mini|hochkant=1.5|Luftbild Schalksmühle () liegt im Nordwesten des Sauerlandes in Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Märkischen Kreises im Regierungsbezirk Arnsberg. Schalksmühle war 2011 die Gemeinde mit dem höchsten Anteil von Einkommensmillionären in der Wohnbevölkerung und dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Nordrhein-Westfalen (46.101 €/Jahr).

Der Name Schalksmühle, der erstmals in einer Urkunde 1407 in der Form „Schalksmollen“ erwähnt wird, muss in dieser Komposition bereits früher, im 12.–14. Jh., entstanden sein. Die Form mit -mühle als Grundwort ist aus dieser Zeit im Westfälischen nicht belegt, nicht jedoch vorher. Seine Deutung ist nach G. Müller (1996) bis heute ungeklärt. Am wahrscheinlichsten ist, dass das Grundwort -mühle eine Mühle bezeichnet, wobei aber unklar ist, welche Art von Mühle, am ehesten wohl eine wassergetriebene Mühle; dabei bleibt weiter unklar, wozu sie diente. Hier scheinen nur archäologische Zeugnisse weiterzuhelfen. Das Bestimmungswort Schalk- scheint noch die ältere Bedeutung von ‚Knecht‘ zu haben, wobei ebenfalls unklar ist, welcher konkrete Knecht hier gemeint ist oder ob das Wort eine generische Bedeutung hat. Die Rückführung auf einen Gottschalk, die P. Schmalenbach annahm, ist nur eine mögliche Deutung. Nach dieser hypothetischen Deutung bedeutet Schalksmühle also „Mühle eines gewissen Knechts“.

Geographie Geographische Lage mini|Glörtalsperre mit Staumauer In Schalksmühle gibt es die Glörtalsperre, durch die die Glör fließt. Die Glör ist ein Nebenfluss der Volme, die ebenfalls durch Schalksmühle und in Hagen in die Ruhr fließt, die wiederum in Duisburg-Ruhrort in den Rhein mündet. Die Volme war lange Zeit durch die Verschmutzung von Abwässern der Industrie ein totes Gewässer, ist aber seit den 1990er Jahren wieder biologisch aktiv und verfügt u. a. über zunehmende Forellebestände.

Ausdehnung des Gemeindegebiets Die Gemeinde Schalksmühle hat ein Gemeindegebiet von 38,2 km². Davon sind 17,4 km² (≈45,5 %) Waldfläche.

Nachbargemeinden Schalksmühle grenzt im Nordwesten an Hagen, im Westen an Breckerfeld (Ennepe-Ruhr-Kreis), im Südwesten an Halver, im Südosten an Lüdenscheid, im Osten an Altena und im Nordosten an Nachrodt-Wiblingwerde (letztere Märkischer Kreis).

Gemeindegliederung Schalksmühle gliedert sich in 10 Ortsteile:Portrait der Gemeinde Schalksmühle. Abgerufen am 14. Dezember 2019 Dahlerbrück Heedfeld Hülscheid Klagebach Reeswinkel Rotthausen Schalksmühle-Mitte Stallhaus Strücken Winkeln Die Ortsteile bestehen aus insgesamt 65 Wohnplätzen und Ortschaften.

Geschichte mini|Schalksmühle um 1795 mini|hochkant=1.1|Ortskern mit Erlöserkirche Die älteste urkundliche Erwähnung des heutigen Ortsteils Hülscheid stammt von 1308 und findet sich im Liber valoris des Erzbistums Köln. 1350 gründeten die dortigen Bauern eine Freigrafschaft. Diese umfasste zur Zeit ihrer größten Ausdehnung neben dem Kirchspiel Hülscheid auch den nordwestlichen Teil des Kirchspiels Lüdenscheid. Die Freigrafschaft Hülscheid bestand bis 1592. In jenem Jahr wurde sie dem Lüdenscheider Hochgrafen übertragen. Für die Zeit nach 1478 ist das Bestehen eines Freigerichtes vor Ort nachgewiesen, welches jedoch wohl schon wesentlich länger bestanden hatte.

Schalksmühle wurde zuerst am 1. Mai 1407 urkundlich erwähnt. Anlässlich der Schenkung eines Altars an die Breckerfelder Kirche durch den Kölner Kaufmann Gerwin of Altenbreckerfeld erscheint in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Friedrich Schalksmollen in parrochia Halvere (Schalksmühle in der Pfarrei Halver). Es war eines der von Gerwin gepachteten Gebiete. Auch nach Bau einer befestigten Straße durch das Volmetal 1845–1847 und der Volmetalbahn bis 1873 handelte es sich noch einige Zeit lediglich um eine kleine Siedlung. Erst allmählich setzten aufgrund der verbesserten Verkehrsanbindung stärkeres Wachstum und Industrialisierung ein. 1892 bis 1898 erfolgte der Bau der neugotischen Saalkirche als Ortsmittelpunkt. 1888 wurde die „Hälvertalbahn“ der Kreis Altenaer Eisenbahn fertiggestellt, welche eine direkte Verbindung mit Halver herstellte. Am 1. Oktober 1912 wurde die Gemeinde durch Ausgliederung aus der Gemeinde Halver neu gebildet.

