mini|Panorama-Aufnahme in Richtung Saley, aufgenommen am Maiplatz (rechts: Schützenhalle und Rathaus, links: Blickrichtung Eiringhausen) mini|Panorama-Aufnahme aus der Innenstadt in Richtung Eiringhausen (rechts: Saley, links: Hestenberg) Plettenberg (westfälisch Plettmert) ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen.

Geografie Lage Plettenberg liegt im Westen des Sauerlands, zwischen dem Lennegebirge im Norden und dem Ebbegebirge im Süden, an der Einmündung der Else in die Lenne. Die Stadt wird von Grüne und Oesterbach durchflossen. Deshalb erhielt sie den Namen „Vier-Täler-Stadt“. Die Stadt liegt im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge.

Nachbargemeinden Plettenberg grenzt im Osten an die Stadt Sundern (Sauerland) im Hochsauerlandkreis sowie im Süden an die zum Kreis Olpe gehörenden Städte Attendorn und Finnentrop. Westlich von Plettenberg liegen die Gemeinde Herscheid und die Stadt Werdohl sowie im Norden die Stadt Neuenrade, die alle ebenfalls zum Märkischen Kreis gehören.

Stadtgliederung Offiziell ist Plettenberg nicht in Stadtteile gegliedert.Hauptsatzung der Stadt Plettenberg

Die ehemalige Gemeinde Ohle (2.981 Einwohner)Plettenberg, S. 268. In: Heinz Heineberg, Günter Rosenbohm, Klaus Temlitz (Hrsg.): Der Märkische Kreis. Städte und Gemeinden in Westfalen 10. Aschendorff Verlag, Münster 2005, ISBN 3-402-06274-7 und weitere Ortschaften von Plettenberg wie Böddinghausen, Bremcke, Eiringhausen (5.892 Einwohner), Elhausen, Eschen (3.045 Einwohner), Frehlinghausen, Grimminghausen, Himmelmert, Holthausen/oberes Elsetal (4.033 Einwohner) Köbbinghausen, Kückelheim, Lettmecke, Oestertal (3.071 Einwohner), Pasel, Selscheid, Siesel, Teindeln und die Kernstadt selbst (14.012 Einwohner) finden sich auch heute noch in topografischen Karten.

Geschichte mini|180° Panorama über den Hexentanzplatz (links: Eiringhausen, Bildmitte: Holthausen, rechts: Köbbinghausen)

Mit hoher Wahrscheinlichkeit war der Kern des heutigen Stadtgebietes schon in vorkarolingischer Zeit von sächsischen Stämmen besiedelt. Im Elsetal deuten Ortsnamen wie Holthausen, Frehlinghausen oder Köbbinghausen (-husen) auf eine frühe Siedlung in sächsischer Zeit. In einer topografisch geschützten Ebene unweit des Zusammenflusses von Else- und Oesterbach entstand eine Siedlung mit dem Namen Heslipho (Deutung: Am Elsebach gelegen). Sie wurde die Keimzelle der späteren Stadt. Die Rolle einer Quelle mit besonders gutem Wasser scheint hierbei noch unklar, jedoch verweist der Flurname Offenborn hierauf.

Der Ort wurde 1072 erstmals in einer Urkunde des Klosters Grafschaft als Heslipho erwähnt. Das Uradelsgeschlecht von Plettenberg hatte seinen Stammsitz am Hof Plettonbrath, erstmals erwähnt zwischen 1063 und 1078 in einer Urkunde der Abtei Werden. Er lag etwas außerhalb von Heslipho am Zusammenfluss von Grüne und Oester, wo sich der Plattberg erhebt. Um 1100 errichtete die Familie dann die Stadtburg Plettenberg auf dem Gelände zwischen Umlauf und Else. Dieses Ereignis führte im Laufe der Zeit zur Umbenennung des Ortes Heslipho in Plettenberg.

1368 wurde Plettenberg an den Herzog von Kleve verkauft. 1397 wurden der Siedlung die Stadtrechte von Graf Dietrich II. von der Mark verliehen. Schon zehn Jahre zuvor hatte Plettenberg einen Freiheitsbrief von Graf Engelbert III. von der Mark erhalten. Trotz der Stadterhebung blieb Plettenberg als Zankapfel der Kölner Erzbischöfe der Bau einer Stadtmauer als eindeutig landesherrliche Anlage verboten. Erst um 1500 wurde die Befestigung Plettenbergs (bis dahin eine Graben-Wall-Anlage mit Holzpalisaden) durch eine Stadtmauer ersetzt. Gleichzeitig wurde die Siedlung erheblich in Richtung Norden (heute der Bereich Alter Markt und Untertor) vergrößert. Die Stadtbefestigung hatte zwei Tore. Das Obertor führte über eine Brücke über den Oesterbach auf die Straße Richtung Attendorn (heute Maiplatz), das Untertor führte auf die Straße Richtung Arnsberg (heute Bahnhofstraße). Nach dem großen Stadtbrand von 1725 wurden die Tore sowie weite Teile der Stadtmauer abgetragen, der alte Wassergraben überbaut. Nur im Bereich der Neuen Straße stand bis ca. 1800 ein altes Tor, vermutlich das Untertor des 14. Jahrhunderts.

