In dieser Liste werden Personen aufgeführt, die Mitglied der NSDAP waren und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine Rolle in der Politik spielten. Darin inbegriffen sind auch Staatssekretäre, Botschafter und andere hohe Beamte.
Erläuterungen zur Liste Die NSDAP wurde im Oktober 1945 von den Alliierten verboten (Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945, in Kraft getreten am 12. Oktober 1945), in Österreich bereits mit dem Verbotsgesetz vom 8. Mai 1945Verbotsgesetz 1945 (heutige Fassung Verbotsgesetz 1947), das die Provisorische Staatsregierung Renner selbst beschlossen hatte.
Sofern von keinen weiteren Anhaltspunkten ausgegangen werden kann, ist für diese Liste spätestens mit diesem Datum die Mitgliedschaft in der NSDAP für die aufgelisteten Personen als beendet verstanden. Einige der aufgeführten Personen sind dabei bereits vor der Auflösung der NSDAP aus dieser Partei ausgetreten.
Die Liste beinhaltet Angaben zum jeweiligen Zeitraum der Mitgliedschaft in der NSDAP sowie Informationen zu späterer Parteizugehörigkeit und Ausübung politischer Ämter. Die Umstände und Motive der Mitgliedschaft spielen hier keine Rolle, so dass es sich in Einzelfällen auch um Mitglieder handelt, die der Gesinnung nach keine überzeugten Nationalsozialisten waren, sondern aus Opportunismus Mitglied wurden, um z. B. Karriere zu machen. Jonas Meßner bezeichnet diese als „Konjunkturritter“. Der Politikwissenschaftler Jürgen W. Falter und Kristine Khachatryan schreiben dazu weiter: „Typische NSDAP-Mitglieder dürften [...] eher die opportunistischen Mitläufer als die weltanschaulich 150-prozentig Überzeugten gewesen sein.“ Ein weiteres Motiv könnte der gesellschaftliche Druck gewesen sein, weshalb einige zu Mitläufern wurden. Falter schreibt dazu aber: „So unterschiedlich die Motive gewesen waren, der Partei beizutreten, erfolgte der Beitritt so gut wie immer aufgrund einer individuellen Entscheidung.“ Er mahnt aber auch, „stets den Einzelfall zu betrachten, bevor man sein Urteil fällt.“
Weitergehende Informationen enthalten die verlinkten Artikel zur Person.
Deutschland mini|Anzahl der Bundestagsmitglieder, die vormals der NSDAP angehörten mini|Ehemalige NSDAP-Mitglieder in den Kabinetten der Wahlperioden bis 1994 mini|Verlauf der Amtszeiten ehemaliger NSDAP-Mitglieder in Bundeskabinetten sowie als Kanzler, Bundestagspräsidenten und Bundespräsidenten
Westliche Besatzungszonen und Bundesrepublik Deutschland Unter den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien der ersten 13 Wahlperioden (1949–1998) waren auch ehemalige NSDAP-Mitglieder als Abgeordnete im Parlament (siehe Grafik rechts oben). In absoluten Zahlen waren die meisten von ihnen Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion, in relativen Zahlen der FDP-Fraktion, von deren Mitgliedern im 3. Bundestag bis zu 56 % vormals der NSDAP angehörten. Die Grafik zeigt die heterogenen Verhältnisse in den Bundestagsparteien SPD (max. 12 %), CDU/CSU (max. 29 %) sowie FDP (max. 56 %) der ersten 13 Legislaturperioden der BRD. Den höchsten Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder erreichte der 4. Bundestag (1961–1965) mit 129 Abgeordneten, entsprechend 25 % aller Mandate. Die FDP hatte in den ersten 49 Jahren des Bundestages in elf der 13 Legislaturen den höchsten Anteil ehemaliger NSDAP-Mitglieder. Sie war in dieser Zeit insgesamt 40 Jahre lang Regierungspartei. Aus Altersgründen verließ neben zwei anderen „Ehemaligen“ auch der letzte aus der FDP Ende 1998 das Parlament.Alfred Dregger, Dionys Jobst und Vize-Kanzler Hans-Dietrich Genscher