mini|Eines der neueren Schilder am Ortseingang Lastrup ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen und liegt im Oldenburger Münsterland.

Geografie Geografische Lage Lastrup liegt im Oldenburger Münsterland inmitten einer Einsenkung des Landrückens zwischen Südradde und Löninger Mühlenbach. Durch die alte Landstraße, dann „Staatschaussee Bremen – Wildeshausen – Cloppenburg – Löningen“, dann „Vlämische Heerstraße“ genannt, die heutige Bundesstraße B 213, war Lastrup seit jeher gut mit der Umgebung verbunden.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus dem Hauptort Lastrup nebst 14 weiteren Gemeindeteilen, den Bauerschaften. Diese sind: Groß-Roscharden Klein-Roscharden Hammel Hammesdamm Hamstrup Hemmelte Kneheim Matrum Nieholte Norwegen Oldendorf Schnelten Suhle Timmerlage.

Klima In Lastrup herrscht ein durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusstes gemäßigtes Seeklima mit milden Wintern, warmen Sommern und ganzjährig gleichmäßig verteilten, mäßigen Niederschlägen. Die Sommer sind häufig trocken und sonnig, während im Winter gelegentlich Schnee fällt.

Im Jahre 2023 betrug die durchschnittliche Temperatur 11,2 °C. Sie ist tendenziell steigend. Sie betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 10,6 °C und in den letzten 100 Jahren waren es durchschnittlich 9,2 °C.

Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Es gibt je nach Messmethode und Definition durchschnittlich etwa 1627–2275 Sonnenstunden pro Jahr.

Es fällt jährlich ca. 700 mm Niederschlag.

Geschichte Die erste Erwähnung betrifft die Ortschaft Suhle, welche 890 erstmals urkundlich als Sula erwähnt wurde. Suhle feierte im Jahre 1990 sein 1100-jähriges Bestehen. Im Jahre 947 wurde die Gemeinde selbst erstmals als „Lasdorpe“ erwähnt. Um 1050 wird „Lasdorph“, im Jahre 1150 „Lasdorft“ und um 1600 „Lasdorft“ erwähnt. Ab 1651 findet sich die Bezeichnung „Lastrupff“, welche sich schließlich durch Wegfall des „f“ zur heutigen Schreibweise, „Lastrup“, entwickelte. Über die Vorsilbe des Ortsnamens wird vermutet, dass sie auf das althochdeutsche Wort „Loh“ für Wald zurückgehen könnte. Die Bezeichnung „Walddorf“ ist nicht abwegig, da diese Bezeichnung dem damaligen Landschaftsbild entsprechen könnte, kann aber nicht nachgewiesen werden. Die über 1000-jährige Geschichte des Ortes Lastrup und der 14 zugehörigen Bauerschaften ist eng mit der kirchlichen Geschichte verbunden, da die politische Gemeinde aus dem Kirchspiel Lastrup hervorgegangen ist.Gemeinde Lastrup, Gemeindedirektor: Informationsschrift Gemeinde Lastrup. 1992, S. 3.

Lastruper Kirchspiel Die erste Kirche war ein Feldsteinbau aus dem späten 12. oder dem Anfang des 13. Jahrhunderts und wurde 1856 abgebrochen.Georg Reinke: Wanderungen durch das Oldenburger Münsterland. 7. Heft, Vechtaer Druckerei und Verlag, Vechta 1931, S. 186. Da das gesamte Gebiet des Alten Amtes Cloppenburg im Mittelalter durchschnittlich eher spärlich besiedelt war und auch das Kirchspiel Lastrup im damaligen Zeitraum die Zahl von 500 Einwohnern niemals überschritten hat, diente diese erste Kirche höchstwahrscheinlich zunächst nur als Kapelle. Dennoch geht man davon aus, dass die Kirchspiele Lastrup und Lindern schon um 1000 von der Löninger Muttergemeinde abgepfarrt wurden. Um 1223 wird ausdrücklich die parochia Lastrope unter dem Patronat des heiligen Petrus erwähnt. Die zweite Kirche wurde im Jahre 1505 gründlich saniert, was durch eine Inschrift nachgewiesen ist, die sich heute in der Sakristei der neuen Kirche befindet. Dieselbe Inschrift nennt auch den ältesten bekannten Pfarrer der Lastruper Kirche: Balthasar Monnid. Dieser wird bestätigt durch die Inschrift zweier Kirchenglocken aus den Jahren 1513 und 1518. Als Nachfolger werden Pastoren mit gleichem Nachnamen genannt: Heinrich Monnid, Hermann Monnid, Balthasar Monnid. Es kann angenommen werden, dass es sich um die Nachkommen des ersten Pfarrers handelte, denn in dieser Zeit breiteten sich die protestantischen Ideen auch in dieser Gegend aus, sodass auch Kirchliche heirateten, Kinder zeugten und ihre Stellung vererbten. Es wird außerdem überliefert, dass die Monnids Abkömmlinge der Mönche des Klosters Lune waren.Georg Reinke: Wanderungen durch das Oldenburger Münsterland. 7. Heft, Vechtaer Druckerei und Verlag, Vechta 1931, S. 187.

