Enkenbach-Alsenborn ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Kaiserslautern, innerhalb dessen sie gemessen an der Einwohnerzahl die viertgrößte Ortsgemeinde darstellt. Sie entstand 1969 durch Zusammenlegung der Gemeinden Enkenbach und Alsenborn. Sie gehört der gleichnamigen Verbandsgemeinde an, deren Verwaltungssitz sie zusätzlich ist. Bis zu seinem Tod war die Gemeinde Wohnort des Pfälzer Fußballspielers Fritz Walter. Seit 2012 ist Enkenbach-Alsenborn außerdem Masterplan-Kommune und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.
Geographie Lage Enkenbach-Alsenborn liegt 15 Kilometer östlich von Kaiserslautern am nordwestlichen Rand des Pfälzerwaldes. Der Osten der Gemarkung liegt in dessen Teilbereich Stumpfwald und der Südosten im Diemersteiner Wald. Der Westen ist Teil der St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke.
Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Enkenbach und Alsenborn, die baulich mittlerweile zusammengewachsen sind; entsprechend ist eine räumliche Trennung nicht mehr möglich. Hinzu kommt der zu Enkenbach gehörende Teilort Eselsmühle. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Neuhemsbach, Sippersfeld, Kerzenheim, Ramsen, Wattenheim, Fischbach, Kaiserslautern, Mehlingen und Sembach.
Erhebungen mini|Felsformation am Schorlenberg
Östlich von Alsenborn erhebt sich der 402 Meter hohe Schorlenberg und südwestlich von diesem an der Gemarkungsgrenze zu Fischbach der hohe Nußknick sowie der hohe Schlagbaumkopf. Im äußersten Nordosten liegen der hohe Schelmenkopf, an der Grenze zu Kerzenheim der hohe Salweidenkopf und an der Grenze zu Ramsen der hohe Steinkopf. Im Westen der Gemarkung erhebt sich zudem der Breitenauer Kopf.
Gewässer Bedeutendstes Fließgewässer ist die Alsenz, die in der Ortsmitte von Alsenborn entspringt. Im Gemeindegebiet nimmt sie den Metzwiesengraben, den Hasselbrunnengraben, den Klosterbach und den Schwarzbach auf; Zufluss zu letzterem ist von rechts der Maigraben. Im Nordosten der Gemarkung entspringt der Billesbach, der kurz danach den Billesweiher durchfließt und anschließend durch die Nachbargemeinde Neuhemsbach verläuft. Er ist ebenfalls Bestandteil des Flusssystems Alsenz. Am westlichen Ortsrand von Enkenbach beginnt der Eselsbach; er fließt nach Westen und mündet in die Lauter.
Geschichte Die beiden Dörfer waren in ihrer Geschichte eng verflochten. Das zeigte sich durch einen gemeinsamen Schultheißen (bis 1795) und Bürgermeister, endete aber mit dem Jahr 1825. Sieben Jahre später, 1832, wurde auch der bis dahin gemeinsame Wald geteilt.
Die günstige Verkehrslage und der Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1871 sowie die Ansiedlung von Betrieben ließen die Bevölkerungszahl trotz einer starken Auswanderung von 1095 Personen im Jahr 1800 auf 3326 im Jahr 1900 und 6900 im Jahr 1975 anwachsen. Dabei ging der Charakter von Bauerndörfern verloren und Enkenbach sowie Alsenborn wurden zu Wohngemeinden.
Vor dem Ersten Weltkrieg wurde im Waldgebiet westlich von Mehlingen der Truppenübungsplatz Enkenbach-Alsenborn angelegt. Nach Ende der Nutzung wurde er zur Mehlinger Heide.
Die Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn entstand im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform mit Wirkung vom 7. Juni 1969 durch Neubildung aus den zuvor eigenständigen Gemeinden Enkenbach mit seinerzeit 3922 Einwohnern und Alsenborn, das 2452 Einwohner hatte. Drei Jahre später wurde sie Sitz der neu entstandenen gleichnamigen Verbandsgemeinde. Die neu geschaffene Gemeinde hatte zunächst die Postleitzahl 6753, seit 1993 lautet diese 67677.
