Lippetal ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Soest. Bedeutendstes Bauwerk ist das Wasserschloss Haus Assen im Ortsteil Lippborg. Das Rathaus der Gemeinde Lippetal befindet sich im Ortsteil Hovestadt.

Geographie mini|alternativtext=|Ortsteile von Lippetal Lippetal liegt links und rechts der Lippe zwischen der Großstadt Hamm im Westen und der Stadt Lippstadt im Osten. Weitere Nachbargemeinden von Lippetal sind Ahlen im Nordwesten, Beckum im Norden, Wadersloh im Nordosten, Bad Sassendorf im Südosten, Soest im Süden und Welver im Südwesten. Lippetal liegt südlich der Lippe auf dem Nordrand der Soester Börde und nördlich der Lippe im südlichen Münsterland. Die Lippe fließt von Ost nach West durch die Gemeinde.

Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt von Feldern und Weiden. Kleine Wälder sind zwischen den Feldern verstreut. Die Landschaft ist nördlich der Lippe geprägt von Bauernhöfen, die zwischen den Feldern verstreut liegen, südlich der Lippe ist die meiste Bebauung in Dörfern zusammengefasst. Dies entspricht einem typischen Unterschied zwischen Münsterland und Soester Börde. Die Grenze zwischen den katholischen Bistümern Münster und Paderborn, den früheren Landesherren, verläuft in Lippetal auch heute noch durch den Ort entlang der Lippe.

Gemeindegliederung Lippetal besteht aus insgesamt elf Ortsteilen: Brockhausen, Heintrop-Büninghausen, Herzfeld, Hovestadt, Hultrop, Krewinkel-Wiltrop, Lippborg, Niederbauer, Nordwald, Oestinghausen und Schoneberg. Die Gemeindeverwaltung liegt zu einem großen Teil in den historischen Verwaltungsgebäuden in Hovestadt, größter Ort ist Lippborg. Die Dörfer Hovestadt und Herzfeld sind nahezu zusammengewachsen.

Brockhausen Brockhausen hat 375 Einwohner (Stand: 31. März 2021). Einwohnerstatistik, Stand 31. März 2021, abgerufen am 1. September 2021. Erwähnenswert in Brockhausen sind der Dorfkrug, Kindergarten, Dorfteich und das Feuerwehrhaus sowie der Hundeplatz des HSV Lippetal. Des Weiteren kann man auch ein Feuerwehrhaus aus dem Jahre 1900 betrachten. Eine Besonderheit ist das jährliche Schützenfest, bei dem mit einer Armbrust geschossen wird.

Heintrop-Büninghausen miniatur|150px|Die Windmühle in Heintrop Heintrop-Büninghausen hat 355 Einwohner (Stand: 31. März 2021). Der Ortsteil besteht aus dem kleinen Dorf Heintrop und der Bauerschaft Büninghausen.

Sändkers Windmühle, ein sogenannter „Erd-Holländer“, stand zunächst auf der Lippborger Nordseite der Lippe, in Höhe des heutigen Mühlenwegs auf dem Mühlenknapp und wurde um das Jahr 1858 herum an den jetzigen Platz an der B 475 verlegt. Dazu wurde die Windmühle abgebrochen und Stein für Stein hier wieder aufgebaut. Bis zum Jahre 1976 war die Mühle in Betrieb. 1997 war die aufwändige Renovierung abgeschlossen, und so konnte die Mühle am 9. Mai 1997 eingeweiht werden.Website Saendkers Mühle, abgerufen am 2. November 2011

Herzfeld Herzfeld ist das nach Einwohnerzahl, flächenmäßig nicht mehr, größte Dorf der Gemeinde mit 3338 Einwohnern (Stand: 31. März 2021). Das herausragendste Bauwerk ist die im Zuge des Historismus gebaute neugotische Wallfahrtskirche St. Ida mit dem Grabmal der heiligen Ida, der Begründerin der Pfarrgemeinde in Herzfeld um das Jahr 800. Baubeginn für die neugotische Basilika war das Jahr 1900. Sehenswert ist auch die denkmalgeschützte Antoniuskapelle. Herzfeld gehörte als Kirchengemeinde zum Kreis Beckum.

Hovestadt

Hultrop Hultrop, früher Hullendorp genannt, war ein Dorf im Amt Oestinghausen. Während der Soester Fehde wurde der Ort durch die Soester zerstört. Nach einem Eintrag im liber jurium et feudorum des Erzbischofs Dietrich II. konnte er von Hultrop und Hovestadt etwa fünf Mark Zoll einziehen. Heinrich Droste zu Erwitte und Schorlemmer genannt Klusener waren 1614 jeder mit einem nicht näher bezeichneten Hof belehnt. Hultrop wurde 1623 Pfarrei.A. Ludorf: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Herausgegeben vom Provinzial-Verbande der Provinz Westfalen, 1905, S. 67.

