Sonja Oberem (* 24. Februar 1973 in Rheydt als Sonja Krolik) ist eine ehemalige deutsche Triathletin und Langstreckenläuferin. Sie ist dreifache Juniorenweltmeisterin auf der Triathlon-Kurzdistanz (1990, 1991, 1992) und zweifache Olympiastarterin (1996, 2000).
Werdegang Triathlon bis 1994 Als Kind hatte Sonja Krolik zunächst mit Schwimmsport begonnen, als Jugendliche erreichte sie beispielsweise einen dritten Platz bei westdeutschen Meisterschaften.Sonja Oberem die Marathonfrau in: Rheinische Post vom 10. April 2012
Klaus Oberem, ein Jugendlicher aus der frisch gegründeten Triathlon-Abteilung der SSV Rheydt und späterer Ehemann von Sonja Krolik, sowie Hans Segschneider, ihr früherer Rektor an der Grundschule Pahlkestraße und nebenher Vorsitzender und Trainer der SSV Rheydt, brachten sie zum Triathlon. Gleich im ersten Jahr 1989 gewann Sonja Krolik bei den Juniorinnen die deutsche Meisterschaft auf der Sprintdistanz. Ab 1990 gewann sie dreimal in Folge die Juniorenweltmeisterschaften. In der Frauenklasse folgten dann je zwei europäische (1992 und 1994) und zwei deutsche Meistertitel auf der olympischen Distanz (1993 und 1994). Im Anschluss an einen schweren Sturz bei einem Hallentriathlon in Paris sowie ihrem Wettkampfabbruch nach der ersten Disziplin bei den Weltmeisterschaften im November 1994 in Wellington beendete Sonja Krolik ihre Triathlon-Karriere.Bleistift oder Radiergummi In: Der Spiegel vom 27. Februar 1995
Marathonlauf ab 1995 Nachdem Sonja Krolik bereits 1993 und 1994 parallel zum Triathlon-Leistungssport ihre ersten beiden Marathons in Berlin mit Top-10-Platzierungen gelaufen war und sich so für die Weltmeisterschaften 1995 in Göteborg qualifizieren konnte, konzentrierte sie sich ab 1995 im Hinblick auf eine angestrebte Olympiateilnahme auf den Laufsport. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta war ein Marathonrennen für Frauen vorgesehen, Triathlon sollte dagegen erst ab 2000 Bestandteil des olympischen Wettkampfprogramms werden. Bei den Weltmeisterschaften 1995 wurde Krolik zwar Achte, lag aber mit 2:32:17 Stunden noch über der notwendigen Qualifikationszeit von 2:29:59 Stunden für eine Olympiateilnahme im Folgejahr.Nachgefragt: Sonja Oberem In: TriTime-Magazin vom 1. Juni 2015 Im nächsten Frühjahr konnte sie diese dann beim Boston-Marathon als Viertplatzierte – zeitgleich mit der Dritten – um 29 Sekunden unterbieten.
Beim Marathon der Olympischen Spiele 1996 belegte Sonja Krolik dann rund drei Monate später den achten Platz. Im Folgejahr wurde sie bei den Weltmeisterschaften 1997 in Athen Siebte, bei den Weltmeisterschaften 1999 in Sevilla Sechste und bei den Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton Fünfte.
Ihre zweite Teilnahme an Olympischen Spielen 2000 in Sydney wurde für Sonja Oberem zu einer Enttäuschung: Eine nicht auskurierte Oberschenkelzerrung aus dem Trainingslager machte sich ab Kilometer 15 bemerkbar, sie quälte sich schließlich als 24. ins Ziel.Sonja Oberem schnürt noch immer die LaufschuheOberem holt beim Marathon Selbstbewusstsein für die WM In: Die Welt vom 21. April 2001
2001 gewann sie den Hamburg-Marathon in persönlicher Bestzeit mit 2:26:13 Stunden. Im selben Jahr siegte sie auch beim Athen-Marathon. Beide Siege konnte sie auch im folgenden Jahr wiederholen. Außerdem gewann sie bei den Europameisterschaften 2002 in München die Bronzemedaille. In der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2004 in Athen zwang sie 2003 ein Ermüdungsbruch in der Leiste zu einer sechsmonatigen Trainingspause. Zwar erreichte sie 2004 beim Vienna City Marathon unter schwierigen Witterungsbedingungen (Wind und nasse Straßen) in 2:30:58 Stunden einen dritten Platz, verfehlte so aber die Qualifikationsnorm um 58 Sekunden.
