Die Altaba Inc. war eine US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft, die unter anderem Anteile an Alibaba und Yahoo! Japan hielt. Als Yahoo ([], deutsche Aussprache: []) wurde das Internetunternehmen von David Filo und Jerry Yang im Januar 1994 gegründet. 1996 ging Yahoo mit 46 Angestellten an die Börse. 2009 arbeiteten insgesamt rund 13.500 Mitarbeiter für Yahoo.
Das Webportal Yahoo wurde 2016 an die Verizon-Unternehmensgruppe verkauft, wo es 2017 nach Abschluss der Transaktion Teil von Oath (seit 2019 Verizon Media, seit 2021 Yahoo! Inc.) wurde. Im Mai 2021 kaufte das Investmentunternehmen Apollo Global Management Yahoo und AOL von Verizon.
Das Unternehmen Yahoo! Inc. benannte sich im Juni 2017 nach dem Verkauf seines Portalgeschäfts an Verizon in Altaba Inc. um und konzentrierte sich auf seine zwei wichtigsten Beteiligungen an der Alibaba Group und Yahoo! Japan. Im September 2018 verkaufte das Unternehmen seine Anteile an Yahoo! Japan an den japanischen Technologie-Konzern Softbank. Im Juni 2019 beschloss Altaba den Verkauf seiner Alibaba-Anteile und die eigene Auflösung, welche am 4. Oktober 2019 umgesetzt wurde.
Unternehmensgeschichte mini|Yahoos Firmenzentrale in Sunnyvale
Im Jahr 1994 arbeiteten die Yahoo-Gründer David Filo und Jerry Yang – zu jener Zeit Doktoranden an der Fakultät für Elektronik an der Universität Stanford – an einer Navigationshilfe für das Internet. Die Liste der im Webkatalog verzeichneten Internetseiten wuchs damals rasant an, worauf die Gründer die Inhalte nach Kategorien ordneten. Daraus entstand eine kommentierte Lesezeichen-Sammlung. Die Webseite startete im Januar unter dem Namen „Jerry and David’s Guide to the World Wide Web“ und wurde 3 Monate später in Yahoo! umbenannt. Bereits im Herbst 1994 griffen 100.000 Nutzer auf dieses Angebot zu. Am 2. März 1995 wurde das Unternehmen Yahoo! Inc. offiziell gegründet und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, 1996 erfolgte der Börsengang. Am 28. Januar 1996 wurde Yahoo Deutschland gegründet, die deutschsprachige Portalseite wurde am 10. Oktober 1996 veröffentlicht. Die Yahoo Deutschland GmbH formierte sich im November 1996 als Joint Venture mit Softbank (Ziff Davis). Später erschloss Yahoo weitere Märkte mit Portalen in Japan, Großbritannien, Frankreich (jeweils 1996), Singapur, Australien, Korea, Dänemark, Norwegen, Schweden (jeweils 1997), Italien, Spanien (jeweils 1998), Volksrepublik China (1999), Argentinien, Indien und Kanada (jeweils 2000).
Yahoo profitierte stark vom Boom des neuen Mediums. Mit steigenden Werbeeinnahmen durch Onlinewerbung stieg der Aktienkurs auf Rekordwerte. Mit dem Zusammenbrechen der Dotcom-Blase sanken 2000/2001 die Werbeeinnahmen massiv. Der neue Chef Terry Semel änderte die Geschäftsstrategie. Bislang bot Yahoo Dienste wie E-Mail-Konten und Terminplaner kostenlos an, um viele Kundenkontakte zu erhalten; je mehr Kundenkontakte, desto teurer verkaufte man dem Kunden Werbebanner. Diese Strategie erforderte, dem User alle Dienste, die er „braucht“, aus einer Hand anzubieten.
Yahoo erweiterte seine Produktpalette und bot nun auch kostenpflichtige Dienste an. Hierzu erwarb Yahoo die Jobbörse HotJobs und im März 2005 die Fotoseite Flickr. Neben einem kleinen Angebot bezahlter Inhalte wurden die meisten Umsätze weiterhin mit Werbung erzeugt.
Bis nach der Jahrtausendwende nutzte Yahoo Datenbestände von Altavista, Inktomi und danach von Google für die eigene Suchmaschine. Im Februar 2004 wurden die Verträge mit Google gekündigt. Bis zu einer im Februar 2009 mit Microsoft vereinbarten Suchallianz nutzte Yahoo eigene Suchalgorithmen und Indizes. Um gegenüber Google Boden gutzumachen, wurden am 7. Oktober 2003 mit Overture Services (später: Yahoo Search Marketing) ein Spezialist für Online-Suche und -Marketing und am 19. März 2003 der Suchmaschinenbetreiber Inktomi übernommen.