Hultrop hat 469 Einwohner (Stand: 31. März 2021). Hultrop ist neben dem Bäckerladen, einer Kirche und einem Kindergarten vor allem durch die Schnapsbrennerei Northoff bekannt. Auch Hultrop wurde 1969 eingemeindet. Die bekannte Gaststätte „Heini“ musste krankheitsbedingt 2012 geschlossen werden.

Krewinkel-Wiltrop

Lippborg

Nordwald

Oestinghausen Oestinghausen hat 1930 Einwohner (Stand: 31. März 2021). Es gibt ein kleines Industriegebiet und ein „Einkaufszentrum“.

Schoneberg Schoneberg hat 539 Einwohner (Stand: 31. März 2021). In Schoneberg gibt es einen kleinen Spielplatz, einen sehenswerten Feldgarten und die denkmalgeschützte St.-Johannes-Kapelle mit Begegnungsstätte. Schoneberg ist der am weitesten östlich gelegene Ortsteil Lippetals. In Schoneberg gibt es einen Spielmannszug, einen Naturschutzverein, einen Modellfliegerclub, einen Chor und eine Kabarettgruppe. Jedes Jahr findet etwas abseits des Dorfes ein Schützenfest statt.

Geschichte Die Gemeinde Lippetal wurde durch die kommunale Neuordnung am 1. Juli 1969 geschaffen. Die Gemeinde entstand aus elf Dörfern aus den Landkreisen Soest und Beckum. Im Zuge dieser Gebietsreform wurde auch der gesamte damalige Landkreis Soest neu geordnet, dem die Gemeinde Lippetal zugeordnet wurde. Der Name „Lippetal“ ist der Planungsname dieser Gemeinde im Jahre 1969 gewesen. Er ist nicht wie in den meisten umliegenden Gemeinden geändert worden.

Im Norden Lippetals am Rand der Beckumer Berge, gibt es eine als Wallburg Havixbrock oder Germanenlager bezeichnete Befestigungsanlage, die aus Erdwällen besteht.

Ortschaften wie zum Beispiel Oestinghausen (erstmals 1189 erwähnt), Lippborg (erstmals 1189 erwähnt), Hovestadt (erstmals 1213 erwähnt) und der Wallfahrtsort Herzfeld (erstmals 786 erwähnt) sind die ältesten Siedlungen in Lippetal.

Die den Übergang über die Lippe sichernde Burg Hovestadt wurde erstmals im Jahre 1292 urkundlich erwähnt. Wegen der strategisch günstigen Lage wurde die Burg mehrfach während des Mittelalters zerstört und wieder aufgebaut. Die als Wasserburg direkt an der Lippe gelegene Burg wurde ab 1563 gebaut und immer wieder verändert und erweitert bis zur heutigen Form.

Der im Dezember 2005 gegründete „Brücke e. V. Verein für Geschichte und Heimat Lippetal“ fördert geschichtliche und heimatkundliche Themen in Lippetal und betreibt seit 2007 ein der Öffentlichkeit zugängliches Archiv sowie einen Arbeitskreis Familienforschung.https://www.bruecke-lippetal.de/ Website des Brücke e. V.

Medien In der Gemeinde Lippetal erscheint flächendeckend das Magazin „Der Lippetaler“. Das aufwändig produzierte Heft wird kostenlos alle zwei Monate an die Haushalte und über Auslagestellen verteilt und finanziert sich über Anzeigen, in denen sich in erster Linie das Gewerbe aus Lippetal und Umgebung präsentiert. Die aktuellen Ausgaben sind unter anderem in der Gemeindeverwaltung in Lippetal-Hovestadt erhältlich.

Lokalzeitungen sind der Soester Anzeiger und vereinzelt im nördlich der Lippe Die Glocke. Lokalradio ist das Hellweg Radio.

Politik mini|Rathaus in Hovestadt Gemeinderat Bei den Gemeinderatswahlen ab 2009 ergaben sich folgende Sitzverteilungen: + CDU SPD BG1 Grüne FDP Linke AFD20251662311320201462532014189320092082 1 BG: Bürgergemeinschaft

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975 In der ListeVerzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009 (PDF; 5,9 MB) (PDF; 7,0 MB) (PDF; 3,5 MB) werden nur die prozentualen Stimmanteile von Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr CDU SPD BG FDP Grüne AFD Linke 1975 72,0 % 21,6 % 3,1 % 3,3 % 1979 73,7 % 26,3 % 1984 66,9 % 33,1 % 1989 65,8 % 34,2 % 1994 63,0 % 37,0 % 1999 64,7 % 23,2 % 12,1 % 2004 67,1 % 24,9 % 8,0 % 2009 60,7 % 27,0 % 12,2 % 2014 61,1 % 29,4 % 9,4 % 202045,3 % 20,0 % 6,8 % 9,9 % 18,1 %202547,34 %17,97 %6,06 %4,58 %9,73 %10,04 %4,28 %

Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde Lippetal ist seit November 2025 Tobias Nillies (* 1977) (CDU). Er gehörte 16 Jahre lang der CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Lippetal an und war zuletzt deren Fraktionsvorsitzender. Er wurde mit 63 % der Stimmen gewählt.

