Am Mellensee ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.

Geografie Die Gemeinde Am Mellensee befindet sich etwa 40 km (Luftlinie) südlich von Berlin-Mitte und grenzt an die Stadt Trebbin im Nordwesten, die Stadt Zossen im Nordosten und Osten, die Stadt Baruth/Mark im Südosten und die Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Südwesten und Westen. Jeweils an den Grenzen der Gemeinden liegen Heegesee, Mellensee, Neuendorfer See und Schulzensee.

Gemeindegliederung Für die Gemeinde Am Mellensee sind nach ihrer Hauptsatzung acht Ortsteile ausgewiesen: Gadsdorf Klausdorf mit dem Wohnplatz Hanschenland Kummersdorf-Alexanderdorf mit den Wohnplätzen Alexanderdorf und Kummersdorf Kummersdorf-Gut Mellensee Rehagen mit dem Wohnplatz Waldkater Saalow Sperenberg mit den Wohnplätzen Fernneuendorf und Mönninghausen

Geschichte Die Geschichte der Gemeinde Am Mellensee ist im Grunde die Geschichte der Einzelgemeinden, die im Mittelalter alle zur Herrschaft Zossen gehörten. Mit dem Aufkommen der Kreisgliederung der Mark Brandenburg im 17. Jahrhundert kamen die Gemeinden zum Kreis Teltow, der 1952 aufgelöst wurde. Alle Gemeinden kamen zum Kreis Zossen (1990 bis 1993 Landkreis Zossen). Bis 1974 existierten auf dem Gemeindegebiet noch zehn eigenständige Gemeinden. 1974 schlossen sich Kummersdorf und Alexanderdorf zur Gemeinde Kummersdorf-Alexanderdorf zusammen, und Fernneuendorf wurde nach Sperenberg eingemeindet. Am 6. Dezember 1993 ging der Landkreis Zossen im Landkreis Teltow-Fläming auf.

Zum 1. Juni 1992 schlossen sich die acht Gemeinden Gadsdorf, Klausdorf, Kummersdorf-Alexanderdorf, Kummersdorf-Gut, Mellensee, Rehagen, Saalow und Sperenberg zum Amt Am Mellensee zusammen. Sitz der Amtsverwaltung war Sperenberg.

Im Zuge der kommunalen Neuordnung des Landes Brandenburg schlossen sich sechs der Gemeinden des Amtes Amt Mellensee – Klausdorf, Kummersdorf-Alexanderdorf, Kummersdorf-Gut, Mellensee, Rehagen und Sperenberg – am 1. Februar 2002 freiwillig zur zunächst noch amtsangehörigen Gemeinde Am Mellensee zusammen. Danach bestand das Amt Am Mellensee nurmehr aus drei Gemeinden. Zum Abschluss der Gemeindegebietsreform wurden mit Wirkung zum 26. Oktober 2003 die Gemeinden Gadsdorf und Saalow per Gesetz in die Gemeinde Am Mellensee eingegliedert. Das Amt Am Mellensee wurde zum 26. Oktober 2003 aufgelöst, die Gemeinde Am Mellensee amtsfrei.

Die Gemeindezusammenschlüsse und Eingemeindungen in der Übersicht:

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Alexanderdorf 1. Januar 1974 Zusammenschluss mit Kummersdorf zu Kummersdorf-Alexanderdorf Fernneuendorf 1. April 1974 Eingemeindung nach Sperenberg Gadsdorf 26. Oktober 2003 Klausdorf 1. Februar 2002 Kummersdorf 1. Januar 1974 Zusammenschluss mit Alexanderdorf zu Kummersdorf-Alexanderdorf Kummersdorf-Alexanderdorf 1. Februar 2002 Kummersdorf-Gut 1. Februar 2002 Mellensee 1. Februar 2002 Rehagen 1. Februar 2002 Saalow 26. Oktober 2003 Sperenberg 1. Februar 2002

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2002 5 902 2005 6 695 2010 6 479 2015 6 628 2020 6 946 Jahr Einwohner 2021 6 965 2022 7 083 2023 7 215 2024 7 224 2025 7 269

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Teltow-Fläming. S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Am Mellensee besteht aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei/Wählergruppe Stimmenanteil2024 Sitze2024 Stimmenanteil2019 Sitze2019 Unabhängige Wählergemeinschaft 23,7 % 4 32,1 % 6 AfD 21,5 % 4 12,6 % 1 CDU 21,1 % 4 19,1 % 3 3punkt0 – gemeinsam für Am Mellensee 16,6 % 3 – – SPD 8,9 % 2 12,1 % 2 Die Linke 5,3 % 1 13,8 % 3 Bündnis 90/Die Grünen 2,9 % – 5,3 % 1 Freie Wähler Am Mellensee – – 5,0 % 1 Gesamt 100 % 18 100 % 17 Wahlbeteiligung 71,5 % 62,9 % Der Stimmenanteil der AfD bei der Wahl 2019 entsprach zwei Sitzen, von denen einer unbesetzt blieb, da die Partei nur einen Kandidaten zur Wahl aufgestellt hatte.

