rechts|rahmenlos|210px Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 1. Wiener Gemeindebezirks Innere Stadt.

Historische Straßennamen – Literatur – Weblinks

A mini|Der Albertinaplatz, dahinter der Helmut-Zilk-Platz mit dem Mahnmal gegen Krieg und Faschismus mini|Der Platz Am Gestade, hinten die Kreuzung Tiefer Graben / Concordiaplatz mini|Platz Am Hof mit der Mariensäule und dem Bürgerlichen Zeughaus mini|Die Annagasse bei ihrem Beginn an der Kärntner Straße; rechts das Palais Esterházy mini|Die Auerspergstraße, links das Palais Auersperg, rechts der Schmerlingplatz Abraham-a-Sancta-Clara-Gasse, 1903 benannt nach dem Geistlichen, Prediger und Schriftsteller Abraham a Sancta Clara (eigentlich Johann Ulrich Megerle, 1644–1709); er gilt mit rund 600 Einzelschriften als bedeutendster deutscher katholischer Prediger und Poet der Barockzeit mit ungewöhnlicher Sprachkraft und Sprachfantasie. 1669–1672 wirkte er in Wien, wo er in fast allen Kirchen und Klöstern predigte. 1680 veröffentlichte er die Schrift Merck’s Wienn!, eine Schilderung der Pest in Wien. Nach ihm ist auch die Abraham-a-Sancta-Clara-Straße im 14. Bezirk, Penzing, benannt. Die Gasse wurde um 1900 zwischen seit langem bestehenden Bauten angelegt. Im Historikerbericht Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ aus dem Jahr 2013 ist die Verkehrsfläche Gruppe C (demokratiepolitisch relevante biographische Lücken) zugeordnet. Akademiestraße, 1862 benannt nach der ehemaligen Handelsakademie in dieser Straße der neuen Ringstraßenzone. Die Handelsakademie Wien wurde 1857 als zweite Handelsakademie in Österreich-Ungarn (nach Prag) gegründet, im darauffolgenden Jahr begann der Unterricht mit fünf Lehrern und 59 Schülern. Ab 1860 wurde ein neues Gebäude in der heutigen Akademiestraße von dem Architekten Ferdinand Fellner dem Älteren entworfen und 1862 fertiggestellt. Heute ist die Akademie Teil der Vienna Business School. Die Straße war bis 1862 Teil des Glacis. Der nördlichste Teil hieß bis 1881 Walfischplatz; das Teilstück zwischen Mahlerstraße und Kärntner Ring heißt seit 2003 Max-Weiler-Platz. Albertinaplatz, 1934 benannt nach der Albertina, der historischen Grafischen Sammlung im späteren Palais Erzherzog Albrecht. Eine der größten und bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt, verfügt sie über ungefähr 65.000 Zeichnungen und über eine Million druckgrafischer Blätter. Der Name „Albertina“ stammt vom Begründer der Sammlung, Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen, Schwiegersohn von Kaiserin Maria Theresia. Der Platz entstand durch Abbruch des Bürgerspitalzinshauses unter Einbeziehung des alten Spitalplatzes. Er hieß 1877–1920 Albrechtsplatz (nach Erzherzog Albrecht bzw. dessen Palais) und dann 1920–1934 im Roten Wien Revolutionsplatz; der 1947 hinzugekommene Platzteil auf dem Areal des zerstörten Philipphofes wurde 2009 Helmut-Zilk-Platz benannt. Alte Walfischgasse, Benennungsdatum unbekannt; im elektronischen Stadtplan der Wiener Stadtverwaltung 2012 zu finden, im Freytag-Berndt-Buchplan 2012 nicht eingetragen; es handelt sich um eine sackgassenartige, nicht befahrbare Abzweigung zum Hinterhof des Eckhauses Krugerstraße 12 / Akademiestraße 2 zwischen den Häusern Nr. 7, 9 und 11 der Walfischgasse; siehe diese. Am Gestade, 1862 indirekt benannt nach der ursprünglichen Bezeichnung Gstetten. Der Begriff „Gstetten“ wird im Wienerischen mit einem verwahrlosten, unbebauten bzw. mit wilden Mistablagerungen versehenen Areal assoziiert (im Wörterbuch des Wiener Dialekts 1929 als wüster Platz, Lagerplatz, Sandgrube definiert); er erschien daher nicht mehr zeitgemäß und wurde in Gestade geändert. Bereits seit ca. 1200 ist für dieses Gebiet die Bezeichnung Gstetten oder Stetten belegt. Etwa der heutigen Verkehrsfläche entsprach eine Gasse, die nach der dortigen Marienkirche Bei unserer Frau auf