Diese Aufstellung italienischer Marineverbände im Zweiten Weltkrieg ist nicht vollständig, sie wird jedoch nach und nach verbessert. mini|Flagge der Regia Marina mit dem Wappen des ehemaligen Königshauses Savoyen mini|Seekriegsflagge des Kreuzers Duca degli Abruzzi, aufbewahrt im Vittoriano in Rom.
Organisation Die „Königlich Italienische Marine“ (Regia Marina) war 1940 in drei große „Hochseegeschwader“ (Squadra navale, manchmal als Flotten bezeichnet) unterteilt, die sich weiter in Divisionen und Geschwader gliederten. Darüber hinaus gab es Küstenabschnitts- und regionale Kommandos in La Spezia, Neapel, Tarent, Venedig, in Libyen, auf dem Dodekanes und in Ostafrika.
Glossar Die Namen der einzelnen Kriegsschiffe und U-Boote werden hier ohne die bis 1946 bei der Regia Marina genutzten Präfixe R.N. (Regia Nave – „Königliches Schiff“) beziehungsweise R.Smg. (Regio Sommergibile – „Königliches U-Boot“) versehen, da zur Nutzung dieser keine offizielle Anordnung bekannt ist. Auch werden diese Präfixe in der italienischen Fachliteratur kaum genutzt.
Kleinere Einheiten und Seefahrzeuge werden in der Regel nicht berücksichtigt oder nur beziffert (vergleiche auch Liste von Schiffsklassen der italienischen Marine).
Nachstehende „Flottenkommandos“ stehen für folgende italienische Bezeichnungen:
„Flottenkommando Tarent“: 1ª Squadra Navale „Flottenkommando La Spezia“: 2ª Squadra Navale „U-Boot-Kommando La Spezia“: Squadra Navale Sommergibili
Seeschlachten Nachstehende Verbände trugen während des Zweiten Weltkriegs unter anderem folgende Seeschlachten und Seegefechte aus: Seeschlacht bei Punta Stilo (9. Juli 1940) Britischer Luftangriff auf italienischen Stützpunkt in Tarent (11. November 1940) Seeschlacht bei Kap Teulada (27. November 1940, auch bei „Kap Spartivento“) Angriff auf britischen Stützpunkt in der Bucht von Souda (26. März 1941) Schlacht bei Kap Matapan (27. März 1941) Erstes Seegefecht im Golf von Syrte (17. Dezember 1941) Angriff auf britischen Stützpunkt in Alexandria (19. Dezember 1941) Zweites Seegefecht im Golf von Syrte (22. März 1942) Operationen Vigorous und Harpoon Operation Pedestal
Flottenkommando Tarent Die Seestreitkräfte dieses Kommandos unterstanden 1940 Admiral Inigo Campioni. Flaggschiff war die Giulio Cesare.
5. Schlachtschiffdivision Die 5. Schlachtschiffdivision mit ihren zugeordneten Geleitverbänden unterstand 1940 Admiral Bruno Brivonesi.
Giulio Cesare (Flaggschiff, Admiral Campioni) (Punta Stilo, Teulada, Syrte) Conte di Cavour (Flaggschiff 5. Division, Admiral Brivonesi) (Punta Stilo; am 11. November 1940 in Tarent schwer beschädigt, am 17. Februar 1945 in Triest durch brit. Fliegerbomben versenkt) Andrea Doria (Syrte, Konvois) Caio Duilio (am 11. November 1940 in Tarent schwer beschädigt) 7. Zerstörergeschwader Freccia (Führungsschiff des Geschwaders) (am 8. August 1943 in Genua durch alliierte Fliegerbomben versenkt) Dardo (am 25. Oktober 1944 als dt. TA 31 in Genua durch Fliegerbomben zerstört) Saetta (am 3. Februar 1943 bei Bizerta durch Mine versenkt) Strale (versenkt am 13. Juni 1940 U-Boot HMS Odin vor Tarent; am 21. Juni 1942 bei Ras el Ahmar nach Unfall auf Grund gesetzt, Totalverlust) 8. Zerstörergeschwader (Schiffe der Folgore-Klasse) Folgore (Führungsschiff) (am 2. Dezember 1942 vor Sizilien von Force Q versenkt) Fulmine (am 9. November 1941 mit Afrika-Konvoi versenkt) Baleno (am 16. April 1941 mit Afrika-Konvoi von 4 brit. Zerstörern versenkt) Lampo (am 16. April 1941 schwer beschädigt; am 30. April 1943 bei Cap Bon von alliierten Flugzeugen versenkt)
9. Schlachtschiffdivision Die 9. Schlachtschiffdivision mit ihren zugeordneten Verbänden unterstand 1940 Admiral Carlo Bergamini.
