Antonio Pereda, auch Antonio de Pereda y Salgado (* März 1611 in Valladolid; † 30. Januar 1678 in Madrid), war ein spanischer Maler.

Leben Pereda war ein Sohn des gleichnamigen Malers Antonio Pereda [Tribilla] (begraben am 6. Oktober 1622) und dessen Frau Maria Salgado, der Tochter eines Feldmarschalls der spanischen Tercios von Flandern (), die ebenfalls Malerin war. Seine Lebensdaten werden in der Literatur oft unterschiedlich angegeben und reichen teilweise von 1579 bis 1611 als Geburtsjahr und 1669 bis 1678 als Sterbejahr. Er soll mindestens zwei jüngere Brüder gehabt haben, die ebenfalls Maler waren. Pereda wuchs bis zum Tod des Vaters in dessen Haus auf und trat 1622 in die Werkstatt des Testamentsvollstrecker seines Vaters Andrés Carreño ein, der ein Onkel des Malers Juan Carreño de Miranda war. Anschließend soll er schon in jungen Jahren nach Madrid gegangen und in die Werkstatt des wenig bekannten Meisters Pedro de las Cuevas (1568–1644 oder 1558–1635) eingetreten sein, bei dem zahlreiche seiner Zeitgenossen ausgebildet worden waren, darunter Francisco Camilo (1610–1671), Vicente Carducho, José Leonardo oder Juan Carreño de Miranda. Der Kunstsammler Francisco de Tejada nahm in bei sich auf.

Giovanni Battista Crescenzi, Marques de la Torre, der seit 1617 in Madrid weilte und ein einflussreicher Mann am Königshof war, nahm sich Peredas an und dieser beendete seine Ausbildung in dessen Haus. Eines seiner frühen Werke eine Unbefleckte Empfängnis, übersandte Crescenzi an Kardinal Pier Paolo Crescenzi nach Rom, der einer seiner Brüder war. 1635 arbeitete er, vermutlich begünstigt durch seinen Gönner, gemeinsam mit Eugenio Cajés, Vicente Carducho, José Leonardo, Juan Bautista Maíno, Diego Velázquez und Francisco de Zurbarán an der Gestaltung des Salön de los Reinos im Schloss Buen Retiro. 1636 wurde er für seine zwei Gemälde mit 22400 Mrs entlohnt. Pereda musste nach Crescenzis Tod jedoch den Hof wieder verlassen, da ihm der Graf Gaspar de Guzmán, Conde de Olivares ablehnend gegenüberstand.

Pereda malte überwiegend Werke mit religiöser Thematik für kastilische Klöster, insbesondere für die Madrider Klöster. Er bildete sich fort, indem er die Bildern flämischer, spanischer und venezianischer Meister im Palacio Real studierte. Neben religiösen Gemälden und profanen Geschichtsbildern malte er auch Stillleben, die oftmals einen geheimnisvollen Widerschein auf Blumen, Früchten, Juwelen oder kostbaren Stoffen zeigen und die von einem warmen, gedämpften Licht beleuchtet werden. Er schuf zahlreiche Altargemälde und moralisierende Allegorien, die den holländischen Vanitas-Darstellungen ähneln.

Pereda soll auch eine große Bibliothek mit fremdsprachigen Büchern zur Kunst besessen haben, obwohl er selbst weder lesen noch schreiben konnte. Er soll für seine Ehefrau, die sich ein Hausmädchen wünschte, ein Gemälde einer solchen Dienstmagd angefertigt und in seinem Haus aufgehängt haben. Er ließ sich gern die Geschichten vorlesen, zu denen er Bildnisse malen sollte.

Familie Pereda war seit dem 9. September 1635 mit Mariana (geborene Bautrés, von Antonio Palomino auch als Doña Mariana Pérez de Bustamante bezeichnet; † 23. November 1673) verheiratet, einer Tochter des flämischen Bogenschützen Jácome Bautrés, der in königlichen Diensten stand. Peredas Mutter, die selbst in Flandern geboren war, lebte ebenfalls in Madrid. Joaquín Antonio Pereda (* 27. Juli 1636) ⚭ 21. August 1664 Tomasa de Olmedo Teresa Pereda (* 18. September 1644)

Werke (Auswahl) mini|hochkant|Antonio de Pereda: Vision des Hl. Franziskus von Assisi in der Portiuncula (Museo del Prado, Madrid) Maria mit dem Kinde Bildniss eines spanischen Edelmanns mit seinem Hunde Heiliger Antonius von Padua mit dem Christuskind Das Leben ein Traum oder Der Traum des Ritters (in der Akademie San Fernando, Allegorie) Jesus in der Glorie Heiliger Ildefonso mit der Madonna im Louvre in Paris (Ildefonso) um 1634: Allegorie der Vergänglichkeit 1635: Vanitas Kunsthistorisches Museum in Wien 1635: Entsatz Genuas durch den Marqués de Santa Cruz (für den Salön de Reinos im Buen Retiro angefertigt) 1637: Verkündigung (Conde de Pradère) 1637: Unbefleckte Empfängnis Concepción de los Filipenses Alcalá de Henares 1639/1640: Vermählung Mariens Hochaltar für das Kapuzinerkloster im Campo Grande in Valladolid (kam später in die Kirche Saint-Sulpice in Paris) 1640: Heilige Familie mit dem heiligen Augustinus und der heiligen Teresa für die Karmeliten in Toledo 1641: Cristo varón de dolores 1643: Der Heilige Hieronymus in Buße (105 × 84 cm) im Museum des Prado in Madrid 1643: Der heilige Petrus, von einem Engel befreit 1650: Profess der Infantin Margareta für den Convento de la Encarnación in Madrid 1651: Der Heilige William im Gebet Akademie San Fernando 1655: Salvator mundi

Literatur Antonio Palomino: 127. Don Antonio Pereda Pintor. In: Las vidas de los pintores y estatuarios eminentes españoles, que con sus heroycas obras, han ilustrado la nacion y de aquellos estrangeros ilustres, que han concurrido en estas provincias y las han enriquecido, con sus eminentes obras. Henrique Woodfall, London 1744, S. 100–102 (spanisch, bibliotecadigital.museodelprado.es – hier ist 1669 als Todesjahr angegeben).

Jesús Urrea Fernández: Antonio de Pereda nació en 1611. In: Archivo español de arte. Band 49, Nr. 195, 1976, , S. 336–337.

Weblinks

Antonio de Pereda Salgado historia-hispanica.rah.es

Antonio de Pereda y Saldago (spanisch, 1599–1669) artnet.de (abweichende Lebensdaten) Antonio de Pereda y Salgado museodelprado.es (spanisch) Pereda y Salgado, Antonio de Valladolid, 1611 – Madrid, 1678 inventario.nostraetmundi.com (englisch)

Einzelnachweise

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