2005 stieg Yahoo mit einer Milliarde US-Dollar für einen 40-%-Anteil beim chinesischen Online-Portalbetreiber Alibaba.com ein. Im Jahre 2012 verringerte Yahoo seinen Anteil an Alibaba auf 20 %.
Am 30. April 2007 übernahm Yahoo den Werbespezialisten Right Media für circa 680 Millionen US-Dollar. Kurz darauf folgende Fusionsgespräche zwischen Microsoft und Yahoo wurden erfolglos beendet. Trotzdem gab Microsoft am 1. Februar 2008 bekannt, Yahoo für 44 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen. Ein Angebot wurde den Aktionären vorgelegt. Yahoo wies das Angebot erneut zurück und forderte pro Aktie rund neun US-Dollar mehr. Am 4. Mai 2008 zog Microsoft das Angebot endgültig zurück. Am 18. Juni 2007 trat Yahoo-Chef Terry Semel zurück. Mitgründer Jerry Yang übernahm dessen Position. Ende 2007 erwarb Yahoo das global agierende Online-Werbenetzwerk BlueLithium für knapp 300 Millionen US-Dollar.
Am 18. November 2008 trat Jerry Yang als CEO von Yahoo zurück. Am 14. Januar 2009 übernahm die Software-Managerin Carol Bartz das Amt.
Im Juli 2009 schloss Yahoo eine Allianz mit Microsoft im Bereich Websuche. Microsoft vereinte die eigenen und die Suchtechnologien von Yahoo. In: yahoo.enpress.de Im Februar 2010 ging Yahoo eine Partnerschaft mit dem sozialen Netzwerk Twitter ein.
Im August 2009 folgte der Erwerb einer Internet-Gemeinschaft im arabischen Raum, Maktoob.com.
Seit dem 8. Juni 2010 fand die Integration von Facebook-Inhalten statt. Wer sowohl Yahoo als auch Facebook nutzte, konnte seine Konten somit verbinden.
Am 6. September 2011 trennte sich Yahoo von seinem Chief Executive Officer (CEO) Carol Bartz und ernannte Finanzvorstand Timothy Morse zum CEO ad interim. Morse wurde am 9. Januar 2012 durch Scott Thompson als permanenter CEO abgelöst. Anfang 2012 legte Mitbegründer Yang seinen Sitz im Verwaltungsrat nieder und zog sich aus dem Unternehmen zurück.
Am 13. Mai 2012 trat Scott Thompson als CEO ab; er hatte in seinem Lebenslauf einen akademischen Titel angegeben, den er nie erworben hatte. Interimistischer Nachfolger wurde der bisherige Leiter des globalen Mediengeschäfts, Ross Levinsohn. Zur gleichen Zeit trat der Chairman of the Board Roy Bostock zurück, um den Führungswechsel für den neuen Vorstand zu beschleunigen. Er wurde durch Fred Amoroso ersetzt. Seit dem 16. Juli 2012 ist Marissa Mayer, eine ehemalige Vizepräsidentin von Google, Vorstandsvorsitzende von Yahoo.
Im Juni 2013 übernahm Yahoo die Blog-Plattform Tumblr – als Kaufpreis nannte Yahoo „rund 990 Millionen US-Dollar“. Das Startup sollte eigenständig bleiben; Gründer David Karp blieb Chef. Am 17. Oktober 2013 erklärte Yahoo gegenüber der Washington Post, dass HTTPS ab dem 8. Januar 2014 als standardmäßiges Verschlüsselungsprotokoll verwendet werden solle.
Anfang 2014 stellte Mayer Pläne vor, wie Yahoo künftig mit Onlineinhalten Geld verdienen wolle. Schwerpunkt seien digitale Magazine auf Smartphones und Tablets, die ersten beiden Sparten werden Food und Technology sein. Beide sollen sich an normale Nutzer richten, nicht an Experten, und würden sich in Themenwahl und Sprache daran anpassen. Anzeigen würden nicht als Banner, sondern im Fluss der redaktionellen Beiträge stehen, aber als Werbung erkennbar. Auch sollten die Anzeigenerlöse bei tumblr ab 2014 wachsen.
Seit dem 21. März 2014 konzentriert Yahoo die Dienste, die bislang von europäischen Niederlassungen, wie z. B. der Yahoo Deutschland GmbH, erbracht wurden, in Irland.
2014 gab Yahoo bekannt, für die Videoplattform Yahoo Screen digitale Serien zu produzieren, die durch Werbung finanziert werden sollen. Neben zwei Comedyserien von Paul Feig und Mike Tollin sollte 2015 die sechste Staffel von Community veröffentlicht werden, die zuvor ihre Heimat bei NBC hatte.
Am 5. Januar 2016 bestätigte Yahoo die Abschaltung seiner Videoplattform Yahoo Screen.
Ende 2015 beschloss Yahoo, sich auf Druck einiger Großaktionäre aufzuspalten. Die Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba behielt man, während der Rest in eine neue Gesellschaft überführt wurde, um sie zu verkaufen. Wenn nur noch als Mantelgesellschaft ohne operatives Geschäft das Anlagevermögen verwaltet werde, erlaube dies eine steuerfreie Realisation der Alibaba-Gewinne. Im Juli 2016 wurde die Übernahme durch Verizon bekannt. Yahoo sollte mit der Internet-Tochter AOL zusammengelegt werden, um mit Google und Facebook auf dem Gebiet der Online-Werbung konkurrieren zu können. Dafür zahlte Verizon 4,8 Mrd. Euro. Am 13. Juni 2017 wurden Yahoo! und AOL von Verizon offiziell zu der Dachmarke Oath fusioniert. Die Beteiligungen an Alibaba.com und Yahoo! Japan behielt man. Nach Abschluss des Verkaufs an Verizon benannte sich das verbleibende Unternehmen in Altaba um.
Namensherkunft mini|Altes Logo (bis 2013) mini|Logo bis 2019 Laut der englischen auf docs.yahoo.com (englisch). und deutschen Unternehmenswebsite im Yahoo-Presseportal vom 25. Mai 2011. ist der Name des Internetportals Yahoo zwar auch ein Akronym für Yet Another Hierarchical Officious Oracle, wurde aber von den beiden Firmengründern aufgrund der Bedeutung des englischen Adjektivs yahoo „rude, unsophisticated, uncouth“ („ungezogen, unverfälscht, ungehobelt“) – ursprünglich abgeleitet von den primitiven menschenähnlichen Yahoos in Jonathan Swifts Erzählung Gullivers Reisen – gewählt.Vgl. In: docs.yahoo.com, 9. Januar 2011 (englisch). Das Akronym ist also passend zum Begriff erfunden worden, dementsprechend ein Backronym und falsches Akronym. Andere Quellen verweisen für die Herkunft des Namens hingegen unmittelbar auf Swifts Roman.
Finanzdaten + Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Yahoo in Millionen US-DollarUmsätze ohne Traffic Acquisition Costs (TAC) und Gewinne ohne Sonderposten. Siehe hierzu: In: yhoo.client.shareholder.com (englisch). Jahr Umsatz Nettogewinnbzw. -verlust1996 19,6 −4,21997 70,3 −25,41998 218,2 11,11999 557,5 60,82000 1005 101,82001 717,4 −92,82002 953,1 42,92003 1472 237,822004 3574 839,32005 5256 1333,42006 6425 750,92007 6969 6602008 7209 4242009 6460 5982010 6325 12322011 4984 10492012 4987 39452013 4682 13662014 14989 75222015 4968 −43592016 5176 −214
Der Kurs lag am 14. März 2017 bei 43,57 €. Ende 2015 waren 939,1 Millionen Aktien von Yahoo in den Händen von 8.846 Anteilseignern Die Marktkapitalisierung lag Ende 2015 bei 29,1 Milliarden Euro. Microsoft bot Anfang 2008 31 US-Dollar je Aktie, doch Yahoo lehnte ab. Die Yahoo-Aktie lag 1997 bei 0,86 Euro, den Höchstwert erreichte sie Anfang 2000 mit 119,55 Euro.
Angebote
Weltweit nutzten 2012 mehr als 700 Millionen MenschenQuelle: comScore US Februar 2012. Yahoo. Zu den Produkten und Services gehören beispielsweise in Deutschland unter anderem die Yahoo Startseite, Yahoo Suche, Yahoo Mail, Yahoo Nachrichten, Yahoo Finanzen und Flickr. Im englischen Sprachraum gibt es seit dem 8. Dezember 1997 Yahoo Sports, das aktuelle News aus zahlreichen Sportarten, Ligen und Wettbewerben bietet.
Yahoo bietet mit Yahoo Mail seit Jahren ein eigenes Freemail-Angebot mit unlimitiertem Speicherplatz an und gehörte 2012 mit etwa 300 Millionen Nutzern, davon knapp sechs Millionen in Deutschland,Quelle: comScore Februar 2012. zu den Marktführern bei den Freemail-Anbietern. Ein eigener Instant Messenger namens Yahoo Messenger existierte von 1998 bis 2018.
Einige Dienste von Yahoo treten unter eigenen Markennamen auf, so etwa: AlltheWeb (eingestellt am 4. April 2011) AltaVista (eingestellt im Juli 2013) Delicious (Mitte 2011 veräußert und 2019 eingestellt) Flickr (wurde im April 2018 von Yahoo an SmugMug verkauft.) MyBlogLog (am 24. Mai 2011 eingestellt und von Yahoo Pulse abgelöst) Tumblr (wurde im August 2019 an Automattic Inc., den Betreiber der Bloggerplattform WordPress.com, verkauft.) Upcoming
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