Plettenberg war ein Mitglied der inländischen Hansestädte. Allerdings war sie, wie zahlreiche andere westfälische Orte, eine der Beistädte, die zwar von Handelsprivilegien profitierten, aber innerhalb der Hanse nicht mitsprechen konnten. mini|Burg Schwarzenberg Drostenhaus

Von der ursprünglichen Bausubstanz ist nur noch wenig erhalten. Im Zentrum befindet sich ein kleiner historischer Kern rund um die Christuskirche aus dem 13. Jahrhundert, im Stadtteil Ohle die alte Dorfkirche. Nur noch als Ruine erhalten ist die Burg Schwarzenberg. Die Dunkelsche Mühle aus dem 13. Jahrhundert bestand bis in die 1950er Jahre.

1622/23, während des Dreißigjährigen Krieges, der in Plettenberg viele Opfer forderte, war die Stadt von Spaniern besetzt, die 38 Wochen versorgt werden mussten. Bei einem Überfall 1634 wurde Plettenberg verwüstet und geplündert. 1666 wurde die Stadt Brandenburg-Preußen zugeschlagen. Ein Jahr nach Ausbruch eines Niederländisch-Französischen Krieges erhielt Plettenberg 1673 einen Kurkölnisch-Münsterisch-Französischen Schutzbrief. Dennoch fielen 1679 französische Truppen in die märkische Region ein, und Plettenberg musste große Abgaben leisten.

Am 12. April 1725 vernichtete ein Stadtbrand 94 Prozent der Gebäude, innerhalb der Stadtmauer wurden sogar alle Gebäude vernichtet. Danach bauten die Bewohner die Stadt so originalgetreu wie möglich wieder auf.

Seit 1735 war die Stadt und das Amt Plettenberg dem Kreis Altena unterstellt. Schon 1750 gab es in Plettenberg ein Obdachlosenheim. Zwischen 1807 und 1815 waren Stadt und Amt von Frankreich besetzt und wurden in das Großherzogtum Berg eingegliedert. 1816 wurde Plettenberg dem Regierungsbezirk Arnsberg und dem Kreis Altena zugeordnet. mini|Plettenberg im Jahre 1869 Während der Industrialisierung entwickelten sich in den Tallagen an den Flüssen erste metallverarbeitende Betriebe, die mit Wasserkraft das heimische Erz weiterverarbeiteten. Von der Errichtung der Ruhr-Sieg-Bahnstrecke ab 1860 profitierte vor allem die Schwerindustrie. Nur acht Jahre davor hatten die Plettenberger eine Wirtschaftskrise durchlebt.

Vom Zweiten Weltkrieg blieb Plettenberg großteils verschont. 1944 stürzte ein Bomber kurz hinter der Stadt ab. Ab Mitte März 1945 gab es verstärkt Luftangriffe von Alliierten-Flugzeugen. Von Ende März bis Anfang April erfolgten fast täglich Tieffliegerangriffe auf Plettenberg. Die Luftangriffe galten vor allem dem Eiringhauser Bahnhof und dem E-Werk Siesel. Am 19. März 1945 erfolgte ein Angriff auf das E-Werk Siesel. Zwei Bomben trafen das Umspannwerk und zwei das Dampfkraftwerk. Ein Personenzug nutzte dabei den Sieseler Eisenbahntunnel als Schutz, wobei auf beiden Seiten Teile aus dem Tunnel herausragten und ebenfalls angegriffen wurden. Am 12. April zogen erste Soldaten der 75th Infantry Division über das Oestertal im Ort ein, vorher hatte der Artilleriebeschuss aus Richtung Attendorn ausgesetzt. Am 13. April erfolgte der Vormarsch auf den Plettenberger Ortskern, wobei der Stadtkern mit Artillerie unter Beschuss genommen wurde. Im Ortsteil Eiringhausen starb ein 14-jähriger Hitlerjunge durch Gewehrkugeln, als er versuchte, einen Sherman-Panzer anzugreifen. Die Brücke Kahley sprengten deutsche Soldaten am 14. April 1945. Zunächst erfolgte eine Umfahrung über die Eisenbahnschienen und dann der Bau einer Bailey-Brücke. Aus Richtung Edenborn schossen deutsche Granatwerfer und trafen an der Kaiserstraße liegende Häuser. 27 Plettenberger starben als Angehörige vom Freikorps Sauerland an der Nordostfront des Ruhrkessels.

In den 1960er Jahren wurde die Stadt stark umgestaltet, so gingen z. B. der historische Stadtkern und die Plettenberger Kleinbahn verloren. Sie mussten großräumigen Straßen und einer Fußgängerzone weichen.

