Jürgen Brähmer (* 5. Oktober 1978 in Stralsund) ist ein deutscher Profiboxer und Boxtrainer. Er ist ehemaliger regulärer WBA-Weltmeister, auf: sportschau.de, 15. Dezember 2013. ehemaliger WBO-Weltmeister und ehemaliger Europameister der EBU, jeweils im Halbschwergewicht. Brähmer hielt den regulären WBA-Weltmeistertitel vom 1. Dezember 2013 bis zum 1. Oktober 2016.

Amateurkarriere (1992–1998) 1992 wechselte Brähmer mit 13 Jahren von der Leichtathletik zum Boxsport. Er trainierte beim ESV Lok Stralsund unter der Leitung von Heinz-Peter Schmidt. Zwei Jahre später holte ihn sein späterer Profi-Trainer Michael Timm, damals Landestrainer vom Boxverband Mecklenburg-Vorpommern, in das Sportinternat des Schweriner SC.

In seiner Amateurlaufbahn gelangen dem Rechtsausleger Brähmer in seinen 100 Kämpfen 95 Siege. Unter anderem besiegte er dabei 1996 zweimal Ricky Hatton, im Finale der Deutschen Meisterschaft 1997 Felix Sturm und 1998 Carl Froch. Für den Schweriner SC blieb er in der Box-Bundesliga ungeschlagen. Als Amateur wurde Brähmer Deutscher Jugendmeister, Deutscher Juniorenmeister und Deutscher Halbmittelgewichtsmeister. Bei den Junioreneuropameisterschaften 1995 im ungarischen Siófok belegte er einen dritten Platz. Höhepunkt seiner Amateurlaufbahn war der Titelgewinn im Weltergewicht bei den Juniorenweltmeisterschaften 1996 in der kubanischen Hauptstadt Havanna.

Erfolge (Auswahl);

November 1997; 1. Platz im Halbmittelgewicht bei der Deutschen Meisterschaft in SchwerinGerman National Championships 1997 November 1996; 1. Platz im Weltergewicht bei der Junioren-Weltmeisterschaft in HavannaWorld Junior Championships 1996 Oktober 1995; 1. Platz im Weltergewicht beim Alexandria Junior Tournament in ThessalonikiAlexandria Junior Tournament 1995 Juni 1995; 3. Platz im Weltergewicht bei der Junioren-Europameisterschaft in SiófokEuropean Junior Championships 1995 April 1995; 1. Platz im Weltergewicht beim Gazeta Pomorska Tournament in BydgoszczGazeta Pomorska Tournament 1995

Profikarriere (seit 1999)

Im Jahr 1999 wurde Brähmer von Universum Box-Promotion unter Vertrag genommen, sein Profidebüt fand am 11. Dezember 1999 in Hamburg statt. Er boxte zunächst im Supermittelgewicht. In seinem 24. Profikampf gewann er am 12. Oktober 2002 den WBC-International Titel. Am 4. Februar 2006 gelang Brähmer durch einen Punktsieg gegen den Südafrikaner Andre Thysse der erneute Gewinn des WBC-International Titels.

Am 27. Mai 2006 traf Brähmer auf seinen Stallkollegen Mario Veit. Zwar gelang ihm in der ersten Runde ein Niederschlag, dennoch unterlag er Veit unerwartet nach Punkten. In seinem nächsten Kampf besiegte er den Argentinier Francisco Antonio Mora durch K. o. in der achten Runde. Im Mai 2007 gewann Brähmer den WBO-Intercontinental Titel im Supermittelgewicht gegen Héctor Velazco, musste in diesem Kampf in der sechsten Runde aber erstmals in seiner Profikarriere selbst zu Boden. Anschließend trat er am 15. September 2007 in Rostock zu einem Rückkampf gegen Mario Veit an und konnte sich für die Niederlage im Jahr zuvor durch einen K. o.-Erfolg in der vierten Runde revanchieren.

