Der Melodi Grand Prix ist der norwegische Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Der Wettbewerb fand erstmals im Jahr 1960 statt.
Geschichte Im Dezember 1959 schrieb der norwegische Rundfunk Norsk rikskringkasting (NRK) erstmals eine Suche nach Liedern, die potenziell am Eurovision Song Contest 1960 teilnehmen sollten, aus. Aus den über 300 Einreichungen wurden Lieder für den ersten Melodi Grand Prix ausgewählt. Diesen gewann die Sängerin Nora Brockstedt mit dem Lied Voi voi.
Der Name des Vorentscheids wurde von seinem dänischen Äquivalent Dansk Melodi Grand Prix übernommen. Der Name des dänischen Wettbewerbs war wiederum vom französischen Namen Eurovision Grand Prix abgeleitet. Der norwegische Vorentscheid fand seitdem bis auf drei Mal jährlich statt: 1970: Norwegen nahm wie die anderen skandinavischen Länder aus Protest nicht teil. 1991: Die Gruppe Just 4 Fun wurde durch NRK intern ausgewählt. 2002: Norwegen musste zum ersten und zum einzigen Mal aufgrund der schlechten Platzierung 2001 eine Zwangspause einlegen. Der Melodi Grand Prix wurde in den ersten sechs Jahren von Odd Grythe moderiert. Im Jahr 1965 versuchte man erstmals, den Gewinnerbeitrag von den Fernsehzuschauern bestimmen zu lassen. Als Abstimmungsmedium nahm man Postkarten. Dadurch verzögerte sich die Abstimmung um eine Woche und diese galt als nicht mehr spannend. Die Produzenten griffen deshalb in den Folgejahren wieder auf eine Jury zurück. In den 1990er-Jahren begann man einen erneuten Versuch, eine Zuschauerabstimmung zu ermöglichen. Ab 1997 nahm man ein Telefonvoting als Grundlage für die Entscheidung, in den ersten beiden Jahren brach dabei jeweils das Telefonnetz zusammen. Im späteren Verlauf wurde teilweise wieder auf Jurys als Ergänzung zu den Zuschauerstimmen zurückgegriffen. Im Jahr 2017 bediente man sich erstmals auch an internationalen Fachjurys.
Am häufigsten als Moderator im Einsatz war Kåre Magnus Bergh, der zwischen 2015 und 2022 die Show in acht Jahren am Stück moderierte. Von 1960 bis 1965 und damit sechs Mal moderierte Odd Grythe. In den fünf Ausgaben von 2008 bis 2012 wirkte Per Sundnes als Moderator mit.
Erfolge mini|Austragungsort des Melodi Grand Prix
Erfolgreiche Teilnahmen beim Eurovision Song Contest Interpreten, die bei dem Eurovision Song Contest nach ihrer Teilnahme an den Melodi Grand Prix mindestens den fünften Platz erreicht haben:
Jahr Interpret LiedMusik (M) und Text (T) Platz 1960 Nora Brockstedt Voi VoiM/T: Georg Elgaaen 4. 1966 Åse Kleveland Intet er nytt under solenM/T: Arne Bendiksen 3. 1985 Bobbysocks La det swingeM/T: Rolf Løvland 1. 1988 Karoline Krüger For vår jordM: Anita Skorgan; T: Erik Hillestad 5. 1993 Silje Vige Alle mine tankarM/T: Bjørn-Erik Vige 5. 1995 Secret Garden NocturneM: Rolf Løvland; T: Petter Skavlan 1. 1996 Elisabeth Andreassen I evighetM/T: Torhild Nigar 2. 2003 Jostein Hasselgård I'm Not Afraid to Move OnM/T: Arve Furset, VJ Strøm 4. 2008 Maria Mittet Hold On Be StrongM/T: Mira Craig 5. 2009 Alexander Rybak FairytaleM/T: Alexander Rybak 1. 2013 Margaret Berger I Feed You My LoveM/T: Karin Park, Robin Lynch, Niklas Olovson 4. 2023 Alessandra Queen of KingsM/T: Alessandra Mele, Henning Olerud, Linda Dale, Stanley Ferdinandez 5.
Austragungsorte
Der Melodi Grand Prix findet seit seiner Erstausstrahlung im Jahre 1960 überwiegend in der norwegischen Hauptstadt Oslo statt.
Halbfinale mini|275px|Im Bodø Spektrum fand bisher fünfmal ein Halbfinale statt. Zwischen den Jahren 2006 und 2014 fanden in unterschiedlichen Städten Norwegens Halbfinale statt. Zwischen 2020 und 2024 wurden wieder Halbfinale ausgetragen. Anzahl Ort Austragungsort Jahr 5 Bodø Bodø Spektrum 2006–2010 3 Bærum H3-Arena 2020–2022 Florø Florø Idrettssenter 2011–2013 Ørland Ørland hovedflystasjon, Hangar E 2010–2012 Skien Skien Fritidspark 2009–2011 2 Alta Finnmarkshallen 2006–2007 Bærum H3-Arena 2020–2022 Kongsvinger Kongsvinger Hall 2008, 2009 Larvik Arena Larvik 2012, 2013 Oslo Oslo Spektrum 2006, 2007 (Siste Sjansen)Screen Studio2023, 2024 Sarpsborg Sparta Amfi 2010, 2011 (Siste Sjansen) 1 Ålesund Sunnmørshallen 2009 (Siste Sjansen) Bergen Framohallen 2006 Oslo Stratos Conference and BanquetingFolketeateret 2008 (Siste Sjansen)2014 Stokke Brunstad Conference Center 2007 Stavanger Sandvigå 2008 Steinkjer Campus Steinkjer 2013
Finale mini|275px|Das Oslo Spektrum, in dem bis 2019 regelmäßig das Finale stattfand. mini|275px|Im Trondheim Spektrum fand 2020 zum ersten Mal das Finale statt. Das Finale fand bisher 55 Mal in Oslo statt. Jeweils zweimal fand das Finale außerhalb der Hauptstadt in Bærum, Stavanger sowie Trondheim statt. Anzahl Ort Austragungsort Jahr 55 Oslo Oslo Spektrum 1992, 1994, 2001, 2003–2019, 2025NRK Studio 21977–1982, 1995–1999NRK Studio 11971, 1972, 1974–1976, 1983, 2000Chateau Neuf1973, 1984, 1985, 1987, 1988, 1993Store Studio1960, 1962, 1963, 1965, 1969Centralteatret1966–1968NRK Studio A1961, 1964Hotel Royal Christiania19903 Trondheim Trondheim Spektrum 2020, 2023, 2024 2 Bærum H3-Arena 2021, 2022 Stavanger Stavangar Forum 1986, 1989
Siehe auch Norwegen beim Eurovision Song Contest
Weblinks
Website des norwegischen Vorentscheids Melodi Grand Prix im Store norske leksikon (norwegisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Musikwettbewerb Kategorie:Musikveranstaltung in Norwegen Kategorie:Erstverleihung 1960 Kategorie:Fernsehsendung (NRK)