Der Sportclub Wacker war ein österreichischer Fußballklub aus dem Wiener Stadtteil Obermeidling. Er entstand in den Jahren 1906 bis 1908 auf Initiative des Schülers Max Freund und bestand bis zur Fusion 1971 mit dem Jedleseer Sportklub SK Admira Wien zum FC Admira/Wacker, der Rechtsnachfolger beider Vereine wurde. Die Vereinsfarben von Wacker Wien waren Schwarz-Weiß, die Heimspiele wurden im 20.000 Zuschauer fassenden Stadion an der Rosasgasse (Wackerplatz) in unmittelbarer Nähe zum Schloss Schönbrunn ausgetragen.
In 53 Jahren Zugehörigkeit zur ersten Liga konnten die Meidlinger Buam 478 Spiele gewinnen. Den Höhepunkt der Vereinsgeschichte erreichte der Verein im Jahre 1947, in dem der Klub Meister wurde und das Cupfinale gegen die Wiener Austria mit 4:3 für sich entschied. Der größte Erfolg bei einem internationalen Turnier gelang 1951 mit dem Einzug ins Mitropacupfinale. Berühmt wurde Wacker dennoch als „ewiger Zweiter“ der Liga. Zählt man die verkürzte Meisterschaft von 1945 hinzu, so belegte Wacker zu Saisonende gleich acht Mal den zweiten Tabellenrang, allerdings nur einmal den ersten.
Geschichte 1906–1912: Die ersten Jahre der Meidlinger Buam
mini|300px|Das älteste bekannte Bild einer Wacker-Mannschaft, bald nach dem Beitritt zum ÖFV 1909
Der SC Wacker Wien geht auf den fußballbegeisterten Schüler Max Freund aus Meidling zurück. Dieser war Mitglied der Fußballjugendmannschaft des Wiener AC, wobei er bald der kostspieligen und langen Fahrten von Meidling zum Training in den Prater überdrüssig wurde. Gemeinsam mit seinem Freund Oskar Wittek sammelte Max zahlreiche Schüler um sich, mit denen sich die beiden regelmäßig zum Fußballspielen neben dem Meidlinger Schlachthaus trafen. Im Jahr 1906 regte Max Freund schließlich die Gründung eines eigenen Fußballvereins namens „Wacker“ an; doch scheiterte dieses stolze Vorhaben an der Tatsache, dass sich kein Großjähriger unter den zukünftigen Schwarz-Weißen befand, der den Verein polizeilich hätte anmelden können. Dieses Problem wurde vorerst beiseitegeschoben, die fußballspielenden Freunde widmeten sich zunächst der Suche nach einem eigenen Klubhaus sowie der Beschaffung eigener Vereinsdressen. Ein Klubhaus war mit der Waschküche in der Aichholzgasse 33, wo die Wacker-Spieler nunmehr all ihre Habseligkeiten inklusive Torstangen deponieren konnten, schnell gefunden. Auch gelang es den Schülern, eine Mutter zu überreden, schwarz-weiße Dressen für die gesamte Mannschaft anfertigen zu lassen. Die Vereinsfarben ergaben sich daraus, dass die Mehrzahl der jungen Sportler bis dahin eine schwarze Clothhose und ein weißes Ruderleiberl beim Fußballspielen trugen.
Im Jahr 1907 konnte in Herrn Rudolf Krones schließlich der notwendige Erwachsene für den Posten des Vereinsobmannes gefunden werden, sodass die formale Gründung der Wacker Wien in die Wege geleitet werden konnte. Ein eigener Sportplatz wurde vom Gastwirten Nitsch in Form einer Sandgrube bereitgestellt, die allerdings erst von den Vereinsmitgliedern planiert und für das Debütspiel 1909 gegen den ASV Hertha Wien hergerichtet werden musste. Das erste Spiel auf eigenem Platz endete mit einer Niederlage von 1:3 gegen die Gäste aus Favoriten. Noch im selben Jahr erreichten die Wacker-Spieler die Aufnahme ihres neu gegründeten Vereins in den Österreichischen Fußballverband. In der dritten und somit niedrigsten Klasse gestartet, konnte sich Wacker gegen heute weitgehend unbekannte Vereine noch im selben Jahr ungeschlagen in die zweitklassige „2. Klasse A“ spielen. Hier trafen die Meidlinger auf die recht spielstarken Mannschaften von Blue Star, Red Star, den Wiener Bewegungsspielern, Donaustadt, dem Nußdorfer AC, Ober St. Veit sowie den Hernalser Sportfreunden. Die Schwarz-Weißen vermochten im ersten Jahr gut mit ihren neuen Konkurrenten mitzuhalten, bereits in der zweiten Zweitligasaison 1911/12 war der Gewinn der Meisterschaft gelungen. Mit Franz Twaroch hatten die Meidlinger zudem ihren ersten „Star“ und Publikumsliebling in der Mannschaft, der sogar für die seit 1902 bestehende österreichische Nationalmannschaft – als erster Spieler eines Zweitligavereins überhaupt – zum Einsatz kam.Blaha 1947, S. 3ff; Schidrowitz 1951, S. 186f
1912–1934: Auf und Ab in der Meisterschaft
mini|In den 20er Jahren erhielt der Wacker sein traditionelles Logo, ursprünglich waren die Farben Schwarz und Weiß allerdings noch vertauscht.
