Die Generali Arena (bis 2010 und seit 2025 bei internationalen Spielen Franz-Horr-Stadion, bei internationalen Spielen bis 2025 Viola Park) ist ein Fußballstadion am Favoritner Laaer Berg in der österreichischen Hauptstadt Wien. Es wird seit 1973 vom Bundesligisten FK Austria Wien als Heimstadion genutzt und besitzt ein Fassungsvermögen von 15.000 bis 17.500 Zusehern. Das ursprüngliche Stadion wurde 1925 als České-srdce-Platz vom damaligen Erstligisten SK Slovan Wien erbaut. 1974 wurde es nach dem kurz zuvor verstorbenen WFV-Präsidenten Franz Horr benannt. Seit 2011 trägt das Stadion den Namen des Versicherungskonzerns Generali. Von 2016 bis 2018 wurde das Stadion renoviert und umgebaut. Die Eröffnung erfolgte am 13. Juli 2018 mit einem Spiel gegen Borussia Dortmund (0:1). Bei internationalen Spielen wird das Stadion seit 2025 wieder als Franz-Horr-Stadion bezeichnet.
Allgemeines Lage und Verkehrsanbindung Das Stadion wurde 1925 auf den unbebauten Wiesen am Laaer Berg im Süden Wiens errichtet, diese sind aber mittlerweile zu größeren Teilen verbaut.
Von 1925 bis 2017 war das Stadion nur mit der Straßenbahnlinie 67 erreichbar. Diese relativ schwache öffentliche Verkehrsanbindung wurde schon bei der Eröffnung als mangelhaft kritisiert. Daneben erreicht man das Stadion mit den Buslinien 15A und 68A. Seit 2. September 2017 ist das Stadion durch die U-Bahn-Linie U1 wesentlich besser erreichbar, die in unmittelbarer Stadionnähe die Station Altes Landgut erhielt.
Stadioncharakteristik Die Generali Arena ist ein reines Fußballstadion und fasste vor dem Umbau rund 11.800 Besucher. Diese verteilten sich auf 9.000 Sitzplätze, von denen nach der UEFA-Richtlinie aus dem Jahre 2000 knapp 6.000 bei höherklassigen Bewerben der UEFA genutzt werden konnten, sowie weitere 2.800 überdachte Stehplätze. Direkt nördlich an das Stadion schließt das Trainingsgelände mit drei großen Trainingsplätzen an, wobei seit 1984 auch ein Kunstrasenplatz vorhanden ist. Östlich nebenan findet sich das Haus des Wiener Fußball-Verbandes, der hier im Jänner 1991 in das Schulungsgebäude des Franz-Horr-Stadions eingezogen ist. Die Anlage wurde 1987 errichtet, nachdem das alte Schulungszentrum am 17. April 1986 vollständig niederbrannte. Insgesamt umfasst das Areal knapp 96.200 Quadratmeter.
Die Haupttribüne und das Herzstück des Stadions ist die Südtribüne, die den Namen Matthias-Sindelar-Tribüne trägt. Sie wurde in den Jahren 1997 bis 1999 geplant und errichtet und besitzt 3.000 Klappsitze. Weiters befinden sich hier die Spielerkabinen, das Vereinssekretariat, ein Presseraum sowie über den Sitzreihen mehrere VIP-Logen. Der Südtribüne gegenüber liegt mit der Nordtribüne die zweite große Sitzplatztribüne. Sie besitzt ebenfalls 3.000 Klappsitze, ist aber mit ihrem Baujahr 1982 weitaus älter. Die dritte überdachte Tribüne ist die Westtribüne hinter dem Tor. Sie wurde 1987 als reine Stehplatztribüne mit einer Kapazität von 2.800 Zusehern eröffnet. Die ehemalige Osttribüne wurde im April 2008 abgetragen und durch eine zweistöckige Tribüne mit wahlweise 4.200 Stehplätzen oder 3.000 Sitzplätzen ersetzt. Diese beheimatet heute vor allem die Ultra-Gruppierungen der Austria.