Ursprünglich zählte der Besitz der Lastruper Kirche zum Corvey’schen Besitz, wie eine Urkunde aus dem Jahre 1107/1113 mit Güterverzeichnis nachweist. Das Patronatsrecht über die Kirche in Lastrup ging dann auf das Bistum Osnabrück über und von 1203 an die Grafen von Oldenburg. Im Jahre 1551 übertrug Graf Anton von Oldenburg dieses Recht an den Junker Wilhelm von Bodroden aus Ahlhorn, welcher dieses Recht an die jeweiligen Pfarrer für eine jährlich zu zahlende Summe von zehn Reichstalern verkaufte. Diese für damalige Verhältnisse hohe Summe konnten viele Kirchenvorsteher nicht aufbringen. Nachfolger von Balthasar Monnid dem Jüngeren war Bernhard Zurhorst, für lange Zeit letzter protestantische Pfarrer der Gemeinde. Dieser konnte den Zahlungen nicht nachkommen, sodass sogar eine Pfändung vorgenommen wurde.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse besserten sich zunächst mit der Wiedereinführung des Katholizismus und der Einsetzung des Kaplans Johann Gudemann als Pfarrer im Jahre 1619, welcher die Pfarre bis 1670 leitete. Dieser hatte durch den Dreißigjährigen Krieg mehrmals seinen Besitz verloren und musste einige Male fliehen. Dennoch klagte er nicht über wirtschaftliche Missstände, sondern vor allem über das Verhalten der damaligen Dorfbewohner, welche „[…]Hilfe bei Wahrsagern und Zauberern[…]“ suchen und „[…]nach alter böser Gewohnheit Saufgelage“ veranstalten würden, sogar „Bierwirte verkauf[t]en ungescheut während des Gottesdienstes Bier […]“Georg Reinke: Wanderungen durch das Oldenburger Münsterland. 7. Heft, Vechtaer Druckerei und Verlag, Vechta 1931, S. 189. Die Nachfolger Gudemanns waren Johann Wenneker (1672 bis 1703), Johann Rudolph Deeken (1703 bis 1720), Berlach Riemann aus Löningen (1720 bis 1763), Johann Hermann Plagge aus Dahlum (1763 bis 1774) und Franz Münzebrod aus Löningen (1774–1793). Letzterer verfiel dem Wahnsinn und musste deshalb nach Münster in ein Kloster gebracht werden. Die Gemeinde wurde nun von einem Kuratgeistlichen zehn Jahre verwaltet, der wie seine Vorgänger über die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse klagte.

Die wirtschaftliche Situation verbesserte sich stetig unter dessen Nachfolgern Gerhands Heinrich Bartels aus Löningen (1783 bis 1798), Johann Heinrich Anton Bederung aus Sögel (1798 bis 1852), Franz Willenborg aus Lohne (1852 bis 1866), Engelbert Wulff aus Essen (Oldenburg) (1866 bis 1892) und deren Nachfolgern. Franz Willenborg ließ die neue, heutige Kirche von 1859 bis 1861 erbauen.

Schulgeschichte Die erste Schule wurde kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg eingerichtet, wobei der Unterricht nicht in einem eigenen Gebäude, sondern zunächst im Kirchspeicher abgehalten wurde. Berichten um 1660 zufolge sei das Gebäude in einen katastrophalen Zustand und viel zu klein gewesen. Außerdem habe es personelle Engpässe gegeben: Zunächst teilten sich Pfarrer und Küster den Unterricht. Dann war er ausschließlich Aufgabe des Küsters, da der Pfarrer nicht nur die Lastruper, sondern zeitweise auch die Linderner Pfarre zu leiten hatte. Aber der Küster vernachlässigte durch den Schuldienst seinen eigentlichen Küster- und Organistendienst. Als Küster war er Kirchenspielvorsteher und als solcher hatte er die Mannschaften, eine Art Bürgerwehr, die noch aus den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges stammte, zu führen und zwar die Mannschaften in Lastrup, Lindern und Essen. Ab 1752 wurde daher der erste Gehilfe eingestellt, der ausschließlich für den Unterricht zuständig war. In dieser Zeit gab es etwa 70 bis 80 Schüler aus dem Ort Lastrup sowie aus den Bauerschaften Oldendorf, Schnelten, Groß- und Klein-Roscharden und Hammel. Seit 1865 war die Schule zweiklassig.

