mini|hochkant|Abfallgrube mini|hochkant|Seit dem Bau von Müllverbrennungsanlagen sind offene Deponien, wie hier in Indonesien, in Europa die Ausnahme Unter Abfall bzw. Müll (schweizerisch/schwäbisch auch Kehricht, österreichisch auch MistDuden: Mist.), genannt auch Unrat, versteht man sämtliche vom Menschen entsorgten Dinge. Es handelt sich hierbei um Gegenstände, Materialien, Verpackungen und Substanzen, die für die entsorgende Person keinen Verwendungszweck mehr erfüllen und somit wertlos sind.

Um das Recycling zu ermöglichen, bieten viele Länder im privaten sowie im industriellen Bereich eine Reihe getrennter Sammelmöglichkeiten an. So werden neben Restmüll z. B. Bioabfall und Altpapier gesammelt und oft gibt es Möglichkeiten der Altkleidersammlung, des Glasrecyclings und der Verwertung von Kunststoffabfällen (z. B. Leichtverpackungen). Weitere, gesonderte Abfallfraktionen sind z. B.: Altglas, Altmetall, Altholz, Altöl, Bauschutt, Schrott, Elektronikschrott etc.

Die Entsorgung gefährlicher Abfälle (einschließlich Giftmüll), Abfallprodukten aus der Agrarindustrie (wie Gülle) und Abwasser erfolgt separat. Darüber hinaus gelten auch einige Abfälle, die bei der Industrie und im Gewerbe anfallen, als „Sondermüll“, darunter Baustoffe (z. B. Asbest) sowie Lösungsmittel, Säuren, Laugen, chemische und Laborabfälle und (anteilig) Krankenhausabfälle.

Für die ländereinheitliche Umsetzung des Abfallrechts ist in Deutschland die Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) zuständig, ein Arbeitsgremium der Umweltministerkonferenz.Willkommen bei der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA). Länderarbeitsgemeinschaft Abfall, abgerufen am 2. Februar 2026

In Fachkreisen wird unterschieden zwischen „Abfall zur Beseitigung“ und „Abfall zur Verwertung“. Dabei soll Mülltrennung helfen, den Anteil des „Abfalls zur Verwertung“ zu optimieren, um dem Ideal einer Kreislaufwirtschaft näher zu kommen.

Etymologie Müll für ‘Haushaltsabfall, Unrat’, althochdeutsch mulli ‘Abfall, Kehricht’ (11./12. Jh.), mittelhochdeutsch mulle, mul, mittelniederdeutsch mül ‘Staub’, niederdeutsch Mull, Müll ‘lockere Erde’ gehören wie die Kollektivbildung althochdeutsch gimulli ‘Staub, Schutt’ (9. Jahrhundert), mittelhochdeutsch gemülle, gemül ‘das durch Zerreiben, Zermalmen Entstandene, Staub, Kehricht’ und die Verben althochdeutsch mullen (8./9. Jahrhundert), mittelhochdeutsch müllen, müln ‘zerstoßen, zermalmen’, altnordisch mylja ‘zerreiben, vermahlen’ als schwundstufige Formen zu mahlen angeführten Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Erst im 18. Jh. wird das bis dahin nur im Norddeutschen übliche Müll in die hochdeutsche Schriftsprache aufgenommen. Moderne Bildungen dazu sind Mülleimer (19. Jahrhundert), Müllabfuhr, Müllschlucker (20. Jahrhundert).

Kehricht, abstammend vom Verb kehren für ‘fegen’ wurde nur im westgerm. bezeugte Verb belegt, ahd. kerien, kerren (8. Jh.), mhd. kern, mnd. mnl. kēren, nl. keren und setzt germ. *karjan voraus. Das zugehörige Grundwort dürfte in ahd. ubarkara ‘Unreinigkeit, Unflat’ (10./11. Jh.), isl. kar ‘Schmutz’ erhalten sein. Kehricht bezeichnet das, ‘was zusammengefegt ist, Müll’ (15. Jh.) mit unorganisch angefügtem -t (wie bei Obst) neben entwicklungsgeschichtlich älterem kerach (15. Jh.), kehrich (16. Jh.).

Abfallarten mini|hochkant|Wilde Müllkippe am Waldrand mini|hochkant|Abfallbehälter, wie er zum Beispiel an Haltestellen genutzt wird mini|hochkant|Recyclingstelle an der Technischen Universität Danzig mini|hochkant|Überfüllter Müllkorb mini|hochkant|Hinterlassener Müll in der Natur

Sprachgebräuche Neben den mineralischen Abfällen fallen Abfälle in Privathaushalten (Hausmüll) und in der Industrie (Industrieabfall) an.

