mini|Ovum humanum, „… with a dark germinal spot.“ (Holzstich in Ernst Haeckels The Pedigree of Man: […])Ernst Haeckel: The Pedigree of Man: and other Essays. Englische Übersetzung von Edward Aveling, London 1903 Bonner, London 1903, S. 126 ().
Der Ausdruck springender Punkt wurde ursprünglich zur Bezeichnung eines biologischen Phänomens geprägt. Das punctum saliens (lateinisch) oder der springende Punkt ist in diesem Sinn ein pulsierender roter Fleck, der beispielsweise im befruchteten Hühnerei etwa nach dem dritten Tage der Bebrütung mit bloßem Auge zu erkennen ist, als erstes auffälliges Zeichen des Lebens: Die Herzanlage des Embryos wird sichtbar, ihre physiologische Funktion macht sich bemerkbar.
Der springende Punkt ist in diesem Bild also das Kriterium, mit dem Lebendiges zu unterscheiden ist. Dieser bezeichnende Ausdruck geht zurück auf Aristoteles, der in seinen tiergeschichtlichen Ausführungen die Entwicklung im Vogelei beschreibt und in diesem Zusammenhang von einem blutigen Punkt „“ spricht, welcher hüpft „“:
In weiterem metaphorischen Gebrauch hat sich daraus eine Redewendung gebildet, nach der ein springender Punkt das Herz eines Projektes darstellt, den wesentlichen Kern einer Darstellung zeigt, den entscheidenden Aspekt einer Fragestellung vorstellt oder das Kriterium für eine Entscheidung aufweist: „Da ist es“.
William Harvey – mit seinem 1628 in Frankfurt/Main erschienenen Werk Exercitatio Anatomica de Motu Cordis et Sanguinis in Animalibus („Anatomische Studien über die Bewegung des Herzens und des Blutes in Tieren“) der Entdecker des Blutkreislaufs – beschreibt in Exercitationes de Generatione Animalium („Studien über die Erzeugung der Tiere“) 1651 das in Rede stehende biologische Phänomen so:Nach: Gulielmi Harvei (William Harvey), Opera II, Exercitationes de Generatione Animalium, Leyden 1737, S. 66.
mini|Moderne Version eines Stammbaums des Lebens Eine ähnliche Sicht teilt Ernst Haeckel in seinem Essay Über den Ursprung und die Entwicklung der Sinneswerkzeuge von 1878 mit, der die damaligen Ergebnisse einer vergleichenden Anatomie und Embryologie vorstellt wie denn das menschliche Auge auf eine lange Reihe vorteilhafter Anpassungen zurückführt, und lässt dabei von der aristotelischen ein Nachbild aufscheinen:
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Embryologie Kategorie:Redewendung