Die israelischen Luftstreitkräfte (offiziell , abgekürzt IAF, umgangssprachlich ) sind die Luftwaffe der israelischen Streitkräfte. Seit der Gründung der IAF während des Unabhängigkeitskrieges von 1948 spielten sie eine tragende Rolle in den meisten Kampfhandlungen, an denen Israel beteiligt war.

Auftrag Zum Auftrag der israelischen Luftstreitkräfte gehören die Sicherung der territorialen Integrität Israels, Luftverteidigung und Bereitstellung der Luftkomponente der israelischen Streitkräfte in den Haupteinsatzgebieten Mittelmeer im Westen und im Golf von Akaba, im Luftraum über dem Roten Meer und über dem Golf von Suez im Süden.

Einrichtungen Von Nord nach Süd (siehe auch die Karte rechts):

Flughafen Haifa (nur Technikerausbildung)

Militärflugplatz Ramat David (F-16C/D, Eurocopter Panther, geheime Drohnen)

Militärflugfeld Ein Schemer (Arrow-2- und Arrow-3-Abfangraketen, Super-Green-Pine-Radar, IAI Heron Drohnen-Kontrollstation, Drohnentests)

Luftwaffenbasis Palmachim (UH-60 Black Hawk Transport- und Rettungshubschrauber, Drohnen, Raketenstarts, Arrow-2-Abfangraketen)

Militärflugplatz Tel Nof (F-15A/B/C/D, CH-53D/CH-53K Transporthubschrauber, Drohnen, Flugtestzentrum, Fallschirmjäger, Rettungseinheit)

Militärflugplatz Chazor (Beechcraft Patrouillenflugzeuge, Drohnen, Flugsimulatoren-Netzwerk, Raketenabwehrsysteme David’s Sling und Iron Dome)

Luftwaffenbasis Sdot Micha (Jericho-2- und Jericho-3-Raketen, Arrow-2- und Arrow-3-Abfangraketen, Nuklearwaffenbunker, diverse Munitionsbunker)

Militärflugplatz Chazerim (F-15I, F16I, M-346 Strahltrainer, T-6 Texan II, Grob G 120A-I, Agusta A119, Beechcraft King Air, IAF-Flugakademie, IAF-Kunstflugteam, IAF-Museum)

Militärflugplatz Nevatim (F-35I, Boeing 707 & KC-46A Tanker, C-130H/J Transportflugzeuge, Gulfstream Jets zur elektronischen Überwachung und Aufklärung)

Militärflugplatz Ramon (F-16I, AH-64A/D Apache Kampfhubschrauber, geheime Stealth-Drohnen)

Militärflugplatz Ovda (Bodenpersonal-Schule, Offiziersschule)

Organisation mini|zentriert|750px|Organisation der IAF

Ausrüstung mini|F-16I „Sufa“ mini|hochkant|F-15I „Ra'am“ mini|F-35I „Adir“ mini|Gulfstream V „Nachshon-Shavit“ mini|IAF Boeing 707 „Re’em“ (Tanker) und F15I „Ra’am“ am 63. Unabhängigkeitstag Israels mini|IAI Searcher, Drohne aus israelischer Produktion mini|Sikorsky S-65C „Yasʾur“ mini|UH-60 „Yanshuf“ mini|AH-64D „Saraf“ mini|Eurocopter AS 565MA „Atalef“ mini|T-6 Texan II „Efroni“ mini|Deutsche Grob G-120A „Snunit“

Aktives Fluggerät Die Ausrüstung der IAF gehört zu den modernsten weltweit, am 15. August 2010 gab der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sein Einverständnis zum Kauf der ersten 20 F-35I-Maschinen. Deren Auslieferung lief im Dezember 2016 an und mindestens 75 dieser Jets werden gekauft, was drei Staffeln entspricht.