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Historisches Die Heimat Slovans – České srdce Der SK Slovan Wien trug seit 1921 seine Heimspiele auf dem Meidlinger Fußballplatz in der Edelsinnstraße aus, der seinerzeit dem SC Wacker Wien abgekauft worden war. Letzterer errichtete sich mit dem Schönbrunner Stadion ein eigenes großes Stadion und auch bei Slovan selbst wurde nach dem Aufstieg in die höchste österreichische Spielklasse 1922/23 der Ruf nach einem eigenen großen Stadion laut. Insbesondere sollte sich dieses im Heimatbezirk Favoriten befinden, aus dem sich der größte Teil der Anhänger rekrutierte. So konnte sich Slovan mit dem Verein České srdce, zu Deutsch Tschechisches Herz, einigen, auf dessen gleichnamigem Platz ein Fußballstadion zu erbauen. Am 15. August 1925 konnte das neue Stadion, welches ebenso den Namen České srdce erhielt, eingeweiht werden. Slovan lud zu einem kleinen Blitzturnier, an dem die Mannschaften Sparta Prag, die Vienna, die Amateure und Slovan selbst vor 15.000 Zuschauern teilnahmen. Erster Torschütze am neuen Sportplatz war Jan Dvořáček von der Prager Sparta. Zur offiziellen Eröffnung kam es schließlich zwei Wochen später am 30. August mit dem ersten Spiel der neuen Meisterschaftssaison 1925/26. Slovan konnte dank eines Treffers von Rudolf Hanel den Bezirksrivalen Hertha beim Debüt 1:0 besiegen.
Das Illustrierte Sportblatt widmete der Eröffnung folgende Zeilen: Eine Eröffnung eines neuen Sportplatz ist immer eine kleine Sensation, hier umso mehr, weil der Sportplatz, den der Verein Tschechisches Herz in Favoriten errichtet hat und den der SK Slovan zur Austragung seiner Wettspiele benützen wird, eine hervorragende Sportstätte darstellt, von der man schon heute, da sie noch lange nicht ausgebaut ist, sagen kann, dass sie der Hohen Warte ernsthafte Konkurrenz machen wird. Vorläufig sind nur wenig gedeckte Sitzmöglichkeiten vorhanden, aber diesem Übelstande dürfte in kurzer Zeit abgeholfen sein und Wien wird dann über ein zweites Stadion verfügen, um das es von vielen anderen Großstädten beneidet werden wird. Die Hohe Warte hat allerdings augenblicklich wieder ein deutliches Plus dadurch aufzuweisen, daß die Eröffnung der neuen elektrischen Bahn eine wunderbare Verbesserung des Verkehrs nach Döbling bedeutet, während der Zustrom zu dem Favoritner Platze in der Hauptsache auf eine einzige Verkehrsader und lediglich auf die Straßenbahn beschränkt ist.Illustriertes Sportblatt, 22. August 1925
Tatsächlich war es geplant, unter Ausnutzung der Hanglange am Laaer Berg und dem Bau von Naturtribünen ein Stadion mit einem Fassungsvermögen von 80.000 Zuschauern zu errichten. Zusätzlich wurden bald ein Trainingsplatz, ein Turnplatz und ein Eislaufplatz errichtet und auch Tennisplätze, ein Theater, ein Musikpavillon sowie ein Verwaltungsgebäude mit Wohnung sollten folgen, um der tschechischen Bevölkerung Favoritens ein entsprechend großes Freizeitareal bieten zu können. Die Pläne wurden durch die akute Finanznot Slovans und des Tschechischen Herzes verhindert, die beiden Vereine und das Stadion konnten nur dank Spendenaktionen großer Vereine wie der Prager Sparta erhalten werden. Dennoch konnte Slovan hier einige bedeutende Erfolge in der Meisterschaft feiern, berühmt wurde das Spiel in dem Rapid 1926 4:3 niedergerungen wurde, nachdem Slovan bereits zuvor einen 5:4-Auswärtssieg in Hütteldorf gefeiert hatte. Insgesamt fünf Saisonen lang – 1925 bis 1929 und 1931 bis 1932 – trugen die Grünsterne hier ihre Matches in der I. Liga aus. In der Zwischenzeit sowie bis zur Vereinsauflösung am 30. August 1935 fanden die Spiele der II. Liga hier statt. Nach der Vereinsauflösung kamen fortan im Stadion České srdce nur noch Meisterschaftsspiele in der Amateurklasse, insbesondere des AC Slovan Wien zur Austragung.
