Mark Alan Webber (* 27. August 1976 in Queanbeyan, New South Wales) ist ein ehemaliger australischer Automobilrennfahrer.

Webber nahm von 2002 bis 2013 an der Formel-1-Weltmeisterschaft teil und startete dort von 2007 bis 2013 für Red Bull Racing. Seine beste Gesamtplatzierung erzielte er 2010, 2011 und 2013 jeweils mit dem dritten Rang, wobei er 2010 mehrmals in Führung lag. Webber wurde 1998 Vizeweltmeister in der FIA-GT-Meisterschaft und 2001 Vizemeister der Formel 3000. Von 2014 bis 2016 trat Webber für Porsche in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) an. Dort gewann er 2015 den Fahrerweltmeistertitel.

Karriere Anfänge im Motorsport (1990–1997) Als Sohn eines australischen Motorradhändlers wuchs Webber in unmittelbarer Nähe zur Welt des Motorsports auf und entschied sich zunächst für eine Motocross-Karriere. 1990 wechselte er in den Kartsport und blieb bis 1993 in dieser Sportart aktiv. 1994 begann Webber seine Formelsportkarriere in der australischen Formel Ford. Nach dem 13. Platz in der ersten Saison, beendete er seine zweite Saison auf dem vierten Platz in der Meisterschaft. Darüber hinaus nahm er 1995 an zwei Rennen der Australian Drivers’ Championship teil und stand beide Male auf dem Podium.

1996 wechselte Webber nach Europa und ging in der britischen Formel Ford an den Start. Er wurde mit 113 zu 130 Punkten Vizemeister hinter Kristian Kolby. Außerdem gewann er das prestigeträchtige Formel-Ford-Festival in Brands Hatch und trat in der Australian Drivers’ Championship zu zwei Rennen, von denen er eins gewann, an. 1997 wechselte Webber zu Alan Docking Racing in die britische Formel-3-Meisterschaft. Er gewann ein Rennen und schloss die Saison auf dem vierten Platz in der Meisterschaft ab. Außerdem wurde er Dritter beim Formel-3-Masters und Vierter beim Macau Grand Prix. Beinahe wäre Webbers Motorsportkarriere in dieser Saison beendet worden, da ihm das Geld für die Formel 3 ausgegangen war. David Campese, ein australischer Rugby-Spieler und Weggefährten seines Vaters Alan, sprang ein und gab dem Rennfahrer umgerechnet 60.000 Euro.„Webber rettete Powers Karriere“ (Motorsport-Total.com am 7. August 2010)

FIA-GT-Meisterschaft (1998–1999) 1998 wechselte Webber in den GT-Sport zu Mercedes-Benz. Als Teamkollege von Bernd Schneider trat er in einem Mercedes-Benz CLK GTR in der FIA-GT-Meisterschaft an. Die beiden gewannen die Hälfte der Rennen und wurden Vizemeister hinter ihren Mercedes-Teamkollegen Klaus Ludwig und Ricardo Zonta, die die anderen Rennen gewannen. Außerdem debütierte Webber 1998 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Webbers Team schied allerdings mit einem Motorschaden aus.

1999 sollte Webber nur zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans antreten. Allerdings hatte er im Qualifikationstraining am Donnerstag vor dem Rennen einen schweren Unfall, den er unverletzt überstand. Wegen einer fehlerhaften Aerodynamik hob er mit seinem Auto bei knapp 300 km/h ab und überschlug sich mehrfach. Im Warm Up ereignete sich der quasi identische Unfall erneut, wieder mit Webber am Steuer. Schließlich ereilte seinen Teamkollegen Peter Dumbreck das gleiche Problem im darauf folgenden Rennen. Mercedes beendete anschließend das Sportwagenprogramm.

Formel 3000 (2000–2001) 2000 kehrte Webber in den Formelsport zurück und trat für European Arrows F3000, dem Team seines Landsmann Paul Stoddart, in der Formel 3000 an. Webber gewann das Rennen in Silverstone und stand bei zwei weiteren Rennen auf dem Podest. In der Fahrerwertung belegte er den dritten Platz, während sein Teamkollege Christijan Albers ohne Punkte blieb. Aufgrund dieser Leistungen durfte Webber Formel-1-Testfahrten für Benetton und Arrows absolvieren und erhielt einen Testfahrervertrag bei Benetton für die Formel-1-Saison 2001. Flavio Briatore, der Teamchef von Benetton übernahm zudem sein Management.