Littorio (Flaggschiff 9. Division) (Syrte 1941 und 1942, Operationen Vigorous und Harpoon) Vittorio Veneto (Teulada, Matapan) 14. Zerstörergeschwader (Schiffe der Navigatori-Klasse) Ugolino Vivaldi (Führungsschiff) (rammt und versenkt am 1. August 1940 U-Boot HMS Oswald bei Messina; am 9. September 1943 in Bonifacio-Straße von dt. Kräften versenkt) Antonio Da Noli (legt Minensperre bei Cap Bon, Briten verlieren 2 Zerstörer; am 9. September 1943 bei Bonifacio versenkt) Leone Pancaldo (am 10. Juli 1940 in Augusta von Torpedofliegern teilversenkt, am 30. April 1943 bei Cap Bon von Flugzeugen versenkt) 15. Zerstörergeschwader (Schiffe der Navigatori-Klasse) Antonio Pigafetta (Führungsschiff) (versenkt am 4. Mai 1941 brit. U-Boot HMS Usk westl. v. Sizilien; am 17. Februar 1945 in Triest durch brit. Fliegerbomben zerstört) Nicolò Zeno (versenkt am 4. Mai 1941 brit. U-Boot HMS Usk westl. v. Sizilien) Alvise Cadamosto (am 1. Dezember 1941 von 2 Kreuzern und 1 Zerstörer vor Tripolis versenkt) Giovanni da Verrazzano (am 19. Oktober 1942 von brit. U-Boot HMS Unbending bei Pantelleria versenkt) Lancerotto Malocello (am frühen Morgen des 24. März 1943 vor Tunis durch Mine versenkt)
1. Kreuzerdivision Die 1. Kreuzerdivision, bestehend aus Schiffen der Zara-Klasse und einem Zerstörergeschwader, unterstand 1940 Admiral Pellegrino Matteucci.
Schwerer Kreuzer Zara (Flaggschiff 1. Division) (Punta Stilo; am 28. März 1941 bei Kap Matapan versenkt) Schwerer Kreuzer Gorizia (Punta Stilo, Teulada, Syrte; am 10. April 1943 in La Maddalena von US-Bombern schwer beschädigt, am 22. Juni 1944 von Kampfschwimmern in La Spezia versenkt) Schwerer Kreuzer Fiume (Punta Stilo, Teulada; bei Kap Matapan versenkt) 9. Zerstörergeschwader Vittorio Alfieri (Führungsschiff) (am 28. März 1941 bei Kap Matapan versenkt) Alfredo Oriani (1941 bei Matapan beschädigt, 1942 gegen Vigorous- und Harpoon-Geleite, 1943 mit Radar) Giosuè Carducci (am 28. März 1941 bei Kap Matapan versenkt) Vincenzo Gioberti (am 9. August 1943 vor La Spezia von U-Boot HMS Simoom versenkt)
4. Kreuzerdivision Die 4. Kreuzerdivision unterstand 1940 Admiral Alberto Marenco di Moriondo. Neben ihren Kreuzern verfügte sie nur über einen zugeteilten Zerstörer.