Einen Monat später lief Oberem auf durch starke Regenfälle aufgeweichter Strecke des Halbmarathons in Leverkusen in 1:14:17 Stunden erneut 17 Sekunden zu langsam für eine reguläre Qualifikation. Einen Härtefallantrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes lehnte das Nationale Olympische Komitee ab.Das Olympia-Aus der Läuferin Sonja Oberem In: Berliner Zeitung vom 21. Juli 2004 Sonja Oberem startete daraufhin im Herbst beim Berlin-Marathon, wo sie einen dritten Platz belegte und in 2:26:53 Stunden ihre persönliche Bestzeit nur um wenige Sekunden verpasste. Anschließend erklärte sie ihren Rücktritt vom LeistungssportSonja Oberem sagt dem Marathon adé In: Leichtathletik.de vom 27. September 2004 und wurde im Dezember 2005 Mutter eines Sohnes.
2006 versuchte sie ein Comeback beim Berlin-MarathonOberem gibt in Berlin ihr Comeback In: Kölner Stadtanzeiger vom 22. September 2006, musste jedoch das Rennen wegen einer Verletzung aufgeben. 2007 gewann sie den Nürburgring-Lauf und anschließend kündigte der Veranstalter des Berlin-Marathon einen erneuten Comeback-Versuch an. Pressemitteilung des Berlin-Marathon vom 10. September 2007
Die 170 cm große Athletin mit 48 kg Wettkampfgewicht startete bis 2007 für den TSV Bayer 04 Leverkusen, wo sie von Paul-Heinz Wellmann trainiert wurde. In: Spiridon Ausgabe 4/2008 Im Dezember 2007 wurde bekanntgegeben, dass sie im Team Rhein-Marathon Düsseldorf einen weiteren Comeback-Versuch mit dem Ziel der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking startet.Sonja Oberem startet für Rhein-Marathon Düsseldorf In: Rheinische Post vom 4. Dezember 2007 Eine Grippe verhinderte aber eine angemessene Vorbereitung, so dass Sonja Oberem als Fünfte beim Düsseldorf-Marathon in 2:47 Stunden die Qualifikationszeit (genauso wie die Siegerin Melanie Kraus) verpasste und ihre sportliche Karriere damit endgültig beendete.Eine Topzeit war nicht drin In: Rheinische Post vom 2. Mai 2008 Aber auch als Freizeitläuferin konnte sie im Folgejahr an gleicher Stelle den dritten Podestplatz sichern, außerdem gewann Sonja Oberem beispielsweise noch dreimal den Mallorca-Marathon (2010, 2011, 2013).Tui-Marathon: Sonja Oberem und Miguel Capó sind nicht zu bezwingen
Funktionärin und Unternehmerin seit 2011 Im Dezember 2011 wurde Sonja Oberem zur Präsidentin des Nordrhein-Westfälischen Triathlonverbandes (NRWTV) gewählt. Bis 2013 stand sie dem größten Landesverband der Deutschen Triathlon Union (DTU) vor.
Im Mai 2012 war Oberem für zwei Jahre in das Executive Board der European Triathlon Union (ETU) aufgenommen worden.
Ende November 2012 gründete Sonja Oberem die Oberem Sport Service GmbH, die ab 2013 als Veranstalter von dem zuvor vom Nordrhein-Westfälischen Triathlonverband (NRWTV) ausgerichteten T3 Triathlon Düsseldorf auftrat. Daneben richtete Oberems Agentur auch den Extreme Man Triathlon in Düren aus, dessen Austragung für 2015 abgesagt wurde. Daneben ist sie beispielsweise an der Organisation des Firmenlaufs in Neuss beteiligtOrganisationsteam Firmenlauf Neuss und sie ist im Vertrieb für einen Hamburger Anbieter von Absperrungen, Wechselzonenaufbauten u. ä. für Sportveranstaltungen und Events tätig.
