mini|Rabanus Maurus (links) unterstützt von Alkuin (Mitte) übergibt sein Werk an Erzbischof Otgar von Mainz (rechts) – Darstellung aus manuscriptum Fuldense um 830 mini|Erzbischof Peter von Aspelt, Grabmal im Dom zu Mainz. Der Kirchenfürst ist in voller Amtstracht dargestellt. Über dem damals noch glockenförmigen Messgewand, der Kasel, trägt er als Zeichen seiner erzbischöflichen Würde das kreuzgeschmückte weiße Pallium. Die drei Könige stellen die von ihm gekrönten Johann von Böhmen, Heinrich VII. und Ludwig den Bayern dar. Die Könige sind kleiner dargestellt, um den Erzbischof als Hauptperson herauszustellen. Die architektonische Umrahmung zeigt gotische Formen. mini|Die sieben Kurfürsten wählen Heinrich VII. zum König. Die Kurfürsten, durch die Wappen über ihren Köpfen kenntlich, sind, von links nach rechts, die Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen. mini|Kurmainzische Wappentafel aus der Mitte des 18. Jh. (Öl auf Holz)
Die folgende Liste gibt Auskunft über die Bischöfe beziehungsweise Erzbischöfe der Diözese Mainz während ihrer gesamten Geschichte. Die Erzbischöfe waren zugleich Landesherren des Erzstifts Mainz und Metropoliten der Kirchenprovinz Mainz sowie Primas Germaniae, sie waren Erzkanzler in Germanien und Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs sowie Vorsitzende des Kurfürstenkollegiums, wodurch sie ex officio die ranghöchsten geistlichen Reichsfürsten waren.
Legendäre Bischöfe (80–350) Die Bischofsliste, die mit dem angeblichen Apostelschüler Crescens beginnt, ist eine spätere Fälschung. NamevonbisCrescens80103Marinus I.103109Crescentius109127Cyriacus127141Hilarius141161Martin I.161175Celsus175197Lucius197207Gotthard207222Sophron222230Heriger I.230234Ruther234254Avitus254276Ignatius276289Dionysius289309Ruprecht I.309321Adalhard321323 oder 325Lucius Annaeus325 oder 331343 oder 350
Bischöfe nach frühmittelalterlichen Bischofslisten (350–745)
Die Namen der frühesten Bischöfe der Mainzer Kirche liegen teilweise im Dunkeln. Obwohl spätestens 368 von einem Bischof von Mainz ausgegangen werden kann,Nopper, Die vorbonifatianischen Mainzer Bischöfe, S. 26. sind Namen nur vereinzelt sicher überliefert, zudem liegen gleich zehn Bischofslisten vor.Jürgensmeier, Das Bistum Mainz, S. 14. Die älteste Bischofsliste stammt aus den Fuldaer Totenannalen des 10. Jahrhunderts, die in einem Münchener Codex des 19. Jahrhunderts überliefert sind.Nopper, Die vorbonifatianischen Mainzer Bischöfe, S. 49. Diese Liste beginnt mit Aureus. Im Codex Bernensis Nr. 378 wurde die Liste durch vier Namen erweitert.Nopper, Die vorbonifatianischen Bischöfe, S. 51. Der Codex stammt aus dem 10. Jahrhundert, wobei die Änderung bisweilen auch auf das 11. Jahrhundert datiert wird. Eine letztgültige Sicherheit über deren Authentizität ist aber nicht gegeben.Nopper, Die vorbonifatianischen Mainzer Bischöfe, S. 81. Ohne jeden Nachweis ist das Wirken des angeblichen Paulusschülers Crescens als Bischof in Mainz, der daher mit Sicherheit als Legende anzusehen ist.
Name von bis Erläuterung Crescens Angeblicher Paulusschüler, erst im 12. Jahrhundert zur Liste hinzugefügt, um die Ursprünge der Mainzer Kirche zurückzudatieren (vgl. obige Liste „Legendäre Bischöfe“). Mar(t)inusum 350 unsicher überliefert, Existenz unwahrscheinlich Suffronius (Sophronius)um 368 (?) von H. W. Nopper für wahrscheinlich gehaltenNopper, Die vorbonifatianischen Mainzer Bischöfe, S. 73. Bothadus (Bodardus, Bathodus, Bathadus) dem Namen nach nicht der römischen, sondern der fränkischen Zeit zuzuordnen Ruthard (Ruthardus) ebenfalls der fränkischen Zeit zuzuordnen Aureusvor 406436 erster Bischof in der Liste aus den Fuldaer Totenannalen Theonest (Theonestus) Der Name Theomast/Theonestus fehlt in den Bischofslisten, ist aber in anderen Quellen überliefert. Möglicherweise leitete er anstelle des 406 vertriebenen Aureus die Mainzer Kirche. Maximus letzter Bischof der römischen Zeit Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts Unterbrechung der Bischofsliste, möglicherweise Sedisvakanz Sidonius589 Um 565 durch Venantius Fortunatus überliefert. Sigimund (Sigimundus, fälschlicherweise auch Siegbert, Sigiberto)587/589610 Leudegasius612 In der Chronik des sog. Fredegar bezeugt. Petilinus Möglicherweise mit Bothadus identisch. Petilinus wäre danach eine Koseform von BothadusNopper, Die vorbonifatianischen Bischöfe, S. 78. Lanwaldusum 650 Laboaldusnach 661 Nach herrschender Meinung mit Riuthard/Ruthardus (s. o.) aus dem Codex Bernense identisch. Rigibertus708724 Geroldus724743 Gewiliobus744745
Erzbischöfe von Mainz (755–1803) Der Erzbischof von Mainz war spätestens seit dem 13. Jahrhundert einer der Kurfürsten im Heiligen Römischen Reich mit territorialer Gewalt im zugehörigen Erzstift Mainz. Zusätzlich ist eine Spalte für Wappenbild und Blasonierung eingefügt, da es seit dem Spätmittelalter Wappenschilde gab und hier die Herkunft des Mainzer Rades liegt. Die folgenden Personen waren Erzbischöfe von Mainz: