Windows 2000, kurz W2K oder Win 2k (von Kilo: „2k“ = 2000), ist ein Betriebssystem von Microsoft. Es ist eine Weiterentwicklung von Windows NT 4.0 und der Vorgänger von Windows XP. Die interne Bezeichnung bei Microsoft lautet Windows NT 5.0.
Geschichte Entwicklung als Windows NT 5.0 Die Planungen für Windows NT 5.0, der ursprüngliche Name von Windows 2000, begannen kurz nach der Veröffentlichung von Windows NT 4.0. Mit dem neuen Betriebssystem wollte Microsoft die Administrationskosten für Unternehmen senken, das hauptsächlich durch die Einführung eines Verzeichnisdienstes namens Active Directory geschehen sollte. Das Betriebssystem sollte Ende 1997 veröffentlicht werden. Anfang 1997 verteilte Microsoft eine Vorversion von Active Directory an Entwickler, gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, dass sich die Fertigstellung des Betriebssystems in das Jahr 1998 verschiebe. Diese erste Verzögerung wurde zunächst begrüßt, da die Presse sich davon ein stabileres Betriebssystem erhoffte und viele Unternehmen ohnehin mit der Migration auf den Vorgänger Windows NT 4.0 beschäftigt seien.
In darauffolgenden Presseständen von Microsoft, unter anderem auf der CeBIT im März 1997 und auf der WinHEC im Mai 1997, erläuterte das Unternehmen die Ziele des neuen Betriebssystems. Windows NT 5.0 sollte die Windows-9x- und Windows-NT-Linien vereinigen und in diesem Zuge Funktionen wie Plug and Play und USB-Unterstützung beinhalten. Neben der bisherigen 32-Bit-Version sollte es erstmals auch eine 64-Bit-Version von Windows für den Alpha-Prozessor von DEC und einem Prozessor von Intel mit dem Codenamen Merced (dem späteren Intel Itanium) geben. Wie NT 4.0 sollte NT 5.0 in einer Workstation-, Server- und Enterprise-Edition erscheinen. Microsoft lizenzierte am 12. Mai 1997 eine Mehrbenutzertechnologie von Citrix, die neben NT 4.0 (in Form der Terminal Server Edition) auch Bestandteil von NT 5.0 sein sollte.
Auf der COMDEX im Frühjahr 1997 kündigte Microsoft einen Betatest im Zeitraum August/September und eine Veröffentlichung Anfang 1998 an, was in etwa dem Entwicklungszeitraum von Windows NT 4.0 entsprach. Das Betatest-Datum wurde später auf den September 1997 festgesetzt, was sich später als großer Fehler herausstellte, da die Entwickler weit hinter dem Zeitplan lagen und nicht in der Lage waren, in so kurzer Zeit eine Beta-Version des Betriebssystems mit den zuvor versprochenen Funktionen fertigzustellen. Als am 20. September 1997 die erste Beta-Version schließlich veröffentlicht wurde, galt sie als instabil und unausgereift; zahlreiche Neuheiten des Betriebssystems waren in dieser Vorversion nicht vorhanden oder funktionsuntüchtig. Der Termin für den zweiten Betatest, der für den 15. Dezember 1997 vorgesehen war, musste in das Jahr 1998 verschoben werden. In diesem Zuge war auch der geplante Veröffentlichungstermin Anfang 1998 nicht zu halten und musste zum Ende des Jahres verschoben werden. Einige Zeitschriften schrieben gar, dass mit einer Fertigstellung erst 1999 zu rechnen sei. Der zweite Betatest wurde zunächst für den April 1998 versprochen, aber auch dieser Termin fiel schließlich und so veröffentlichte das Unternehmen zunächst nur eine Vorversion im März.
Im Februar 1998 bestätigte Microsoft, dass zu ambitionierte Ziele Schuld an den massiven Verzögerungen im Entwicklungsprozess seien. Zu den Plänen, die für Windows NT 5.0 vorgesehen waren, zählten etwa eine TV-Funktion (die später unter der Bezeichnung WebTV Bestandteil von Windows 98 wurde) sowie ein Projekt mit dem Codenamen Chrome, das DirectX und HTML kombinieren sollte, um Multimediainhalte im Web bereitzustellen, aber letztendlich nie realisiert wurde. Spekulationen, wonach gar das von Anfang an versprochene Active Directory dem Entwicklungsprozess zum Opfer fallen könnte, dementierte Microsoft klar. Der zweite Betatest wurde auf den Juni 1998 festgesetzt, das Endprodukt sollte nunmehr tatsächlich Anfang 1999 erscheinen. Der endgültige Termin für den zweiten Betatest war, nach weiteren Verzögerungen, der 18. August 1998. Zwar enthielt diese Version laut Microsoft alle für das Endprodukt vorgesehenen Funktionen, sie galt jedoch auch als instabil und unausgereift. Aufgrund dessen plante Microsoft einen dritten Betatest zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt.