Eingemeindungen Im Jahre 1891 wurde die Gemeinde Ohle vom Amt Neuenrade auf das Amt Plettenberg übertragen. Am 1. April 1941 schlossen sich im Rahmen einer kommunalen Neuordnung die Gemeinden des Amtes (Ohle und Plettenberg-Land) und die Stadt Plettenberg zur neuen Stadt Plettenberg zusammen.

Bevölkerung Einwohnerstatistik Im 14. Jahrhundert hatte Plettenberg 500 Einwohner. Durch mehrere große Pest-Epidemien und den Dreißigjährigen Krieg nahm die Einwohnerzahl über die Jahre wieder ab.

Jahr Einwohner 1719 749 1758 1.051 1765 933 1818 1.307 1839 1.539 1849 1.652 1871 1.976 1910 5.981 Jahr Einwohner 1933 7.169 1998 29.263 1999 29.133 2000 29.031 2001 28.959 2002 28.698 2003 28.442 2004 28.255 Jahr Einwohner 2005 29.130 2006 28.782 2007 27.397 2008 27.026 2009 26.665 2010 26.494 2011 26.132 2012 26.349Stadt Plettenberg Statistischer Jahresbericht 2017 Seite 8 Jahr Einwohner 2013 26.099 2016 25.965 2017 25.871 2018 25.773Stadt Plettenberg Statistischer Jahresbericht Seite 8 2022 24.954

Die Einwohnerzahlen beziehen sich bis 1933 auf die heutige Stadtmitte, ab 1998 (Stichtag jeweils der 31. Dezember) auch auf die inzwischen eingemeindeten Ortsteile. Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2011 waren 39,7 % der Einwohner evangelisch und 28,2 % römisch-katholisch; 32,1 % erklärten sich für konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angaben.Stadt Plettenberg Religion, Zensus 2011 Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Mit Stand 31. Dezember 2021 waren von den 25.212 Einwohnern 32,7 % (8242) evangelisch, 25,7 % (6481) katholisch und 41,6 % (10.489) waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Plettenberg Geographische Infos und EinwohnerzahlStadt Plettenberg Statistischer Jahresbericht 2019, abgerufen am 21. April 2021

Die evangelischen Gemeinden in Plettenberg gehören zum Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Politik Gemeinderat

mini|Rathaus der Stadt Plettenberg

Die Kommunalwahlen seit 2009 führten zu folgender Verteilung der 36 Ratssitze: Partei/Liste202520202014Kommunalwahlergebnis Stadt Plettenberg, Ratswahl 20142009Kommunalwahlergebnis Stadt Plettenberg, Ratswahl 2009StimmanteilSitzeStimmanteilSitzeStimmanteilSitzeSitze SPD24,72 %932,5 %12 40,1 % 15 15 CDU40,93 %1639,5 %14 36,8 % 13 12 FDP9,33 %49,0 %3 7,4 % 3 4 UWG (PWG)13,27 %511,7 %4 9,1 % 3 4 GRÜNE7,24 %37,3 %3 2,6 % 1 1AfD - -–– 4,0 % 1 –

Bürgermeister Bürgermeister der Stadt Plettenberg waren:Plettenberger Köpfe – Interessante Persönlichkeiten aus der Stadt Plettenberg: Bürgermeister der Stadt Plettenberg, S. 85–88 (1732–1999). In: Plettenberger Stadtgeschichte Band 3, herausgegeben im Auftrag der Stadt Plettenberg von Martina Wittkopp-Beine. 1732–1754: Christoph Pet. Heinrich Homberg (* 20. September 1705; † 27. November 1754) 1756–1761: Hermann Richard Pollmann (* 1714; † 26. November 1776) 1765–1769: Henrich Mauritz Baumeister 1770–1780: Henrich Mauritz Baumeister 1784–1804/–1807: Johann Henrich Dulheuer (* 1. Juli 1756; † 6. März 1810), Dulheuer war evtl. auch bis 1807 Bürgermeister. 1807–1809: Heinrich Wilhelm Adolph Buehl 1809–1817: Freiherr Karl Christoph Adolf Johann von Plettenberg zu Schwarzenberg (* 3. Mai 1768; † 3. Mai 1827) 1817–1827: Peter Arnold Thomée (* 1745; † 3. Januar 1830) 1827–1835: Johann Wilhelm Ulrich (* 1814 oder 1815; † 11. Januar 1860) 1835–1837: Jean Aubel (* 1803) 1837: Wilhelm Homberg (* 27. März 1787; † 28. Dezember 1837) 1838–1846: Heinrich Hollmann (* 25. Januar 1794; † 8. Juli 1858) 1846–1855: Ernst Ludwig von Schachtmeyer 1856–1865: Gustav Ferdinand Leonhard Wiel (* 28. Mai 1800; † 28. Mai 1865) 1866–1902: Heinrich Posthausen (* 7. April 1832; † 4. Dezember 1908) 1902–1924: Rudolf Emil Gottlob Köhler (* 26. April 1865 in Schleusingen; † 30. April 1928) 1925–1931: Ludwig Schneider (* 20. Dezember 1893; † 1977), DVP 1931–1933: Walter Hermens (* 14. November 1887; † 30. August 1952)