der Stetten (1360) hieß; von ihr zweigt(e) nach Norden zum Salzgries An unserer Frauen Stiegen (1378) ab, heute Marienstiege genannt; daran schloss sich an der damaligen Stadtmauer bis 1558 Beim Werdertor (1340; siehe die Werdertorgasse). Zwischen 1473 und 1499 ist auch der Name An der Fischerstiege bezeugt. Danach wechselten die Namen relativ häufig, 1664 nannte man die Straße Gässel bei unserer Frauen Stiegen, 1795 und 1848 Auf der Gestetten bzw. An der Gstetten. Am Hof, als Marktplatz 1340 erwähnt, nach dem ehemaligen Hof der Babenberger. Der Platz war bereits früher Teil des römischen Heerlagers Vindobona und war im Frühmittelalter unbesiedelt. 1155 bis zum Aussterben der Babenberger im Mannesstamm, 1246, lag hier ihr Hof, den sich Heinrich Jasomirgott, seit 1156 erster Herzog von Österreich, 1155 / 1156 als Residenz erbaute, ein Häuserkomplex um einen freien Platz – also ein Hof – mit dem Wohnhaus des Herzogs als Mittelpunkt. Die 1276 mit Österreich belehnten und nach dem Sieg über Ottokar II. Přemysl tatsächlich hier herrschenden Habsburger nützten diese Residenz noch bis etwa 1280. An der Hülben, 1909 benannt, 1911 erstmals in Lehmann erfasst; nach dem alten Flurnamen Auf der Hülben. Mit Hülben wurden mit Wasser gefüllte Senken oder Tümpel bezeichnet (auch Hulben oder Hülm). In der Gegend solch eines Tümpels befand sich im Mittelalter die Kirche St. Jakob auf der Hülben. Die Umgebung erhielt ebenfalls den Namen Auf der Hülben, wie eine Urkunde von 1367 erstmals nachweist. Im Grundbuch kann die Bezeichnung bis 1374 zurückverfolgt werden. Die heutige Gasse war auf dem Vasquez-Stadtplan um 1830 und auf einem Stadtplan um 1900 als Teil der Jakobergasse eingetragen; sie war bis zur Demolierung der Stadtmauer die letzte Gasse vor dieser. Annagasse, benannt (Datum unbekannt, 1547 erstmals erwähnt) nach der Annakirche in dieser Gasse. Benannt ist sie nach der heiligen Anna (hebräisch: Hannah), der Legende nach die Mutter Marias bzw. die Großmutter Jesu. Die ursprünglich spätgotische, vierjochige Saalkirche wurde 1518 eingeweiht. Von 1629 bis 1633 erfolgten eine frühbarocke Umgestaltung und die Errichtung eines Kirchturmes im Osten des Chores. Seit 1906 befindet sich die Kirche im Besitz des Ordens der Oblaten des hl. Franz von Sales. Neben der Kirche befindet sich der St.-Anna-Hof, ein Veranstaltungs- und Wohngebäude. Die Gasse wurde erstmals 1290 nach der Familie der Pippinger als Pippingerstraße genannt; nach deren Aussterben wurde der heutige Name gebräuchlich. Auerspergstraße, 1862 benannt nach Fürst Johann Adam von Auersperg (1721–1795), Oberstkämmerer und Erblandmarschall von Tirol. Er war ein Vertrauter von Kaiser Franz I. Stephan und Kaiserin Maria Theresia. 1777 erwarb er das Wiener Rosenkavalier-Palais, das seither nach ihm den Namen Palais Auersperg trägt und an der Straße liegt. Diese hieß davor Am Josephstädter Glacis und Am Paradeplatz. Im Zuge der Schleifung der Stadtmauer und der Schaffung der Wiener Ringstraße entstand an der Außenseite des ehemaligen Glacis ein weiterer ringförmiger Straßenzug, die Lastenstraße, heute meist Zweierlinie genannt; ein Teil dieses Straßenzugs erhielt 1862 den Namen Auerspergstraße. Augustinerbastei, benannt (vor 1900, Datum unbekannt) zur Erinnerung an das ehemalige Festungsbauwerk Augustinerbastei. Die 1548–1552 erneuerte Stadtbefestigung verfügte über zehn Bastionen (in Wien Basteien genannt); eine davon war die Augustinerbastei, die ihren Namen von der nahen Augustinerkirche bezog (siehe auch Augustinerstraße). Sie befand sich zwischen den heutigen Verkehrsflächen Goethegasse und Operngasse. Das direkt an der hinter der Bastei verlaufenden Stadtmauer errichtete heutige Palais Erzherzog Albrecht, Sitz der Albertina, wurde erhöht gebaut, um Ausblick über die Mauer zu ermöglichen. Die heutige Verkehrsfläche ist mit der Rampe von der Hanuschgasse zur Albertina der letzte Rest dieses Teils der ab 1858 demolierten Stadtbefestigung. Augustinerstraße, 1862 amtlich erfasst, nach der Augustinerkirche an dieser Straße. Die gotische Kirche wurde 1330–1339 erbaut und später in den Gebäudekomplex der Hofburg integriert. Benannt ist sie nach dem Kirchenlehrer und Philosophen Augustinus von Hippo (354–430). 