Die Flugzeuge kommen mittlerweile hauptsächlich aus US-amerikanischer Fabrikation und werden meist von der IAF optimiert. Durch die in Israel vorgenommenen Modifikationen konnten teilweise tatsächlich Leistungssteigerungen erzielt werden, so hat beispielsweise die F-16I eine größere Reichweite und eine höhere Rüstmasse als die amerikanische Version.

Kampfflugzeuge 47 × Lockheed-Martin F-16D „Barak“, hebr. für „Blitz“ 97 × Lockheed-Martin F-16I (Block 50/52) „Sufa“, hebr. für „Sturm“ 36 × McDonnell Douglas F-15C/D Eagle „Baz“, hebr. für „Falke“ 25 × McDonnell Douglas F-15I „Ra’am“, hebr. für „Donner“ (25 neue F-15IA bestellt, 25 weitere geplant) 30 × Alenia Aermacchi M-346AJT „Lavi“, Auslieferung von 2014 bis 2016 48 × Lockheed Martin F-35I „Adir“, hebr. für „Der Mächtige“ (insgesamt 75 bestellt, 25 weitere geplant)

Transportmaschinen 11 × Lockheed C-130E/H Hercules „Karnaf“, hebr. für „Nashorn“ 4 × Lockheed KC-130H Hercules „Karnaf“ (Tanker für Hubschrauber) 6 × Lockheed C-130J Super Hercules „Samson“ (sowie zwei weitere bestellt) 22 × Raytheon-Beech King Air 200 „Tsofit“ 7 × KC-707 „Re’em“, hebr. für „Oryx“ (Tanker)Israeli Re’em stops at RAF Mildenhall. In: Combat Aircraft Journal November 2023, S. 12. 1 × Boeing KC-46A „Gideon“ (insgesamt acht Tankflugzeuge geplant)

Elektronikflugzeuge 2 × Gulfstream G550 „Aitam“ (dient als „Conformal Airborne Early Warning“-Flugzeug) 3 × Gulfstream V „Shavit“ (dient als SIGINT-Flugzeug) 6 × Raytheon-Beech RC-12D/K Railguard „Kookiya“

Drohnen IAI Heron 1 „Shoval“ IAI Heron TP „Eitan“ Elbit Hermes 450 „Zik“ Elbit Hermes 900 „Kochav“, hebr. für „Stern“

Ausbildungsflugzeuge 30 × Alenia Aermacchi M-346 „Lavi“ 20 × Beechcraft T-6A Texan II „Efroni“ 17 × Grob G-120AI „Snunit“ mehrere Beechcraft King Air „Tsofit“ und Bell 206 „Sayfan“

Spionageflugzeug Oron (hebr. für Uranus), eine Gulfstream ausgestattet mit Sensoren und Radarsystemen

Kampfhubschrauber 17 × Boeing AH-64A „Peten“ (einige wurden zu „Sharaf“ umgerüstet) 21 × Boeing AH-64D/I „Sharaf“

Mehrzweckhubschrauber 10 × Sikorsky UH-60A „Yanshuf I“ (gebrauchte UH-60A der U.S. Army) 15 × Sikorsky S-70A-50 „Yanshuf II“ 24 × Sikorsky S-70A-55 „Yanshuf III“ (fabrikneue UH-60L) 18 × Sikorsky CH-53A „Yasʾur 2000“ 5 × Eurocopter AS 565MA „Atalef“ 8 × Sikorsky SH-60 Seahawk, 2015 von der US Navy gekauft, im Umbau, ersetzen ab 2024 die AS 565 34 × Bell 206 Jet Ranger / Bell 206 Long Ranger „Saifan“ oder „Saifanit“ 0 × Sikorsky CH-53K King Stallion (zwölf Hubschrauber bestellt)

Raumfahrzeuge Der IAF untersteht auch eine kleine Zahl israelischer Raumfahrzeuge: 3 × AMOS – Kommunikationssatellit EROS (B) – Bodenschatzsuchsatellit Ofeq (5, 7, 9, 10, 16) – Aufklärungssatellit TechSAR 1, 2, 3 – Radaraufklärungssatelliten Shavit – Trägerrakete