Nach diesem Kampf wechselte Brähmer vom Supermittelgewicht in das Halbschwergewicht. Seinen ersten Kampf in der höheren Gewichtsklasse gewann er im April 2008 gegen Karim Bennama. Schon in seinem zweiten Kampf im Halbschwergewicht wurde ihm ein Weltmeisterschaftskampf ermöglicht; er trat am 22. November 2008 in Rostock gegen den WBA-Titelträger Hugo Hernán Garay aus Argentinien an, verlor jedoch über zwölf Runden nach Punkten.

In seinem nächsten Kampf am 7. März 2009 in Dresden boxte Brähmer gegen Rachid Kanfouah um die vakante Europameisterschaft im Halbschwergewicht. Er siegte durch technischen K. o. in der fünften Runde, nachdem der Kampf aufgrund des gänzlich zugeschwollenen linken Auges Kanfouahs vom Ringrichter abgebrochen wurde. Brähmer verteidigte den Titel durch einen Erstrunden-K. o. gegen den Italiener Antonio Brancalion, bevor er den Gürtel niederlegte, um gegen den ebenfalls bei Universum-Box-Promotion unter Vertrag stehenden Aleksy Kuziemski am 22. August 2009 in Budapest um die Interimsweltmeisterschaft des WBO-Verbandes zu boxen. Brähmer gewann gegen den Polen durch technischen K. o. in der elften Runde und erwarb somit das Recht, gegen den langjährigen WBO-Weltmeister Zsolt Erdei antreten zu können.

Am 13. November 2009 wurde Brähmer kampflos offizieller WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht, da der bisherige WBO-Weltmeister Erdei, ebenfalls bei Universum unter Vertrag, den Titel niederlegte und somit ein Stallduell vermieden wurde. Er verteidigte den Weltmeistertitel erstmals am 19. Dezember 2009 in Schwerin erfolgreich gegen den Russen Dimitri Suchotski. Brähmer und Zbik mit tollen Siegen in Schwerin. Universum Box-Promotion, 20. Dezember 2009. Seine zweite Titelverteidigung absolvierte er gegen den Argentinier Mariano Plotinsky, den er durch technischen K. o. in der fünften Runde bezwang.

Eine weitere, für den Juni 2010 geplante freiwillige Verteidigung des WBO-Titels gegen den Rumänen Alexandro Lakatos sagte Brähmer wegen einer Rückenverletzung ab. Danach sollte er am 8. Januar 2011 gegen den amtierenden WBA-Weltmeister Beibut Schumenow in Schymkent zu einer Titelvereinigung antreten. Universum Box-Promotion, 8. Dezember 2010. Doch auch dieses Duell sagte er vier Tage vor dem Kampftermin wegen einer Magendarm-Erkrankung ab. Universum Box-Promotion, 4. Januar 2011. Anschließend ordnete die WBO eine Pflichtverteidigung ihres Titels gegen den britischen Interimsweltmeister Nathan Cleverly an. Der erste geplante Termin am 2. April in London wurde zunächst auf den 21. Mai 2011 verschoben, schließlich aber am 18. Mai 2011 von Brähmer wiederum abgesagt. Als Grund wurde eine im Training erlittene Platzwunde am Augenlid angegeben. Daraufhin wurde ihm der Weltmeistertitel von der WBO aberkannt und Cleverly zum WBO-Weltmeister ernannt. abendblatt.de, 19. Mai 2011. Brähmer pausierte daraufhin bis zu seinem Kampf am 28. Januar 2012 gegen den Spanier José María Guerrero in Hamburg. Er gewann den Kampf durch technischen K. o. nach Kampfabbruch aufgrund einer Platzwunde und eines zugeschwollenen Auges bei Guerrero. Den nächsten Kampf bestritt er am 21. April 2012 in Schwerin gegen Vikapita Meroro. Er gewann den zehnründigen Kampf einstimmig nach Punkten (97-92, 98-91, 98-91).

Im August 2012 verließ Brähmer den Hamburger Universum-Boxstall und unterschrieb einen Vertrag bei der Berliner Sauerland Event GmbH.Ex-Weltmeister Brähmer boxt künftig für Berliner Team. In: Berliner Morgenpost. 25. August 2012. Neuer Trainer dort wurde sein Wunschtrainer Karsten Röwer.