Leichter Kreuzer Alberico da Barbiano der Alberto-di-Giussano-Klasse (Flaggschiff 4. Division) (am 13. Dezember 1941 bei Cap Bon versenkt) Leichter Kreuzer Alberto di Giussano der Alberto-di-Giussano-Klasse (am 13. Dezember 1941 bei Cap Bon versenkt) Leichter Kreuzer Luigi Cadorna der Cadorna-Klasse (nur Geleitschutz, 1951 außer Dienst) Leichter Kreuzer Armando Diaz der Cadorna-Klasse (am 25. Februar 1941 von U-Boot HMS Upright vor Tunesien versenkt) Zerstörer Lanciere der Soldati-Klasse (vom 12. Zerstörergeschwader zugeteilt)
8. Kreuzerdivision Die 8. Kreuzerdivision, bestehend aus zwei Kreuzern der Duca-degli-Abruzzi-Klasse und einem Geleitverband, unterstand 1940 Admiral Antonio Legnani.
Leichter Kreuzer Luigi di Savoia Duca degli Abruzzi (Flaggschiff 8. Division) Leichter Kreuzer Giuseppe Garibaldi (Punta Stilo, Matapan; nach 43 im Atlantik) 16. Zerstörergeschwader bestehend aus folgenden Schiffen der Navigatori-Klasse: Nicoloso Da Recco (Führungsschiff) (Punta Stilo, Matapan, am 1. Dezember 1942 bei Geleitschutz schwer beschädigt, etliche britische Flugzeuge abgeschossen; 1954 außer Dienst gestellt) Antionotto Usodimare (am 8. Juni 1942 bei Cap Bon versehentlich von ital. U-Boot Alagi versenkt) Luca Tarigo (am 16. April 1941 mit Afrika-Konvoi versenkt; versenkte noch den britischen Zerstörer HMS Mohawk) Emanuele Pessagno (am 29. Mai 1942 vor Bengasi von U-Boot Turbulent versenkt)
Andere Einheiten Seeflugzeugträger Giuseppe Miraglia (zum Transport von Personal und Material verwendet, schließlich Kasernen- und Werkstattschiff) Versorgungsschiff Isonzo (am 10. April 1943 von U-Boot Safari bei Cagliari versenkt) Versorgungsschiff Garda Hospitalschiff Po (am 14. März 1941 von britischen Flugzeugen vor Vlore, Albanien, versenkt) Hochseeschlepper Atlante (1968 außer Dienst gestellt) Hochseeschlepper Lipari (von 1917 bis 1971 in Dienst)
Flottenkommando La Spezia Die Seestreitkräfte dieses Kommandos unterstanden 1940 Admiral Riccardo Paladini. Flaggschiff war der Kreuzer Pola.
Schwerer Kreuzer Pola der Zara-Klasse (keiner Division zugeteilt) (am 28. März 1941 bei Kap Matapan versenkt) 12. Zerstörergeschwader (Flottenkommando direkt unterstellt) bestehend aus vier Schiffen der Soldati-Klasse: Carabiniere (Führungsschiff) (40: Punta Stilo, 41: Albanien, Matapan, Syrte; am 16. Februar 1942 durch Torpedo schwer beschädigt) Corazziere (1941 durch Kollision mit italienischem Zerstörer Granatiere schwer beschädigt, 1943 bei Luftangriff in Neapel erneut, am 9. September 1943 selbstversenkt) Ascari (am 24. März 1943 durch Mine versenkt) Lanciere (am 23. März 1942 in Syrte in schwerem Sturm untergegangen)
2. Kreuzerdivision Die 2. Kreuzerdivision, bestehend aus zwei Schiffen aus der Alberto-di-Giussano-Klasse und einem zugeteilten Zerstörergeschwader, unterstand 1940 Admiral Ferdinando Casardi.