Nukleare Boden-Boden-Raketen Die IAF betreibt folgende Raketen, die mit Nuklearsprengköpfen bestückbar sind, was aber von Israel nicht kommentiert wird:missilethreat.csis.org. Jericho 2 (Reichweite 1.500 km) Jericho 3 (Reichweite 3.500 bis 11.500 km)

Flug- und Raketenabwehr In der Flug- und Raketenabwehr hat die IAF, nachdem sich die amerikanischen Patriot-Luftabwehrsysteme bei den irakischen R-17-Angriffen auf Tel Aviv im Jahre 1991 als weitgehend wertlos erwiesen hatten, in Zusammenarbeit mit US-Firmen neue und leistungsfähigere Systeme entwickelt.

Das Ergebnis sind die Raketenabwehrsysteme David’s Sling und Arrow, während das System Iron Dome von Israel allein entwickelt wurde.

Luftgestützte Waffensysteme Folgende luftgestützte Waffensysteme werden von der Luftwaffe eingesetzt: Luft-Luft-Raketen: Raytheon AIM-9 Sidewinder Raytheon AIM-120C AMRAAM Rafael „Python 4/5“

Luft-Boden-Raketen: Rafael Popeye / Popeye Lite / Popeye Turbo IMI Delilah AGM-114 Hellfire AGM-62B Walleye AGM-65 Maverick Spike NLOS

Freifallbomben: IAI „Griffin“ (Lenksatz für Mk.83/84 LDGP) GBU-31 JAM GBU-39 SDB GBU-10/12/16 „Paveway II“ LGB Elbit Opher Elbit Lizard

Geschichte Entstehung Die Israelischen Luftstreitkräfte haben ihren Ursprung im Jahre 1945. Als der Sieg der alliierten Truppen über Hitlerdeutschland kurz bevorstand, wurde neun Mitgliedern der Palmach, des paramilitärischen Ablegers der Hagana eine Flugausbildung in der Flugschule „Awiron“ zuteil. Am 10. November 1947 wurde entschieden, reguläre Luftstreitkräfte aufzubauen, die „Scherut Awir“ (Air Service). Dazu wurden alle jüdischen Piloten aufgefordert, sich einzuschreiben. Unter den Piloten waren auch viele erfahrene Veteranen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die „Scherut Awir“ wurde am 27. Dezember 1947 offiziell gegründet. Das Gros der wenigen verfügbaren Flugzeuge – hauptsächlich Restbestände aus den sowjetischen, amerikanischen und britischen Luftstreitkräften – wurden nach Sde Dow (nahe Tel Aviv) gebracht. Dazu mussten viele Landebahnen und Rollfelder in kürzester Zeit provisorisch angelegt werden. Zwischen Dezember 1947 und Mai 1948 wurden vor allem aus den USA und Europa neue Flugzeuge beschafft – die ersten waren ausgerechnet ein Derivat der Messerschmitt Bf 109, die tschechische Avia S-199, von der 25 Exemplare geliefert wurden (Siehe Operation Balak). Sowohl jüdische als auch nichtjüdische Piloten aus aller Welt meldeten sich freiwillig, um bei den neuen Luftstreitkräften zu dienen. Anfang Mai 1948 wurden die ersten Piloten auf dem Flugplatz Planá in der Tschechoslowakei an der Avia S-199 ausgebildet. Nach der offiziellen Staatsgründung Israels wurde die „Scherut Awir“ umbenannt in die bis heute gültige Bezeichnung „Cheil Awir“.

Kriegseinsätze 1948: Unabhängigkeitskrieg mini|Israelische Avia S-199, Juni 1948

Im UN-Beschluss vom 29. November 1947 war eine Teilung des britischen Mandatsgebiets Palästina in einen israelischen und einen arabischen Teilstaat vorgesehen. Die arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Libanon, Transjordanien, Saudi-Arabien und Irak lehnten dies ab. Auslöser für den Palästinakrieg war die israelische Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948, worauf die fünf arabischen Staaten einige Stunden später den soeben gegründeten Staat Israel angriffen.

