins Quidditch-Team von Gryffindor aufgenommen. Diese Mannschaftssportart wird auf fliegenden Besen ausgetragen und Harry kann das erste Spiel gegen Slytherin für sein Haus entscheiden. Zwischen Harry, Ron und Hermine entwickelt sich eine enge Freundschaft. In einem gleichaltrigen Mitschüler aus Slytherin, Draco Malfoy, findet Harry einen Rivalen und Erzfeind.

Mittlerweile haben Harry, Ron und Hermine herausgefunden, dass in der Schule etwas Wertvolles von einem dreiköpfigen Hund bewacht wird. Ihre Nachforschungen ergeben, dass es sich um den Stein der Weisen handelt, der seinem Besitzer Unsterblichkeit verleiht. Auf besondere Anweisung des Schulleiters Albus Dumbledore wird der Stein in der Schule verwahrt und bewacht, nachdem ein Versuch vereitelt worden war, ihn aus Gringotts zu stehlen. Harry vermutet dahinter den Lehrer für Zaubertränke, Professor Snape, den er verdächtigt, im Dienst Lord Voldemorts zu stehen. Harry glaubt außerdem, Snape wolle Voldemort mithilfe des Steines wieder zu einer menschlichen Gestalt und zu neuer Macht und Größe verhelfen.

Harry, Ron und Hermine beschließen, selbst nach dem Stein zu suchen, um ihn vor Snape zu finden. Dies gestaltet sich jedoch als Spießrutenlauf: Erst müssen sie an Hagrids dreiköpfigem Riesenhund Fluffy vorbei, der eine Falltür bewacht. Unter dieser befindet sich direkt das nächste Hindernis in Form einer Teufelsschlinge. – eine magische Pflanzenart, die ihre Opfer wie eine Würgeschlange tötet. Dank Hermines Hilfe können die jungen Zauberer diese jedoch überwinden. Im dahinter liegenden Raum stößt das Trio auf einen Schwarm fliegender Schlüssel, von denen nur einer die Tür in den nächsten Raum aufschließt. Harry findet ihn mit seinem geschulten Auge als Quidditch-Sucher schnell, da der Schlüssel einen gebrochenen Flügel hat, und fängt ihn schließlich auf einem Besen. Die nächste Hürde für Harry, Ron und Hermine ist ein überdimensionales Zauberschachbrett. Ron realisiert schnell, dass sie nur weiterkommen, indem sie sich "durch den Raum spielen", was ihnen auch gelingt. Da Ron während der Partie geschlagen wurde, sorgt Hermine für ihn, während Harry ins Versteck des Steines vordringt. Dort findet er Professor Quirrell, den unscheinbaren Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Als Quirrell seinen Turban entfernt, zeigt sich, dass Voldemort von seinem Körper Besitz ergriffen hat, da er seit seiner Niederlage gegen Harry nur als Wirt eines anderen Körpers überleben kann. Der Stein wird von einem Zauber beschützt: Nur wer ihn finden will, ohne ihn zu gebrauchen, kann ihn erlangen. Daher will Voldemort Harry, der den Stein in seiner Hosentasche findet, dazu verleiten, ihm diesen zu geben. Als Harry standhaft bleibt, versucht Quirrell auf Voldemorts Befehl hin, Harry zu töten. Doch der zerfällt durch Harrys Berührung zu Staub, wodurch Voldemort seinen Wirt verliert und fliehen muss, nicht jedoch ohne Harry vorher bewusstlos zu schlagen. Nachdem er im Krankenflügel wieder zu sich gekommen ist, erklärt ihm Dumbledore, dass Harry für Voldemort unantastbar war, weil seine Mutter sich für ihn geopfert hatte, und diese Mutterliebe ihn wie ein unüberwindbarer Schild schützt. Außerdem berichtet er, dass der Stein der Weisen in der Zwischenzeit vernichtet worden ist, um zu vermeiden, dass er in Voldemorts Hände fällt.