Religion Christentum Die Katholiken gehören zum Dekanat Kaiserslautern im Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.
mini|Gottesdienstraum im mennonitischen Gemeindehaus Im Ortsteil Enkenbach besteht seit 1956 eine Mennonitengemeinde, die über ein 1957 erbautes Gemeindehaus verfügt, das auch als Gottesdienstort dient. Im Jahr 2016 gehörten ihr 251 Mitglieder an; Kinder bleiben dabei in der Statistik unberücksichtigt, da Mennoniten Menschen erst nach ihrem persönlichen Glaubensbekenntnis im mündigen Alter taufen.Mennonitisches Jahrbuch 117 (2018), S. 162. Es besteht eine Zusammenarbeit mit dem Pflegeheim Menno-Heim.
Die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland hatte mehrere Jahre ihren Sitz in Enkenbach-Alsenborn, da der damalige Enkenbacher Gemeindepastor Werner Funck von 1999 bis 2007 deren ehrenamtlicher Vorsitzender war.Meldung bei Mennonews.de, abgerufen am 23. Dezember 2016. Der derzeitige Gemeindepastor, Rainer W. Burkart, war bis 2018 einer von zwei europäischen Mitgliedern des Exekutivkomitees der Mennonitischen Weltkonferenz.Exekutivkomitee der Mennonitischen Weltkonferenz, abgerufen am 23. Dezember 2016, in Verbindung mit Abruf am 13. Oktober 2018.
Konfessionsstatistik 2007 waren 45,1 % der Einwohner evangelisch und 31,6 % katholisch. Die übrige 23,3 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos. Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Februar 2025 hatten 33,8 % der Einwohner die evangelische und 24,0 % die katholische Konfession. 42,2 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Enkenbach-Alsenborn, abgerufen am 25. März 2025
Politik Bei Bundestagswahlen gehört die Gemeinde seit der Gründung der Bundesrepublik zum Wahlkreis Kaiserslautern. Bei Landtagswahl ist Enkenbach-Alsenborn seit 1991 Bestandteil des Wahlkreises Kaiserslautern II.
Gemeinderat
mini|Rathaus
Der Gemeinderat in Enkenbach-Alsenborn besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne FDP FWG Gesamt 2024 5 9 2 2 4 22 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Wahlergebnis Gemeinderat Enkenbach-Alsenborn 2024 2019 6 9 3 2 2 22 Sitze 2014 8 9 2 1 2 22 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 6 11 1 1 3 22 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Enkenbach-Alsenborn e. V.
Bürgermeister Jürgen Wenzel (CDU) wurde 2003 ehrenamtlicher Ortsbürgermeister von Enkenbach-Alsenborn. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit 51,53 % der Stimmen wiedergewählt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 setzte er sich mit 53,5 % gegen zwei Mitbewerber durch.
Wappen
Gemeindepartnerschaften Mit Saint-Mihiel in Lothringen wird seit dem 9. Oktober 1983 eine Partnerschaft gepflegt. Daher gibt es im Ortsteil Enkenbach einen St.-Mihiel-Platz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Protestantische Kirche in Alsenborn
Bauwerke Kulturdenkmäler
Der Daubenbornerhof ist als Denkmalzone ausgewiesen.
Hinzu kommen 18 Einzeldenkmäler, darunter die Klosterkirche des ehemaligen Prämonstratenserinnenklosters in Enkenbach aus dem 13. Jahrhundert und die Protestantische Kirche in Alsenborn.
Die Klosterkirche in Enkenbach, erbaut im spätromanischen und gotischen Stil, wurde später mehrfach umgebaut. Von den übrigen Klostergebäuden ist nichts mehr erhalten. Von überregionaler Bedeutung ist das Bildprogramm des Westportals der Kirche. Weitere Kulturdenkmäler sind unter anderem das Orthsche Haus in Alsenborn sowie im Bereich Enkenbach der Hahnerhof und die Obere Eselsmühle.
Sonstige Bauwerke
mini|hochkant|Rathausbrunnen
Vor Ort befindet sich das Provinzkino; dabei handelt es sich um ein Programmkino mit langer Tradition. Im Nordosten der Gemarkung befindet sich das Stumpfwaldgericht. In der Nähe des Daubenbornerhofes stand vom 12. bis zum 15. Jahrhundert die sogenannte Burg Breidenborn. Östlich des Alsenborner Ortskern lag eine gleichnamige Burg. Vor dem 1987 errichteten Rathaus steht der im selben Jahr entstandene Rathausbrunnen. Im Schwimmbad in der Alsenborner Ortsmitte befindet sich eine Kneipp-Anlage.