Um in die erste Liga aufsteigen zu können, mussten die Schwarz-Weißen noch ein Relegationsspiel gegen den Vorletzten der Ersten Liga, SpC Rudolfshügel, bestreiten. Die Wacker-Spieler gingen mit großem Respekt vor den Rudolfshüglern in die Partie und verloren deutlich mit 0:6. Doch bereits eine Saison später stand Wacker erneut an der Tabellenspitze der zweiten Liga und forderte nun Hertha Wien in der Relegation. 0:2 und 2:2 lauteten die Ergebnisse gegen die Favoritner, Wacker hatte erneut den Aufstieg in die Erste Liga verpasst. Mit dem beeindruckenden Torverhältnis von 102:15 sicherten sich die Meidlinger 1914 ein drittes Mal in Folge die Zweitligameisterschaft. In diesem Jahr wurden zudem die Relegationsspiele auf Antrag der Vienna abgeschafft, wobei die Döblinger am Saisonende überraschend selbst den Abstieg antreten mussten. Wacker war damit endgültig erstklassig. Der Erste Weltkrieg überschattete jedoch bald die Freude über den Aufstieg in die höchste Spielstufe. Fast die gesamte Mannschaft Wackers wurde als Soldaten einberufen, etwa die Hälfte kehrte nicht mehr zurück.Blaha 1947, S. 26ff. In den Kriegsmeisterschaften spielte der Verein keine große Rolle. In seiner ersten Saison als Erstligaklub konnte Wacker gar nur ein einziges Spiel gewinnen, während des Krieges war der Abstieg jedoch ausgesetzt. Zwar belegte der Klub auch in der ersten Nachkriegssaison 1919 den letzten Tabellenrang, aber auch hier entging der Klub durch eine Aufstockung der Liga der Relegation. Die stark wachsende Popularität des Vereins in Meidling machte bald den Bau eines neuen, größeren Stadions vonnöten. Am 8. Oktober 1921 konnte schließlich das Stadion an der Rosagasse, welches 20.000 Zuseher fasste, mit einem Meisterschaftsspiel eröffnet werden.
Den ersten großen Erfolg konnten die Wacker-Fans bereits kurze Zeit später bejubeln. Mit einem sensationellen 4:2-Sieg über Rapid Wien zogen die Meidlinger 1923 ins Cupfinale ein, in dem sie jedoch dem Wiener Sport-Club 1:3 vor 20.000 Besuchern auf der Hohen Warte unterlagen. Für die Wacker spielten damals Feigl im Tor, Kolndorfer und Huber als Backs, Klicka, Resch und Pellet in der Halvesreihe sowie Liebhardt, Torschütze Kowanda, Wana, Röscher und Stach als Stürmer. In der Meisterschaft erkämpften die Wacker-Spieler jahrzehntelang gute Platzierungen im Mittelfeld, konnten allerdings nie in den Titelkampf eingreifen. Zu Saisonhöhepunkten wurden meist einzelne Spiele, in denen man den großen Vereinen ein Bein stellen konnte. 1924 wurde das Berufsspielertum in Österreich eingeführt, das heißt, aus der Meisterschaft wurde eine Profi-Liga. Einem siebten Platz im ersten Profi-Jahr folgten mit einem neunten und achten weitere Ränge in der unteren Tabellenhälfte. Auch die Verpflichtung berühmter Trainer mit Rigo Kuthan und Jenő Konrád zeigte vorerst keine Früchte. 1928 konnte der Verein jedoch mit einem bemerkenswerten 4:1-Sieg über Rekordmeister Rapid starten und am Ende mit dem 4. Tabellenrang einen vorläufigen Vereinsrekord aufstellen. Als besonders wertvoll wird dieser Tage außerdem der Auswärtssieg am 11. Juni 1929 gegen den damaligen europäischen Spitzenverein Slavia Prag mit 3:0 unter Trainer Ferdinand Feigl, der beim Cup-Finale 1923 noch im Tor gestanden hatte, in der Wacker-Chronik festgehalten.Blaha 1947, S. 47 Nach diesem kurzen Höhenflug folgten bald wieder Ränge im Mittelfeld der Tabelle. In der Mannschaft Wackers spielten damals vorwiegend Meidlinger, die dem Verein meist ihre Karriere lang die Treue hielten. So hatte es der Klub Ausnahmespielern wie Karl Zischek zu verdanken, die trotz ihrer großen Erfolge in der Nationalmannschaft stets dem kleinen Bezirksverein als Spieler erhalten blieben, dass er stets dem Abstiegskampf fern bleiben konnte. So fuhren der Rechtsaußen des Wunderteams, Zischek, wie auch Johann Walzhofer zur Weltmeisterschaft 1934 in Italien, bei der Österreich das Halbfinale erreichte, in der Meisterschaft mussten sich die beiden 1934 allerdings mit Platz 9 begnügen und kamen so auch nie zu Einsätzen im internationalen Mitropacup.
