Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 8. Wiener Gemeindebezirks Josefstadt
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A mini|Straßenschild Albertgasse mini|Albertplatz Albertgasse, 1862 benannt nach Generalfeldmarschall Albert Kasimir von Sachsen-Teschen (1738–1822); auf seine Initiative ging das erste öffentliche Wasserleitungsprojekt im Rahmen der Wiener Wasserversorgung zurück. Die nach ihm benannte Albertinische Wasserleitung wurde 1804 fertig gestellt und bis 1890 betrieben; das Wasser wurde durch die Mariahilfer Straße in die heutigen Gemeindebezirke Mariahilf, Neubau und Josefstadt geleitet. Albert war ein bedeutender Kunstmäzen; er war der Begründer und ist der Namenspatron der Albertina, der größten Graphiksammlung der Welt. Die Gasse hieß davor Breite Gasse und um 1840 An der Alserbreite. 1938 wurde der im 9. Bezirk gelegene Teil als Hebragasse abgetrennt. Albertplatz, 1904 benannt nach Albert Kasimir von Sachsen-Teschen (1738–1822); siehe Albertgasse. Die Benennung erfolgte anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Albertinischen Wasserleitung. Der Albertplatz war Hauptplatz der Vorstadt Breitenfeld. Alser Straße, 1862 benannt nach dem Fluss Als, der in Wien üblicherweise Alsbach oder Alserbach genannt wird; siehe auch die Alserbachstraße im 9. Bezirk Alsergrund. Der kleine Fluss ist 10,55 km lang, heute im Stadtgebiet als Bachkanal eingewölbt, und mündet in den rechten Hauptsammelkanal (früher in den Donaukanal). Die erste urkundliche Erwähnung des Flusses ist aus dem Jahr 1044 überliefert; die Herkunft des Namens ist unbekannt. Der Fluss Als ist namensgebend für die bis 1850 selbstständige Gemeinde Alservorstadt und für den heutigen 9. Bezirk, Alsergrund; die Alsgasse und die Alszeile im 17. Bezirk Hernals sind ebenfalls nach dem Fluss benannt. Die Straße wird 1211 als Alsaerstrâzze erwähnt, 1342 als Alserstrazz vor Schottentor, 1628 als Alstergasse, 1766 als In der vordern Alstergassen und später auch als Große Gasse und Alsergrund Hauptstraße. Die beiden direkt an den Hernalser Gürtel angrenzenden Häuserblöcke der Alser Straße zählten bis 1905 zum 16. Bezirk (Südseite, Nr. 71) bzw. zum 17. Bezirk (Nordseite, Nr. 50, 52, 54, 56). Auerspergstraße, 1862 benannt nach Fürst Johann Adam von Auersperg (1721–1795), Oberstkämmerer und Erblandmarschall von Tirol. Er war ein Vertrauter von Kaiser Franz I. Stephan und Kaiserin Maria Theresia. 1777 erwarb er das Wiener Rosenkavalier-Palais, das seither nach ihm den Namen Palais Auersperg trägt. Die Straße hieß davor Am Glacis und Am Paradeplatz. Im Zuge der Schleifung der Wiener Stadtmauer und der Schaffung der Wiener Ringstraße entstand an der Außenseite des ehemaligen Glacis ein weiterer ringförmiger Straßenzug, der Lastenstraße genannt wurde und heute meist Zweierlinie genannt wird; ein Teil dieses Straßenzugs erhielt 1862 den Namen Auerspergstraße.
