mini|hochkant=1.8|Siedlungsgebiet der Wampanoag und benachbarter Stämme um 1600

Die Wampanoag (Betonung auf dem o, englische Aussprache: )Wampanoag – Define Wampanoag at Dictionary.com, PawkunnakutMargaret Connell Szasz: Indian Education in the American Colonies, 1607-1783, Verlag: University of Nebraska Press, Juli 2007, ISBN 978-0-8032-5966-9, ab Seite 102 ff oder Wôpanâak sind Indianer des östlichen Neuengland, des Golf von Maine und der Atlantikküste, deren Stammesgebiete einst große Teile der US-Bundesstaaten Rhode Island und Massachusetts sowie die Inseln Martha’s Vineyard, Nantucket und Elizabeth Islands umfasste. Die Wampanoag waren eine Konföderation mehrerer Stämme, die politisch von den Pawkunnakut oder Pokanoket („Ort gerodeten Landes“) dominiert wurden, und daher von den europäischen Siedlern meist als Pokanoket Confederacy und das von ihnen dominierte Gebiet als Pokanoket Country bezeichnet wurden. Sie sprachen oder sprechen Wômpanâak (Wampanoag), einen Dialekt der Massachusett-Sprache, die zum Zweig der Südlichen Neuengland-Algonkinsprachen der Östlichen Algonkin gehört. Die benachbarten Stämme der Massachusett und Natick sprachen eng verwandte Dialekte derselben Sprache.

Name Das Autonym Wôpanâak oder Wampanoag bedeutet wörtlich „Volk des ersten Lichts“, „Volk des Ostens“ und bezieht sich auf den rituell erlebten Sonnenaufgang über der östlichen See, dem Atlantik. Die Wortbestandteile lassen sich so erklären: Ur-Algonkin *wapan, Massachusett wampan – „Aufleuchten, Morgengrauen, Osten“, -ow- „Person von“, *-aki Mehrzahl.D. J. Costa: The Dialectology of Southern New England Algonquian. In: H. C. Wolfart (Hrsg.): Papers of the 38th Algonquian Conference. S. 81–127. University of Manitoba Press, Winnipeg (Manitoba) 2007. Varianten dieses Namens waren unter mehreren algonkinsprachigen Völkern im Osten gebräuchlich, wie bei den Wappinger oder den Stämmen der Wabanaki-Konföderation, bestehend aus Abenaki, Penobscot, Passamaquoddy, Maliseet, Mi'kmaq, Penacook und Pocumtuc. Diese bezeichneten sich als Wabanaki, auch Wabenaki, Wobanaki, was die Wortgleichung in den dortigen Algonkin-Sprachen für Wampanoag ist. Deutlich wird hier, dass sich die Massachusett-Sprache der Wampanoag durch das Vorhandensein nasalierter Vokale von den benachbarten Sprachen derselben Sprachfamilie unterscheidet.

Die Wampanoag wurden 1616 von John Smith als Pocahontas bezeichnet, nach dem Dorf ihres Obersachems Massasoit nahe der heutigen Stadt Bristol in Rhode Island. Dieser Name wurde in den frühen Aufzeichnungen und Berichten häufig verwendet. Das Wort Wapanoos erscheint zuerst auf Adriaen Blocks Karte von 1614 und ist wahrscheinlich ein Munsee-Ausdruck für alle östlich von ihnen lebenden Stämme. Weitere Synonyme sind Wapenock, Massasoit und Philips Indianer.

Stammesgebiet der Wampanoag-Konföderation Das Gebiet der Wampanoag-Konföderation erstreckte sich entlang der Ostküste von Wessagusset, heute Weymouth in Massachusetts bis zur Halbinsel Cape Cod und die Inseln Natocket, Nantaticu oder Natockete, heute Nantucket und Noepe. (Flash; 5,9 MB), auch Nope („trockenes Land“, engl. Aussprache: „no-pee“), heute Martha’s VineyardWampanoag Place Names on Noepe und im Südosten bis nach Pokanoket, heute Bristol und Warren in Rhode Island und bis zum Nordosten des heutigen Rhode Island."Introduction to the Wampanoag People"

Gruppen der Wampanoag-Konföderation Die Wampanoag waren als Konföderation mehrerer Stämme unter der Führung der Pokanoket organisiert, in der ein Obersachem, daher meist ein Pokanoket, die Führung über eine größere Anzahl weiterer Sachems innehatte. Die Engländer bezeichneten den Obersachem häufig als König, ein irreführender Begriff, denn die Position eines Sachems war keineswegs königlich und beinhaltete nur begrenzte Autorität und wenige Privilegien. Es ist überliefert, dass bei Mangel an geeigneten männlichen Bewerbern auch eine Frau bei den Wampanoag ein Sachem werden konnte.Handbook of North American Indians. Kapitel: Indians of Southern New England and Long Island, early period, S. 171f. Der korrekte Titel für die Position des führenden Sachems war Massasoit („Großer Führer“ oder „Großer Sachem“), den die Engländer als Eigennamen missverstanden und den damaligen Obersachem namens Ousamequin oder Wasamegin („Gelbe Feder“, * um 1580; † 1662) daher Massasoit nannten.