Zu Beginn sahen sich die Israelis chancenlos gegen die arabischen Truppen; Tel Aviv wurde ohne Unterbrechung bombardiert. Die zahlenmäßig sehr kleine israelische Luftwaffe war damals mit modifizierten Messerschmitt Bf 109 ausgerüstet, die nach dem Krieg aus übriggebliebenen Einzelteilen in der Tschechoslowakei unter dem Namen Avia S-199 zusammengebaut und mangels verfügbarer Originalmotoren mit Bombermotoren ausgestattet waren. Trotz der erheblichen daraus resultierenden Unzulänglichkeiten konnten die Piloten der IAF, unter ihnen der spätere Staatspräsident Ezer Weizman, bald Erfolge gegen die arabischen Luftstreitkräfte erringen. Kurz darauf wurde die IAF auch zur Unterstützung der Bodentruppen herangezogen und trug so maßgeblich dazu bei, den Verlauf des Krieges zu wenden.

1956: Der Suezkrieg Die Suezkrise nahm ihren Anfang in der Verstaatlichung des Suezkanals durch Präsident Gamal Abdel Nasser. Nachdem Großbritannien, Frankreich und Israel in mehreren Geheimgesprächen eine Koalition gebildet hatten, um gemeinsam dagegen vorzugehen, griff Israel am 29. Oktober 1956 Ägypten an. Die IAF hatte in der Frühphase die Aufgabe, die Kommunikation der ägyptischen Kommandoebenen zu zerstören. Im Lauf dieser Operation gelang es den israelischen Luftstreitkräften, fast die gesamte feindliche Kommunikation im Sinai zu unterbinden.

Zur gleichen Zeit brachten 16 DC-3-Transporter 295 Fallschirmjäger an den Mitla-Pass im Sinai, die bis heute größte Fallschirmjäger-Operation in der israelischen Geschichte.

Im Laufe der Luftgefechte gelang es der IAF, sieben ägyptische Flugzeuge abzuschießen, ohne eigene Verluste zu erleiden. Die IAF trug wesentlich dazu bei, die ägyptischen Nachschublinien auch außerhalb des Sinai zu unterbrechen. Bei diesen Angriffen wurden auch B-17-Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt.

Allerdings wurden insgesamt 15 israelische Rettungsflieger abgeschossen, die zur Abholung der Fallschirmtruppen eingesetzt wurden.

1967: Der Sechstagekrieg Als Reaktion auf die Sperrung der Straße von Tiran für die israelische Schifffahrt, den von Nasser erzwungenen Abzug der UNEF-Truppen aus dem Sinai und den ägyptischen Aufmarsch von 1000 Panzern und fast 100.000 Soldaten an den Grenzen Israels führte Israel am 5. Juni 1967 einen Präventivschlag gegen die arabischen Staaten durch (Sechstagekrieg). Die IAF griff dabei Stützpunkte der völlig unvorbereiteten ägyptischen Luftstreitkräfte an und erreichte innerhalb von drei Stunden deren komplette Zerstörung. Kurz darauf wurden die Luftstreitkräfte Syriens, Jordaniens und Iraks angegriffen und ebenfalls nahezu vollständig vernichtet.

Nachdem die IAF so die Lufthoheit erkämpft hatte, begann sie mit der Unterstützung der Bodentruppen aus der Luft. Insgesamt konnten 391 Jets am Boden zerstört, 26 Stützpunkte der Luftstreitkräfte einsatzunfähig bombardiert, und in Luftgefechten 60 feindliche Kampfjets abgeschossen werden. Auch kamen Fallschirmspringer bei der Eroberung der Golanhöhen zum Einsatz.