1634 wurde die Augustinerkirche zur kaiserlichen Hofpfarrkirche ernannt, in der man die Trauungen der Habsburger vollzog. Die bedeutendsten Hochzeiten waren diejenigen von Maria Theresia mit Franz von Lothringen (1736), die Stellvertreterhochzeit ihrer Tochter Marie-Antoinette mit dem späteren König von Frankreich Ludwig XVI. (1770) und die Trauung von Kaiser Franz Joseph I. mit Prinzessin Elisabeth (Sisi) (1854). Die Straße hieß um 1357 Hochstraße gegenüber den Augustinern, um 1547 Augustinergasse und seit 1862 Augustinerstraße. Auwinkel, um 1830 auf dem Vasquez-Stadtplan als Im Auwinkel eingetragen, 1859 in der Lehmann-Erstausgabe mit dem heutigen Namen erfasst. Im Bereich Hafnersteig 7 bzw. Franz-Josefs-Kai 17 befand sich ein Schlachthaus für Schweine (1566 und 1587 nachgewiesen). Die Umgebung war zwar wegen der Schweinehaltung morastig, eine Au gab es hier aber nie. Das Areal hieß Im Sauwinkel (1547 erstmals erwähnt). Der Name wurde, vermutlich im frühen 19. Jahrhundert, in die gefälligere Bezeichnung Auwinkel geändert.

B mini|Der Ballhausplatz mit dem Bundeskanzleramt (links), dem Innenministerium (Mitte) und der Hofburg (rechts) mini|Der Bauernmarkt von der Brandstätte nordostwärts; links das Zacherlhaus mini|Die Biberstraße, Blick von der Rosenbursenstraße südwärts zum Dr.-Karl-Lueger-Platz mini|Die Blumenstockgasse, im Hintergrund die Ballgasse mini|Die Blutgasse mit Blick zur Singerstraße mini|Der Börseplatz mit dem Hermann-Gmeiner-Park, links die Rückseite der Börse mini|Bruno-Kreisky-Gasse mit Bundeskanzleramt (links), Außenministerium (Mitte) und Innenministerium (rechts) Babenbergerstraße, 1863 benannt nach dem ersten österreichischen Herrschergeschlecht, den Babenbergern, die 976–1156 Markgrafen und 1156–1246 Herzöge von Österreich waren. Sie hatten ihre Residenz 1155 / 1156 von Klosterneuburg nach Wien verlegt (siehe Am Hof); seither ist Wien die Hauptstadt Österreichs. Das ursprünglich namenlose Herrschergeschlecht erhielt die Bezeichnung Babenberger im 12. Jahrhundert durch den Babenbergersohn und Geschichtsschreiber Otto von Freising, der seine Familie fälschlich auf „Adalbert von Bamberg“ zurückführte. Nach Heinrich II. ist die auf das Riesentor des Stephansdoms zulaufende Jasomirgottstraße benannt, nach dem heiliggesprochenen Leopold III. der Leopoldsberg am nördlichen Stadtrand. Die Straße war zuvor Teil des Glacis. Sie war namensgebend für die Babenberger Passage, eine ehemalige Fußgängerunterführung an der Einmündung der Straße in den Ring. Bäckerstraße, benannt (Datum unbekannt, 1862 amtlich registriert) nach den Bäckern, die seit dem 14. Jahrhundert hier tätig waren. Der Bereich zwischen der Bäckerstraße und der parallelen Sonnenfelsgasse war ursprünglich ein großer Marktplatz, der dann im Mittelalter verbaut und auf die beiden Gassen reduziert wurde. Der westliche Teil der Straße bis zum Dr.-Ignaz-Seipel-Platz hieß früher (z. B. um 1830) Obere Bäckerstraße bzw. Vordere Bäckerstraße, der östliche Teil hieß Schulgasse. Die heutige Sonnenfelsgasse hieß Untere Bäckerstraße bzw. Hintere Bäckerstraße. Ballgasse, benannt (Datum unbekannt, vor 1830) nach dem ehemaligen Etablissement Boyersches Ballhaus, das urkundlich ab 1628 hier nachzuweisen ist. Neben dem Ballspiel fungierte das Haus auch als Theater; Ende des 17. Jahrhunderts wurden hier deutsche und italienische Komödien aufgeführt. Das Ballhaus verschwand 1701 durch den Bau des Stadtpalais des Prinzen Eugen. Die Gasse hieß um 1547 Auf der Dacken.