Außerdem absolvierte Webber 2001 seine zweite Saison in der Formel 3000. Er trat als Teamkollege von Mario Haberfeld für Super Nova Racing an. Webber gewann die Rennen in Imola, Monte Carlo und Magny-Cours. In der Fahrerwertung wurde Webber, der bei fünf von zwölf Rennen nicht ins Ziel kam, Vizemeister hinter Justin Wilson. Intern setzte er sich mit 39 zu 3 Punkten erneut deutlich gegen seinen Teamkollegen durch.

Formel 1 (2002–2013) Minardi (2002) mini|Webber im Minardi, 2002 2002 wechselte Webber in die Formel 1. Sein Landsmann Paul Stoddart nahm ihn erneut unter Vertrag und Webber startete für Minardi. Bei seinem Heimrennen gab er sein Formel-1-Debüt und erreichte auf Anhieb den fünften Platz, für den er zwei Weltmeisterschaftspunkte erhielt. Webber profitierte von vielen Ausfällen und schaffte es im unterlegenen Minardi den schnelleren Toyota-Piloten Mika Salo hinter sich zu lassen. Webber, der im weiteren Verlauf der Saison zwei weitere Platzierungen unter den ersten zehn einfuhr, hatte seine Teamkollegen Alex Yoong und Anthony Davidson, der Yoong bei zwei Rennen vertrat, klar im Griff und beendete die Saison auf dem 16. Platz in der Weltmeisterschaft.

Jaguar (2003–2004) mini|Webber beim Großen Preis der USA 2004 im Jaguar Für die Saison 2003 bot ihm Jaguar ein Cockpit neben Antonio Pizzonia an. Während Pizzonia enttäuschte und im Laufe der Saison durch Webbers ehemaligen Formel-3000-Rivalen Justin Wilson ersetzt wurde, erzielte Webber regelmäßig Punkte. Besonders kristallisierte sich dabei Webbers Stärke auf eine schnelle Runde heraus, mit der er wiederholt bessere Startplätze schaffte, als es das Auto eigentlich zugelassen hätte. Insgesamt sammelte Webber 17 Punkte und beendete das Jahr auf Platz zehn der Fahrerwertung.

Für die Saison 2004 schaffte Jaguar keine Verbesserungen, so dass Webber und sein neuer Teamkollege Christian Klien über weite Strecken chancenlos waren. Lediglich sieben Punkte fuhr Webber in 18 Rennen ein. Beim Großen Preis von Malaysia startete Webber mit einem zweiten Platz erstmals aus der ersten Startreihe. In der Fahrerweltmeisterschaft belegte er den 13. Rang.

Williams (2005–2006) mini|links|Webber beim Großen Preis der USA 2005 im Williams 2005 wechselte Webber zu Williams und wurde Teamkollege von Nick Heidfeld. Der von Motorenlieferant BMW unterstützte Rennstall hatte Schwierigkeiten in dieser Saison an die Erfolge aus den vorherigen Saisons anzuknüpfen, da das Auto nicht konkurrenzfähig genug war. Webber erzielte regelmäßig Punkte und erreichte beim Großen Preis von Monaco als Dritter seine erste Podest-Platzierung. Die Saison beendete Webber als bester Williams-Pilot auf dem zehnten Platz in der Fahrerwertung. Er profitierte jedoch davon, dass Heidfeld nach 14 Rennen verletzungsbedingt die Saison beenden musste. Während Heidfeld und Webber nahezu gleichwertige Ergebnisse erzielten, war Webber deutlich schneller als Pizzonia, der nach Heidfelds Verletzung das zweite Cockpit erhielt.

BMW trennte sich schließlich Ende der Saison von Williams und trat ab 2006 unter eigenem Namen an, während das Williams-Team selbst plötzlich ohne Motoren und namhafte Sponsoren dastand. Die Lage war vor der Saison 2006 angespannt. Williams fuhr nun mit Cosworth-Motoren, die das Team bezahlen musste. Angesichts fehlender Sponsoren eine schwierige Situation, zumal sich der neue Williams zwar als schnell, aber unzuverlässig herausstellte. Webber und sein Teampartner Nico Rosberg fielen etliche Male in aussichtsreichen Positionen aus und so hatte das Team am Ende elf Punkte erzielt, wovon Webber sieben Punkte einfuhr. In der Weltmeisterschaft schloss Webber die Saison auf dem 14. Platz ab. Webber schlug infolge der nicht zufriedenstellenden Entwicklung ein Vertragsangebot von Williams aus und verließ das Team zum Ende der Saison.