Die hohe Zahl von Bundestagsmandaten für ehemalige NSDAP-Mitglieder bewirkte, dass diese vom 2. bis 12. Bundestag (1953–1994) mitunter in großer Zahl in den Kabinetten der jeweiligen Regierungen vertreten waren. Den Rekord hält dabei der 4. Bundestag (siehe Grafik rechts Mitte), als im Kabinett Erhard I sieben der 24 Minister (inklusive Bundeskanzler) ehemalige Parteimitglieder der NSDAP waren. Das Kabinett Brandt I erreichte mit sechs von 18 einen relativen Rekord von 33 %. In der gesamten Zeit gab es im Bundestag insgesamt 140 Amtsjahre als Minister, Kanzler oder Bundestagspräsidenten, die an ehemalige NSDAP-Mitglieder vergeben wurden plus zwei Amtsperioden (zehn Jahre) des Bundespräsidenten. Von den insgesamt 150 Amtsjahren vergab die FDP mehr als 96,46 der 96 Amtsjahre von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern der FDP waren in den höchsten Ämtern des Staates: 22 des Vizekanzlers, 16 des Bundestagsvizepräsidenten, vier des Bundestagspräsidenten und fünf des Bundespräsidenten. die CDU/CSU mehr als 4010,5 der 40 Amtsjahre von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern der CDU/CSU waren in den höchsten Ämtern des Staates: drei des Kanzlers, zweieinhalb des Bundestagspräsidenten und fünf des Bundespräsidenten. und die SPD elf an ehemalige NSDAP-Mitglieder.
Die folgende Liste enthält nicht die Angehörigen des sogenannten „Naumann-Kreises“, eines Geheimbunds ehemaliger Nationalsozialisten.
Name Eintritt in die NSDAP Parteimitgliedschaften ab 1945 Amt/Ämter Abendschein, Heinrich(1920–1999) 1940 FDP 1972–1976 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Achenbach, Ernst(1909–1991) 1937 FDP 1950–1958 Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen,1957–1976 Mitglied des Deutschen Bundestages,1964–1977 Mitglied des Europäischen Parlaments Adams, Ernst(1890–1973) 1940 CDU 1951–1961 Mitglied des Landtages Rheinland-Pfalz Adelmann, Raban(1912–1992) 1939, auch SA CDU 1957–1961 Mitglied des Deutschen Bundestages Ahrens, Adolf(1879–1957) 1934 DP 1949–1953 Mitglied des Deutschen Bundestages Ahrens, Hermann(1902–1975) 1931, auch SA GB/BHE bzw. GDP ab 1955 1951–1963 Mitglied des Niedersächsischen Landtages, 1965–1969 Mitglied des Deutschen Bundestages, ab 1962 Bundesvorsitzender der GDP Ahrens, Karl(1924–2015) 1942 SPD 1969–1990 Mitglied des Deutschen Bundestages, 1983–1986 Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Albrecht, Erwin(1900–1985) 1936, auch SA CDU ab 1955 Mitglied des Landtages des Saarlandes, ab 1957 Vorsitzender der CDU-Fraktion Albrecht, Hans(1923–2006) 1942 FDP 1968–1995 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Albrecht, Karl Hans(1919–1965) 1939 SPD 1960–1965 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Alef, Heinrich(1897–1966) 1930 FDP kandidierte ab 1953 für den GB/BHE zum Deutschen Bundestag,Kreistagsmitglied in Meinerzhagen Angenfort, Josef(1924–2010) 1942 KPD (1956 verboten),ab 1968 DKP Leiter des Zentralbüros der FDJ in Westdeutschland (1951 verboten)1951–1954 Mitglied des Landtages Nordrhein-WestfalenPräsidiumsmitglied der DKP Angermeyer, Joachim(1923–1997) 1941 FDP 1976–1980 Mitglied des Deutschen Bundestages Arndt, Rudi(1927–2004) 1944 SPD 1956–1972 Mitglied des Hessischen Landtages,Ministerämter in Hessen,1972–1977 Oberbürgermeister Frankfurt am Main,1979–1989 Mitglied des Europäischen Parlaments, davon 1984–1989 als Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Europas Asbach, Hans-Adolf(1904–1976) 1933, auch SA GB/BHE bzw. GDP ab 1950 Minister für Soziales, Arbeit und Flüchtlingsfragen,Stellvertretender Ministerpräsident in