Die Insel Sant’Erasmo (benannt nach Erasmus von Antiochia) ist die größte Insel in der Lagune von Venedig. Im Jahr 2005 zählt sie 566 Einwohner. Sie lebt vor allem von der Versorgung der Stadt Venedig mit Gemüse. Der Hauptort San Erasmo Chiesa befindet sich ziemlich genau in der Mitte der Insel, auf der der Lagune zugewandten Seite. Die Insel ist von Venedig aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Meliorationen, Landwirtschaft, Bewässerung Seit 2002 wurden auf der Insel umfangreiche Sanierungsarbeiten, vor allem an den brüchig gewordenen Uferbefestigungen, durchgeführt. Auch entfaltete sich im Hauptort eine rege Wohnbautätigkeit, um die Abwanderung der jungen Leute zu stoppen. Zur Volkszählung 2001 wurden auf der 3,26 km² großen Insel 771 ständige Einwohner nachgewiesen, davon 253 im gleichnamigen Hauptort (auch Sant’Erasmo Chiesa genannt) und der Rest in verstreuten Wohngebäuden, die keiner Siedlung zuzuordnen sind.14. Volkszählung von 2001, archive.org, 23. Oktober 2014.
Die Bewässerung der Gemüsefelder erfolgt hauptsächlich über schmale Kanäle – le barene – die über ein System von Schleusen mit dem Brackwasser der Lagune gefüllt werden. Berühmt sind die castraure di Sant’Erasmo, junge Artischocken, sowie die spareselle, grüner, ganz dünner Spargel.
Befestigungsanlagen Von der ersten Vaporetto-Station, San Erasmo Capannone, erreicht man in einem viertelstündigen Fußmarsch die „Torre Massimiliana“, einen Geschützturm in Ziegelbauweise aus der k.u.k.-Zeit, während der Venedig von Österreich regiert wurde (bis 1866). Mittels der aufgestellten Geschütze konnte feindlichen Schiffen die Einfahrt in die Lagune verwehrt werden. Nach Jahren des Verfalls hat sich eine Gruppe von Investoren gefunden, die den Turm aufwändig restaurierte und in ein Kultur- und Ausstellungszentrum umgestaltete.
An der Nordspitze der Insel (Punta Vela) befinden sich noch Reste von ehemaligen Befestigungs- und Verteidigungsanlagen, die aber langsam verfallen. Einige der verstreut liegenden Häuser werden zeitweise von Aussteigern und Künstlern bewohnt. Richtung Adria ist seit etwa 2020 eine neue Insel namens Bacàn entstanden.
Pendler, Verkehrsanbindung 2005 hatte Sant’Erasmo etwa 500 Einwohner, viele davon pendeln täglich nach Murano (Glasfabriken) oder Venedig (Tourismus). Von Sant’Erasmo aus erreicht man mit Privatbooten die Insel San Francesco del Deserto, auf der sich ein Franziskanerkloster befindet.
Bildergalerie
Literatur Lorenzo Dal Borgo: Turismo rurale nella laguna di Venezia: l'isola di Sant'Erasmo, tesi, Universität Venedig 2013. (online, PDF) Davide Busato: Metamorfosi di un litorale. Origine e sviluppo dell'isola di Sant'Erasmo nella laguna di Venezia, Marsilio, Venedig 2006. Pompeo Molmenti, Dino Mantovani: Le isole della laguna veneta, Bergamo 1904, S. 131 f. (Digitalisat). Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil III,1, Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1791, S. 63 f. (Digitalisat)
Weblinks
Siehe auch Sant’Erasmo del Lido
Einzelnachweise
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