miniatur|Vienna International Centre Johann Staber (* 11. April 1928 in Klagenfurt; † 1. August 2005 in Wien) war ein österreichischer Architekt.

Leben

Johann Staber wurde im Jahr 1928 in Klagenfurt als Sohn eines Maurerpoliers geboren und hatte drei Brüder. 1941 übersiedelte die Familie nach Graz, wo seine Eltern Franz und Julie Staber (geb. Meixner) ein Gasthaus übernahmen. Nach Beendigung der Hauptschule trat Staber in die Bundesgewerbeschule in Graz ein, die er im Jahr 1947 mit Matura abschloss.Johann Staber, Architektenlexikon, Architekturzentrum Wien, abgerufen am 19. Oktober 2020

Nach einem Architekturstudium bei Karl Raimund Lorenz und Friedrich Zotter an der Technischen Hochschule Graz war Johann Staber von 1951 bis 1953 im Büro von Oswald Haerdtl in Wien tätig. Ab März 1953 arbeitete er in Wien als selbständiger Architekt und erhielt 1956 die Architektenbefugnis. Staber war ab den 1960er Jahren für zahlreiche Bauherren im Waldviertel tätig. Er baute Einfamilienhäuser, Schulen und kleinere Gewerbebauten.

Im Jahr 1968 nahm Johann Staber am Wettbewerb für den „Amtssitz Internationaler Organisationen Konferenzzentrum Wien“ teil und erhielt den Zuschlag für den Bau.Stabers Entwurf wurde von der Jury an die vierte Stelle gereiht, aber aufgrund von Mängeln bei den drei erstgereihten Projekten, die von namhaften Architekten aus Argentinien, Großbritannien und Deutschland stammten, und einer Intervention von Bundeskanzler Kreisky erhielt schließlich Staber den Auftrag. Anfang des Jahres 1972 und ein halbes Jahr nach der Beauftragung für den Bau der Wiener Uno-City gab Staber seinen alten Bürositz auf und eröffnete ein neues Büro. Um den Großauftrag zu bewältigen, stellte Staber zahlreiche Mitarbeiter ein, die er auch nach Fertigstellung der Uno-City trotz fehlender Folgeaufträge lange Zeit weiter beschäftigte. Diese hohen Kosten, eine intensive und aufwändige Arbeitsweise und die Beteiligung an zahlreichen Wettbewerben führten schließlich zum finanziellen Ruin und Konkurs des Architekten im Jahr 1998. Staber starb schließlich zurückgezogen und verarmt im Jahr 2005 in Wien; dass sein Nachlass erhalten geblieben ist, liegt nur an der Umsicht der Mitarbeiter eines Entrümpelungsunternehmens.Anja Gerevini-Hueter: Der unbekannte Erbauer der UNO-City, Kurier, 6. April 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020 und am 5. September 2024 Er wurde am Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Staber war ab 1953 mit Olga, geb. Dettenweitz (1928–1999), verheiratet. Das Paar hat einen Sohn.

Auszeichnungen

1999: „Goldener Lorbeer“ für das Lebenswerk, Gesellschaft bildender Künstler Österreichs (Künstlerhaus)

Bauwerke (Auswahl)

mini|Leopold-Figl-Denkmal 1954: Sparkasse Gmünd 1958–1960: Kurven-Bar, Tankstellen-Espresso, Leobendorf 1958/59: Wohnhaus der Gemeinde Wien, Wien 23, Carlbergergasse 43 1958/59: Wohnhaus der Gemeinde Wien, Wien 23, Klostermanngasse 13 / Anton-Heger-Platz 3 1959–1961: Druckereigebäude Fa. Brüder Baumann, Gmünd 1961: Haus Amstetter, Heidenreichstein 1961–1963: Möbelfabrik Bobbin, Gmünd 1962–1967: Volks- und Hauptschule, Schrems 1963–1965: Volksschule Waldenstein 1966/67: Sparkasse Schrems 1967/68: Bürogebäude Gabmann, Schrems 1970–1973: Wohnhaus Schliesser, Wien 19, Hocheneggasse 5 1970–1976: Blindenheim „Harmonie“, Unterdammbach 1972–1979: Vienna International Centre („UNO-City“), Wien 22, Wagramer Straße 5 1972–1983: Schrauben Würth, Wien 11, Studenygasse 1974: Weberei Franz Amstetter & Sohn, Heidenreichstein 1973: Leopold-Figl-Denkmal, Wien 1, Minoritenplatz (mit Franz Anton Coufal) 1979–1980: Bau der Fußgängerzone rund ums Künstlerhaus (Passage-Galerie), Wien 1, Karlsplatz 5 1982–1987: Austria Center Vienna, Wien 22, Bruno-Kreisky-Platz 1990: Reithalle, Schloss Obersiebenbrunn

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Österreich) Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Graz Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2005 Kategorie:Mann