Am 2. Februar 2013 wurde er mit einem einstimmigen Punkteurteil gegen Eduard Gutknecht neuer Europameister im Halbschwergewicht; am 27. April 2013 verteidigte er seinen Titel mit einem K. o.-Sieg in der zweiten Runde gegen den Franzosen Tony Averlant.

Am 15. Dezember 2013 gewann Brähmer nach einstimmigem Urteil der drei Punkterichter gegen Marcus Oliveira den vakanten regulären WM-Titel der WBA. Am 5. April 2014 verteidigte er den Titel erfolgreich gegen den Briten Enzo Maccarinelli, der den Kampf wegen einer Augenverletzung vorzeitig vor Beginn der 6. Runde aufgeben musste (TKO). Zwei Monate später konnte er seinen Titel gegen den Argentinier Roberto Bolonti nach einstimmigem Urteil verteidigen. Sein nächster Herausforderer, der Pole Pawel Glazewski hatte ebenfalls keine Chance gegen ihn, denn Brähmer gewann diesen Kampf bereits durch K. o. in der 1. Runde.

Seine nächste Titelverteidigung stieg am 21. März 2015 gegen Robin Krasniqi, den Brähmer durch Aufgabe seines Gegners in der 10. Runde gewann. Bei seinem nächsten deutschen Duell traf er am 5. September 2015 auf Konni Konrad; auch diesen Kampf gewann Brähmer durch Aufgabe seines Gegners bereits in der 8. Runde. In einem weiteren deutschen Duell besiegte er am 12. März 2016 in der Revanche erneut seinen ehemaligen Universum-Teamkollegen Eduard Gutknecht nach Punkten.

Am 29. April 2016 gab er die Trennung von seinem bisherigen Trainer Karsten Röwer bekannt, neuer Trainer wurde Conny Mittermeier.

Bei seiner Titelverteidigung am 1. Oktober 2016 verlor er das langersehnte Duell gegen den Briten Nathan Cleverly. Brähmer musste auf Grund einer Armverletzung den Kampf abbrechen.Jürgen Brähmer verliert WM-Titel gegen Nathan Cleverly. T-Mobile, 1. Oktober 2016.

Für die Teilnahme an der World Boxing Super Series wechselte Brähmer vom Halbschwergewicht zurück in seine ehemalige Gewichtsklasse ins Supermittelgewicht. Am 27. Oktober 2017 traf er in Schwerin im Viertelfinale auf den US-Amerikaner Robert Brant, den er mit einem einstimmigen Punktsieg bezwang. Das Halbfinale im Februar 2018 musste er wegen eines grippalen Infekts absagen; er wurde durch Nieky Holzken ersetzt.

Am 21. April 2018 verkündete Brähmer das Ende seiner Zusammenarbeit mit Sauerland Event. Grund sollen mangelnde Kommunikation, fehlende Unterstützung und das Nichteinhalten von Absprachen gewesen sein.Box-Hammer! Brähmer verlässt Sauerland Bild.de, 21. April 2018.

Zur selben Zeit gründete er mit seinem Schützling und WBA-Supermittelgewicht-Weltmeister Tyron Zeuge die Promotionfirma JB German Sports mit Sitz in Schwerin. Seinen ersten Kampf unter eigenem Boxstall bestritt er am 15. Dezember 2018 unter seinem ehemaligen Trainer Michael Timm in der Sporthalle Hamburg gegen den Argentinier Pablo Daniel Zamora Nievas und gewann durch TKO in der 5. Runde. Am 15. Juni 2019 traf er in der Sport- und Kongresshalle in Schwerin auf Erdogan Kadrija, diesen Kampf gewann er ebenfalls durch TKO in der 2. Runde. Im Hamburg Cruise Center Altona besiegte er am 21. Dezember 2019 Jürgen Doberstein in der 7. Runde durch KO.

Liste der Profikämpfe