Diese Liste italienischer Großverbände ist nicht vollständig. Sie wird jedoch nach und nach verbessert. miniatur|200px|Wappen Heeresgeneralstab
Armeegruppen „Armeegruppen“ (in Deutschland „Heeresgruppen“) gab es in Italien nur in der Zeit von 1940 bis 1943. Sie hatten operativ nur geringe Bedeutung. Ihre Aufgaben wurden später von integrierten NATO-Kommandos übernommen („Landsouth“ in Verona).
Armeegruppe West (Nordwestitalien, 1940) Armeegruppe Ost (Nordostitalien, Balkan, 1940 und 1943) Armeegruppe Süd (Mittel- und Süditalien, 1940, 1942/43) Armeegruppe zur besonderen Verwendung (1940) Oberkommando Streitkräfte Ägäis (1940 bis 1943) Oberkommando Streitkräfte Albanien (1940 bis 1943) Oberkommando Streitkräfte Griechenland (1941/42) Oberkommando Streitkräfte Italienisch-Nordafrika (1940 bis 1942) Oberkommando Streitkräfte Libyen (1942) Oberkommando Streitkräfte Ostafrika (1938 bis 1940) Oberkommando Streitkräfte Sardinien (1943) Oberkommando Streitkräfte Sizilien (1943) Oberkommando Streitkräfte Slowenien-Dalmatien (1942/43)
Insgesamt führten diese Armeegruppen und Oberkommandos im Zweiten Weltkrieg etwa 80 Divisionen.
Armeen Armeen wurden in Italien nur in Kriegszeiten aufgestellt. Im Frieden bestanden sie nur als sogenannte „designierte Armeekommandos“ (nur wenige: bis 1915 vier, später zugunsten von NATO-Kommandos ganz aufgegeben; vgl. dt. Armee-Inspektion). Nachstehend Informationen über die Einsatzgebiete italienischer Armeen in der Zeit von 1915 bis 1918 und von 1940 bis 1943:
1. Armee: 1915–1918: Stilfser Joch bis Asiago; 1940: Westalpen; 1943: Tunesien 2. Armee: 1915–1917: Julische Alpen; 1941–1943: Jugoslawien 3. Armee: 1915–1918: unterer Isonzo, Karst, unterer Piave; 1939/1940: Italien 4. Armee: 1915–1918: Dolomiten, Monte Grappa; 1940–1943: Italien, Südfrankreich 5. Armee: 1916–1918: Piave, Reserve; 1940–1943: Westlibyen, Mittelitalien, Korsika 6. Armee: 1916–1918: Asiago; 1940–1943: Poebene, Süditalien 7. Armee: 1918: Trentino; 1940–1943: Italien 8. Armee: 1918: Piave, Vittorio Veneto; 1940: Italien; 1942–1943: Russland (Donez, Don) 9. Armee: 1918: Piave; 1940–1943: Albanien, Griechenland, Jugoslawien 10. Armee: 1918: Piave; 1940–1941: Ostlibyen 11. Armee: 1940–1943: Albanien, Griechenland 12. Armee: 1918: Piave
Bis 1972 bestand in Padua das „designierte Kommando“ der 3. Armee. Bei Bedarf sollte es das italienische Feldheer in Norditalien in nationaler Regie führen, also unabhängig vom NATO-Kommando Landsouth in Verona. Der Grund für das Bestehen dieses Armeekommandos waren Spannungen mit Jugoslawien um Triest und Istrien, die dann mit dem Vertrag von Osimo ausgeräumt wurden.
1997 entstand in Verona das „Kommando Landstreitkräfte“ (Comando Forze Terrestri), dem die italienischen Kommandos auf Korpsebene direkt unterstellt wurden. Der Befehlshaber von COMFOTER befehligte zugleich Landsouth, bis dieses NATO-Kommando 2004 in Verona aufgelöst wurde. COMFOTER besteht (als Dreisternekommando) in Rom weiterhin.
Armeekorps „Armeekorps“ (Korps) wurden in Italien früher nur in Kriegszeiten aufgestellt. Im Frieden bestanden sie in der Form von „Militärischen Territorialkommandos“ („Comando Militare Territoriale-CMT“; in Deutschland bis 1945: „Wehrkreis“). Später wurden je nach Bedarf bereits in Friedenszeiten Divisionen zu Korps zusammengefasst, wobei die territorialen CMT weiter bestanden. Die CMT wurden 1957 (und 1983) im Rahmen von Rationalisierungen zugunsten von sieben größeren Militärregionen („Regione Militare“; in Deutschland „Wehrbereich“) abgeschafft.
Territoriale Militärkommandos Nachstehende Wehrkreiskommandos (CMT) und ihre Standorte unterlagen im Lauf der Zeit (1861–1983) gewissen Variationen und Veränderungen (zu gewissen Zeiten bestanden mehr CMT, 1945 wurden elf aufgestellt; in Klammern frühere Standorte). Sie waren jedoch mit den unten angeführten Standorten traditionell eng verbunden (sowohl CMT, als auch Korps).