1934–1947: Aufstieg, Zweiter Weltkrieg und Gewinn des Doubles
Der Aufstieg zum nationalen Spitzenverein begann Ende der 30er Jahre. Im zwanzigsten Bestandjahr als Erstligaverein konnten die Meidlinger 1935 mit dem vierten Platz ihr vorläufig bestes Meisterschaftsergebnis von 1928 egalisieren. In den folgenden Jahren sollten noch weit bessere Platzierungen folgen. Der Verein konnte mit zwei weiteren vierten Rängen 1937 und 1938 seinen Aufwärtstrend bestätigen. Nach der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich am 12. März 1938 wurde die professionelle Nationalliga, die „eines deutschen Mannes unwürdig sei“Kastler 1974, S. 57 durch die Amateurmeisterschaft in der Gauliga XVII ersetzt. Unter den neuen widrigen Umständen konnte sich der Klub vorerst gut behaupten. In der Saison 1938/39 konnte Wacker unter Trainer Otto Haftl den damaligen Serienmeister Admira Wien erstmals fordern. Der Klub erklomm zeitweilig die Tabellenführung und stellte sich am 19. März der Admira im Praterstadion im Entscheidungsspiel um den Titel im direkten Duell. Die Meidlinger verloren zwar vor 38.000 Zuschauern mit 2:4, wurden aber erstmals in der Vereinsgeschichte Vizemeister. Auch in den folgenden Jahren 1940 und 1941 konnten die Schwarz-Weißen Vizemeister werden, scheiterten in beiden Fällen an Rapid, die dank Franz Binder aber jeweils einen komfortablen Vorsprung herausspielen konnten. Pech hatte der Klub im DFB-Pokal 1939. Wacker kam bis ins Halbfinale des deutschen Pokals, wo die Mannschaft auf SV Waldhof Mannheim traf. Das erste Spiel in Mannheim endete 1:1 nach Verlängerung. Das Entscheidungsspiel in Wien ging mit 2:2 nach Verlängerung zu Ende, ein weiteres Entscheidungsspiel auf neutralem Platz in München endete 0:0 nach Verlängerung. So einigte man sich auf einen Losentscheid, der zu Gunsten Mannheims entschied. Die Meidlinger waren ungeschlagen aus dem Wettbewerb ausgeschieden.Kastler 1975, S. 92 Der Verein litt zunehmend an den Folgen des Zweiten Weltkrieges. Man verlor zahlreiche Spieler durch den Krieg, darunter Nationaltormann Alexander Martinek, der Wacker-Nationalspieler Josef Pekarek verlor ein Bein. Das Stadion wurde durch Bombentreffer stark verwüstet. So sah sich der Verein im Jahre 1944 mit dem Abstiegskampf konfrontiert, konnte das Relegationsspiel gegen die SG Reichsbahn allerdings knapp mit 2:1 gewinnen. Zur Frühjahrsmeisterschaft 1945 musste der Verein alle Partien absagen.
Meisterschaft 1947 1. Wacker 30 Punkte 2. Rapid 28 Punkte 3. Vienna 27 Punkte Cup 1947 Wacker 4:3 Austria Reitermaier 30' Hahnemann 65' Reitermaier 83' Hahnemann 86' 45' Stroh 74' Huber 75' Huber