Engelbert Wulff, der zunächst in Vechta am Gymnasium unterrichtete und in Vechta mit dem Marienhospital im Jahre 1851 das erste Krankenhaus im Oldenburger Münsterland bauen ließ, wurde 1866 zum Pfarrer von Lastrup ernannt. Dieser Mann handelte vorausschauend und richtete eine Industrieschule in Lastrup ein. Außerdem führte er Handarbeitsunterricht ein, weil er in der schlechten Ausbildung den Grund für wirtschaftliche Missstände in vielen Haushalten sah. Außerdem führte er Schulspartassen ein, um Schülern durch das Erlernen des Sparens langfristig zum Wohlstand zu verhelfen.

Entstehung einzelner Bauerschaften der Gemeinde Lastrup Das alte Kirchspiel war aus dem Zusammenschluss mehrerer Bauerschaften, zunächst zu religiösen Zwecken, entstanden. Durch diesen kirchlichen Zusammenschluss ergaben sich später auch politische Rechte und Pflichten für die einzelnen Bauerschaften. Deren Vorsteher, die Bauernvögte, Markenvögte und später Holzgrafen genannt wurden, vertraten gemeinsam das Kirchspiel. Ursprünglich lag das politische Gewicht der Kommunalverwaltung also bei den Bauerschaften, welche jedoch politisch in der münsterschen Zeit nicht weiter modernisiert und fortgebildet wurden, bis sie schließlich gar keine politische Bedeutung mehr hatten.Paul Clemens: Lastrup und seine Bauernschaften. Siedlung, Wirtschaft und funktional-soziales Gefüge einer niederdeutschen Geestlandschaft. Göttingen 1945.

Schnelten Vom Marktplatz im Ortskern aus in östlicher Richtung ist die Bauerschaft Schnelten zu Fuß in etwa 30 Minuten zu erreichen. Erstmals erwähnt wurde diese in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Sneleten oder Snetle. Es gibt die Vermutungen, dass die Endsilbe loh für Wald oder ithi für Heide steht, wobei es keine Vermutungen zur Vorsilbe gibt. Der Boden hier ist besser als in anderen Bauerschaften. Um 1931 wird berichtet, dass in Schnelten die wirtschaftlich erfolgreichsten Höfe der Gemeinde seien und das besondere Merkmal der Bauerschaft die Rinderzucht sei. Unter den dortigen Bauernhöfen haben verschiedene, nachgewiesene Erbteilungen stattgefunden. So ist der größte Hof Hake, 1331 als thor hake erwähnt, aufgeteilt worden zu Haker, Wilken, Wolken und Frerker. Das Erbe Pigge wurde in Pigge-Renschen und Pigge-Talten aufgeteilt.

In Schnelten auf der sogenannten Hundshöhe finden sich Hünengräber. Des Weiteren befand sich hier die Bleiburg, deren Überreste heute unter Wiesen verdeckt sind. Diese Burg gehörte zur Befestigungsanlage von Wildeshausen über Cloppenburg nach Löningen.

Matrum und Timmerlage Im nördlichsten Teil der Gemeinde Lastrup liegen die verhältnismäßig kleinen Bauerschaften Matrum und Timmerlage. Im 13. und 14. Jahrhundert taucht Matrum in Form von Martem, Matren oder Matern auf. Die Endung sei aus -heim für Haus entstanden, wodurch die Vermutung nahe liegt, dass die Vorsilbe einen Personennamen meint, wie es bei vielen Ortsnamen auf -heim wieder zu finden ist. Zur selben Zeit hieß die Ortschaft Timmerlage Tymberlo, Timmerlo oder Tymerlo. Das zu Timmerlage gehörende Bixlag taucht damals als Bykeslo und Bideslo auf. Hier ist die Verbindung der Endsilbe mit -loh für Wald deutlich. In Timmerlage gab es die sogenannte Heidburg oder Heidenburg, eine starke Erdburg im Timmerlager Bruch.

Um 1890 sind auf einem Hof in Timmerlage einige Gold- und Silbermünzen gefunden worden, die wenigen noch erhaltenen Münzen stammen zweifelsfrei aus dem Mittelalter. Aus Mangel an Wissen um die geschichtliche Bedeutung sind die meisten Münzen jedoch zu einer Halskette für die Tochter des Hofes verarbeitet worden.

Groß- und Klein Roscharden mini|Modellflugzeuge auf dem Flugplatz Groß-Roscharden