B mini|Blindengasse Bennogasse, 1862 benannt nach dem Benediktiner-Mönch Benno Pointner (1722–1807), Abt des Schottenstiftes (ab 1765). Er erreichte 1801, dass ein dem Stift gehörender Acker (die „Obere Alsbreite“) zwischen Hernals und Lerchenfeld zur Bebauung freigegeben und parzelliert wurde, wodurch 1802 die Ortschaft Breitenfeld entstand. Benno Pointner hatte in der Ortsmitte Platz für eine Kirche vorgesehen; die spätere Breitenfelder Pfarrkirche wurde jedoch an anderer Stelle errichtet, so dass der Bennoplatz unverbaut blieb. Siehe auch Breitenfelder Gasse. Die Gasse hieß davor Königsgasse. Bennoplatz, 1862 benannt nach dem Benediktiner-Mönch Benno Pointner; siehe Bennogasse. Der Platz hieß vorher Magazinplatz. Blindengasse, 1862 benannt nach einem Blindeninstitut, das sich zeitweise hier befand. Der Beamte Johann Wilhelm Klein (1765–1848) gründete 1804 eine Schule für Blinde, die sich zunächst in seiner Privatwohnung in der Landstraße befand. 1829 richtete er in der Josefstadt eine Versorgungs- und Beschäftigungsanstalt für erwachsene Blinde in der Brunngasse Nr. 188 (heute Blindengasse 33) ein, die ab 1830 als k.k. Blindeninstitut geführt wurde. 1898 wurde das Institut in die Leopoldstadt (Wittelsbachstraße 5) verlegt, wo es sich bis heute als Bundes-Blindenerziehungsinstitut befindet.Blindeninstitut. In: Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00742-9, S. 401. Die Gasse hieß davor An der Lerchenfelderlinie, Liniengasse und Brunngasse (nach einem Brunnen im Hof des Blindeninstituts). Breitenfelder Gasse, 1862 benannt nach der ehemals selbstständigen Gemeinde Breitenfeld, die 1802 von Abt Benno Pointner gegründet worden war. 1850 hatte der Ort 96 Häuser mit 4.875 Bewohnern. Breitenfeld wurde 1850 in den damaligen 7. Bezirk eingemeindet, der 1861 zum 8. Bezirk umnummeriert wurde. Siehe auch Bennogasse und Bennoplatz. Die Gasse hieß davor Karlsgasse nach dem Ortsrichter Karl Georg Gaber (1771–1854), der wesentlich zur Entwicklung der Gemeinde Breitenfeld beigetragen hatte. Buchfeldgasse, 1862 benannt nach dem Freigut Burgfeld, eine Verballhornung des alten Flurnamens Buchfeld. Der Name Buchfeld, wurde schon 1281 als burcfelt erwähnt und bezog sich auf die Gegend des späteren Burgglacis. Im 17. Jahrhundert tauchte die Bezeichnung Burgfeld auf, dem Kernstück der heutigen Josefstadt. Die Gasse hieß davor Herrengasse.
mini|Daungasse
D Daungasse, 1862 benannt nach Feldmarschall Leopold Joseph von Daun (1705–1766); er begann 1748 mit der Reorganisation des k. k. Heeres und gründete 1751 die Theresianische Militärakademie, die älteste Militärakademie der Welt. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) konnte er als Feldherr mehrere Erfolge erringen. Besonders populär wurde er durch die Schlacht von Kolin (1757), in der er dem preußischen König Friedrich II. dessen erste Niederlage zufügte; siehe die Kolingasse im 9. Bezirk Alsergrund. 1760 wurde Daun Mitglied des Staatsrates und 1762–1766 Präsident des Hofkriegsrats.
F mini|Florianigasse mini|Friedrich-Schmidt-Platz Feldgasse, benannt (Datum unbekannt) zur Erinnerung an die landwirtschaftliche Nutzung dieser Gegend bis ins späte 18. Jahrhundert; erst 1771 entstanden hier die ersten Häuser. Die Gasse war bis 1850 die Grenze zwischen den damals eingemeindeten Vorstädten Alservorstadt (östlich) und Breitenfeld (westlich der Gasse). Insgesamt gab es im heutigen Gemeindegebiet von Wien 43 Verkehrsflächen namens Feldgasse, von denen sich lediglich die in der Josefstadt erhalten hat. Florianigasse, benannt (Datum unbekannt) nach dem Hausschild „Zum heiligen Florian“ auf Nummer 15, das sich auf den Heiligen und Schutzpatron Florian von Lorch († 304) bezieht. Die Florianigasse zählt zu den ältesten Gassen der ehemaligen Vorstadt Josefstadt. Im frühen 18. Jahrhundert wurde die Region mit Gartenpalais des Adels verbaut, von denen heute noch das Palais Schönborn und das Palais Damian erhalten sind. Die Gasse hieß bis 1778 Schottentorgasse (weil, in ihrer Verlängerung, der Weg über das unverbaute Glacis zum Schottentor der Stadtmauer führte); ein Teil der Gasse hieß lange Zeit Kaserngasse und Magazingasse. Frankhplatz, 1935 benannt nach dem Beamten Johann Theobald Frankh (auch Franckh, Lebensdaten unbekannt), kaiserlicher Rat. Er vermachte 1686 testamentarisch seine in der Alstergasse im Schaffernack aus sieben Grundstücken bestehende Besitzung zur Errichtung eines Soldatenspitals. Aus Geldmangel wurden die Kriegsversehrten samt Familien in den bereits bestehenden Kontumazhof (Seuchenspital) einquartiert. 