Beispiele für Abfall von Privathaushalten (Hausmüll) sind:

Restmüll Bioabfall wie Nahrungs- und Küchenabfälle Altglas Altpapier Verpackungen (Grüner Punkt) Elektronikschrott Sondermüll Sperrmüll Metall-Sperrmüll in einigen Gemeinden Gartenabfall wie Grünschnitt, Wurzelwerk, Stämme und Stubben Textilien (Altkleidersammlung) Schadstoffe aus Haushalten

Weiter Abfallarten, die zumeist in Abfallcontainern entsorgt werden müssen:

Bau- und Abbruchabfälle Bauschutt, Baumischabfälle, Betonbruch, Estrich, Gips, Rigips, Gasbeton, Steine Gartenabfälle Gartenabfälle und Grünschnitt Wurzelwerk, Stämme und Stubben Erdaushub (Boden und Steine) Holz Altholz Hackschnitzel unbehandeltes, behandeltes, oder schadstoffbelastetes Holz Beispiele für schadstoffhaltige/gefährliche Abfälle Sondermüll asbesthaltige Baustoffe teer- und bitumenhaltige Dachpappe kontaminierter Erdaushub

Beispiele für industrielle Abfälle: hausmüllähnlicher Gewerbeabfall radioaktiver Abfall (unterliegt nicht dem Abfallrecht) Produktionsabfall Schlachtabfall Sondermüll Metallabfälle

Klassifizierung von Abfällen im Krankenhaus: A-Abfall: hausmüllähnlicher Gewerbeabfall, Wertstoffe B-Abfall: krankenhausspezifischer Abfall (mit Sekreten oder Exkreten kontaminierter Abfall) C-Abfall: Abfall mit Infektionsgefahren von meldepflichtigen Krankheiten D-Abfall: Überwachungsbedürftige Abfälle (Chemikalien) E-Abfall: Ethischer Abfall (Körperteile, Gewebereste, Placenten) Dieser in Krankenhäusern nach wie vor gängige Sprachgebrauch ist kritisch zu betrachten, da es sich dabei um eine bereits seit 2002 veraltete Klassifizierung (alte LAGA-Gruppen) handelt, die der erforderlichen Trennung der inzwischen sehr viel differenzierteren Abfallfraktionen nicht gerecht wird. Letztere umfassen im Krankenhausumfeld nunmehr (neben hausmüllähnlichen Abfällen) allein 16 Kategorien, die spezifisch dem medizinischen Bereich zuzuordnen sind. Jede dieser Abfallarten verfügt über einen eigenen Abfallschlüssel (siehe folgender Abschnitt) und unterliegt spezifischen Anforderungen an Sammlung, Lagerung und Entsorgung. Ein zentraler Unterschied zu den alten LAGA-Gruppen liegt bei der neuen Klassifikation nach Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) in der klaren Unterscheidung zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen. Die Deklaration und Handhabung medizinischer Abfälle ist in der Mitteilung 18 der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) dargelegt.

Klassifizierung und Deklaration im Abfallrecht International gibt es Abfallkataloge wie die Abfalllisten der OECD oder des Basler Übereinkommens. Das Basler Übereinkommen regelt die „Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung“, wozu Regeln zur Kategorisierung erfasster Abfallarten und zu ihrer Bezeichnung in den darin geschaffenen Überwachungs- und Dokumentationsverfahren erforderlich sind. Bislang haben sich an die 160 Staaten, jedoch nicht die USA auf diese Richtlinien verpflichtet.

Für die Europäische Union gelten die Unterscheidungen und Bezeichnungen des Europäischen Abfallartenkatalogs (EAK); dieses mehr als 800 Positionen beinhaltende Abfallverzeichnis mit dem jeder Abfallart zugewiesenen sechsstelligem Abfallschlüssel, der um ein Sternchen* ergänzt auch die Eigenschaft als gefährlicher Abfall kennzeichnet, war bis 1. Januar 2002 durch die Mitgliedsstaaten umzusetzen,, konsolidierte Fassung 2015; zur Umsetzungsfrist Art. 4. In Deutschland geschah das durch die Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV). Der Begriff Müll erscheint hier erst im Kapitel 20 (Siedlungsabfälle) als insgesamt vorletzte Abfallart Nr. 20 03 07 (Sperrmüll) und Kehricht als Straßenkehricht (Abfallschlüssel 20 03 03); bei asbesthaltigen Abfällen wird differenziert etwa zwischen Dämmstoffen mit Asbest (17 06 01*), asbesthaltigen Baustoffen (17 06 05*), Bremsbelägen (16 01 11*) oder gebrauchten elektrischen Geräten, die freies Asbest enthalten (16 01 12*)Anlage zur AVV (wie Europ. Abfallverzeichnis).

Im Bemühen, mit Abfall sachgemäß umzugehen, haben sich Branchen, Gewerbezweige und Fachgebiete entwickelt, die man unter dem Begriff Abfallwirtschaft zusammenfasst, siehe auch Recycling.