Bürgermeister 2003–2007: Manfred Donath (SPD)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 33 (Rücktritt wegen Krankheit) 2007–2023: Frank Broshog (parteilos)Bürgermeisterwahl am 7. Oktober 2007 auf www.dielinke-teltow-flaeming.de ab 2023: Tobias Krüger (parteilos)

Broshog wurde in der Bürgermeisterwahl am 20. September 2015 mit 61,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. In der Bürgermeisterstichwahl am 24. September 2023 wurde Tobias Krüger mit 63,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74 zu seinem Nachfolger gewählt.

Sehenswürdigkeiten mini|Benediktinerinnenabtei St. Gertrud in Alexanderdorf mini|hochkant=0.7|Scheunenwindmühle Saalow Dorfkirche Sperenberg, entstand in den Jahren 1752 und 1753 nach Plänen des Landbaumeisters Georg Friedrich Berger. Im Innern befinden sich zwei Altarleuchter eines Hamburger Reeders aus dem Jahr 1612 sowie ein Holzkreuz des Sperenberger Bildhauers Egon Liebold. Benediktinerinnenabtei St. Gertrud in Alexanderdorf, einziges nachreformatorisches Benediktinerinnen-Kloster in Brandenburg, 1934 gegründet und 1984 zur Abtei erhoben Scheunenwindmühle Saalow, bei der der Antriebswind direkt durch das Mühlengebäude hindurchströmt, in ihrer Art weltweit einmalig Paltrockwindmühle Saalow, abgewandelte Bockwindmühle, bei der das Mühlengebäude auf einen Rollenkranz gelegt wurde Gutshaus Sperenberg, zweigeschossiger, siebenachsiger Putzbau, 1914 errichtet Heldenfriedhof Mellensee für Gefallene der Befreiungskriege 1813 Lazarettfriedhof Saalow, Kriegsgräberstätte von Opfern des Zweiten Weltkriegs Denkmalsplatz in Klausdorf Originalpflasterung der Ebereschenallee aus Hartbrandziegeln Strandbad Klausdorf

In der Liste der Baudenkmale in Am Mellensee und der Liste der Bodendenkmale in Am Mellensee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Naturdenkmale Siehe Liste der Naturdenkmale in Am Mellensee

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Landesstraßen L 70 (Trebbin–Dahme/Mark), L 74 (Sperenberg–Wünsdorf) und L 79 (Klausdorf–Ludwigsfelde). Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Ludwigsfelde-Ost und Rangsdorf an der A 10 (südlicher Berliner Ring) bzw. Bestensee an der A13 (Berlin–Dresden).

mini|Bahnhof Mellen-Saalow Die Bahnhöfe Mellensee, Rehagen, Sperenberg und Kummersdorf Gut liegen an der Bahnstrecke Zossen–Jüterbog. Der Personenverkehr wurde 1996 beziehungsweise 1998 eingestellt. Seit 2003 verkehren auf den Gleisen der ehemaligen K. M. E. (Königlich Preußische Militär-Eisenbahn) Draisinen der Erlebnisbahn Zossen–Jänickendorf.

Tourismus Im Ort befindet sich am Nottekanal eine Schleusenanlage, die 2013 modernisiert worden ist. Wassersportler können dadurch auf dem Wasserweg bis nach Berlin gelangen. Die rund 25 km lange Draisinenbahn Zossen–Jänickendorf führt über das Gemeindegebiet direkt am Nottekanal entlang. Auf dem Mellensee ist Wassersport möglich. Der Wassersportclub am Mellensee e. V. wurde am 1. Februar 2008 gegründet. Auf dem See werden im Sommer Rundfahrten mit einem Grachtenboot angeboten. Der Mellensee ist außerdem ein beliebtes Angelrevier. Im Ortsteil Mellensee gibt es noch hauptberufliche Fischer bzw. Fischereibetriebe.

In den letzten Jahren wurde auch das Netz der Wanderwege auf dem Gemeindegebiet ausgebaut.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Bartholomäus Krüger (um 1540–nach 1597), Schriftsteller, geboren in Sperenberg Ernst Meyer (1869–1914), Feldjäger, Oberförster und Landtagsabgeordneter, geboren in Kummersdorf Franz Noack (1901–1979), Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, geboren in Sperenberg Adele Stolte (1932–2020), Sängerin, geboren in Sperenberg

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Josef Hafrang (1911–1995), Politiker (SED), lebte in Mellensee Uwe Dittmer (1934–2020), Pfarrer in Sperenberg Jochen Oehler (1942–2017), Verhaltens- und Neurobiologe, lebte in Mellensee

Weblinks

Eintrag im Kommunalverzeichnis Brandenburg

Einzelnachweise Bildung des Amtes Amt Mellensee. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 30. Mai 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 44, vom 3. Juli 1992, S. 835. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming Bildung der neuen Gemeinde Am Mellensee. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 8. Januar 2002. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 4, 23. Januar 2002, S. 43. PDF

Kategorie:Gemeindegründung 2002