Fortführung unter dem Namen Windows 2000 Am 27. Oktober 1998 wurde dann der Name Windows 2000 durch Microsoft offiziell festgelegt. Dieser Schritt war in der Öffentlichkeit äußerst kontrovers, da Windows NT bislang der Name für Business-Betriebssysteme war, während hingegen die Bezeichnung Windows ohne Zusatz mit Consumer-Betriebssystemen assoziiert wurde. Diese Entscheidung sollte sich erst im Nachhinein als richtig herausstellen, denn viele Nutzer sahen Windows 2000 nach seiner Veröffentlichung als ein besseres Betriebssystem als Windows NT an, obwohl Windows 2000 letztlich auch nur eine Version von Windows NT ist. Gleichzeitig wechselten die drei Versionen des Betriebssystems ihren Namen; sie hießen nunmehr Professional, Server und Advanced Server. Der Windows 2000 Server würde anders als die bisherigen Server-Versionen von Windows NT nur noch zwei statt vier Prozessoren unterstützen, der Advanced Server nur noch vier statt acht Prozessoren. Neu angekündigt wurde der Datacenter Server, eine Version für große Rechenzentren, die bis zu 16 Prozessoren und 64 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützen werde.
Im Januar 1999 erklärte Microsoft, dass das Endprodukt erst am 25. Februar 2000 erscheinen werde; der dritte Betatest sollte im April 1999 stattfinden. Zu dieser erneuten Verzögerung trugen zahlreiche Faktoren bei: die parallel verlaufende Hardwareentwicklung und die dadurch entstehende Notwendigkeit, Treiber für diese neue Hardware zu schreiben (etwa den Pentium-III-Prozessor), Vorsorgemaßnahmen aufgrund des Jahr-2000-Problems, die zuvor erfolgte Namensänderung sowie die parallele Arbeit an der 64-Bit-Version. Aufgrund dessen entstanden kurzzeitig Gerüchte um eine Version des Betriebssystems, der zwar bestimmte Funktionen, wie das Upgrade einer bestehenden Windows-NT-Domäne auf Active Directory, fehlen würden, die aber die zeitliche Lücke bis zur endgültigen Veröffentlichung schließen sollte. Der dritte Betatest, an dem 650.000 Betatester teilnahmen, startete schließlich am 30. April 1999. Diese Version löste die Probleme, die in vergangenen Betatests auftraten, und brachte große Hoffnungen auf die Endversion.
Am 1. Juli 1999 folgte der Release Candidate von Windows 2000. Auch wenn das Betriebssystem nochmals stabiler war als beim letzten Betatest, zeigten sich immer noch Probleme im Zusammenhang mit Active Directory. Am 18. August 1999 entschied Microsoft, dass die Server-Varianten von Windows 2000 die doppelte Anzahl an Prozessoren unterstützen würden – 4 beim Server, 8 beim Advanced Server und 32 beim Datacenter Server. Damit revidierte Microsoft seine frühere Entscheidung, die Anzahl der unterstützten Prozessoren im Vergleich zu NT 4.0 zu reduzieren und reagierte auf das zu erwartende Erscheinen von Systemen mit acht Prozessoren.
Der zweite Release Candidate, der ursprünglich am 6. September folgen sollte, erschien schließlich wenige Tage später am 15. September. Doch auch dies sollte nicht der letzte Release Candidate sein; Microsoft brachte am 17. November eine dritte Version heraus, und am 15. Dezember erreichte Windows 2000 schließlich den Status Release to Manufacturing. Am 17. Februar 2000 erschienen schließlich Windows 2000 Professional, Server und Advanced Server. Der Start von Windows 2000 drohte zunächst, überschattet zu werden: laut einer internen Nachricht von Microsoft solle Windows 2000 63.000 Fehler haben. Es stellte sich jedoch heraus, dass dies nur das Resultat eines Programms sei, das den Quelltext von Windows 2000 und zusätzlichen Quellcode, der nicht im finalen Release dabei war, automatisiert überprüfe, zudem auch false positives ausgeben würde und daher nichts mit der Anzahl der Fehler im Betriebssystem zu tun habe. Der Windows 2000 Datacenter Server kam am 26. September 2000 auf den Markt.