CMT I (I. Korps): Turin CMT II (II. Korps): Alessandria (Mailand) CMT III (III. Korps): Mailand (Verona) CMT IV (IV. Korps): Bozen (Bologna) CMT V (V. Korps): Padua (Triest) CMT VI (VI. Korps): Bologna (Florenz) CMT VII (VII. Korps): Florenz CMT VIII (VIII.Korps): Rom (Neapel) CMT IX (IX. Korps): Bari CMT X (X. Korps): Neapel (Palermo) CMT XI (XI. Korps): Palermo (Udine) CMT XII (XII. Korps): Cagliari (Palermo, in Cagliari z. T. XIII.)
Korps Nachstehend Informationen über die Einsatzgebiete italienischer Armeekorps in der Zeit von 1915 bis 1918 und von 1940 bis 1943:
I. Korps: 1915–1918: Dolomiten, Grappa-Stock, Piave; 1935/1936: Ostafrika; 1940–1943: Südfrankreich II. Korps: 1915–1918: Isonzo, Grappa-Stock, Frankreich; 1935/1936: Ostafrika; 1940: Westalpen; 1941: Italien; 1942/1943: Russland III. Korps: 1915–1918: Trentino, Judikarien; 1935/1936: Ostafrika; 1940: Westalpen; 1940–1943: Griechenland IV. Korps: 1915–1918: Isonzo, Krn; 1935/1936: Ostafrika; 40: Westalpen; 1940–1943: Griechenland, Albanien V. Korps: 1915–1918: Trentino, Asiago; 1941/1943: Jugoslawien VI. Korps: 1915–1918: Isonzo, Grappa-Stock; 1941/1943: Jugoslawien VII. Korps: 1915–1918: Isonzo; 1940/1941: Italien; 1942/1943: Korsika VIII. Korps: 1915–1918: Reserve, Isonzo, Montello, Vittorio Veneto; 1940–1943: Griechenland IX. Korps: 1915–1918: Dolomiten, Grappa-Stock; 1940–1944: Apulien X. Korps: 1915–1918: Reserve, Trentino; 1940–1942: Libyen, El Alamein XI. Korps: 1915–1918: Isonzo, Piave; 1940–1943: Griechenland, Jugoslawien XII. Korps: 1915–1918: Isonzo, Karnische Alpen, Asiago; 1940–1943: Sizilien XIII. Korps: 1915–1918: Reserve, Isonzo, Asiago, Piave; 1940–1943: Sardinien XIV. Korps: 1915–1918: Reserve, Isonzo; 1941–1943: Albanien, Jugoslawien XV. Korps: 1940–1943: Südfrankreich, Italien XVI. Korps: 1915–1918: Piave; 1918: Albanien, Mazedonien; 1940–1943: Italien, Sizilien XVII. Korps: 1941: Jugoslawien; 1942/1943: Italien XVIII. Korps: 1915–1918: Piave; 1942: Jugoslawien XIX. Korps: 1942/1943: Italien XX. Korps: 1916–1918: Asiago, Ortigara; 1937–1943: Libyen, El Alamein, Tunesien XXI. Korps: 1940–1943: Libyen, El Alamein, Tunesien XXII. Korps: 1915–1918: Trentino, Montello, Piave; 1940/1941: Tobruk, 1942/1943: Südfrankreich XXIII. Korps: 1915–1918: Piave, Reserve; 1940/1941: Ägypten, Libyen; 1942/1943: Norditalien XXIV. Korps: 1915–1918: Isonzo; 1943: Friaul (Reste des Alpini-Korps) XXV. Korps: 1915–1918: Judikarien; 1940–1943: Griechenland, Albanien XXVI. Korps: 1915–1918: Isonzo, Trentino; 1940–1943: Albanien, Griechenland XXVII. Korps: 1915–1918: Isonzo, Karfreit, Piave XXVIII. Korps: 1915–1918: Reserve, Grappa-Stock, Piave XXIX. Korps: 1915–1918: Trentino XXX. Korps: 1918: Grappa-Stock; 1940/1941: Italien; 1942/1943: Tunesien XXXI. Korps: 1941–1944: Kalabrien XXXV. Korps (ex CSIR): 1942–1943: Russland LI. Korps: 1943/44: Apulien Karnische Zone: 1915–1917: Karnische Alpen Kommando Hochebene: 1915–1918: Asiago Kavalleriekorps: 1915–1918: Friaul Nordgrenze: 1917–1918: Schweizer Grenze Sturmkorps: 1918: Sernaglia, Ponte della Priula, Conegliano Ciamuria: 1940: Griechenland Alpini-Korps: 1940: Westalpen; 1942/1943: Russland (Don; Postojalij, Scheljankino, Nikitowka u. a.) Motorisiertes Korps: 1941: Jugoslawien; 1941–1943: Russland (als CSIR, dann als XXXV.Korps) Schnelles Korps: 1941: Jugoslawien; dann neues XXII. Korps Panzerkorps: 1938–1941(!): Norditalien Russlandkorps (CSIR): 1941–1942: Ukraine, Russland, dann XXXV. Korps
