Eibelshausen ist der größte der sechs Ortsteile der Gemeinde Eschenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Der Ort übt die Mittelpunktfunktion im mittleren Dietzhölztal aus, ist Verwaltungssitz der Gemeinde Eschenburg und Schulort der Haupt- und Realschule mit gymnasialem Zweig.

Geografische Lage mini|Eibelshausen mit dem Holderberg

Eibelshausen liegt im Norden des Lahn-Dill-Kreises. Umrahmt wird der Ort von Ausläufern des Rothaargebirges (westlich bis nördlich), dem Gladenbacher Bergland (östlich bis südlich) und der Struth (westlich bis südwestlich), wobei die letztgenannten Mittelgebirgslandschaften zum naturräumlichen Westerwald gezählt werden.

Eibelshausen liegt unmittelbar westlich der Mündung des Mandelbaches in die Dietzhölze unweit des Rothaarsteiges. Trotz einer landschaftlich sehr begünstigten Lage liegt Eibelshausen verkehrsgünstig zur Autobahn 45 und den nahen Städten Siegen, Marburg und Gießen.

Die angrenzenden Orte sind, von Norden im Uhrzeigersinn beginnend, Steinbrücken (Gemeinde Dietzhölztal), Roth, Simmersbach, Eiershausen, Wissenbach (alle Gemeinde Eschenburg) und Ewersbach (Gemeinde Dietzhölztal).

Westlich von Eibelshausen erheben sich der Eibertshain (560 m ü.NN), nordöstlich die Burg (494 m ü.NN) und der Staffelböll (536 m ü.NN). Der „Hausberg“ des Ortes, der Holderberg, ist 380 m hoch.

mini|Panorama von Eibelshausen

Geschichte mini|Evangelische Kirche

Ortsgeschichte Nachweislich siedelten schon die Kelten im heutigen Ortsgebiet von Eibelshausen; dies belegen Werkzeugfunde aus dieser Zeit.

Eibelshausen wurde erstmals in der Namensform Ybelingeshusen in einer Urkunde vom 29. Mai 1314 erwähnt. Mit dieser Urkunde verkaufte der Ritter Eckhard V. von Helfenberg die Vogtei Eibelshausen an Graf Heinrich I. von Nassau-Siegen.Siegener Urkundenbuch Band I, Siegen, 1887, S. 85/86, Nr. 137.

Das Dorf war in seiner Geschichte von mehreren Pestepidemien und Großbränden betroffen.

Großfeuer

Am 20. Mai 1815 brannten bei einem Großfeuer von den 242 Gebäuden des Dorfes 204 nieder. In den beiden Folgejahren wurde das Dorf wieder großzügig aufgebaut und erweitert. Dabei wurden breite, rechtwinklige Straßen angelegt und Mindestabstände zwischen den Häusern vorgeschrieben, um einen nochmaligen Großbrand zu verhindern. In dieser Zeit hat der heutige Ortskern seine charakteristische Gestalt erhalten.

Holzkohle-Hochofen

Neben der Landwirtschaft und Viehzucht hatte auch die Eisenverhüttung eine lange Tradition in Eibelshausen. Hier wurde der letzte Holzkohle-Hochofen der Region 1898 stillgelegt. In den umgebenden Wäldern sind noch Stellen erkennbar, wo in der frühen Besiedelungszeit Schmelzöfen standen und Schlacke abgelagert wurde. Erst in den 1970er Jahren endete diese Tradition in der Eibelshäuser Hütte mit einer Produktionsumstellung. Das damalige Buderus-Werk gehört heute zur Bosch-Gruppe.

Eisenbahn

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Dillenburg–Ewersbach erhielt Eibelshausen 1892 einen Bahnhof. Die Strecke wurde im Jahr 1987 für den Personenverkehr und 2000 für den Güterverkehr stillgelegt.

Einmarsch der Amerikaner

Beim Einmarsch der Amerikaner Ende März 1945 kam es bei Eibelshausen am 28. März 1945 zu einem kurzen Gefecht zwischen amerikanischen Panzern und einem deutschen Tiger-Panzer. Die Amerikaner änderten daraufhin ihre Vormarsch-Route nach Norden und wichen auf Seitenstraßen aus.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Die bis dahin selbständige Gemeinde Eibelshausen fusionierte zum 1. Oktober 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen freiwillig mit den Nachbardörfern Eiershausen und Wissenbach zur Gemeinde Eschenburg. Kraft Landesgesetz wurden dann die Gemeinden Eschenburg, Hirzenhain sowie Simmersbach und Roth des ehemaligen Landkreises Biedenkopf zur erweiterten Großgemeinde Eschenburg zusammengeschlossen. Die Inkraftsetzung erfolgte zum 1. Juli 1974 durch den Regierungspräsidenten in Darmstadt. Für alle sechs Ortsteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Eibelshausen angehört(e):

vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Ebersbach ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Ebersbach 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Dillenburg 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Ebersbach ab 1816: Herzogtum NassauDas Herzogtum Nassau war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung., Amt Dillenburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Dillenburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Dillenburg ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Dillenburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis, Gemeinde EschenburgAm 1. Oktober 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Eschenburg. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Eschenburg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Eschenburg