Der Mainstream Support von Windows 2000 lief am 30. Juni 2005 aus. Der Extended Support, in dessen Rahmen Sicherheitsaktualisierungen veröffentlicht wurden, endete am 13. Juli 2010.
64-Bit-Version von Windows 2000 Parallel zur 32-Bit-Version arbeitete ein separates Entwicklerteam, geführt von David N. Cutler, an der 64-Bit-Version des Betriebssystems, die Anfang 2000 für den Alpha-Prozessor und später gemeinsam mit der Veröffentlichung des Itanium-Prozessors auch für diese Architektur erscheinen sollte. Diese Version sollte nicht nur mehr als die bei 32-Bit-Prozessoren adressierbaren 4 Gigabyte an Arbeitsspeicher unterstützen, sondern noch einige zusätzliche Funktionen beinhalten, um sie für Großunternehmen attraktiver zu machen. Compaqs Ankündigung, die Entwicklung von Alpha-Prozessoren zu beenden, brachte jedoch nicht nur das Ende für die 32-Bit-Version, die sich bereits in der Release Candidate-Phase befand, sondern auch für die 64-Bit-Version. Da jedoch funktionierende Prototypen des Itanium-Prozessors fehlten und es auch keine anderen 64-Bit-Systeme gab, die für Windows 2000 in Frage gekommen wären, arbeiteten die Entwickler vorerst weiter mit Alpha-Rechnern.
Im August 1999 demonstrierten Microsoft und Intel erstmals Windows 2000 auf einem Prototyp eines Itanium-Systems. Im Juni 2000 erschien eine Vorversion der 64-Bit-Version von Windows 2000; diese erhielten die Besitzer der 5.000 bis dahin ausgelieferten Itanium-Prototypen. Danach endeten die Arbeiten an der 64-Bit-Version von Windows 2000; diese wurde fortan auf Basis des Nachfolgers, Windows Whistler, entwickelt.
Service Packs und Aktualisierungen Für Windows 2000 erschienen insgesamt vier Service Packs. Diese erschienen erstmals in zwei Versionen. Zum einen ist dies die Webinstallation, die automatisch den Versionsstand des Betriebssystems überprüft und nur die Dateien herunterlädt, die aktualisiert werden müssen. Zum anderen ist dies die Netzwerkinstallation, die wie bisher sämtliche Dateien enthält. Zudem konnte wie bisher das Service Pack als CD bestellt werden.
Eine Neuheit der Service Packs für Windows 2000 ist das sogenannte Slipstreaming. Dabei können die Dateien des Service Packs in das Installationsverzeichnis von Windows 2000 integriert werden, sodass bei einer Neuinstallation des Betriebssystems die Installation des Service Packs nicht mehr notwendig ist.
Service Pack 1 Das erste Service Pack für Windows 2000 kam am 31. Juli 2000 heraus. Das Service Pack selbst beschränkte sich dabei größtenteils auf die Behebung der Programmfehler, die seit dem Erscheinen von Windows 2000 entdeckt wurden. Eine Neuheit, die nur auf der Service Pack-CD enthalten war, aber auch separat aus dem Internet heruntergeladen werden konnte, war der Terminal Services Advanced Client, eine Erweiterung der Terminaldienste des Windows 2000 Servers. Enthalten waren ein ActiveX-Client, mit dem eine Verbindung auch über das Internet mittels des Internet Explorers hergestellt werden konnte, ein Snap-In der Terminaldiensteverwaltung für die Microsoft Management Console, sowie ein Windows-Installer-Paket, mit dem das Clientprogramm auf Windows-2000-Clients installiert werden kann.
Service Pack 2 Das Service Pack 2 folgte am 16. Mai 2001. Da mit diesem Service Pack die Exportbeschränkungen der USA bezüglich Kryptografieverfahren entfielen, aktualisierte das Service Pack die Verschlüsselungsverfahren auf 128 Bit, einschließlich der Systeme außerhalb der USA, die bisher auf eine maximale Schlüssellänge von 56 Bit beschränkt waren.