Carl August Friedrich Fetzer (* 5. August 1809 in Stuttgart; † 14. September 1885 ebenda) war ein deutscher liberaler Politiker, der im Königreich Württemberg wirkte.
Leben Von 1827 bis 1831 studierte Fetzer Rechtswissenschaften an den Universitäten Tübingen und Heidelberg. In Tübingen wurde er 1827 Mitglied der Burschenschaft Germania. Anschließend trat er in den württembergischen Staatsdienst ein und arbeitete im Stuttgarter Justizministerium sowie an Gerichten in Esslingen am Neckar, Brackenheim, Schorndorf und Langenburg. 1835 machte er sich als Anwalt selbständig. Ab 1848 war er vom Landtag gewähltes ordentliches, ab 1880 stellvertretendes ständisches Mitglied des württembergischen Staatsgerichtshofes.
Von 1845 bis 1849 gehörte er der württembergischen Zweiten Kammer als oppositioneller Abgeordneter an. 1847 nahm er an der Heppenheimer Tagung und 1848 an der Heidelberger Versammlung der 51 teil. 1848 war er Mitglied des Vorparlaments.Bundesarchiv: Mitglieder des Vorparlaments und des Fünfzigerausschusses (PDF-Datei; 79 kB). Vom 18. Mai 1848 bis zum Ende des Rumpfparlaments am 18. Juni 1849 gehörte er der Frankfurter Nationalversammlung als Abgeordneter für Leonberg an und fungierte vom 3. Juni 1848 bis zum Ende als Schriftführer der Nationalversammlung.
Von 1851 bis 1868 sowie von 1870 bis 1876 gehörte er als Mitglied der Deutschen Partei der württembergischen Abgeordnetenkammer an.
Der Generalarzt à la suite sowie Leibarzt der beiden letzten württembergischen Könige Berthold von Fetzer war sein Sohn.
Publikationen
Bearb.: Der Flagellantismus und die Jesuitenbeichte: historisch-psychologische Geschichte der Geisselungsinstitute, Kloster-Züchtigungen und Beichtstuhlverirrungen aller Zeiten: Nach dem Italienischen / Giovani Frusta. Scheible, Leipzig, Stuttgart 1834. unter dem Pseudonym Berthold Staufer: Gedichte. Liesching, Stuttgart 1841. unter dem Pseudonym Berthold Staufer: Verschwiegene Liebe: Volkslied, für zwei Singstimmen. In: Walther Wolfgang von Goethe: Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte. Haslinger, Wien 1842. unter dem Pseudonym Berthold Staufer: Unmuth. Portugiesisch. In: Walther Wolfgang von Goethe: Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte. Haslinger, Wien 1842. unter dem Pseudonym Berthold Staufer: Liebesprobe: op. 15, in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano von Walther von Goethe. Simrock, Bonn ca. 1850. Carl der Fünfte: Tragödie. Stuttgart 1861. Zur Geschichte des württembergischen Verfassungslebens: Aktenstücke über den Konflikt zwischen dem von der aufgelösten dritten Landesversammlung gewählten Ausschuße und der Regierung. Stuttgart 1851. Gedichte. Göpel, Stuttgart 1861. Über die Stellung und Aufgabe der National-Demokratie in Württemberg. Metzler, Stuttgart 1868 (Digitalisat). Melusine: episches Gedicht. Metzler, Stuttgart 1882. Philosophische Leitbegriffe. Laupp, Tübingen 1884. Gedichte: 3. Sammlung. Bonz, Stuttgart 1886.
Literatur Thilo Schnurre: Die württembergischen Abgeordneten in der konstituierenden deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt am Main. Kohlhammer, Stuttgart 1912 (= Darstellungen aus der württembergischen Geschichte. Bd. 9) (Zugl.: Marburg, Univ., Diss., 1912), S. 109 f. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 2: F–H. Winter, Heidelberg 1999, ISBN 3-8253-0809-X, S. 19–20.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Burschenschafter (19. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Kategorie:Landtagsabgeordneter (Württemberg, Zweite Kammer) Kategorie:Mitglied des Vorparlaments Kategorie:DP-Mitglied (Württemberg) Kategorie:Politiker (Stuttgart) Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland) Kategorie:Württemberger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1809 Kategorie:Gestorben 1885 Kategorie:Mann