Wappen, Siegel, Banner und Logo Der Gemeinde ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 1. Juli 1971 das Recht zur Führung eines Wappens eines Siegels und eines Banners verliehen worden. Die Gemeinde führt zudem ein Logo.

Blasonierung: „In Silber (Weiß) ein breiter schräger blauer Wellenbalken, dieser überdeckt von einer schräglinken Brücke in Draufsicht.“

Der Wellenbalken symbolisiert die namensgebende Lippe („Redendes Wappen“), während die „goldene Brücke“ für den Zusammenschluss mehrerer beiderseits der Lippe gelegener Gemeinden zur neuen Gemeinde Lippetal steht. Leider verstößt die goldene Brücke in Silber gegen heraldische Regeln (s. Tingierung), Adler und Schwerter entstammen dem Wappen der Vögte von Soest, die die Burg Welver besaßen.Peter Veddeler: Wappen, Siegel, Flaggen. Münster 2003, ISBN 3-87023-252-8, S. 169, 446.

Beschreibung des Siegels: „Die Gemeinde führt ein Dienstsiegel mit dem Gemeindewappen und der Beschriftung.“

Beschreibung des Banners: „Das Banner ist Blau zu Weiß in zwei gleich breiten Bahnen längsgestreift und zeigt in der oberen Hälfte das Gemeindewappen im Schild.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke Die herausragenden Bauwerke sind sicherlich das Schloss Hovestadt und das Wasserschloss Haus Assen sowie die Wallfahrtskirche St. Ida in Herzfeld, mit dem Grab der „ersten Heiligen Westfalens“. Viele Dörfer verfügen über Kirchen und Kapellen.

Regelmäßige Veranstaltungen Die wichtigsten Ereignisse im Lippetal sind: Rosensonntagsumzug (Lippborg) Lippborger Markt Ida-Festwoche Schützenfeste der einzelnen Ortsteile Fahrradthon

Wirtschaft und Infrastruktur

Industrieansiedlung Der US-Finanzinvestor Blackstone plant in Lippetal im Kreis Soest eines der größten Rechenzentrumsprojekte Deutschlands.Hannah Krolle: KÜNSTLICHE INTELLIGENZ / Blackstone investiert in NRW-Rechenzentrum / In Lippetal soll ein milliardenschwerer Campus entstehen. Das Vorhaben könnte eines der größten IT-Projekte Deutschlands werden. In: Handelsblatt 11/2026 vom 16.01.2026, S. 25 Vorgesehen ist der Bau eines Hyperscale‑Rechenzentrums mit einem Investitionsvolumen von zunächst 4 Milliarden Euro, das durch spätere Nutzerinvestitionen auf bis zu 12 Milliarden Euro anwachsen könnte. Das 28 ha große Gelände liegt nördlich der Lippe, direkt an der Autobahn A2 und der Bundesstraße 475. In unmittelbarer Nähe befindet sich die A2‑Anschlussstelle Hamm‑Uentrop. Das frühere RWE‑Kraftwerk Westfalen liegt rund 1,5 Kilometer südlich des geplanten Areals. Ausschlaggebend für die Standortwahl sind die bereits heute hohe Stromverfügbarkeit sowie die künftige Anbindung an eine neue Höchstspannungsleitung, über die grüner Nordseestrom nach Westfalen gelangen soll. Blackstone rechnet mit rund 100 direkten Arbeitsplätzen im Rechenzentrum selbst. Zusätzlich wird mit etwa dem Sechsfachen an mittelbaren Jobs im Umfeld gerechnet – also rund 600 weiteren Arbeitsplätzen in Bereichen wie Bau, Wartung, Sicherheit, Dienstleistungen und Zulieferbetrieben. Das Planungsverfahren soll etwa zwei Jahre dauern. Der Bau des ersten Abschnitts wird ebenfalls auf rund zwei Jahre geschätzt, sodass ein Betriebsstart ab 2030 möglich wäre.Autor ungenannt: Das Silicon Valley an der A2 / US-Firma baut in Lippetal ein Rechenzentrum für 4 Milliarden Euro In: Soester Anzeiger vom 16. Januar 2026, Seite 1Matthias Korfmann, Timo Küsters: Riesiges Rechenzentrum fürs Revier

US-Konzern will mehr als vier Milliarden Euro in den Bau an der A2 bei Hamm investieren. In: Westfälische Rundschau - Dortmund-Süd II vom 16. Januar 2026, Seite 1

Verkehr Straßenverkehr