Gruppe / SachemtumSiedlungsgebietAgawam („Flat Meadows“)am Agawam River und Wareham River nahe dem heutigen Wareham im Südosten von MassachusettsAquinnah (Gay Head) („An island in the water“, „Land under the hill“ oder „Land at the end of the island“)Westspitze von Martha’s VineyardAssonet ((H)assun-et - „Place of rocks“ und „Song of praise“)am Assonet River und Taunton River in der Nähe des heutigen Freetown, MassachusettsChappaquiddik oder Tchepiaquidenet (Cheppiaquidne - „Separated land“ oder Capowak - „The separate people“, auch Band of Pahkepunnasso genannt, dem Sachem im Jahr 1643)Chappaquiddick Island östlich von Martha’s Vineyard sowie den Inseln Natuck (Capoag, heute Cape Poge) und Muskeget, die jeweils zur heutigen Stadt Nantucket gehörenChappiquiddic Band, Wampanoag Nation, First People of Chappaquiddick, Martha's Vineyard,MassachusetHerring Pond oder Comassakumkanitnahe der Praying Town Herring Pond im Plymouth County, MassachusettsMashpee (mass-nippe, mass - „groß“ oder „größer“ und nippe - „Wasser“)Halbinsel Cape CodNantucket („Faraway land“, „Faraway island“ oder „In the midst of the waters“)Nantucket IslandNauset („Place of the bend“) oder Cape Cod Indiansmehrere Stämme auf der Halbinsel Cape Cod östlich des Bass River. Die eigentlichen Nauset siedelten im Outer Cape (Lower Cape) vom Hauptdorf Nauset, das heutige Eastham nordwärts bis nach Truro (Paomet, Pawmet, Payomet, Pamet - „the wading place“).Namasket oder Nemasket (Namas-ket - „At the fish place“)im Gebiet des heutigen Middleborough im Plymouth County im Südosten von Massachusetts (Mass-adchu-set - „Great hill Country“)Nashanekammuck, Nashawakemuck („Between the land“) oder Nashaquitsa („At the little divided island“)südlicher Teil der heutigen Stadt Chilmark im Südwesten der Insel Martha’s VineyardNunnepoag, Nunepog oder Nunpauk („When there is water there“)Sachems and Royal Familiesim Gebiet des heutigen Edgartown auf der Insel Martha’s VineyardChappiquiddic Wampanoag HistoryNobnocket („At the dry land“), unterstanden dem Sachemtum der Nunnepoagdie heutige Halbinsel West Chop und Vineyard Haven (Nobnocket, vormals Holmes Hole), die beide heute zur Stadt Tisbury im Dukes County, Massachusetts, im Norden von Martha's Vineyard, gehörenOhkonkemme oder Takemmeh oder Taakemmy („Place to grind corn“)das Zentrum sowie der Osten der heutigen Stadt Tisbury im Dukes County, Massachusetts, im Norden von Martha's Vineyard, später siedelten sie in die Gebetsstadt Christiantown umOkokame, Okokammeh, Takemmeh oder Taakemmy („Place to grind corn“)heutiges West Tisbury (vormalige Gebetsstadt Christiantown oder Manitowwatootan, Mannitwattootan - „God's Town“) im Dukes County im Nordwesten von Martha’s VineyardPatuxet, Pawtuxet oder Pawtucket („At the falls“ oder „At the little falls“)östliches Massachusetts im Gebiet des heutigen Plymouth (der einstigen Plymouth Colony) an der Plymouth BayPokanoket oder Pawkunnakut („Place of cleared land“)östliches Massachusetts und Rhode Island nahe dem heutigen BristolPocasset („Where the stream widens“ oder „At the small cove“)heutiges nördliches Fall River, Massachusetts am Quequechan River („Falling River“ oder „Leaping/Falling Waters“)Sahnchecontuckquet, Sanchiacantacket oder Sengekontacket („Place where the brook flows into the river“), unterstanden dem Sachemtum der Nunnepoagheutiges East Chop und Oak Bluffs (Ogkeshkuppe - „Wet or damp thicket or woods“) im Dukes County auf Martha’s VineyardSquibnocket, Msquepunauket („At the place of the red cliff or bank“) oder Nashawakemucknördliche Küste der heutigen Stadt Chilmark im Südwesten der Insel Martha’s Vineyardund etwa 50 weitere Gruppen