Schleswig-Holstein Aschoff, Albrecht(1899–1972) 1933 FDP 1961–1965 Mitglied des Deutschen Bundestages Auer, Theodor(1899–1972) 1934 bis 1964 Botschafter der Bundesrepublik DeutschlandAumer, Hermann(1915–1955) 1933 BP 1949–1953 Mitglied des Deutschen Bundestages Bachmann, Georg(1885–1971) 1940 CSU 1946 Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung Bayerns,bis 1962 Mitglied des Bayerischen Landtages Bachmann, Walter(1923–2002) 1941, auch SS SRP,ab 1952 DRP,ab 1964 NPD 1967–1970 Mitglied des Bayerischen Landtagesab 1972 Landesvorsitzender der bayerischen NPD1990/91 kommissarischer Bundesvorsitzender der NPD, danach Ehrenvorsitzender Bading, Harri(1901–1981) 1937 SPD ab 1945 Mitglied des Deutschen Bundestages Baeuchle, Hans-Joachim(1922–2007) 1940 SPD ab 1946 1969–1972 Mitglied des Deutschen Bundestages Bahlsen, Werner(1904–1985) 1942 CDU Mitgründer und Vorsitzender des Wirtschaftsrates der CDU in Niedersachsen Baier, Fritz(1923–2012) 1941 CDU 1956–1977 Mitglied des Deutschen Bundestages Bargen, Werner von(1898–1975) 1933 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland Bartels, Wolfgang(1903–1975) 1933 CDU 1957–1961 Mitglied des Deutschen Bundestages Barthold, Erich(1920–2000) 1939 CDU 1960–1980 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Bartram, Walter(1893–1971) 1936 CDU 1950–1951 Ministerpräsident in Schleswig-Holstein,1952–1957 Mitglied des Deutschen Bundestags Bartunek, Karl(1906–1984) 1940 GB/BHE bzw. GDP/BHE ab 1961 1953–1964 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Baßler, Karl(1924–2013) 1942 NPD 1968–1972 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Bauer, Ernst Waldemar(1926–2015) 1944 FDP 1984–1988 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Bauer, Fritz(1923–1975) 1941 SPD 1972–1975 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg Bauer, Georg(1913–1981 oder 1982) 1931, auch SA und SS CSU 1962–1972 Landrat des Landkreises Weilheim in Oberbayern,1972–1978 Landrat des Landkreises Weilheim-Schongau Bauer, Josef(1915–1989) 1937 CDU ab 1951 1953–1969 Mitglied des Deutschen Bundestages Baumann, Hans-Jürgen(1923–1981) 1942 FDP,ab 1952 CDU 1950–1954 Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen Bäumer, Hans Otto(1926–1998) 1944 SPD 1961–1967 Bürgermeister von Velbert1962–1967 Richter am Bundesarbeitsgericht1962–1967 und 1975–1985 Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen1967–1975 Regierungspräsident der Bezirksregierung Düsseldorf1979–1983 Landwirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen Bayerl, Alfons(1923–2009) 1941 SPD ab 1955 1967–1980 Mitglied des Deutschen Bundestages Bea, Eugen(1898–1969) 1933 SPD 1948–1952 Mitglied des Badischen Landtages Becher, Walter(1912–2005) 1931 DG ab 1947,ab 1954 GB/BHE,ab 1967 CSU 1956–1958 Vorsitzender des Witikobundes,1968–1982 Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft,1950–1962 Mitglied des Bayerischen Landtages für DG und GB/BHE,1965–1980 Mitglied des Deutschen Bundestages für die CSU Berg, Hermann(1905–1982) 1937 FDP,FVP,DP 1955–1957 Mitglied des Deutschen Bundestages Berger, Ulrich(1921–2003) 1939 CDU 1957–1961 und 1964–1980 Mitglied des Bundestages1963–1987 stellv. Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes1974–1985 Vorsitzender der Kommunalbeamtengewerkschaft komba Bernheim, Ludwig(1884–1974) 1933 1945–1946 Landrat des Landkreises Buchen,1946 Mitglied der Vorläufigen Volksvertretung für Württemberg-Baden Bertheau, Werner(1906–1997) 1937 CDU 1950–1972 Landrat des Landkreises Waiblingen,1960–1961 Mitglied des Landtages von Baden-WürttembergBillen, Adolf