Nach 1945 entstanden in Norditalien drei bzw. vier Korps wieder: das III. in Mailand, das IV. Gebirgskorps in Bozen und das V. Korps in Vittorio Veneto sowie von 1952 bis 1972 auch das VI. Korps in Bologna. Im Zug der Heeresreform von 1997 wurden die drei Korps umbenannt: aus dem III. Korps wurde das NATO Rapid Deployable Corps – Italy (NRDC-IT), aus dem IV. das Gebirgstruppenkommando (COMALP) und aus dem V. ein „1. Verteidigungskräftekommando“ (COMFOD 1). Im süditalienischen San Giorgio a Cremano (Neapel) entstand das „2. Verteidigungskräftekommando“ (COMFOD 2), das die Brigaden in Süditalien übernahm (wegen der Auflösung oder Neuordnung der Militärregionen). Die beiden Verteidigungskräftekommandos wurden 2013 von den beiden Einsatzkräftekommandos Nord (COMFOD Nord) in Padua und Süd in Neapel (COMFOD Sud) abgelöst; sie tragen heute die Bezeichnung „Kommando operative Kräfte“ und damit die Abkürzungen COMFOP Nord und COMFOP Sud. Dem NRDC-IT unterstehen von wenigen Unterstützungsverbänden abgesehen keine Großverbände permanent; diese werden nur für Übungen oder Einsätze zugeteilt. Den drei Kommandos in Bozen, Padua und Neapel unterstehen neben Divisionsstäben und Brigaden auch regionale Kommandos für territoriale und administrative Aufgaben.
Militärregionen Im Jahr 1957 erfolgte eine Rationalisierung der territorialen Organisation, indem man die Territorialkommandos (CMT) in Genua (II.), Mailand (III.), Bozen (IV.), Bologna (VI.) und Bari (IX.) auflöste und in Verbindung mit den verbliebenen Territorialkommandos in Turin (I.), Padua (V.), Florenz (VII.), Rom (VIII.), Neapel (X.) und Palermo (XI.) das Konzept der größeren Militärregionen einführte. Zu den sechs somit geschaffenen Militärregionen kam im Jahr 1981 eine siebte (XII.) in Cagliari für Sardinien, das zuvor zum Zuständigkeitsbereich des VIII. Kommandos in Rom gehört hatte. 1983 gab man den Terminus „Militärisches Territorialkommando“ (CMT) zugunsten der nach geografischen Räumen und Inseln benannten Militärregionen ganz auf. Die alte Nummerierung der Territorialkommandos erhielt sich jedoch in den Unterstützungsverbänden und sonstigen Stellen der Militärregionen weiterhin, und auch die Nummerierung der Armeekorps bezog sich weiter auf die alten, nicht mehr existenten Territorialkommandos, die einst für die Mobilisierung der Korps zuständig waren.
Die sieben Militärregionen hatten bis 1997 vor allem territoriale und administrative Aufgaben. Insbesondere in Mittel- und Süditalien unterstanden ihnen aber auch operative Verbände.
Regione Militare Nord-Ovest (RMNO), Turin Regione Militare Nord-Est (RMNE), Padua Regione Militare Tosco-Emiliana (RMTE), Florenz (Brigaden Friuli und Folgore) Regione Militare Centrale (RMCE), Rom (Brigaden Granatieri di Sardegna und Acqui) Regione Militare Meridionale (RMME), Neapel (Brigaden Pinerolo und (ab 1991) Garibaldi) Regione Militare Sicilia (RMSI), Palermo (Brigade Aosta) Regione Militare Sardegna (RMSA), Cagliari (ab 1988 Brigade Sassari)
Auf dem Gebiet der beiden norditalienischen Militärregionen befand sich während des Kalten Krieges das Feldheer mit den drei genannten Korps und insgesamt 18 Brigaden (dazu eine Raketenartilleriebrigade mit Lance-Raketen und das Heeresflugabwehrkommando).
1997 verloren die Militärregionen alle operativen Aufgaben und wurden deswegen auf drei reduziert (Nord, Mitte, Süd). Regionale Kommandos, die im weiteren Verlauf entstanden, hatten und haben keinen historischen Bezug mehr zur ehemaligen territorialen Organisation. Die heutigen regionalen Kommandos für territoriale Aufgaben, die den am Ende des Abschnitts „Korps“ genannten Kommandos in Bozen, Padua und Neapel oder dem Territorialkommando für die Hauptstadt Rom unterstehen, sind deckungsgleich mit den italienischen Regionen und haben zum Teil nur noch den Status von Regimentern.
Divisionen Territoriale Militärdivisionen Ähnlich den Armeekorps bildeten die Divisionskommandos im Frieden bis 1914 eine eher territoriale Struktur in der Form kleinerer Stäbe, die erst im Kriegsfall voll mobilisiert wurden und ins Feld zogen. Charakteristisch war für diese Divisionen auch, dass sie hinsichtlich der unterstellten Truppenteile keine stabile Zusammensetzung hatten, die nachgeordneten Brigaden und auch die Divisionstruppen regelmäßig wegen Verlegung wechselten.