Leichter Kreuzer Giovanni dalle Bande Nere (Flaggschiff 2. Division) (am 1. April 1942 von U-Boot HMS Urge nördlich von Sizilien versenkt) Leichter Kreuzer Bartolomeo Colleoni (am 19. Juli 1940 bei Kreta versenkt) 10. Zerstörergeschwader bestehend aus Schiffen der Maestrale-Klasse Maestrale (Führungsschiff) (am 9. Januar 1943 von Mine beschädigt, am 9. September 1943 in Genua selbstversenkt) Libeccio (am 9. November 1941 bei Rettung Schiffbrüchiger von U-Boot Upholder versenkt) Grecale (am 9. November 1941 beschädigt; am 21. Juni 1944 Unterstützung einer Sabotageoperation gegen La Spezia, am 19. April 1945 gegen Genua, [Flugzeugträger Aquila versenkt]) Scirocco (am 23. März 1942 in Syrte in schwerem Sturm untergegangen)
3. Kreuzerdivision Die 3. Kreuzerdivision, bestehend aus drei schweren Kreuzern und einem Zerstörergeschwader, unterstand 1940 Admiral Carlo Cattaneo.
Schwerer Kreuzer Trento (Flaggschiff 3. Division) (am 12. Juni 1942 beschädigt, am 15. von U-Boot HMS Umbra versenkt) Schwerer Kreuzer Trieste (am 10. April 1943 in La Maddalena von US Bombern versenkt) Schwerer Kreuzer Bolzano (am 10. August 1942 von U-Boot HMS Unbroken schwer beschädigt, am 22. Juni 1944 in La Spezia von Kampfschwimmern versenkt) 11. Zerstörergeschwader bestehend aus vier Schiffen der Soldati-Klasse Artigliere (am 12. Oktober 1940 vom britischen Kreuzer York südöstlich von Sizilien versenkt) (Führungsschiff) Camicia Nera (12. Oktober 1940: Nachtgefecht bei Kap Passero) Aviere (12. Oktober 1940: Nachtgefecht bei Kap Passero, am 17. Dezember 1942 von U-Boot Splendid versenkt) Geniere (12. Oktober 1940: Nachtgefecht bei Kap Passero)
7. Kreuzerdivision Die 7. Kreuzerdivision wurde 1940 von Admiral Luigi Sansonetti geführt. Sie führte im Lauf des Krieges unter anderem etliche Minenlegeoperationen durch.
Aus der Duca-d’Aosta-Klasse: Leichter Kreuzer Eugenio di Savoia (Flaggschiff 7. Division) (1940 Punta Stilo, 1942 gegen Harpoon- und Pedestal-Konvois) Leichter Kreuzer Emanuele Filiberto Duca d'Aosta (1940 Punta Stilo, 1941 Syrte, 1942 gegen Vigorous-Konvoi, Geleitschutz, Minenleger) Aus der Montecuccoli-Klasse: Leichter Kreuzer Muzio Attendolo (am 10. August 1942 von U-Boot HMS Unbroken schwer beschädigt, am 4. Dezember 1942 in Neapel versenkt) Leichter Kreuzer Raimondo Montecuccoli (1940 Punta Stilo, 1941 Syrte, 1942 gegen Konvois Vigorous, Harpoon und Pedestal; 1949 bis 1964 Schulschiff) 13. Zerstörergeschwader, bestehend aus vier Schiffen der Soldati-Klasse Granatiere (Führungsschiff) (1943 bei Luftangriff in Palermo schwer beschädigt) Fuciliere (1943 mit italienischem Radar EC 3/ter Gufo ausgerüstet, rettet am 9. September 1943 Überlebende der Roma) Bersagliere (40: Punta Stilo, 41: Matapan, Syrte; am 7. Januar 1943 durch Fliegerbomben in Palermo versenkt) Alpino (am 19. März 1943 von RAF-Flugzeugen im Hafen von La Spezia versenkt)
Andere Einheiten Bombardiere (am 17. Januar 1943 von brit. U-Boot HMS United westl. v. Sizilien versenkt) Werkstattschiff Quarnaro (am 20. September 1943 in Gaeta versenkt) Versorgungsschiff Volturno Versorgungsschiff Istria