Ardahan (, , , ) ist eine Stadt im äußersten Nordosten der Türkei. Sie ist die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Ardahan.
Geographie, Lage und Namensherkunft Ardahan liegt zwischen Kaukasus, Schwarzem Meer und Anatolien beidseits der Kura auf über dem Meeresspiegel. Die Stadt beherbergt rund 56 % der Kreisbevölkerung.
Der zentrale Landkreis () besteht neben der Kreisstadt aus 62 Dörfern () mit durchschnittlich 296 Einwohnern. 22 Dörfer haben mehr als der Durchschnitt Einwohner, Çamlıçatak ist mit 939 Einwohnern das größte Dorf.
Der Kreis Ardahan liegt zentral innerhalb der Provinz Ardahan und grenzt intern an den Kreis Hanak im Norden, an den Kreis Çıldır im Nordosten und an den Kreis Göle im Süden. Extern grenzt er im Westen an die Kreise Ardanuç und Şavşat der Provinz Artvin sowie im Südosten an den Kreis Susuz der Provinz Kars.
Der Name „Ardahan“ lässt sich vermutlich auf die armenische Aussprache des ursprünglich georgischen oder sogar luwischen Namens zurückführen.Bilge Umar: Türkiye'deki Tarihsel Adlar. Istanbul 1993, S. 96. Sevan Nişanyan: Adını Unutan Ülke. Türkiye'de Adı Değiştirilen Yerler Sözlüğü. Istanbul 2010, S. 37.
Geschichte mini|Die Erstürmung von Ardahan durch die Russen 1877 Grabungen in der Burg Ardahans haben Zeugnisse verschiedener Kulturen offenbart und gezeigt, dass Ardahan seit der frühen Bronzezeit besiedelt war.
Laut dem spätantiken armenischen Geschichtsschreiber Moses von Choren war Ardahan in der Antike eines der Wirtschaftszentren des westlichen Gugark, wurde aber in vorschriftlicher Zeit an einen georgischen Staat abgegeben. Zu Zeiten von Pharnawaze I. war das damalige Kadjtha-Kalak vermutlich der Ort einer Schlacht zwischen den Truppen des letzteren und Alliiertenverbänden des antiken Griechenlands.
Die ersten Streifzüge islamischer Verbände erfolgten im Jahr 642. Türkische Verbände fielen unter Kutalmiş ab 1053 in die Region ein. Ardahan wurde vermutlich erobert, als die Burg von Kars 1067 in türkische Hände fiel. Anschließend stand Ardahan abwechselnd unter der Herrschaft der Seldschuken, Georgier, Mongolen, Ilchane, Qarakoyunlu und Aqqoyunlu. Nach Evliya Çelebi wurde Ardahan unter Selim I. dem Osmanischen Reich einverleibt. Dort war es im Wechsel Teil der Eyalets Çıldır, Erzurum und Kars.
Die Stadt wurde am 17. Mai 1877 von der russischen Armee besetzt und fiel gemäß dem Frieden von San Stefano und in Verbindung mit dem Berliner Vertrag 1878 an das Russische Reich. Im Frieden von Brest-Litowsk erhielt das Osmanische Reich diesen Sandschak wieder zurück, musste ihn jedoch bereits Anfang 1919 in der Folge des Waffenstillstands von Mudros wieder räumen, Ardahan fiel an Georgien. Im Verlaufe des Einmarsches sowjetischer Truppen in Georgien musste auch Georgien seinen Anteil an der Provinz Ardahan, nach einem türkischen Ultimatum, am 23. Februar 1921 kampflos den Türken überlassen.
Medien
In Ardahan senden zahlreiche Zeitungen, Radio Fernsehsender und Zeitschriften online. Dutzende Fernseh- und Radiosender sowie Zeitungen sind Teil der ersten Online-Zeitung Ardahans, die Mehmet Ali Arslan Medya gehört. In Ardahan gibt es auch traditionelle Printmedien, jedoch betreibt kein Medienunternehmen Satelliten- oder terrestrische Übertragung.İsmet Konak - Candan Badem, "Çarlık Rusya İdaresinde Bir Vilayet Gazetesi: Kars (1883-1917)", Kebikeç, Sayı: 52, 2021Kars Gazetesi - "bölgede gazetecilik
Demographie 1835 kamen auf die 300 damals zumeist unterirdisch angelegten Behausungen lediglich etwa 70 Haushalte, die ehemals von Russen bewohnten Häuser waren geplündert und zerstört.
Bevölkerungsentwicklung Nachfolgende Tabelle zeigt den vergleichenden Bevölkerungsstand am Jahresende für die Provinz, den zentralen Landkreis und die Stadt Ardahan sowie den jeweiligen Anteil an der übergeordneten Verwaltungsebene. Die Zahlen basieren auf dem 2007 eingeführten adressbasierten Einwohnerregister (ADNKS).Central Dissemination System/Merkezi Dağıtım Sistemi (MEDAS) des TÜIK, abgerufen am 1. März 2021
Jahr Provinz Landkreis Stadt abs. proz. abs. proz. abs. 202292.48145,0641.67255,9023.295 202194.93244,2742.02354,5622.927 202096.16143,3241.65852,2722.190 201997.31943,5442.37453,5922.707 201898.90742,6942.22652,5022.169 201797.09643,0141.75851,9621.696 201698.33542,6541.93951,4721.587 201599.26541,7341.42247,7519.777 2014100.80940,6340.96047,9919.657 2013102.78239,7740.87446,1318.857 2012106.64339,1741.77045,6719.075 2011107.45538,4241.28744,3218.298 2010105.45437,6239.67640,9616.251 2009108.16937,4040.45542,4417.171 2008112.24236,4240.87541,4016.923 2007112.72136,2240.82842,7317.446
Stadtentwicklung Nachfolgende Tabelle gibt Auskunft über die Entwicklung der Einwohnerzahlen von Stadt () und Kreis Ardahan innerhalb der Provinz Kars bzw. als eigenständige Provinz. Die Zahlen wurden den als PDF-Dateien veröffentlichten Ergebnisse der Volkszählungen der angegebenen Jahre entnommen, abrufbar über die Bibliothek des TURKSTAT (TÜİK).Bibliothek des TÜİK Jahr20001990198519801975197019651960195519501945194019351927Şehir17.27416.76116.89514.91216.28513.3399.1177.2286.5574.7896.1825.0952.8602.397İlçe44.79452.57461.37262.60066.60561.96856.56249.84461.31854.08349.69944.62230.91324.302
Klima Das Klima in Ardahan ist kontinental geprägt mit von Juni bis September warmen, niederschlagsreichen Sommern und kalten, langen, trockenen Wintern, in denen die Temperatur unter minus 30 °C und gelegentlich unter minus 40 °C fallen kann. Für die Normalperiode 1991–2020 beträgt die Jahresmitteltemperatur 4,3 °C, wobei im Januar mit −10,3 °C die kältesten und im Juli mit 9,4 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden.
Ardahan in Liedern und Legenden Auf Ardahan wird sowohl in georgischen als auch armenischen Volksliedern Bezug genommen. Georgischen Legenden zufolge hat ein Sohn des Kartlos, des mythischen Vaters der georgischen Nation, die Stadt gegründet.
Persönlichkeiten Taner Akçam (* 1953), Historiker, Soziologe und Autor Yaşar Güler (* 1954), General der Türkischen Streitkräfte (Verteidigungsminister der Türkei seit 2023) Gürsel Tekin (* 1964), Politiker Adnan Maral (* 1968), Schauspieler Ayla Çelik (* 1973), Popsängerin und Songwriterin
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Einzelnachweise