Das Schuljahr endet traditionsgemäß mit einem großen Fest in der Großen Halle. Dabei wird der Hauspokal an eines der vier Häuser verliehen und eigentlich lag Gryffindor mit seiner Punktezahl auf dem letzten Platz. Im Lichte der vorausgegangenen Ereignisse erhalten Hermine, Ron, Harry und auch Neville aber Extrapunkte zugesprochen und so wird Gryffindor auf den letzten Metern doch noch zum Sieger.

Am Ende des Films schenkt Hagrid Harry ein Fotoalbum mit Aufnahmen seiner Eltern, kurz bevor die Schüler von Hogwarts zurück in die Welt der „Muggel“ fahren.

Produktionsgeschichte Vorproduktion Idee und Rechtekauf mini|hochkant|Produzent David Heyman Der britische Produzent David Heyman suchte 1997 nach einem Kinderbuch, um es für einen familienfreundlichen Kinofilm zu adaptieren. Eine Mitarbeiterin seines Produktionsunternehmens Heyday Films schlug ihm das gerade erschienene Romandebüt von Joanne K. Rowling vor – ein Fantasybuch namens Harry Potter und der Stein der Weisen, das die Kritiker lobten und das im Begriff war, sich zu einem Bestseller zu entwickeln. Heyman fand Gefallen an dem Buch und trat in regelmäßigen Kontakt mit der Autorin. Erst nach der Veröffentlichung des zweiten Harry-Potter-Romans im Juli 1998 schlug Heyman der US-amerikanischen Filmgesellschaft Warner Bros. die Verfilmung des ersten Buches vor.

mini|hochkant|links|Joanne K. Rowling schrieb die Romanvorlage und übte erheblichen Einfluss auf die Verfilmung aus Weil Rowling die Kontrolle über ihr Werk nicht in fremde Hände geben wollte, lehnte sie ein Angebot von Warner ebenso wie die Offerten einiger anderer Unternehmen zunächst ab. Erst als das Studio ihr erhebliche Mitspracherechte bei der Umsetzung des Films, eventueller Nachfolger und der Merchandising-Produkte zusicherte, stimmte sie der Verfilmung zu.Jonathan Ross: Friday Night with Jonathan Ross vom 6. Juli 2007, BBC One. Interview mit J.K. Rowling. () Zu diesem Zeitpunkt war in Großbritannien bereits ein Kult um Harry Potter entstanden; in den USA, wo gerade das erste Buch erschienen war, war der Zauberschüler dagegen noch weitgehend unbekannt, sodass Warner das Marktpotential außerhalb des Vereinigten Königreichs als verhalten einschätzte. Was der Konzern neben einer Gewinnbeteiligung für die Filmrechte gezahlt hat, wird in verschiedenen Quellen unterschiedlich beziffert: 500.000 Dollar, 700.000 Dollar oder 1 Million Dollar sollen es gewesen sein; andere nennen 1 Million Pfund (damals knapp 1,7 Millionen DollarAusgehend vom Jahresmittelwert 1998 des Britischen Pfundes in US-Dollar: 0,6038 £ ≙ 1 $. Siehe Außenwert des Pfund Sterling.) für die Verfilmung der ersten vier Bände.

Den Einfluss, den Rowling letztlich auf die gesamte Produktion ausübte, bezeichnete Heyman als . Sie war an allen wesentlichen Entscheidungen der Vorproduktion beteiligt. Dies umfasst die Personalien des Regisseurs, des Drehbuchschreibers und der wichtigsten Darsteller. Der Entwicklung des Drehbuchs stand sie außerdem als Beraterin zur Seite. Sie bestand darauf, dass alle Schauspieler Briten sein sollten und dass im Film britisches Englisch gesprochen wird. Auch den visuellen Stil des Films – beispielsweise das Aussehen von Szenenbild, Kostüme, Maske und Requisiten – bestimmte sie wesentlich mit.

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