2018 wurde Oberem Geschäftsführerin der rhein-marathon düsseldorf GmbH, die zur Golazo-Gruppe gehört. Da Golazo den Marathon nicht fortgeführt und auch einen Großteil der Startgelder nicht erstattet hat, wurde diese Partnerschaft beendet.Statement zum Neustart, auf duesseldorfmarathon.de Heute ist Oberem "Head of Running Events" bei D.Sports, einem Tochterunternehmen der Stadt Düsseldorf.Startschuss für das Uniper D.RUNNING Team, auf d-sports.de
Persönliches Sonja Oberem besuchte zunächst die Grundschule Pahlkestraße in Mönchengladbach und machte 1992 am Hugo-Junkers-Gymnasium ihr Abitur. Ihr Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule Niederrhein schloss sie 1999 als Diplom-Betriebswirtin ab. Seit 1997 ist sie mit Klaus Oberem verheiratet. Gemeinsam führten sie in vierter Generation einen seit 1905 bestehenden Eisenwaren- und Holzgroßhandel ihrer Eltern.Hier steckt Mönchengladbach drin: Familienunternehmen stellen sich vor In: Rheinische PostHeimspiel für Marathon-Star
Sportliche Erfolge
Datum/Jahr Rang Wettbewerb Austragungsort Zeit Bemerkung 1 Mallorca-Marathon Palma 03:03.46 1 Mallorca-Marathon Palma 02:51:53 9 Düsseldorf-Marathon Düsseldorf 02:52:29 1 Mallorca-Marathon Palma 02:47:29 Sieg mit neuem Streckenrekord 3 Düsseldorf-Marathon Düsseldorf 02:43:48 5 Düsseldorf-Marathon Düsseldorf 02:46:58 1 Nürburgring-Lauf Nürburg 01:36:50 über 24,4 km 4 Köln-Marathon Köln 02:47:53 DNF Berlin-Marathon Berlin – 3 Berlin-Marathon Berlin 02:26:53 1 Leverkusen-Halbmarathon Leverkusen 01:14:17 3 Vienna City Marathon Wien 02:30:58 1 Leverkusen-Halbmarathon Leverkusen 01:13:21 1 Athen-Marathon Athen 02:37:29 3 Leichtathletik-Europameisterschaften 2002 München 02:28:45 1 Hamburg-Marathon Hamburg 02:26:21 1 Athen-Marathon Athen 02:36:15 5 Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2001 Edmonton 02:28:17 Marathon-Distanz 1 Hamburg-Marathon Hamburg 02:26:12 mit persönlicher Bestzeit auf der Marathon-Distanz 4 Osaka Women’s Marathon Osaka 02:28:50 24 Olympische Spiele Sydney 02:33:45 Marathon 3 Vienna City Marathon Wien 02:27:25 Qualifikation für die Olympischen Spiele 2000 8 Osaka Women’s Marathon Osaka 02:31:03 6 Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1999 Sevilla 02:28:55 Marathon 2 Amsterdam-Marathon Amsterdam 02:29:30 7 Leichtathletik-Europameisterschaften 1998 Budapest 02:32:36 Marathon 6 London Marathon London 02:29:39 1 DM Halbmarathon Potsdam 01:11:57 7 Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1997 Athen 02:35:28 Marathon 1 Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften Osnabrück 00:32:39 10.000 m 4 London Marathon London 02:28:02 Schulter an Schulter Einlauf wie auf der Mittelstrecke In: Die Welt vom 14. April 1997 8 Olympische Spiele 1996 Atlanta 02:31:16 Marathon 4 Boston-Marathon Boston 02:29:30 Qualifikation für Olympische Spiele 8 Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1995 Göteborg 02:32:17 Marathon 1 Berliner Halbmarathon Berlin 01:11:42 5 Berlin-Marathon Berlin 02:31: 10 Berlin-Marathon Berlin 02:38:02 erster Marathon
Datum/Jahr Rang Wettbewerb Austragungsort Zeit Bemerkung DNF ITU Triathlon World Championships Wellington – 1 DTU Deutsche Triathlon-Meisterschaft Witten 02:06:18 Deutsche Meisterin auf der Kurzdistanz 1 ETU Triathlon European Championships Eichstätt 02:02:51 Europameisterin auf der Kurzdistanz 4 ITU Triathlon World Championships Manchester 02:09:21 Weltmeisterschaft 1 DTU Deutsche Triathlon-Meisterschaft Mengen 02:15:06 Deutsche Meisterin auf der Kurzdistanz 1 ETU Triathlon European Championships Lommel 02:02:47 Europameisterin auf der Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) 1 ITU Triathlon World Championship Junior Women Huntsville 02:08:08 Juniorenweltmeisterin 1 ITU Triathlon World Championship Junior Women Queenstown 02:05:02 Juniorenweltmeisterin 3 ETU Triathlon European Championships Genf 02:09:16 Europameisterschaft auf der Kurzdistanz 1 ITU Triathlon World Championship Junior Women Orlando 02:11:32 Juniorenweltmeisterin auf der Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen) 1 DTU Deutsche Triathlon-Meisterschaft Junioren Deutsche Juniorenmeisterin auf der Sprintdistanz
(DNF – Did Not Finish)
Veröffentlichungen mit Wolfgang Feil, Andrea Reichenauer-Feil: Ernährungs-Coach. Mehr Leistung im Sport. Mehr Muskeln, weniger Fett – nie wieder Schwachstellen an Sehnen, Muskeln und Gelenken – für mehr Spaß und Erfolg. Haug, Stuttgart 2005, ISBN 3-8304-2184-2. mit Doris Mendlewitsch: Laufen macht Laune. Das Wohlfühltraining für Frauen. Goldmann, München 2006, ISBN 978-3-442-16827-9.
Weblinks
Athletenporträt auf marathoninfo.free.fr (französisch) Marathon als Selbsttherapie, Artikel von Gunnar Meinhardt in der Welt, 20. September 2006 Leverkusen who’s who World Triathlon – Sonja Krolik
Einzelnachweise
Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1996 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2000 Kategorie:Deutscher Meister (Leichtathletik) Kategorie:Deutscher Meister (Triathlon) Kategorie:Europameister (Triathlon) Kategorie:Triathlet (Deutschland) Kategorie:Marathonläufer (Deutschland)