Red Bull (2007–2013) Saison 2007 mini|Webber beim Großen Preis der USA 2007 im Red Bull Für die Saison 2007 heuerte Webber beim österreichischen Team Red Bull Racing an. Er wurde Teamkollege von David Coulthard und ersetzte seinen ehemaligen Teamkollegen Klien. Da das Red Bull-Team Ende 2004 aus dem Jaguar-Rennstall hervorgegangen war, kehrte Webber an seine alte Wirkungsstätte zurück. Red Bull verpflichtete Mitte 2006 Konstrukteur Adrian Newey und traf mit Renault eine Vereinbarung über die Lieferung von Motoren. Webber gelang es nur bei drei Rennen, Punkte einzufahren. Sein bestes Resultat erzielte er beim Großen Preis von Europa, den er auf dem dritten Platz beendete. In der Weltmeisterschaft schloss er die Saison mit zehn Punkten auf dem zwölften Platz ab, während Coulthard mit vierzehn Punkten Zehnter wurde.

Saison 2008 Die Saison 2008 fing für Webber gut an. In den ersten acht Rennen fuhr er sechsmal in die Punkteränge, sammelte 18 Zähler und lag zwischenzeitlich auf Platz sieben der Fahrerweltmeisterschaft. Red Bull kämpfte um Platz vier unter den Konstrukteuren, fiel dann aber hinter Toyota und Renault zurück. Bei der Qualifikation zum Großen Preis von Großbritannien fuhr Webber zwar erstmals einen Red Bull-Rennwagen in die erste Startreihe, fiel jedoch im Rennen auch wegen einer falschen Strategie schnell zurück und belegte am Ende lediglich Platz 10. Erst beim Großen Preis von Belgien holte Webber, begünstigt durch eine nachträgliche Strafe für den vor ihm platzierten Timo Glock, einen weiteren Punkt. Webber fuhr bei zwei Rennen noch jeweils einen weiteren Punkt ein und beendete damit die Saison mit 21 Punkten an elfter Stelle des Klassements. Seinen Teamkollegen Coulthard, der 8 Punkte erzielt hatte, ließ er damit hinter sich.

Saison 2009 Nachdem Routinier Coulthard seinen Rücktritt erklärt hatte, erhielt Webber für die Saison 2009 mit dem jungen Rennfahrer Sebastian Vettel einen neuen Teamkollegen. Bereits während der Wintertestfahrten war abzusehen, dass Adrian Newey für Red Bull erstmals ein konkurrenzfähiges Auto entwickelt hatte, mit dem Siege in Reichweite liegen würden. Ungünstigerweise zog sich Webber in der Winterpause bei einem Mountainbikerennen mehrere Knochenbrüche zu. Durch diesen Unfall war zunächst unklar, wie lange er ausfallen würde. Allerdings erholte Webber sich schnell und nahm bereits am ersten Saisonrennen in Australien wieder teil.

Die ersten Rennen der Saison 2009 wurden vom neuen Rennstall Brawn GP dominiert, Red Bull etablierte sich aber als Verfolger. Beim Großen Preis von China gelang ein Doppelsieg, bei dem Webber hinter Vettel Zweiter wurde; gleiches gelang beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. Zuvor war Webber auch schon beim Großen Preis der Türkei Zweiter geworden. Beim Großen Preis von Deutschland am Nürburgring qualifizierte sich Webber schließlich erstmals für die Pole-Position und gewann das anschließende Rennen trotz einer Durchfahrtsstrafe. Mit seinem ersten Sieg im 130. Grand Prix löste Webber damit Rubens Barrichello als Rekordhalter für die meisten Grand-Prix-Starts bis zum ersten Triumph ab; Barrichello hatte 124 Anläufe benötigt. Nach einigen Rennen, in denen Webber keine Punkte einfuhr, gelang ihm ein weiterer Sieg beim Großen Preis von Brasilien. Am Saisonende belegte Webber den vierten Platz in der Meisterschaft.

Saison 2010 mini|links|Webber bei Testfahrten zur Formel-1-Saison 2010 in Jerez