Am 13. April 1945 um 5 Uhr fuhren amerikanischen Panzer über die Volmestraße. US-Truppen besetzten den Ort. An diesem Nachmittag und während der nächsten Nacht schoss ein deutscher Granatwerfer in den Ort. An allen Häusern hingen weiße Fahnen und erste Verordnungen der alliierten Militärregierung hingen schnell an Häusern.

Obwohl schon in früheren Zeiten immer wieder Hochwasser des Flusses Volme vorkamen, der mitten durch Schalksmühle fließt, erreichte eine Flut nach langanhaltenden Starkregen im Juli 2021 einen Höhepunkt. Dabei entstanden jedoch nur Sachschäden, während zur gleichen Zeit bei noch stärkeren Überschwemmungen im rheinland-pfälzischen Ahrtal außer schlimmeren Schäden an Häusern sogar zahlreiche Personen umkamen.

Eingemeindungen Die heutige Gemeinde Schalksmühle ist durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Altena und der kreisfreien Stadt Lüdenscheid vom 18. Dezember 1968 gebildet worden.GV.NRW. S. 412/SGV. NW. 2020 Hierzu wurden die vorherigen Gemeinden Schalksmühle und Hülscheid (Amt Lüdenscheid) zusammengeschlossen. Die mit Wirkung zum 1. Januar 1969 neu gebildete amtsfreie Großgemeinde trägt wiederum den Namen „Schalksmühle“.

Durch das Gesetz zur Neugliederung des Ennepe-Ruhr-Kreises vom 16. Dezember 1969 (GV. NW. S. 940) ist der zur damaligen Stadt Breckerfeld (Amt Breckerfeld, Ennepe-Ruhr-Kreis) gehörende Ortsteil Im Dahl beim heutigen Dahlerbrück eingegliedert worden. Dies geschah mit Wirkung vom 1. Januar 1970.

Religionen Es gibt seit August 2018 nur noch einen Pfarrbezirk der evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück – zuvor gab es zwei Pfarrbezirke – sowie die evangelische Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld. Des Weiteren gibt es eine katholische Gemeinde (Halver-Schalksmühle-Breckerfeld-Dahl) und eine Freie evangelische Gemeinde. (abgerufen am 16. Februar 2020)

Politik

Gemeinderat Das Ergebnis der Kommunalwahlen am 14. September 2025 zeigen die beiden Diagramme.

Eine Übersicht über die Ergebnisse der fünf vergangenen Wahlen zeigt folgende Tabelle: Partei StimmenanteileSitze 2025 2020 2014 2009 2004 2025 2020 2014 2009 2004 UWG 42,92 % 44,99 % 42,5 % 46,6 % 38,2 %11 13 12 13 11 CDU 23,97 % 20,18 % 22,0 % 20,1 % 29,7 % 6 6 6 6 8 SPD 17,13 % 22,50 % 24,4 % 18,4 % 23,3 % 5 7 7 5 7 FDP 8,97 % 12,33 % 11,2 % 14,8 % 7,4 % 2 4 3 4 2 GRÜNE 7,01 % – – – 1,4 % 2 – – – 0 Insgesamt 100 % 100 % 100 % 100 % 100 % 26 30 28 28 28 mini|Rathaus mini|hochkant=0.6|„Kiepenlisettken“ auf dem Rathausplatz

Bürgermeister 1912–1923: Peter Groll 1923–1933: Hermann Diergarten 1933–1945: Hermann Gödersmann 1945: Walter Frese (für zirka ein halbes Jahr von der Militärregierung eingesetzt) 1945–1948: Ernst Paris 1948–1964: Ernst Brune 1964–1965: Hans Schriever 1965–1966: Eugen Güllemann 1966–1969: Paul Gerhard „Conny“ Mühlen (UWG) Kommunale Neuordnung im Jahr 1969 1969–1991: Paul Gerhard „Conny“ Mühlen (UWG) 1991–1999: Heide Bachmann (UWG) Bis hierher waren alle Bürgermeister ehrenamtlich tätig. Nach der Reform der Gemeindeordnung wurde im Jahr 1999 der erste hauptamtliche Bürgermeister gewählt. 1999–2005: Wilfried Köhler (parteilos); † 10. August 2005 2006–2025: Jörg Schönenberg (parteilos)

In der Bürgermeister-Stichwahl am 28. September 2025 konnte sich der parteilose Christian Breddermann bei einer Wahlbeteiligung von 55,48 % mit einem Stimmenanteil von 56,48 % der gültigen Stimmen durchsetzen.

Wappen, Dienstsiegel und Flagge Der Gemeinde ist durch Urkunde des Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 21. Juli 1970 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.