1693 ordnete Kaiser Leopold I. die Errichtung des Großarmen- und Invalidenhauses an; um den Willen Frankhs zu berücksichtigen, bezogen 1697 im Trakt an der Alser Straße Kriegsversehrte ihr Quartier. Nach einer Besichtigung durch Kaiser Joseph II. (1783) wurde das „Großarmenhaus“ teilweise demoliert und umgebaut; 1784 fand die Eröffnung als „Allgemeines Krankenhaus“ statt; siehe auch die Spitalgasse im 9. Bezirk Alsergrund. Der Platz befindet sich größtenteils im 9., mit der südseitigen Häuserfront im 8. Bezirk und schließt östlich an den Otto-Wagner-Platz an; beide Plätze wurden auf dem südlichen Teil des ehemaligen Areals der Alser Kaserne angelegt. Östlich begrenzt den Frankhplatz mit der Hausnummer 2 die Seitenfront des 1887 / 1888 von Otto Wagner errichteten Wohnhauses, später wegen seiner Fassadengestaltung Hosenträgerhaus genannt (Eingang: 9., Garnisongasse 1), südlich (Hausnummer 1) die Seitenfront des Landesgerichts für Strafsachen Wien (Eingang: 8., Landesgerichtsstraße 11). In den Frankhplatz einbezogen ist hier der Straßenzug der Alser Straße mit Straßenbahnverkehr. Der Platz hieß 1925–1935 Alser Platz. Friedrich-Schmidt-Platz, 1907 benannt nach dem Architekten Friedrich von Schmidt (1825–1891), Professor an die Akademie der bildenden Künste (ab 1859) und Leiter einer Spezialschule für Architektur (ab 1865), Dombaumeister von St. Stephan (ab 1863). Er war ein prominenter Architekt der Ringstraßenzeit und etablierte hier den neugotischen Stil. Seine bekanntesten Bauten in Wien waren die Lazaristenkirche (1859–1863), die Brigittakirche (1867–1873), die Kirche Maria vom Siege (1868–1875), das Wiener Rathaus (1872–1883), an dessen Hinterseite sich der Platz mit dem Denkmal des Architekten befindet und früher die Wagenvorfahrt zum Gemeinderatssitzungssaal bestand, und die Lazaristenkirche (1876–1878). Der Platz liegt auf der Zweierlinie; vor der Platzbenennung verlief hier die seither nördlich und südlich anschließende Landesgerichtsstraße. Fuhrmannsgasse, 1862 benannt nach Einkehrgasthäusern der Fuhrleute, die hier ab 1770 nachweisbar waren. Die Gasse wurde bereits 1778 erwähnt; sie hieß früher auch Feldgasse, Äußere Gartengasse, Gärtnergasse und Äußere Klostergasse.
H mini|Haspingergasse mini|Hernalser Gürtel Hamerlingplatz, 1904 benannt nach dem Gymnasiallehrer, Dichter und Schriftsteller Robert Hamerling (eigentlich Rupert Johann Hammerling, 1830–1889); er zählte zu seiner Zeit zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. Zu seinen Hauptwerken zählt das Epos Ahasverus in Rom (1865), das ihn einem breiten Leserpublikum bekannt machte, und Der König von Sion (1869). Der Hamerlingweg im 11. Bezirk Simmering ist auch nach ihm benannt, ebenso die Hamerlinggasse im 14. Bezirk Penzing, die Robert-Hamerling-Gasse im 15. Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus und der Hamerling-Hof und der Hamerlingpark in der Josefstadt. Die Schenkendorfgasse im 21. Bezirk Floridsdorf hieß 1900–1909 Hamerlinggasse und die Kloepferstraße im 22. Bezirk Donaustadt hieß 1901–1955 Hamerlingstraße. Haspingergasse, benannt (Datum unbekannt) nach dem Tiroler Kapuzinerpater Joachim Haspinger (1776–1858); er betätigte sich vorwiegend politisch. Er rief aus religiösen Gründen zum Widerstand gegen die allgemeine Pockenimpfung auf. Im Jahr 1809 beteiligte er sich gemeinsam mit Andreas Hofer am Tiroler Volksaufstand. Der Haspingerplatz im 21. Bezirk Floridsdorf ist ebenfalls nach ihm benannt. Siehe auch die Andreas-Hofer-Straße im 21. Bezirk Floridsdorf, die Ennemosergasse im 22. Bezirk Donaustadt, die Speckbachergasse im 16. Bezirk Ottakring, die Haugerstraße im 11. Bezirk Simmering und die Sandwirtgasse im 6. Bezirk Mariahilf. Hernalser Gürtel, 1904 benannt nach der ehemals selbstständigen Gemeinde Hernals, die ihren Namen vom Rittergeschlecht der „Herren von Als“ herleitet. Die erste urkundliche Nennung von Hernals stammt aus dem Jahr 1044, als Sighard IV. dem Stift Sankt Peter in Salzburg „zwei Edelhuben (= behauste Hofstätten) an der Als“ schenkte. Der Name findet sich 1449 als Herren Allss, 1438 als Herrenals, 1457 als Herrnalss, 1549 als Hernalss und 1586 als Hernals. 1892 wurde Hernals als namensgebender Teil des 17. Bezirks eingemeindet. Die Straße hieß vorher Gürtelstraße. Die südwärts führende Fahrbahn befindet sich im 17. Bezirk; die Bezirksgrenze verläuft an der westlichen Kante des U-Bahn-Viadukts.