Abfallaufkommen mini|hochkant|Überfüllte Müllcontainer mini|hochkant|Eine britische Supermarktkette bietet den Kunden Bonuspunkte für die Rückgabe von pfandfreien Verpackungen. mini|hochkant|Hausmüllabholung in Japan. Das kleine Fahrzeug kommt in deutlich engeren Gassen besser zurecht als ein nordeuropäischer Müllwagen.

Die globalen Daten unterscheiden sich in den verschiedenen Statistiken erheblich. Nach dem Bericht der Weltbank von 2018 lag das jährliche Abfallaufkommen bei 270 kg pro Person. Dabei variiert das nationale Aufkommen zwischen 40 kg und 1650 kg pro Person.

Abfallaufkommen in Europa Das jährliche Abfallaufkommen in kg pro Person: +Abfallaufkommen Europa (kg pro Jahr und Kopf)Land1995200020052012201820192020EU-27467513506488492501505Deutschland623642565619615609632Dänemark521664736806814844845Schweiz600656661694703k. A.716Island426462516511k. A.k. A.k. A.Zypern595628688657k. A.648609Österreich437580575579579588k. A.Niederlande539598599549511508535Frankreich475514529527527556537Griechenland303412442495k. A.524k. A.Italien454509546504499503k. A.Großbritannien498577581477463k. A.k. A.Spanien505653588468475472455Polen285320319317329336346Rumänien342355383251272282k. A.Estland371453433280405369k. A.

Außereuropäisches Abfallaufkommen +Abfallaufkommen (kg pro Jahr und Kopf)Land2022SiedlungsabfallRecyclingVerbrennungDeponieUSA81119095402Kanada70618334643Israel6804310481Australien559150152288Chile43721417Türkei424470347Südkorea4002438846Mexiko359130219Japan336662683Kolumbien243390214

Abfallaufkommen in Deutschland In Deutschland fielen 2016 etwa 411,5 Millionen Tonnen Müll an. Das waren 9,3 Millionen Tonnen mehr als 2015. Bau- und Abbruchabfälle machen mehr als die Hälfte der gesamten Abfall-Menge aus, z. B. in Form von Erdaushub 125 Mio. Tonnen (Boden und Steine), Bauschutt 58 Mio. Tonnen und Straßenaufbruch 16 Mio. Tonnen Siedlungsabfälle, einschließlich Haushalts- und Verpackungsabfälle, machten 2016 rund 52 Millionen Tonnen aus. Darin eingeschlossen sind Abfälle aus Gewerbe und Industrie.

Nur auf die Haushaltsabfälle bezogen ist das Abfallaufkommen im Jahr 2013 in Deutschland um 3 kg pro Einwohner gesunken. Insgesamt belief sich die Menge hier auf 453 kg pro Einwohner. Den größten Anteil der gesammelten Haushaltsabfälle machten dabei Restmüll und Sperrmüll aus (rund 41 %). Jedoch ist beim Restmüll wie schon im Jahr 2012 ein rückläufiger Trend zu beobachten gewesen. Ungefähr 32 % des Abfallaufkommens fiel 2013 auf die Wertstoffe zurück, wovon die größte Menge (5,8 Mio. Tonnen) vom Altpapier stammte. Das Gesamtaufkommen an Haushaltsabfällen betrug damit 2013 etwa 36,6 Mio. Tonnen, wobei entsorgte Elektronikaltgeräte nicht mit in die Rechnung einbezogen worden sind.

Die Pro-Kopf-Erzeugung von Verpackungsmüll in Deutschland im Jahr 2020 lag bei etwa 220 kg pro Jahr und sank damit leicht von 227,4 kg im Jahr 2018.

Verwertung

Mehr als 80 Prozent des gesamten Abfalls wurden nach Angaben des Bundesamts 2016 „stofflich oder energetisch verwertet“ – also recycelt oder zur Energiegewinnung verbrannt. 287,6 Millionen Tonnen Abfall wurden 2016 recycelt. Rund 44,4 Millionen Tonnen Abfall wurden energetisch verwertet, also verbrannt, einschließlich bis zu 70 % des Plastiks. Immerhin noch fast 17 Prozent des Abfalls wurden auf Deponien entsorgt.

Müllexporte ins Ausland Mehr als 15 Prozent des privaten und gewerblichen Plastikmülls – mehrere hunderttausend Tonnen Müll – werden aus Deutschland exportiert.

Bis 2018 ging ein Teil des exportierten Plastikmülls nach China, ehe dieser Staat im März dieses Jahres Beschränkungen für den Import des Mülls erlassen hat.

Am 29. August 2019 berichtete die Fernsehsendung Monitor, dass ein erheblicher Teil dieses Müllaufkommens nach Polen exportiert wird.

Laut einem Bericht von Greenpeace aus dem Jahr 2020 fanden sich auf mehreren illegalen Mülldeponien in Malaysia Plastikmüll aus Staaten der westlichen Welt, darunter auch aus Deutschland.