Bevölkerung Einwohnerentwicklung

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eibelshausen 3785 Einwohner. Darunter waren 304 (8,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 768 Einwohner unter 18 Jahren, 1584 zwischen 18 und 49, 687 zwischen 50 und 64 und 720 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1497 Haushalten. Davon waren 411 Singlehaushalte, 417 Paare ohne Kinder und 528 Paare mit Kindern, sowie 120 Alleinerziehende und 21 Wohngemeinschaften. In 336 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 978 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Religionszugehörigkeit • 1885: 887 evangelische (= 99,66 %), 3 katholische (= 0,34 %) Einwohner • 1961: 2071 evangelische (= 77,39 %) und 522 katholische (= 19,51 %) Einwohner

Politik Ortsbeirat In Eibelshausen gibt es einen fünfköpfigen Ortsbeirat. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2016 besteht er aus zwei Mitgliedern der CDU, zwei Mitgliedern der SPD und einem Mitglied der FWG. Der Ortsvorsteher ist Gerd Müller von der CDU., abgerufen im April 2019. mini|Flagge von Eibelshausen

Wappen und Flagge

Die Flagge des Ortsteils und der Gemeinde zeigt das Wappen auf einem zweigeteilten Flaggentuch in entsprechenden Farben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Heimatmuseum

Regelmäßige Veranstaltungen Frühjahrsmarkt (2. Maiwochenende) Herbstmarkt (2. Oktoberwochenende) Maibaumaufstellung (30. April) Weihnachtsmarkt (letztes Wochenende vor Weihnachten)

Hauberg In Eibelshausen wird jährlich Hauberg gemacht. Die rechtliche Grundlage der Haubergsarbeit geht auf die „Haubergordnung für den Dillkreis und den Oberwesterwaldkreis vom 4. Juni 1887“ zurück. Darin heißt es: „Hauberge im Sinne dieses Gesetzes sind die Grundstücke in den Gemarkungen Dillbrecht, Fellerdilln, Ober- und Niederroßbach, Bergebersbach, Eibelshausen, Mandeln, Offdilln, Rittershausen, Steinbrücken, Straßebersbach, Weidelbach und Korb, welche gegenwärtig zu Haubergsverbänden gehören.“Haubergsordnung

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Ortsmitte

Verkehr Die Bundesstraße 253 (Dillenburg–Frankenberg) führt als Ortsumgehung an Eibelshausen vorbei. Bis zur Autobahn 45 (Anschlussstelle Dillenburg) sind es etwa zehn Kilometer.

Darüber hinaus verfügte Eibelshausen bis 1987 noch über einen Bahnanschluss über die Dietzhölztalbahn. Die Bahnstrecke ist seit Mitte 2001 stillgelegt. Es gibt eine Initiative, welche sich für den Erhalt und die Reaktivierung der Strecke einsetzt. Anfang 2015 erfolgte der Freischnitt der Bahnstrecke auf dem südlichen Streckenabschnitt bis Frohnhausen.

Ansässige Unternehmen Größte Industriebetriebe im Ort sind die Firmen Bosch Thermotechnik (bis 2007 Buderus) und Kettenbach. Im Industriegebiet Rommelsberg sind viele kleinere Unternehmen ansässig. Bosch hat 2023 eine neue Produktionslinie gestartet,Wärmepumpenfertigung in Eibelshausen ist gestartet, Pressemeldung, 23. März 2023 auf der das Innenleben von Wärmepumpen zusammengebaut wird.Jan Hauser: Bosch investiert in Wärmepumpen, FAZ, 2. November 2023

Öffentliche Einrichtungen Rathaus der Gemeinde Eschenburg Freiwillige Feuerwehr Rettungswache (Rettungsdienst Eschenburg) Schwimmbad Freizeitbad Panoramablick Holderbergstadion Bürgerhaus Ärztlicher Sonntagsnotdienst Evangelische Kindertagesstätte Pusteblume Katholische Kindertagesstätte Regenbogen Gemeindebücherei Evangelische Kirche Katholische Kirchengemeinde St. Josef Freie Evangelische Gemeinde Bethaus

Bildung Eschenburgschule (Grundschule) Holderbergschule (Hauptschule, Realschule, Gymnasium)

Persönlichkeiten Söhne und Töchter von Eibelshausen Klaus Holighaus (1940–1994), deutscher Segelflugzeugkonstrukteur und -pilot Erich Klingelhöfer (1919–1985), deutscher Historiker, Altphilologe und Oberstudiendirektor Wolfgang Linsenmaier (* 1949), deutscher Jurist, Richter am Bundesarbeitsgericht Joachim Rabstein (* 1956), deutscher Leichtathlet Harry Voss (* 1969), deutscher Autor

Mit Eibelshausen verbunden Christian Erdmann Schott, evangelischer Theologe, war Vikar in Eibelshausen

Literatur

Weblinks Ortsteil Eibelshausen. In: Webauftritt der Gemeinde Eschenburg.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Lahn-Dill-Kreis Kategorie:Geographie (Eschenburg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Lahn-Dill-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1314 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971