Wiederentdeckung als Erstligastadion Durch den Zweiten Weltkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen, schien das Stadion für den AC Slovan Wien, der 1950 sogar in die A-Liga aufstieg, inadäquat, sodass er auf den Red-Star-Platz im Westen der Stadt zog. Die Schlackenbahn rund um das Spielfeld fand zeitweise in der Austragung von Speedwayrennen eine vorübergehende neue Bestimmung. Letztlich konnte sich die Stadt Wien im Juni 1949 über die Wiederherstellung des Sportareals einigen, in der Rathauskorrespondenz vom 14. Juni des Jahres wurde verlautbart: Für den Sportbetrieb von größter Bedeutung ist der Wiederaufbau des Herzplatzes am Ende der Favoritenstraße. Diese Sportanlage, eine der größten in Wien überhaupt, wurde von der Stadt Wien vom derzeitigen Besitzer, dem Verein „Tschechisches Herz“, für 20 Jahre gepachtet. Die drei Fußballplätze dieser Anlage samt den Flächen für Ballspiele und der Kampfbahn für Leichtathletik werden zu Beginn der Herbstsaison den Sportbetrieb aufnehmen. Die über 40.000 Quadratmeter große Sportanlage wird wieder hauptsächlich der Jugend des 10. Bezirkes zur Verfügung stehen. Als Hauptmieter wird der ASKÖ dort einziehen.Rathauskorrespondenz, 14. Juli 1949
Unter dem neuen provisorischen Namen ASKÖ-X-Platz spielten im sanierten Stadion vor allem wieder kleine Unterligisten, ab 1961 unter dem Patronat des Wiener Fußball-Verbands, der das Stadion übernahm. Wieder größere Bekanntheit erlangte das nunmehrige „WFV-Stadion“ als 1967 der FC Wien einzog. Der damalige Zweitligist hatte bis dahin im nunmehr verbauten Südstern-Stadion gespielt. Er war zu dieser Zeit der populärste Klub des Bezirks und konnte auf 28 Erstligajahre zurückblicken. Bereits am 12. August 1967 kamen zur Premiere der Rot-Weißen im WFV-Stadion über 9.000 Zuschauer zum ÖFB-Cupspiel gegen den FC Wacker Innsbruck, welches aber 0:1 verloren ging. Mit der Liquidierung des Vereins nach dem Abstieg 1973 schien der Profifußball wieder aus dem Stadion zu verschwinden. Der WFV-Präsident Franz Horr versuchte den drohenden Verfall zu verhindern und wandte sich an den Erstligisten FK Austria Wien, der bis dahin am Sport-Club-Platz gespielt hatte, aber in den vergangenen Jahren nach Verlust des eigenen Stadions immer wieder seine Heimstätte ändern musste. Austria-Sekretär Norbert Lopper sagte zu, sodass die Austria bereits 1973/74 im WFV-Stadion ihre Nationalligaspiele austrug. Lopper meinte später rückblickend: „Ich wollte unbedingt nach Favoriten, weil ich mir ein Stadion in einem dicht bewohnten Gebiet gewünscht habe.“Interview in Tröscher/Marschik/Schütz: Das große Buch der österreichischen Fußballstadien. Wien 2007, S. 65.
Vorerst ohne Baugenehmigung wurden die bestehenden Tribünen unter Mithilfe des AWAK erstligafit gemacht und ein 10-Jahres-Vertrag mit der Wiener Austria über die zukünftige Nutzung abgeschlossen. Am 26. August 1973 fand somit nach über 40 Jahren wieder ein Erstligaspiel im WFV-Stadion statt, erster Torschütze nach der langen Pause war Julio César Morales, der die Austria beim 4:1-Sieg über die Vienna vor 11.000 Zuschauern auf die Siegerstraße brachte. Neben Club-Chef Joschi Walter und Franz Horr waren auch Bürgermeister Leopold Gratz und ÖFB-Präsident Heinz Gerö gekommen. In weiterer Folge versuchte Franz Horr Geld für einen Ausbau des Stadions aufzutreiben, ein großes „Matthias-Sindelar-Stadion“ stand im Raum. Nach dem überraschenden Tod von Franz Horr am 6. Jänner 1974 wurden die Pläne jedoch vorerst beiseitegelegt und nur zwei Wochen später einstimmig die Umbenennung der Sportanlage in „Franz-Horr-Stadion“ einstimmig vom WFV beschlossen.
Ausbau zu einer modernen Heimspielstätte der Wiener Austria