Kultur

Wie die anderen Algonkin des südlichen Neuenglands betrieben die Wampanoag Feldbau, vorwiegend Mais, Bohnen und Kürbis, der mit Fisch und Fleisch ergänzt wurde. Sie waren halbsesshaft und ihre saisonalen Wanderungen führten sie im Sommer in die Nähe der Meeresküste, wo Felder angelegt, Fische gefangen und Meeresfrüchte gesammelt wurden. Nach der Ernte im Herbst zog man zurück in die Winterdörfer und die Männer suchten ihre Jagdgebiete auf. Da das südliche Neuengland um 1600 relativ dicht bevölkert war, waren die Grenzen der Jagdreviere genau definiert, um Konflikte zu vermeiden. Sie wurden vom Vater auf den Sohn vererbt. Der runde oder ovale Wampanoag-Wigwam hieß Wetu. Beim Bau wurden mehrere Pfosten in den Boden gesteckt, über einem Feuer nach innen gebogen und oben zusammengebunden. Das Wetu wurde außen mit Gras, Rinde oder Matten bedeckt, innen mit Matten ausgelegt und an der höchsten Stelle befand sich ein Rauchabzug. Ein derartiges Sommerhaus konnte man in wenigen Stunden abbauen und transportieren.Handbook of North American Indians.

Siehe auch: Massachusett

Geschichte Squanto oder Tisquantum Die frühesten Kontakte zwischen Wampanoag und Europäern datieren aus dem 16. Jahrhundert, als Handelsschiffe und Fischerboote die Küste Neuenglands entlang fuhren. Die meisten dieser Begegnungen waren freundlicher Art. Es gab aber auch Ausnahmen, denn einige Kapitäne dieser Schiffe waren dafür bekannt, dass sie ihre Einkünfte verbesserten, indem sie Indianer fingen und als Sklaven verkauften. So zum Beispiel Kapitän Thomas Hunt, der 1614 einige Wampanoag auf sein Schiff verschleppen ließ und später in Spanien als Sklaven verkaufte. Eines seiner Opfer – ein Patuxet namens Squanto oder Tisquantum – wurde von spanischen Mönchen gekauft, die ihn „zivilisieren“ wollten. Schließlich ließ man ihn frei und er bestieg trotz seiner schlechten Erfahrungen wieder ein englisches Schiff, um sich einer Neufundland-Expedition als Übersetzer anzuschließen. Von Neufundland aus gelang es ihm, 1619 in seine Heimat im südlichen Neuengland zurückzukehren, wo inzwischen der gesamte Stamm der Patuxet und mit ihm seine Familie einer Epidemie zum Opfer gefallen war.Die Welt der Indianer.

Die Pilgerväter mini|300px|Samoset überrascht die Siedler mit englischen Worten. Zur gleichen Zeit lebte in Holland eine kleine Gruppe englischer religiöser Dissidenten, die England verlassen hatten, um der dortigen Verfolgung zu entgehen. Man hörte von der Neuen Welt im Westen und entschloss sich, dorthin auszuwandern. Die Virginia Company war bereit, sie nach Amerika zu bringen, nahm ihr Geld und verfrachtete sie in zwei Schiffe, die Mayflower und die Speedwell. Nur ein Drittel der Passagiere waren religiöse Separatisten, die anderen waren Abenteurer, Kriminelle und Schuldturm-Insassen, die man in England loswerden wollte. Zuvor hatte man die Plymouth Company gegründet, eine Handelsgesellschaft reicher Londoner Kaufleute, die am Tauschhandel in der Neuen Welt interessiert waren. Drei Männer trugen die Spekulationen der Plymouth Company über den Atlantik: William Bradford, der vorab schon zum Gouverneur der zu gründenden Kolonie ernannt worden war, Captain Miles Standish, der militärische Anführer der Pilgerväter, und Andrew Weston, der Anführer der Abenteurer.

Im Juli 1620 stach die kleine Flotte in See, doch nach 300 Meilen bekam die Speedwell ein Leck und musste, begleitet von der Mayflower, wieder zurück nach Plymouth segeln. Die Reparatur misslang, so dass im September 1620 alle Passagiere die Mayflower bestiegen und in drangvoller Enge erneut in die Neue Welt aufbrachen. Nach 65 Tagen erreichte sie am 11. November 1620 die Küste des heutigen Massachusetts und ging in der Nähe des heutigen Provincetown an der äußersten Landspitze von Cape Cod vor Anker.