Feichten an der Alz (amtlich Feichten a.d.Alz) ist eine Gemeinde und ein Pfarrdorf im oberbayerischen Landkreis Altötting. miniatur|Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Geografie Lage Die Gemeinde liegt etwa 75 km östlich von München und 12 km von der Grenze nach Österreich entfernt. 22 km südwestlich befindet sich der Chiemsee. Das Gemeindegebiet ist relativ eben mit Höhen um die . Am westlichen Rand verläuft die Alz, in deren Tal fällt es auf ca. ab.

Die Kreisstraßen AÖ 23 und in Verlängerung die AÖ 26 durchqueren die Gemeinde. Weiter westlich, in der Nachbargemeinde Tacherting, verläuft die B 299.

Gemeindegliederung

Es gibt 38 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Geschichte Der Ort Feichten wird Anno 739 unter dem Namen „Fuihte“ bei einer Schenkung im Zusammenhang mit der Gründung von Kloster Herrenchiemsee erstmals urkundlich erwähnt. Erzbischof Arn von Salzburg kommt 785 durch einen Tausch in den Besitz des Gehöfts, aus dem Feichten damals besteht. Um das Jahr 1150 kommt Feichten mit anderen Lehen vom Erzstift Salzburg an den Pfalzgrafen Rapoto I. von Kraiburg-Ortenburg. Um 1259 wird Feichten durch Kauf bayerisch.

1527 erscheint als Pfarrherr Christoph Langenmantel († 1538), 1518 Fluchthelfer Martin Luthers aus Augsburg. Als Burghauser Pfarrer erhielt er, auf ausdrücklichen Wunsch Herzog Wilhelms IV., zusätzlich die Pfarrei Feichten an der Alz, da er sich „in Italien und Bayern vielfach verdient gemacht“ habe. 1535 wurde sie wieder neu vergeben.Joseph Klämpfl: Topographisch-historische Beschreibung der Pfarrei Feichten. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte. Band 14, (München) 1852, S. 251; (Digitalscan) Der spätere Bischof Johann Jakob von Lamberg erhielt 1587 Feichten an der Alz als Pfarrei zugewiesen.Irmgard Bezzel: Die Bibliothek des Gurker Bischofs Johann Jakob von Lamberg (1561–1630). Eine Bibliothek romanischsprachiger Drucke des 16. Jahrhundert. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel – Frankfurter Ausgabe. Band 89, (5. November) 1968 (= Archiv für Geschichte des Buchwesens. Band 62), S. 2919–2928, hier: S. 2919. Der Ort gehörte später längere Zeit den Grafen von Preysing und war Bestandteil der Preysingschen Herrschaft Wald.

1818 kam es mit dem bayerischen Gemeindeedikt zur Bildung der jetzigen Gemeinde Feichten. 1963 erhielt die Gemeinde offiziell den Namen „Feichten a.d.Alz“. 1965/66 kam es zum Bau der jetzigen Schule mit Lehrerwohnhaus und Gemeindekanzlei. Mit der Gebietsreform in Bayern wurde Feichten 1978 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 959 auf 1212 Einwohner bzw. um 26,4 %.

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach.

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Oktober 2017 Johann Vordermaier (CSU/Freie Wähler), der sich ohne Gegenkandidaten mit 88,2 % der Stimmen durchsetzte und am 15. März 2020 mit 91,0 % der Stimmen für die Amtszeit Mai 2020 bis April 2026 wiedergewählt wurde. Sein Vorgänger war Johann Aicher (CSU/Freie Wähler).

Gemeinderat

Nach der letzten Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,3 % (2014: 65,3 %). Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:   CSU/Freie Wählerschaft     8 Sitze  (65,4 %)  Unabhängige Wählervereinigung Feichten 4 Sitze (34,6 %) Gegenüber der Amtszeit 2014 bis 2020 gewann die Unabhängige Wählervereinigung Feichten ein Mandat von CSU/Freier Wählerschaft dazu. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler

Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Mariae Himmelfahrt Pfarrhof aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Zahlreiche Kapellen und Vierseithöfe in den umliegenden Orten

Geotope Nagelfluhaufschluss Mankham; geowissenschaftliche Bedeutung „wertvoll“, mit geologischen Orgeln, verwachsenNagelfluhaufschluss Mankham: Daten auf www.umweltatlas.bayern.de Bahneinschnitt Schmitstadt; geowissenschaftliche Bedeutung „bedeutend“, verwachsenBahneinschnitt Schmitstadt: Daten auf www.umweltatlas.bayern.de

Persönlichkeiten Lorenz Fehenberger (1912–1984), Opernsänger, geboren in Oberweidach Franz Mußner (1916–2016), Theologe und Hochschullehrer, geboren in Edelham Hermann Wagner (1907–2003), Pfarrer, Schriftsteller und Ehrenbürger von Feichten

Literatur Joseph Klämpfl: Topographisch-historische Beschreibung der Pfarrei Feichten, k. Ldgchts. Burghausen. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte. Band 14, (München) 1853–1854, S. 227–282 (online).

Weblinks

Homepage

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Altötting Kategorie:Ersterwähnung 739 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)