Alsenborn ist in der Umgebung als „Heimat der Seiltänzer“ bekannt, scherzhaft werden die Einwohner bis in die Gegenwart „Bajasse“ genannt. Die Artistengeschichte des Ortes hat ihren Ursprung in den Krisen des 19. Jahrhunderts. Auswege aus Verarmung und Hunger, Alternativen zur Auswanderung waren gefragt. Initiiert von Familie Schramm entwickelte sich hier eine besondere Art des Wandergewerbes. Als Musikanten, Marionettenspieler und Akrobaten zogen einige Alsenborner im Sommer umher und lebten im Winter vom eingespielten Geld. Die Artistengruppe erweiterte sich schnell und hatte in der typischen Form der wandernden Familienunternehmen bis zum Zweiten Weltkrieg Bestand. Danach waren die Alsenborner vor allem noch in der Varietéwelt bekannt. Die „Glanzzeit“ zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg sah viele bekannte Künstlerfamilien wie Bügler, Traber, Althoff oder Rosenberg in Alsenborn, die der Ortsgeschichte ihr besonderes Kolorit gaben. Dokumentiert wird diese Epoche im Bajasseum.
Die Ausstellung ist nach Epochen gegliedert und führt von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit. Ausschließlich wenige Requisiten, Gegenstände des alltäglichen Bedarfs und sonstige Objekte überstanden das Wanderleben. Die Ausstellung konzentriert sich deshalb auf Bilder der Alsenborner Artisten.
Nach über zweijährigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen am Anwesen von Italia und Fritz Walter in der Leininger Straße in Enkenbach-Alsenborn wurde am 20. Mai 2004 die Privat-Ausstellung Fritz Walter – in memoriam für die Öffentlichkeit bis 2017 geöffnet.
Natur und Rittersteine Der Süden und der Osten der Gemeindegemarkung sind Teil des zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord gehörenden Naturparks Pfälzerwald. Auf der Gemarkung der Gemeinde befinden sich 17 Naturdenkmale, darunter der Billesweiher. Zudem stehen dort die Rittersteine 285 und 289; ersterer mit der Bezeichnung Alsenz-Ursprung unmittelbar am örtlichen Schwimmbad an der Quelle der Alsenz. Letzterer hat die Aufschrift Hier befand sich das Landgericht auf dem Stampe – Gerichtsstätte der Grafen von Leiningen – später Rügegericht Neun Stühle; er steht auf der Waldgemarkung am einstigen Stumpfwaldgericht.
Sport Größter Verein – und zugleich größter innerhalb des Landkreises Kaiserslautern – ist der Turn- und Polizeisportverein (TPSV) Enkenbach. Er bietet Handball, Volleyball, Leichtathletik und Weiteres an. Momentan (Stand 2025) bestehen im Bereich Reiten/Voltigieren eine M*- und A-Turniergruppe.
mini|Stadion an der Kinderlehre, Heimstätte des SV Alsenborn
Bundesweit in den Blickpunkt geriet der Stadtteil Alsenborn in den 1960er und 1970er Jahren durch die Erfolge des SV Alsenborn, der in dieser Zeit eine der besten Fußballmannschaften Südwestdeutschlands hatte und dreimal in Folge um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga spielte. Seine Begegnungen trägt er im Stadion an der Kinderlehre aus. Des Weiteren gibt es den SV Enkenbach, der Fußball und Tennis anbietet. In den Jahren 1998 und 1999 wurde jeweils das Finale des Südwestpokals in Enkenbach-Alsenborn ausgetragen.
Musik Der größte Musikverein in Enkenbach-Alsenborn ist die Katholische Vereinskapelle Enkenbach-Alsenborn (KVK). Sie besteht seit 1924. Außerdem gibt es den Musik- und Unterhaltungsverein (MUV) und seit 2017 den Theater- und Musicalverein Helden von heute e. V.
Regelmäßige Veranstaltungen Eine traditionelle Eigentümlichkeit des Ortes ist der „Peterstag“ am 22. Februar, an dem zur Erinnerung an die Befreiung von der Hornviehseuche im Jahr 1776 zum Teil bis heute in vielen Familien kein Fleisch verzehrt wird.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft
Aufgrund der geographischen Gegebenheiten spielt die Forst- und Holzwirtschaft eine große Rolle. Die örtlichen Waldgebiete gehören zum Staatsforst Otterberg. Die Gemeinde ist außerdem Sitz des Eisenguss-Unternehmens HegerGuss.
Verkehr Schiene mini|Der Bahnhof in Enkenbach