Wappen

Dienstsiegel Die Gemeinde führt das Gemeindewappen in ihrem Dienstsiegel, das durch Urkunde des Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 21. Juli 1970 genehmigt worden ist.

Flagge Der Gemeinde ist durch Urkunde des Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 30. März 1972 das Recht zur Führung einer Flagge und eines Banners verliehen worden.

Städtepartnerschaften Seit Juli 1987 besteht eine Städtepartnerschaft mit der thüringischen Stadt Ruhla. Bereits seit 1970 besteht ist die Partnerschaft mit der englischen Stadt Wansbeck. Ein junger Mann aus Schalksmühle arbeitete zu der Zeit in Bedlington und traf dort seine spätere Ehefrau. Als das Paar nach Schalksmühle zurückkam, regte es eine Partnerschaft seiner beiden Heimatorte an, die dann 1970 offiziell besiegelt wurde. Nachdem Bedlington 1974 zusammen mit Ashington und Newbiggin-by-the-Sea zur neuen Stadt Wansbeck vereinigt worden war, wurde die Partnerschaft von der neuen Stadt weitergeführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen Im Bauernhaus Wippekühl ist ein Heimatmuseum eingerichtet, in dem zahlreiche Exponate bäuerlichen Lebens zu sehen sind.Gemeinde Schalksmühle: Bauernhaus Wippekühl, abgerufen am 17. November 2019 Das Jagdmuseum des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid verfügt über Ausstellungsstücke aus Nachlässen heimischer Jäger., abgerufen am 17. November 2019

Theater Ein großes Theater gibt es nicht, jedoch kleinere Theatervereine.

Musik Neben kleineren Kirchenchören gibt es einen etwas bekannteren Gospelchor, Living Gospel, der freien ev. Gemeinde sowie die Musikcorps Dahlerbrücker Husaren 1971 e. V., den Musikverein Musikverein Die Volmetaler sowie den Gesangsverein Gesangverein Dahlerbrück 1878. Weiterhin gibt es eine Zweigstelle der Musikschule Volmetal in Schalksmühle.

Bauwerke mini|Bauernhaus Wippekühl

Direkt neben dem Friedhof Wippekühl in Schalksmühle liegt das Bauernhaus Wippekühl. Es wurde um das Jahr 1600 erbaut. In diesem historischen Fachwerkhaus ist es möglich, sich trauen zu lassen.

Die evangelische Erlöserkirche in der Nähe des Bahnhofs Schalksmühle wurde 1892 gebaut und ist das erste von zehn Baudenkmälern der Gemeinde Schalksmühle. Es gibt noch vier weitere evangelische Kirchen, von denen zwei ebenfalls auf der Denkmalliste stehen.

Natur- und Landschaftsschutz

Das Gemeindegebiet gehört zum Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Flächen außerhalb der bebauten Ortsteile und des Geltungsbereichs eines Bebauungsplans sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen worden, sofern kein höherer Schutzstatus wie beispielsweise Naturschutzgebiet (NSG) besteht. Im Stadtgebiet wurde nur das 22 ha große Naturschutzgebiet Nottkleff ausgewiesen.

In Schalksmühle gibt es den Volmepark, welcher direkt an der Volme liegt. Der Park wurde 2014 zu einem Mehrgenerationenpark umgebaut.Ludwig Schweig: Ökologische Zwischenbilanz der Umwandlung des Volmeparks Schalksmühle zu einem Mehrgenerationenpark. Info-Magazin 2015 NABU Märkischer Kreis, S. 14–16.

Sport Handball SG Schalksmühle-Halver (SGSH): eine Handball-Spielgemeinschaft mit folgenden Trägervereinen: TuS Halver 1848 e. V., TuS Stöcken-Dahlerbrück 1885 e. V., TuS Oeckinghausen 1888 e. V., Schalksmühler TV 1893 e. V. Die erste Handball-Mannschaft spielt auf professioneller Ebene in der 3. Liga West. Die Reserve spielt in der Verbandsliga Westfalen, Staffel 2. Ein Damen- und drei Herrenteams nehmen am Spielbetrieb im Seniorenbereich teil. Die Jugendabteilung ist in eine eigene Jugendspielgemeinschaft SGSH Juniors ausgegliedert. Die SGSH trägt ihre Spiele in der Sporthalle Löh (Schalksmühle) und der Sporthalle Mühlenstraße (Halver) aus. Im Jahr 2018 erfolgte die Umbenennung in „SGSH Dragons“. Der neue Mannschaftsname wurde der Öffentlichkeit im Rahmen des DHB-Pokal-Turniers am 18./19. August 2018 bekanntgegeben. Teilnehmer des Erstrundenturniers in Halver waren die Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen und der TuS Ferndorf sowie der Deutsche Meister 2018 SG Flensburg-Handewitt. Als Gastgeber und Ausrichter des Turnieres zeichnete die SG Schalksmühle-Halver verantwortlich.

TuS Linscheid-Heedfeld e. V. ist der zweite große Handball-Verein in Schalksmühle.

Fußball